Österreich 1955 - Die Görtschitztalbahn

Bereich zur Vorstellung der eigenen Modellbahnanlage.

Gewünscht sind insbesondere Fotos, technische Daten, Gleispläne und evtl. auch Berichte über die Entstehung. Die Anlage sollte in einem "vorzeigbaren Zustand" sein, für reine Rohbauberichte ist das Forum "Anlagenbau".

Bitte startet in diesem Bereich für jede Anlage einen eigenen Thread!
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hubedi
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Re: Österreich 1955 - Die Görtschitztalbahn

#2251

Beitrag von hubedi » Sa 28. Apr 2018, 06:53

Hallo Karl,

was für Geschichten ... da soll noch einer sagen, Modellbau wäre langweilig und wenig unterhaltsam. Den schicke ich gleich zum Meckern zur Mitzi, um sich eine gehörige Packung abzuholen ... :D

Elviradieschlampe scheint ein wirklich bewegtes Leben hinter haben ... oder wurde sie gleich bei der Geburt vom Gebähreisen so in Falten gelegt? An der linken Hand hat sie gar den Ringfinger eingebüßt ... vlt. bei einem Überfall im Wilden Westen ... und sie bekam den Brilliantring nicht schnell genug vom Finger. :o Ihr Zahnarzt sollte sie auf alle Fälle zum Chirurgen schicken, damit sie sich die Krampfadern an den Beinen behandeln lässt.

Lisi braucht für ihre Frisur sicher einen Waffenschein. Ich verstehe ihr Anlehnungsbedürfnis ... bei dem Zusatzgewicht auf ihrem Kopf.

Eine Kleinigkeit vlt. noch. Wenn die Ölerkanüle fein genug ist, könnte man noch Pupillen in den Augen nachtupfen. Natürlich farblich passend zur Kleidung. Eine schwarze Iris zur braunen Tasche ... das geht gar nicht. Und wenn die Mitzi ihr schärfstes Küchenmesser herausrückt, könnte man einen Zahnstocher anspitzen... ich meine, noch spitzer als spitz ... mit so zwei bis drei Atomen als Tupffläche. Und dann ... ja dann ... mit weißer Farbe ... den Augenstern ... ich meine ja nur. :fool:

LG
Hubert
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Re: Österreich 1955 - Die Görtschitztalbahn

#2252

Beitrag von maybreeze » Di 1. Mai 2018, 15:04

Servus,

ja, ich geb's ja zu: Klaue hier einfach die guten Ideen von unserem Karl! Und das am "Tag der Arbeit" :)

Seht selbst:

>Link<
Liebe Grüße aus Wien
Klaus

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Claus B
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Re: Österreich 1955 - Die Görtschitztalbahn

#2253

Beitrag von Claus B » Di 1. Mai 2018, 17:19

Hallo Karl,

es tut mir leid aber den Kommentar kann ich mir nicht verkneifen:

@ maybreeze - Klaus! Ab in die Ecke und schäm' Dich. :lol:

Ich hab' mich gerade vor Lachen gekringelt. Schönen 1. Mai noch in die Runde - besonders nach 'Vienna'.

Weiterhin viel Spass am gemeinsamen Hobby
Glück auf und bis demnächst aus Essen Altenbeck Bild
Grüße aus dem Ennepe-Ruhr Kreis
Claus B

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Re: Österreich 1955 - Die Görtschitztalbahn

#2254

Beitrag von maybreeze » Di 1. Mai 2018, 18:12

Ja,

Liebe Grüße aus Wien
Klaus

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Re: Österreich 1955 - Die Görtschitztalbahn

#2255

Beitrag von notbremse » Di 1. Mai 2018, 22:43

@ Claus: naja, so ein richtiges Tutorial war das ja nicht, aber ich freu mich, wenn es dir den Einstieg erleichtert. In Wahrheit ist das Bemalen von Figuren ja nicht wirklich schwierig, aber man muss sich viiiieeel Zeit nehmen. So mancher wägt das dann ab und sagt mit Fug und Recht, dass ihm seine Lebenszeit zu wertvoll ist, als sie mit dem Bemalen von Figuren zu verbringen. Mir persönlich dagegen ist das "Basteln von Miniaturfigurengeschichten" eine liebe Abwechslung von anstrengenden Tüfteleien am Computer geworden.

Submarine Pfosten vulgo Piloten kann man leicht meiden, indem man nicht in unbekannte Gewässer springt, ohne sich vorher zu vergewissern, dass das gefahrlos möglich ist, sondern z.B. den Wörthersee per Schiff bereist. Nein, nicht per Motorboot, denn Motorboote werden von fremdenfeindlichen Eingeborenen ab und zu, wie ein Vorfall aus dem Vorjahr beweist, zweckwidrig zum Schreddern von Touristen verwendet. Die Wörthersee-Schifffahrt dagegen gilt als recht sicher, denn anders als auf der Nordmeer-Route gibt es im Wörthersee im Hochsommer relativ wenige Eisberge.

:fool:

Jetzt aber ausnahmsweise etwas ernst Gemeintes in diesem ansonsten hoffnungslos unernsten Thread: Die Museumsbahn in der Nähe der Drau gibt es noch immer und sie erfreut sich stetig steigender Beliebtheit. Sie fährt noch heute von Weizelsdorf nach Ferlach. Du kommst direkt auf ihre Homepage, wenn du auf die Abbildung unten in meiner Signatur klickst.

@ Hubert: Du musst bitte den Grundsatz "etiam altera pars audiatur" (man muss auch die Meinung des jeweils Anderen einholen) beherzigen. Ich habe das gemacht und Elvira befragt. Wir hatten ja eine Menge Zeit, als ich ihr Kleid bemalte. Tatsache ist, dass Elvira in Klagenfurt an der LBA (Lehrerbildungsanstalt) studiert und unter der Woche ein Studentenzimmer bei einer Zahnarztfamilie hat. Nichts weiter. Sie hat einen fixen Freund, aber das bleibt einstweilen unter uns, denn sie hat ihn ihrer Mutter noch nicht vorgestellt.
Wenn die Ölerkanüle fein genug ist, könnte man noch Pupillen in den Augen nachtupfen.
Lieber Hubert, das geht gaaar nicht, denn dann sehen die Augen stumpf aus. Man muss mehr tun. Man muss auch Lichtpunkte auf die Pupillen setzen.

:fool:

@ Klaus: So eine schändliche Untat! So lange wirst du es treiben, bis dich womöglich die Gendarmerie holt!

:fool:

Spaß beiseite: ich freue mich besonders, wenn meine Aktivitäten auch in transsüdbayrischen Gegenden Anklang finden, und wünsche dir Gutes Gelingen!

Und mehr zum Thema Gendarmerie demnächst hier.

Liebe Grüße

Euer Karl
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Re: Österreich 1955 - Die Görtschitztalbahn

#2256

Beitrag von SpaceRambler » Di 1. Mai 2018, 23:22

Hallo Karl,

dass mir das aber "durchgegangen" ist!!! Nachträglich auch von mir noch herzliche Glückwünsche zum runden Geburtstag und alles Gute zum neuen Lebens-Jahrzehnt.

Die Geschichten rund um die "zurechtgeschnitzten" und bemalten Preiserlein sind einfach köstlich! :D Typischer Ratsch und Tratsch auf dem Dorf (und natürlich auch anderswo :wink: ) Und offensichtlich spielt der Neid-Faktor gegenüber dem so wohl-konstruierten :wink: Exemplar seiner Gattung eine ziemlich wichtige Rolle...

Ich hoffe nur, dass am Ende zwischen den nunmehr auf recht engem Raum versammelten Unikaten nicht noch eine heftige Keilerei losgeht - bei DER aufgeladenen Situation! :lol:

Grüße, Randolf
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Re: Österreich 1955 - Die Görtschitztalbahn

#2257

Beitrag von notbremse » Mi 2. Mai 2018, 07:49

Lieber Randolf, vielen Dank für deine netten Wünsche.

Ich muss bekennen, ich bin tatsächlich ein wenig runder geworden. Daran dürfte die phantastische Geburtstagstorte nicht ganz unschuldig gewesen sein.

Eine Keilerei (im Kärntnerischen "Rafarei") befürchte ich nicht. Um ungebührliche Lärmbelästigungen z.B. durch Raufhandel hintanzuhalten, gabs seinerzeit ja die treffliche Gendarmerie, die in Kürze auch in meinem Thread eine Rolle spielen wird.

Liebe Grüße

Karl


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Re: Österreich 1955 - Die Görtschitztalbahn

#2258

Beitrag von Erich Müller » Mi 2. Mai 2018, 20:32

Lieber Karl,

nur am Rande bemerkt: Schnurrhaare darf man sich nicht einfach nehmen - aber zumindest unser Haustiger lässt alle vier bis Wochen mal eins irgendwo liegen, das er offenbar nicht mehr benutzt.
Freundliche Grüße
Erich

„Es hat nie einen Mann gegeben, der für die Behandlung von Einzelheiten so begabt gewesen wäre. Wenn er sich mit den kleinsten Dingen abgab, so tat er das in der Überzeugung, daß ihre Vielheit die großen zuwege bringt.“
Friedrich II. über Fr. Wilhelm I.

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Re: Österreich 1955 - Die Görtschitztalbahn

#2259

Beitrag von Ermel » Fr 4. Mai 2018, 10:48

Das hätte ich ja nicht erwartet, daß ich mit meinem bescheidenen Hinweis aufs Geblümte gleich so einen Skandal auslöse! Und ich muß gestehen, ich hatte auch eher die Damen aus den wunderbaren zeitgenössischen Loriot-Comics vor dem inneren Auge ... aber sei's drum!

:fool:

Wieder mal ganz großes Kino jedenfalls, danke!

Liebe Grüße, Ermel.
Öfter mal was Neues:
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Mode der Wirtschaftswunderzeit

#2260

Beitrag von notbremse » Fr 4. Mai 2018, 13:07

.

Der Fluch der Akribik, Teil 226

WIRTSCHAFTSWUNDER



Ein Wort zur gelegentlichen Knollendiskussion der letzten Wochen:

Zur Ehrenrettung des Paul Preiser sei angemerkt, dass so manche Knolle auf meinen Figuren nicht der Preiserschen Gravur geschuldet ist, sondern der Wärme auf meinem Balkon. Die Farbe trocknet nämlich so rasant, dass ich manchmal gar nicht schnell genug mit der Pinselspitze an die Figur herankomme und die winzige Farbmenge im Pinsel schon trocken ist, bevor ich die Figur berühre. Kein Scherz. Meistens gelingt es natürlich, die Farbe aufzutragen, aber sie neigt dazu, beim Streichen kleine Farbknollen zu bilden, wie wir sie bei Elvira gesehen haben. Das ist aber nicht weiter tragisch, denn die Fotos, die ich hier zeige, bilden die Figuren ja in zwei- bis vierfacher Vergrößerung ab. Schon aus geringer Entfernung sieht man diese Knollen mit freiem Auge nicht. -



So, der erste Wagen ist voll. Ich will es natürlich sogleich wissen: was sieht man nun tatsächlich von außen – zumal ohne Beleuchtung? Also schnell mal provisorisch das Dach aufgesteckt:

Bild


Das Ergebnis überrascht mich positiv. Keine Spur von „sieht man eh nix“. Die Fahrgäste an den Fenstern kommen auch ohne Beleuchtung prima zur Geltung, Elviras Blumenkleid zum Beispiel kann man bestens erkennen.

[Edit 5.05.2018] Ich setze allerdings eine gute Beleuchtung voraus, wie sie heute auf einer jeden schön durchgestalteten Modellbahn Standard sein sollte, denn der Wagen wird hier angeleuchtet. In einer dunklen Ecke funktioniert 's natürlich nicht.

Apropos Dach: die Figuren habe ich alle mit Cyanacrylatkleber eingeklebt. Dennoch gab es keinerlei weiße Beaufschlagungen an den Fenstern. Ich nehme an, das hat damit zu tun, dass ich die Fenster vor dem Einbau perfekt geputzt habe und vielleicht auch damit, dass ich das Dach frühestens nach 24 Stunden aufsetzte, damit der Wagen gut auslüften konnte.

Keine gelben oder orangen Haare, keine glänzenden, grellen grünen, blauen, gelben oder roten Gewänder, einigermaßen glaubwürdige Sitzpositionen, ich bin soweit zufrieden. Es kann also fröhlich weitergehen.


Und was ist mit dem Wirtschaftswunder, der heutigen Überschrift?

Nun, gestattet mir diesmal eine Buchrezension. Ich habe nämlich – vielen Dank an Stefan - ein neues Lieblingsbuch.

Klaus Honnef und Frank Darchinger präsentieren auf über 200 Seiten Fotos des legendären Fotografen Josef Heinrich Darchinger aus den 50er Jahren, ein großer Teil davon in Farbe. Fast jedes davon zeigt – entsprechende Muse zur genauen Betrachtung vorausgesetzt – etliche Dinge, die es heute nicht mehr gibt.

Gleich das erste Farbfoto auf Seite 2 zeigt drei Mädchen auf einem Schutthaufen vor einem schwer kriegsbeschädigten Gebäude. Zwei tragen lange braune Stutzen, ein No-Go in der heutigen Kinder-Sommermode. Markenkleidung, Jeans, Turnschuhe? Gibt’s noch nicht. Stattdessen Lederschuhe und lederne Sandalen. Keine der jungen Damen blickt auf ein Smartphone. Das rechte Mädchen trägt Zöpfe jener biederen Art, gegen welche sich eine Achtjährige heute mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln wehren würde, zum Beispiel mit einem Anruf bei der Fürsorge, ob man ihr nicht ihre völlig verrückt gewordene Mutter vom Hals schaffen könnte.

Fast jedes weitere Bild zeigt dem analytisch denkenden Betrachter deutliche Unterschiede zur Gegenwart.

Zahlreiche Straßenszenen helfen dem Epoche III-Enthusiasten bei der Auswahl seiner Fahrzeugmodelle: viel Schwarz, dunkles Blau und dunkles Grün, viele helle Grün-, Grau- und Blautöne, wenig Weiß und wenig Weinrot. Kein Gelb, kein helles Rot, kein kräftiges mittleres Blau, nichts, was der Grafiker heute unter „Schmuckfarbe“ versteht. Anders ausgedrückt: geschätzt mehr als 80% des aktuellen Angebotes an Epoche III-Automodellen entspricht farblich nicht dem, was damals tatsächlich auf deutschen Straßen unterwegs war.

Etliche Abbildungen geben einen Eindruck davon, wie Menschen verschiedener Einkommenskategorien wohnten, wie Sitzmöbel und Lampen aussahen, welche Zeitungen man las usw.

Die im Buch gezeigte Wohnsituation der Rentner und der Flüchtlinge entspricht durchaus jener der ärmeren Landbevölkerung bei uns: abgewohnte, jahrzehntealte Möbel in winzigen Räumen, billige Plastiktischtücher, einfachstes Geschirr, zu wenig Stauraum und daher ein unaufgeräumter Gesamteindruck.

Zahlreiche Abbildungen zeigen, wie Menschen unterschiedlicher Schichten zu verschiedenen Jahreszeiten im Beruf und in der Freizeit gekleidet waren. Form und Länge der Damenröcke lösten bei den jungen Damen in unserem Haus übrigens schallendes Gelächter aus: das ist – mit kräftigeren Farben und mit etwas frecheren Stoffen – gerade eben wieder Mode!

Für das Bemalen meiner Figuren fand ich etliche konkrete Vorbilder, wie zum Beispiel dieses hellgelbe Kleid mit braunem Gürtel…

Bild


…oder dieses hier:

Bild


Soweit mein neues Lieblingsbuch. -

Daneben entstand diese Woche noch etliches anderes Volk, wie zum Beispiel die Burgi, die ihre Tasche mit den Jausenbroten aus Angst, bestohlen zu werden, die ganze Fahrt lang verkrampft festhält, …

Bild


… oder Annemarie mit ihrem Rosenblütenkleid, …

Bild


…oder Reinhard, der auf der Fahrt ins Büro immer wieder kurz einnickt:

Bild


Bei Reinhard legte ich, wie auch bei allen anderen Sakko-tragenden Herren, Wert darauf, dass die Ärmel des Hemdes im Bereich der Hände sichtbar sind. Das ist, wie das Malen von schmalen Gürteln, keine große Hexerei, sondern nur eine Frage der Reihenfolge:
  • Hände bemalen,
  • Hemd als breiten Streifen malen und zu den Händen hin scharf abgrenzen – zum Sakko hin darf gekleckert werden
  • Sakko bemalen, Hemd so übermalen, dass nur noch ein schmaler weißer Streifen stehen bleibt, zum Sakko hin scharf abgrenzen.

So, das muss für heute genügen, denn ich ziehe mich mit meinem neuen Buch wieder in die Leseecke zurück.

Nächste Woche wird es übrigens richtig spannend, denn da befasst sich die Gendarmerie mit einem gaaanz schweren Jungen...


@ Erich: das sagst du mir jetzt erst!!! :mrgreen:
@ Ermel: der Hinweis auf das Blumenmuster war richtig unwiderstehlich, das musste ich natürlich sofort probieren... :mrgreen:


Liebe Grüße

Euer Karl
Zuletzt geändert von notbremse am Sa 5. Mai 2018, 09:06, insgesamt 3-mal geändert.
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Re: Mode der Wirtschaftswunderzeit

#2261

Beitrag von 2043er » Fr 4. Mai 2018, 20:38

notbremse hat geschrieben:
Fr 4. Mai 2018, 13:07
Bei Reinhard legte ich, wie auch bei allen anderen Sakko-tragenden Herren, Wert darauf, dass die Ärmel des Hemdes im Bereich der Hände sichtbar sind. Das ist, wie das Malen von schmalen Gürteln, keine große Hexerei, sondern nur eine Frage der Reihenfolge:
  • Hände bemalen,
  • Hemd als breiten Streifen malen und zu den Händen hin scharf abgrenzen – zum Sakko hin darf gekleckert werden
  • Sakko bemalen, Hemd so übermalen, dass nur noch ein schmaler weißer Streifen stehen bleibt, zum Sakko hin scharf abgrenzen.
Hallo Karl!

Es ist also auch hier wie im echten Leben sehr zweckmäßig vor dem Sakko das Hemd anzuziehen und nicht in umgekehrter Reihenfolge.

Ich habe mir übrigens schon einige Packungen Preiserfiguren durchgeschaut und werde demnächst auch mal einigen Straßenbahnfahrern bei mir eine neue Uniform verpassen. Vorbildfotos und Pinsel liegen schon bereit. :fool:

Lg Markus

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Re: Österreich 1955 - Die Görtschitztalbahn

#2262

Beitrag von jzipp » Fr 4. Mai 2018, 23:23

Lieber Karl,

an dem Bi gibts tatsächlich nix zu meckern. Und auch wenn ich mich wiederhole: mit den Figuren hast du dich selbst übertroffen. Da werd ich jetzt echt fast neidisch auf diesen schönen und schön besetzten Wagen.
Jürgen
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Re: Österreich 1955 - Die Görtschitztalbahn

#2263

Beitrag von 7-Kuppler » Fr 4. Mai 2018, 23:29

Hi Karl

Am meisten bin ich von der Dame im weiß - blauen Kleid fasziniert!
Mir ist, als würde sie gleich aufstehen und davonlaufen!

Respekt für die Bilders!
Gruß in die Runde aus der "halben Rotunde" !
....... natürlich in TT !

Dirk

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Re: Österreich 1955 - Die Görtschitztalbahn

#2264

Beitrag von SpaceRambler » Fr 4. Mai 2018, 23:31

Hallo Karl,

mit dem "göttlichen" Darchinger-Buch hast Du ja feinste Lektüre zum Thema! Da hätte ich auch drauf kommen können, dass DAS absolutes Kraftfutter für Deine derzeitigen Aktivitäten sein könnte. Bei mir ist vor zwei Jahren beim Anblick des Einbands schier der Blitz eingeschlagen: der Junge in den kurzen Lederhosen, der vor dem Storck-Automaten den Roller fallen lässt - das könnte ich sein! Genau so sind wir "herumgerannt", genau solche Lederhosen, Kniestrümpfe, Hemden, Schuhe ...

Allerdings: so spannend dieser Blick zurück auch ist - ich bin froh und glücklich, im Jahr 2018 zu leben. "Gute alte Zeit"? Weiß ich nicht so recht ...

Aber egal: ich freue mich, dass diese geniale Informationsquelle Deinen Aktivitäten weiteren Schub verleiht.

Grüße, Randolf
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Re: Österreich 1955 - Die Görtschitztalbahn

#2265

Beitrag von hubedi » Sa 5. Mai 2018, 06:18

Hallo Karl,

ich bin überrascht, wie deutlich die Figuren am Fenster des Wagens zu sehen sind. Mit Beleuchtung wird sich die ganze Arbeit noch deutlicher zeigen. Dann wird sich sicher auch die Mühe der Innenraumbemalung auszahlen.

Hm ... eigendlich waren bei mir reisende Chinesen vorgesehen. Die Figuren sehen im Verhältnis sehr bescheiden aus. Die grellbunte, einfache Bemalung ließe sich noch ändern, aber es gibt in so einem Pack Figuren nur wenige Varianten. Dein Beisiel zeigt, es lohnt sich, etwas mehr Mühe zu investieren. Aber in N Blümchen aufmalen oder die unter dem Sakko hervorlugenden weißen Manschetten ... womöglich noch mit markanten Knöpfen ... neee, das schaffe ich nicht. Ich muss demnächst wohl anfangen, Insektenpelze zu sammeln und daraus Pinsel anfertigen. :D

Den Heiterkeitsausbruch der jungen Damen kann ich gut verstehen. Mode scheint sich zyklisch zu wiederholen. Mit einem Kleid aus den 50ern könnte man sich heute wieder sehen lassen. Hoffentlich tauchen zu meinen Lebzeiten die Verrücktheiten der 80er Jahre nicht wieder auf. Schulterpolster und Vokuhila ... oh je.

LG
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Re: Österreich 1955 - Die Görtschitztalbahn

#2266

Beitrag von GSB » Sa 5. Mai 2018, 07:14

Guten Morgen Karl,

Es ist echt erstaunlich wie gut man die Fahrgäste da im Waggon wahrnehmen kann - mit allen ihren Besonderheiten. Da hat sich die Mühe echt gelohnt. :D

Und unterhaltsame Geschichten für uns gab's auch noch dazu... :lol:

Gruß Matthias
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Re: Österreich 1955 - Die Görtschitztalbahn

#2267

Beitrag von Friedl01 » So 6. Mai 2018, 11:57

Hallo Karl,

ich bin eigentlich nur ein stiller Mitlesen, aber was Du hier zeigst ist einfach nur Modellbau erster Güte! Ich hoffe du hast nichts dagegen, wenn ich mir ein paar Dinge für meine Eigenen Umbauten "abschau" :)

Bitte weiter so! Ich freue mich immer wieder auf Deine Berichte!!!!!

Mit freundlichen Grüßen
Gottfried
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Re: Österreich 1955 - Die Görtschitztalbahn

#2268

Beitrag von greg » So 6. Mai 2018, 12:24

Hallo Karl

ganz große Kunst! :gfm:
Ich lerne bei dir immer was :bigeek:

Einen schönen Sonntag
wünscht
gregor 8)
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Re: Österreich 1955 - Die Görtschitztalbahn

#2269

Beitrag von Mausebär » So 6. Mai 2018, 12:44

Hallo Karl,

Meister der Akribie .......

Nach den Güterwagen nun also die Personenwagen und die Figuren dazu ...... 8)
Ich bewundere immer wieder, mit welcher Seelneruhe Du Dich seit nunmehr 2 Jahren diesen kleinen Details widmest, wissend welche Baustelle mit der Anlage noch im Hintergrund auf den Weiterbau wartet :)

Für mich gibt es hier bei Dir immer wieder viel zu sehen, ist doch auch mein Thema in den 50-ern angesiedelt. Vielen Dank für`s Zeigen. Und wenn dann meine Anlage so weit fertig gestellt sein wird, daß ich mich wieder mit Lokumbauten, Wagengestaltungen und seit Neuestem der Umgestaltung der Preiserleins beschäftigen werde, dann weiß ich schon gleich, wo es die besten Anleitungen zu finden gibt :)

Weiterhin viel Freude und gutes Gelingen

Holger
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Re: Österreich 1955 - Die Görtschitztalbahn

#2270

Beitrag von Ralf Franke » Mo 7. Mai 2018, 04:47

Hallo Karl,
was für eine filigrane Arbeit, die ganzen Figuren so unterschiedlich zu bemalen.
Ein Bier dabei zu trinken ist wohl nicht möglich, da doch ein sehr ruhiges Händchen gebraucht wird.

MfG
Ralf
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#2271

Beitrag von notbremse » Fr 11. Mai 2018, 13:34

.

Der Fluch der Akribik, Teil 227

DER MARSHALL VON CHIQUITITO SAN PABLO CITY


Auch der nächste Wagen soll wieder einen netten Akzent bekommen. Die Protagonisten: der Lute (Ludwig), links, und ein Herr, den man bei Preiser in Steinsfeld irrtümlich für einen DB-Lokführer hält:

Bild



Naja, nicht ganz falsch, noch ist er Lokführer. Aber der Uniformierte, der seinen Namen nicht verrät – nur seine Dienstnummer würde er allenfalls preisgeben – hat vor, sich beruflich zu verändern. Er nahm dafür sogar in Kauf, dass ihm der Po abgezwickt und die Beine gekürzt werden. Im nächsten Schritt sollte er eine Dienstwaffe erhalten und schließlich eine Farbgebung, die ihn als Gendarmeriebeamten auswies. So jedenfalls lautete der listige Plan.

Tatsächlich waren dann doch einige kleine Details an der Uniform nicht ganz stimmig: Gürtel, Taschen und Form des Amtskapperls. So verlor der Lokführer schließlich nicht nur den Po, sondern gleich auch den Kopf. Er erhielt nämlich den Oberkörper eines wild deutenden Verkehrspolizisten, dessen ursprünglich deutlich hochgezogenen Schultern ich entsprechend zuschnitzte, und neue Arme. Anschließend bekam er zugunsten seiner neuen Rolle noch etwas grauen Lack ab. Auch der Lute wurde noch lackiert und mit dem Herrn Inspektor mit einem dünnen Draht so verbunden, sodass alsbald klar wurde, hier hatten Handschellen geklickt:

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Und so sitzen die beiden nun im Zug:

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Ich habe ein wenig geübt und der Inspektor hat nebst Uniformknöpfen und Kragenspiegeln eine deutlich filigranere Gürtelschnalle bekommen, als man das von H0-Figuren üblicherweise erwarten darf. Auch der Lute ist keine alltägliche Figur – er hat „Geheimratsecken“ (seitlich schütteres Haar) und ist eindeutig unrasiert.

Einen schwerwiegenden Makel an der Figur des Gendarmeriebeamten habt ihr sicherlich sogleich bemerkt: die Pistole befindet sich auf der falschen Seite. Die trug die Exekutive in Österreich damals ausschließlich rechts. Preiser hat sie links angebracht. Ich habe darauf verzichtet, das zu korrigieren. Gebt’s zu, es wär euch eh nicht aufgefallen.

Der Lute ist übrigens, obwohl er neben dem frischgebackenen – oder vielmehr frisch lackierten – Herrn Inspektor nicht wirklich gefährlich wirkt, ein „ganz schwerer Junge“. Er ist aus Graz Karlau ausgebrochen, hat sich „zivile“ Kleidung angeeignet und hat versuchte, sich mit einem gestohlenen Auto über diverse Nebentäler in westliche Richtung abzusetzen. In Klein St. Paul ging ihm der Sprit aus, er wurde erkannt und festgenommen. Nun wird er zurück nach Graz gebracht.

Aber doch nicht mit der Eisenbahn? Womit denn sonst, natürlich mit der Eisenbahn. Hätten die beiden denn zu Fuß gehen sollen? Der Lute bekommt Handschellen, der Gendarm einen entsprechenden Befehl vom Postenkommandanten, und beide gemeinsam Sitzplätze im Zug.

Bis Gendarmerie und Polizei nach und nach ausreichend mit geeigneten Dienstfahrzeugen ausgestattet waren, also bis weit in die 60er Jahre, waren solche Überstellungsfahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln durchaus nicht ungewöhnlich.

Und nicht nur mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Folgende Geschichte soll sich laut dem inzwischen verstorbenen Gendarmen, der sie mir erzählt hat, tatsächlich zugetragen haben:

Ein Beamter des Gendarmeriepostens Klein St. Paul verhaftete Anfang der 60er Jahre auf einen entsprechenden Hinweis aus der Bevölkerung hin einen gesuchten Kriminellen. Dieser Herr war ans Landesgericht Klagenfurt zu überstellen. Ein Gendarmeriefahrzeug stand kurzfristig nicht zur Verfügung. Der Gendarm lud den „Gauner“ kurzerhand mit gezogener Dienstwaffe ein, ihn widerstandslos zu begleiten. Die beiden stellten sich im Ort an der Bundesstraße auf und bald darauf hielt ein deutscher Urlauber mit seinem Mercedes an. Geradezu begeistert davon, sich plötzlich mitten in einem aufregenden Kriminalstück zu befinden, gestattete der Herr aus Deutschland den beiden „selbstverständlich“, „per Anhalter“ (per Autostopp) mit ihm nach Klagenfurt mitzufahren. Der zur Verhaftung ausgeschriebene Herr nahm auf dem Beifahrersitz Platz, der Gendarm mit gezogener Waffe im Fond. Der Herr am Beifahrersitz wurde über seine Rechte belehrt, wenn auch mit einem etwas anderen Wortlaut, als wir das aus amerikanischen Filmen kennen. Der Gendarm tat nämlich unmissverständlich kund, dass er recht nervös sei und dass die Dienstwaffe entsichert war, und dass es deshalb nicht sehr gescheit wäre, sich auf dem Beifahrersitz anders als äußerst vorsichtig und ruhig zu bewegen. Der Wagen setzte sich nach dieser eindringlichen Belehrung in Fahrt und kam bald darauf mit seiner ungewöhnlichen Fuhre glücklich in Klagenfurt an. Der Gendarm kehrte „per Anhalter“ vor Dienstschluss wieder nach Klein St. Paul zurück, und der Herr aus Deutschland erzählte in launiger Runde noch lange von dieser denkwürdigen Begebenheit.

So, und nächste Woche wird’s wieder langweilig mit etwas 50er-Jahre-Mode.

@ Hubert, Matthias, Gottfried, Gregor, Holger und Ralf: vielen Dank für eure netten Kommentare! Kaffee ist problematisch, aber ein Glas Wein oder Bier kann man gegen Ende der Arbeit schon trinken.

Liebe Grüße

Euer Karl
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notbremse
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Weltpremiere in H0

#2272

Beitrag von notbremse » Fr 18. Mai 2018, 14:22

.

Der Fluch der Akribik, Teil 228

WELTPREMIERE IM STUMMIFORUM



Wieder ist ein Wagen fertig, und wieder sind kaum Plätze frei geblieben:

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Auch dieser Wagen weist einige kleine Besonderheiten auf. Zum Beispiel Resi:

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Resis Mann ist vor knapp einem halben Jahr gestorben. Ehegesetz und Brauch forderten bis 1945, dass eine Witwe ein Jahr lang Schwarz zu tragen hatte. Nach 1945 wurde diese Regelung sukzessive gelockert und irgendwann ist sie gänzlich aus dem Ehegesetz verschwunden. Auf dem Land war es noch lange üblich, dass Witwen sich geraume Zeit in Schwarz hüllten.

Dann sind da noch diese beiden Damen hier:

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Ab Werk dazu verdammt, aus dem Fenster zu sehen, haben sie Paul Preiser ein Schnippchen geschlagen und beschlossen, nicht aus dem Fenster zu sehen, sondern zu tratschen. Da sie keine freie Bank fanden, tun sie das über den Mittelgang hinweg.

Ein Opa deutet mit der Hand, obwohl er genau weiß, dass mir Figuren auf die Nerven gehen, die mit den Händen fuchteln. Aber diesmal darf er das ausnahmsweise, denn er erzählt seinem kleinen Enkel eine Geschichte:

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Eine junge Frau fährt mit ihrem Baby in die Stadt. Ihr gegenüber sitzt ihre Mutter, die ihr ein Fläschchen reicht.

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Ich denke, ich werde den beiden gelegentlich noch eine Tasche zur Verfügung stellen, damit die beiden das Babyzeug unterbringen können.

Und der Gendarm und der "Vabreha"? Die sitzen bereits im dritten Wagen.



Weltpremiere im Stummiforum


Und da war noch dieser Herr hier im braunen Anzug:

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Was macht der Karl da für ein Aufsehen mit einem ganz gewöhnlichen braunen Anzug?

Leute, das ist kein gewöhnlicher brauner Anzug, das ist der wahrscheinlich welterste Kärntneranzug im Maßstab 1:87!!!

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Das ist übrigens Franz. Franz fährt nach St. Veit. Dort trifft er sich mit Freunden, mit denen er ein Sängerfest besuchen will. Dazu hat er seinen neuen Kärntneranzug aus dem Schrank geholt, und zwar:

Kastanienbrauner Anzug
Schwarzes Gilet mit silbernen Knöpfen
Rote Krawatte
Grünes Revers
Weißes Hemd

Das Kastanienbraun wirkte auf der kleinen Figur viel zu dunkel. Revell Rostbraun kam der Sache deutlich näher. Ich gestehe, ein paar Kleinigkeiten fehlen allerdings noch. Auf die einige hundertstel Millimeter winzigen Blümchen auf dem Gilet habe ich ausnahmsweise verzichtet, ebenso auf die grünen Streifen an den Taschen und an der Hosennaht…

:fool:

Der nicht ganz billige „Kärntner“ war lange ein Muss im Schrank eines jeden Kärntner Herrn, der auf sich hielt. In jüngerer Vergangenheit wurde der Anzug durch eine politische Partei vereinnahmt, weshalb ihm einiges von seiner ursprünglichen breiten Akzeptanz abhandengekommen ist. In der Epoche III war er jedenfalls ein "Must-Have".


Liebe Grüße

Euer Karl
Zuletzt geändert von notbremse am Sa 19. Mai 2018, 09:36, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Österreich 1955 - Die Görtschitztalbahn

#2273

Beitrag von CR1970 » Fr 18. Mai 2018, 14:27

Mann Karl, die Figuren sind klasse und jede hat ihre Geschichte. Und da willst du wirklich nacher den Deckel resp. das Dach drauf machen?
Androide Grüße von CR1970 - Mein Liebling: die 23er, eine echte Crailsheimerin!
Mein Bahnhof Crailsheim um 1968... und Meine Playlists auf YouTube...

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Re: Österreich 1955 - Die Görtschitztalbahn

#2274

Beitrag von derOlli » Fr 18. Mai 2018, 14:47

Hallo Karl,

ich bewundere deine Geduld und die ruhige Hand beim bemalen der Figuren.
Ich hatte auch vor Jahren damit angefangen und aus Zeitnot unterbrochen. Wenn ich deine bunten Leute sehe bekomme ich schon Lust am weiter malen. Haben die Farben eigentlich ein Haltbarkeitsdatum?
Muß ich gleich mal nach schauen ob meine noch gut sind.
Benutzt du Vorlagen aus der entsprechenden Epoche?

Dann bin ich mal gespannt wann dir die Figuren ausgehen und du aus Langeweile an der Anlage weiter baust :fool:
die Wagen wollen doch auch mal durch die Gegend rollen :wink:
Gruß von Olli


Über einen Besuch in meinem Kellerland würde ich mich freuen:
http://www.stummiforum.de/viewtopic.php?f=64&t=110273

Neu: Hier geht es zu meinem Video vom FiddleYard. Einfach auf das Bild klicken. :D

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Re: Weltpremiere in H0

#2275

Beitrag von jzipp » Fr 18. Mai 2018, 21:30

notbremse hat geschrieben:
Fr 18. Mai 2018, 14:22
.
Leute, das ist kein gewöhnlicher brauner Anzug, das ist der wahrscheinlich welterste Kärntneranzug im Maßstab 1:87!!!

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Karl, Karl,
das schlägt dem Fass jetzt aber den Boden aus und verlangt ja fast schon eine angemessene Gegenreaktion (Steireranzug). Aber diesen Schuach zieh ich mir jetzt nicht an - noch nicht. Aber noch 3 solche Wagen mit Figuren, dann hast du mich weichgeklopft und ich nehm die Herausforderung an :wink:

Jürgen

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