Eifeler Geschichten: rund um die Eifelburgenbahn in 1970

Bereich zur Vorstellung der eigenen Modellbahnanlage.

Gewünscht sind insbesondere Fotos, technische Daten, Gleispläne und evtl. auch Berichte über die Entstehung. Die Anlage sollte in einem "vorzeigbaren Zustand" sein, für reine Rohbauberichte ist das Forum "Anlagenbau".

Bitte startet in diesem Bereich für jede Anlage einen eigenen Thread!
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reinout
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Re: Eifeler Geschichten: rund um die Eifelburgenbahn in 1970

#151

Beitrag von reinout » Do 11. Jan 2018, 00:19

Katze Moritz schleicht zum... nein, er schleicht doch wieder zurück.

Oder doch. Er wagt es. Schleich, schleich.... Es gibt dort eine Maus, der hat er gesehen. Schleich. Vorsicht. Tüüüüüt, sssssssssjjjjjj Moritz springt rasch wieder nach hinten....

Na gut, gleich ist der Güterzug abgefahren, dann kann er wieder auf Mäusejagt!



Mit freundlichen Grüßen,

Bahnhof Kelberg


(Es ist jetzt der 11. Januar: in 1991 war das den letzten Betriebstag auf die Eifelquerbahn. Deshalb habe ich wieder eine Video gemacht zum Ehren und zu Gedanken meines Vorbilds)
Reinout van Rees
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Re: Gespenst im Monreal-Tunnel (1/31)

#152

Beitrag von JensIvo » Mo 15. Jan 2018, 00:35

Hallo Reinout..jetzt habe ich mich durch alle Geschichten gelesen, deine Videos geschaut ... sind die zwei Tagesschauakteure deine Kinder? Absolut lesenswert... :D :D :D

Freue mich auf weitere Geschichten
Grüße

Jens

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Re: Eifeler Geschichten: rund um die Eifelburgenbahn in 1970

#153

Beitrag von Andy_1970 » Mo 15. Jan 2018, 16:17

Hallo Reinout,
mit dem Video hast Du der Strecke ein würdiges Denkmal gesetzt! :gfm:
Bei den Aufnahmen passt einfach alles:
Die wunderbar gestaltete Landschaft / Umgebung, die eingesetzten Fahrzeuge, die mit realistischer Geschwindigkeit unterwegs sind, sowie die sehr geschickt gewählten Kameraperspektiven! 8)
Es ist unglaublich, wie schnell die Zeit beim Betrachten des Videos vergeht.
Viele Grüße
Andy

H0-Projekt Ottbergen: viewtopic.php?f=64&t=126993&p=1417767#p1417767
hier geht´s zum aktuellen N-Projekt Dreyenbeck: viewtopic.php?f=15&t=139390

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Re: Eifeler Geschichten: rund um die Eifelburgenbahn in 1970

#154

Beitrag von reinout » Mo 15. Jan 2018, 18:29

Jens: ja, die Tagesschauakteure sind meine Kinder (jetzt 2 Jahre älter). Sie haben sogar selber Deutsch nachsynchronisiert (ursprünglich war es aufs Holländisch).

Andy: danke! Das mit die realistische Geschwindigkeit hat auch mit oben genannte Kinder zu tun. Meine erste Maßnahme nach digitalisieren ist immer die Hochgeschwindigkeit senken um "Bedienungsfehler" meiner Kinder vorzubeugen :)

Erst einige Monate her habe ich all meine Züge wirklich auf die richtige Geschwindigkeit (40km/h) eingestellt.

40 km/h = 11.11 m/s
1:87 ist das dann 0.128 m/s
In 30 Sekunden ist das 3.83 m.
Also habe ich eine 3.83 Meter lange Strecke gemessen und mittels Stoppuhr alle Loks gut eingestellt.
Dazu noch eine ziemlich lange Beschleunigung/Bremszeit und schon sieht das Fahrverhalten meist ziemlich gut aus.

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Re: Eifeler Geschichten: rund um die Eifelburgenbahn in 1970

#155

Beitrag von reinout » Sa 31. Mär 2018, 22:43

Es ist die 31. März, abends. Gert Grünewald (Direktor der Landhandel) sitzt zuhause mit seine Frau beim gemütliche Herdfeurer. Gert steht auf und kommt nach eine Minute wieder zurück mit zwei Gläser Wein. Seine Frau fragt ob es eine bestimmte Grund dafür gibt, weil ihr Mann etwas komisch lächelt.

"Ja, es gibt eine bestimmte Grund. Meine Qualitätsprüfer besuchte mich gestern in meine Arbeitszimmer und gratulierte mich."

Bild

"Es stellte sich heraus das er mich damit gratulierte das es die 30. März war: der Geburtstag von Friedrich Raiffeisen, in 1818. Daran hatte ich gar nicht gedacht."

Bild

"Prosit!"

Mit freundlichen Grüßen,

Bahnhof Kelberg
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Re: Eifeler Geschichten: rund um die Eifelburgenbahn in 1970

#156

Beitrag von reinout » Sa 20. Okt 2018, 11:49

Es ist mal wieder.... "Miaaaaauuuwww! Miew!" Moritz lauft die Putzfrau, frau Ämmer, für die Füßen. Und er versperrt die Tür des Abstellraums. Der Abstellraum wo frau Ämmer gerade die Putzsachen holen will um die Toiletten zu reinigen.

(Im Bild hierunter sind die drei Zimmer sichtbar. Links nach rechts: Herrentoilette, Damentoilette, Abstellraum.)

Bild

"Ab und zu bist du eigentlich sehr ärgerlich, Moritz!" sagt sie den Katzen. "Abhauen! Fort! Ich soll ins Abstellraum!" Und sie schiebt Moritz zur Seite. "Miauw" meint Moritz dazu, weil er ganz ganz nah zu Türöffnung sein will.

Frau Ämmer öffnet die Tür und erschrickt von eine blitzartig wegrutschende Maus.

EIne Minute später ist frau Ämmer wieder ganz zufrieden mit Moritz, der inzwischen fachgerecht die Maus beseitigt hat. "Mieauw! Das hat geschmeckt!"

Mit freundlichen Grüßen,

Bahnhof Kelberg
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Re: Eifeler Geschichten: rund um die Eifelburgenbahn in 1970

#157

Beitrag von reinout » Mo 22. Okt 2018, 21:18

Es ist etwas das man durstig macht, so ein Werbungsplakat für das Mayener "Löwenbrau" Bier. Jedenfalls, das ist des Werbungsplakats Ziel.

Bild

Es ist etwas das man hungrig macht, so ein Werbungsplakat für Wiskas. Zwei Blechdosen Wiskas und die Überschrift "am drittliebsten mag ich Mäuse". Jedenfalls, das ist des Werbungsplakats Ziel.

Katze Moritz erblickt kein Katzenfutter. Also wurmt er herum um die Beine der wartende Dame. Letztendlich gibt sie Moritz jedenfalls eine klebrige Süßigkeit.

"Mjam!" sagt Moritz.

"Mjam!" sagt Moritz.

"Mjam!" sagt Moritz.

"Mjam!" sagt Moritz.

"Mjam!" sagt Moritz.

"Mjam!" sagt Moritz.

"Mjam!" sagt Moritz.

"Mjam!" sagt Moritz.

"Mjam!" sagt Moritz.

"Mjam!" sagt Moritz.

"Aaaargh, mjam!" sagt Moritz.

Und zum 24en Mal versucht Moritz die klebrige Süßigkeit zu schlecken. Und aus seine Schnurrharen zu beseitigen. Aaaaargh!

"Mjam" sagt er verzweifelt. Die Dame ist schon im Zug abgefahren. Moritz versucht seine Schurrharen am Pflanz abzuwischen, aber wird mit ein abgerissenes und festgeklebtes Blatt belohnt.... "MIEW! Dies ist ärgerlich!"

Notfall, also ab Richtung seines Eigners. Einfach die Tür des Fahrdienstleiterausbaus offen drücken und.... AAAARGH! Die Tür klebt an seiner Nase!!!!

Mit freundlichen Grüßen,

Bahnhof Kelberg
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Re: Eifeler Geschichten: rund um die Eifelburgenbahn in 1970

#158

Beitrag von hubedi » Mo 22. Okt 2018, 22:28

Hallo Reinout,

es passieren ja interessante Dinge in Kehlberg. Kater Moritz als Fachkraft für Mäusebeseitigung ... ob die örtliche Mäusepopulation darüber begeistert ist. Vlt. schmieden sie ja schon Rachepläne. Die Trauerfeierlichkeiten ohne Begräbnis bieten sicher genügend Gelegenheit zur Verschwörung ...

LG
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Re: Eifeler Geschichten: rund um die Eifelburgenbahn in 1970

#159

Beitrag von reinout » Do 1. Nov 2018, 20:55

Moritz schlaft herrlich auf einer der Schreibtische. Am Wand ist ein altes DB Werbeplakats für Nachtzüge sichtbar: auf die Dampffahne schlaft sanft ein weißes Katzleins. Prrrrrrr.

Bild

Eine Woche her war es weniger friedlich im Bahnhofsgebäude. DIe Ursache war die Lehne die im oberstehendes Bild hinter Moritz sichtbar ist.

Die Hilfskraft des Bahnhofs hat die Lehne eine Woche her aufs neue gemalt. RAL 6011, "Resedagrün", die gleiche Farbe wie einige andere technische Gegenstände im Bahnhof, wie auch zum Beispiel die Gepäck-Waage. Wie, also, die Lehne. Wie weil ein bisschen Farbe nicht schadet, den Tisch worauf die Kaffeekanne und die Kaffeetassen stehen.

Bild

"Zum Teufel! Welche Vollidiot hat mein Tisch in so eine schreckliche Farbe gepinselt?!?" Frau Anika Elpartha greuselt als sie den frisch gepinselte Tisch erblickt.

"Er ist nicht einmal sauber bemalt! Es gibt eine Menge komische runde Flecken! Was soll das?" Frau Elpartha wird ganz still weil sie eine schreckliche Gedanke hat.... Ein Blick richtung ihre Arbeitsplatz und richtung die Flur..... Nein.... Überall kleine resedagrüne Katzepfoten.....

"Zum Teufel! Wenn ich die Hilfskraft erwische...!!!!" Rasch öffnet sie die Tür zur Fahrdienstleiterausbau und danach die Tür zum Bahnsteig. "Wo ist er?!?"

Mit freundlichen Grüßen,

Bahnhof Kelberg
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Re: Eifeler Geschichten: rund um die Eifelburgenbahn in 1970

#160

Beitrag von reinout » Fr 14. Dez 2018, 19:18

Verbindungen: fast immer gut. Zum Beispiel Verbindungen zwischen Personen. Aber auch Verbindungen zwischen unterschiedliche Raume. Zwischen die Wartesaal und das Büro gibt es zwei Verbindungen.

Zum ersten die Fahrkartenschalter, zum zweiten die Öffnung für das Gepäck. Das Letzte ist ein Fenster das nach oben geschoben werden kann. Ein bisschen Vorsicht bei die Bedienung ist seit letzte Woche geboten. Das Fenster war sehr schwerläufig und deshab hat der Bahnhofsarbeiter sich mit Schleifpapier nützlich gemacht. Das Fenster geht jetzt fast zu leichtgängig...

"Miauw! Eine schmeckhafte Maus!" Moritz erblickt eine Maus die durch obergenannte Öffnung zu erwischen versucht. Er rennt, springt..... und bricht seine Sprung im letzten Moment ab....

Das Fenster wurde gerade in diesem Moment geschlossen und rutschte mit unerwartete Geschwindigkeit hinunter. "Klappp!"

Neben "klappp" war es auch "schjjjjplattt". Eine ganz bedauerliche Schjjjjplatttt. Obwohl.... nur zur Halbe bedauerlich.

Über die eine Hälfte der Maus freute Moritz sich dennoch, weil diese geradeaus recht in seine Mund flog.

Frau Anika Elpartha, diejenige die das Fenster schloss, freute sich nicht weil die andere Hälfte der Maus gegen die saubere Wand zerplatzte...

Mit freundlichen Grüßen,

Bahnhof Kelberg
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Christgeburt in der Eifel, 1970 (Teil 1/10)

#161

Beitrag von reinout » Mo 17. Dez 2018, 21:00

"#$&^#!!! Jozef Stalin!! *$&#^ Wagen" hört Katze Moritz: Oberlokführer Claus beklagt sich wortstark bei Bahnhofsvorsteher Jakob.

Bild

Moritz leckt sich inzwischen ungestört weiter: die Sorgen eines Lokführers sind nicht des Katzen Sorgen. Eine saubere Pelz: das ist wichtig.

"Aber Jakob, was ist denn die Grund das diese Wagen hier schon einige Tagen rumsteht? Und sogar bis Weihnachten hier bleiben soll? Und, $&^%#, hier, ganz vorne hier bei die Ladestraße? Das ist ärgerlich beim Rangieren wenn wir eine andere Wagen austauschen wollen!"

"Ich weiss es auch nicht" antwortet Jakob. "Ich habe von höhere Stelle eine Weisung dafür bekommen. Ich gebe zu, ein bisschen merkwürdig ist es schon."

"Was ist denn für Zeug darin? Anscheinend soll ich sehr vorsichtig damit rangieren, das macht es noch schlimmer..." klagt Claus.

"Nepomuk."

"Wassss?"

"Ja, Nepomuk, der "Brückenheilige". In Monreal steht auch einer auf die Rand einer Brücke mitten im Dorf. Oder besser: stand, weil der Monrealer Nepomuk-Denkmal sich jetzt, gut verpackt in eine holzerne Kiste mit viel Stroh, in deiner Wagen befindet! Sie haben ihm wegen eine Restaurierung nach eine Spezialist verfrachtet. Deshalb sollst du ganz vorsichtig rangieren. Aber.... worum das Denkmal ab Monreal zuerst hierher befördert ist und auch bis Weihnachten hier stehen bleiben soll.... Keine Ahnung."

Bild

"Miauw!" Moritz meldet sich auch zu Wort. Er braucht dringend hinter seine Ohren gekratzt zu werden. Dafür hat er sich doch ein Bahnhofsvorsteher "gekauft"? Das Denkmal, das wird es nicht tun, doch?

Mit freundlichen Grüßen,

Bahnhof Kelberg
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Re: Eifeler Geschichten: rund um die Eifelburgenbahn in 1970

#162

Beitrag von hubedi » Mo 17. Dez 2018, 22:41

Hallo Reinout,

das sind ja dramatische Erlebnisse ... halbierte Mäuse, Moritz als kreativer Pfotenmaler und nun bahnt sich eine Begegnung mit dem Brückenheilgen Nepomuk an. Ich bin gespannt, was daraus wird ... :D

LG
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Re: Eifeler Geschichten: rund um die Eifelburgenbahn in 1970

#163

Beitrag von greg » Di 18. Dez 2018, 20:07

Hallo Reinout

super Geschichte! Christgeburt in der Eifel! :shock: :gfm:

Weihnachtliche Grüße
gregor
Bild Herzlich willkommen in C A V E M B O U R G - Eisenbahnperle im Herzen Europas :hearts:

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Christgeburt in der Eifel, 1970 (Teil 2/10)

#164

Beitrag von reinout » Di 18. Dez 2018, 22:44

1. Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Betriebsamt Mayen ausging, dass auf Weihnachtsabend eine extra Personenzug von Mayen Ost nach Kelberg zu befördern sei.
2. Diese Dienstanweisung wurde gegeben und geschah zur Zeit, da Willy Brandt Bundeskanzler in Deutschland war.
3. Und Oberlokführer Claus Bidermann und seine frühere Heizer, Jens Grossmann, gingen grübelnd, um die Dienst anzufängen, beide Richtung die Lokschuppen.
"Na Jens, früher warst du mein Heizer und jetzt Lokführer, aber man hast dich mich wieder einmalig als Heizer zugeteilt. Zusammen mit mir auf Weihnachtsabend eine Personenzug nach Kelberg fahren der gar nicht in das Fahrplan steht! Grrrrr.... Na gut, im Betriebsamt haben sie bestimmt eine Grund, aber das konnten sie mir nicht erklären. Etwas komisches wie "das haben wir von eine Höhere Macht gehört"... Quatsch. Es ärgert mich. Vielleicht ist es besser wenn du am Regler stehst. Wenn ich mich so ärgere ist es besser als ich mich ganz einfach im Schwitzen bring durch Kohle zu schaufeln. Aber du sollst wohl helfen um die Lok in Kelberg für die Übernachtung bereit zu machen."

------

Auch Fahrdienstleiter Jakob ärgert sich. Er rief gerade an um die abendliche Betriebsruhe eingehen zu lassen, aber wurden von Mayen Ost verneint: "es kommt noch ein außerplanmäßige Zug nach Kelberg". Nein... Gerade auf Weihnachtsabend wenn er Richtung Weihnachtsmahlzeit fahren soll. Eine Stunde Verspätung.... Zum Glück wird er wahrscheinlich gerade noch rechtzeitig beim Mahlzeit sein, aber etwas früher wäre schön gewesen.

"Miauw?" Moritz tröstet Jakob.

Mit freundlichen Grüßen,

Bahnhof Kelberg
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#165

Beitrag von reinout » Mi 19. Dez 2018, 22:15

Jens schließt der Regler und fängt an zu bremsen. Bald stoppt der 86er beim Einfahrsignal beim Monrealer Tunnel. (Na gut, ein kleines Bisschen zu weit, aber zum Glück achtet Jens' frühere Lehrer, Claus, gar nicht darauf). Claus schaufelt wieder Kohle auf dem Feuer und bedient die Speisepumpe um den Wasserpegel wieder anzuheben. Weil Claus damit beschäftigt ist sieht er an seine Seite des Loks den Monrealer Pfarrer stehen:

Bild

"Lokführer Claus?" fragt der Pfarrer.

"Ja, stimmt, das bin ich. Wieso?"

"Ach, Entschuldigung, aber..."

"Mach weiter, man!". Claus verliert sein Geduld.

"... jedenfalls.... Ich habe von 'höhere Stelle' gehört das ihr heute Abend einige seltsame Sachen erleben wird. Mich wurde gesagt, ich sollte dich 'benehme dich als ob es völlig normal ist' und 'versuche die normale Geschichte zu folgen'. Na gut, das war was ich gebeten wurde dich mitzuteilen. Viel Glück!"

"...." ist das erstaunte Kommentar von Claus der mit offene Mund Richtung Pfarrer guckt. Inzwischen fahrt der Lok wieder ab und verschwindet im Tunnel. "Selten habe ich solches Geschwätsch gehört..."

Immer Aufmerksam!

Philippsburg, Monreal
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Christgeburt in der Eifel, 1970 (Teil 4/10)

#166

Beitrag von reinout » Do 20. Dez 2018, 21:44

Nur zwei Fahrgäste steigen aus in Kelberg. Ein Man und ein Frau. Komische Kleidung haben die Leute.... Der Frau ist überdeutlich schwanger. Ach ja. Moritz sagt "miauw!" und drückt sich ein bisschen gegen ihren Beinen, aber sie achten nicht auf den Katze: sie sind zu beschäftigt, sie suchen etwas.

Der Zugführer verschließt die Personenwagen und haut sofort ab nach Hause.

Fahrdienstleiter Jakob gibt Rangiererlaubnis. Claus und Jens fahren der Lok zur Lokschuppen, verschließen die Weiche wieder und Claus bringt die Weichenschlüssel zurück nach Jakob. Endlich "Betriebsruhe". Jakob fahrt auch gleich ab Richtung sein Weihnachtsmahlzeit bei Freunde. Das Bahnhofsgebäude ist jetzt leer, dunkel und verschlossen.

Nach eine halbe Stunde harte Arbeit ist die Lok fertig für die Nacht. Mit ein ordentliches Ruhefeuer schafft die Lok es wohl bis morgen früh. Moritz sieht die zwei Männer müde Richtung Gasthaus Clemens laufen, wo sie übernachten werden (es gibt in Kelberg keine eigene Übernachtung, ein Zimmer im Gasthaus wird dafür benutzt). Sie freuen sich schon auf ein warmes Bett.

Eine übele Überraschung erwartet sie im Gasthaus. &*#$^^@$!!!!!!!! Wie meinen Sie,
7. ... wir haben sonst keinen Raum in der Herberge
???? Was soll das?

"Entschuldigung, aber für heute Abend ist nichts durch die Bundesbahn reserviert wurden. Am Weihnachtsabend endet die letzte Fahrt doch in Mayen Ost statt Kelberg? Und am Weinachtsabend ist es hier im Gasthaus immer ganz voll mit Touristen. Die Touristen kann ich nicht rausschmeißen!"

...

Claus redet und redet und schlussendlich ist eine Kiste Bier und zwei Decken das maximal erreichbare. Sie beiden sollen es sich im Lokschuppen bequem machen. Die Tür des Gasthauses schließt sich und Clas dreht sich um. "Josef Stalin!" ruft er. Das ist inzwischen sein normales Schimpfwort geworden.

"Ähhhh, nein: Josef aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth. Gutenabend." Das sagt einer der zwei Fahrgäste der mit dem Zug eingetroffen waren.

Bild

Mit freundlichen Grüße,

Bahnhof Kelberg
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#167

Beitrag von reinout » Sa 22. Dez 2018, 00:00

Es ist schon dunkel. Claus, Jens, Josef und Maria gehen zur Lokschuppen. Jens trägt die zwei Decken, Claus die Kiste Bier. Josef stützt Maria, die schon deutlich Probleme hat mit ihre dicke Bauch. Dann ist es nicht einfach die Gleise zu überqueren... Claus sagt "es wird dort wohl behaglich warm sein", was Josef wie Musik in die Ohren klingt.

"Wir haben dort auch eine ausreichende Menge an Gerät um das Kind hinaus zu ziehen" sagt Claus (mit eine verborgene Grins). Das klingt Josef wie heulende Sirenen in die Ohren. Maria lächelt ein bisschen.

Sie allen gehen die Lokschuppen hinein. Tatsächlich ist es komfortabel warm. Moritz schleicht auch hinein um die Lage zuerst mal ruhig ab die Arbeitstisch zu beobachten.

"Guck mal," sagt Claus, "dort ist unsere Ofen! Eine wunderschöne Baureihe 86er!". Das klingt Josef eher wie "mögliches Explosionsgefahr" in die ungeschulte Ohren. Maria hat ganz andere Sorgen und mit ein großes Seufzer senkt sie sich auf den Boden...

Bild

Moritz spitzt an die andere Seite des Loks seine Ohren. Er dachte gerade eine Maus zu hören. Aber wo? Es klinkt Moritz wie "Mahlzeit" in die Ohren.

Mit freundlichen Grüßen,

Bahnhof Kelberg
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Christgeburt in der Eifel, 1970 (Teil 6/10)

#168

Beitrag von reinout » Sa 22. Dez 2018, 23:06

"Warte gefälligst da draussen!" Claus schiebt Josef durch die Lokschuppentore die Nacht hinein. Wie so viele beinahe-Vater lief Josef wie ein kopfloses Huhn überall im Wege: so konnte Claus nicht arbeiten. Ja: der mundfaule Claus hilft gerade bei der Geburt! "Notfall" und "ich war Lokführer im Krieg" sagte er, anscheinend hat er das schon mal mitgemacht.

Heizer Jens nimmt sich noch ein Bier und wandert hinaus nach Josef um ihm zu beruhigen.

"Pressen, Maria!" ertönt Claus' Stimme. Josef sieht ein bissen grün und gelb aus und lehnt sich gegen die Tor:

Bild

Danach überhören sie Maria, die laut sagt: "wie meinst du, 'eine Hydraulikpresse wird bestimmt helfen'?!? Schreckliche Kerl!". Jens lacht sich krümm und Josef sieht nòch blasser aus. "Aaaaaaaaaaah" klingt es aus die Lokschuppen hinaus.

"Guck mal!" sagt Claus zufrieden. "Einfach mal drohen mit eine Hydraulikpresse, das klappt immer. Ich sehe das Köpfchen schon! Noch einmal pressen!"

Josef fallt in Ohnmacht...

------------------------

Moritz leckt Josefs Gesicht. Dadurch wacht er wieder ein bisschen auf. Inzwischen blickt eine erleichterte, zufriedene und freundliche Claus um die Ecke und nötigt alle hinein. "Der Kleine ist da."

Mit freundlichen Grüßen,

Bahnhof Kelberg
Zuletzt geändert von reinout am Di 8. Jan 2019, 23:31, insgesamt 2-mal geändert.
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greg
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Re: Eifeler Geschichten: rund um die Eifelburgenbahn in 1970

#169

Beitrag von greg » So 23. Dez 2018, 07:27

Schade, dass die Hydraulikpresse nicht zum Einsatz kam. Wäre ein schönes christliches Symbol geworden. Über jedem Altar und in jeder bayrischen Amtsstube hinge die heilige Hydraulikpresse..... :fool:

Frohe Weihnachten
wünscht dir
gregor :lol:
Bild Herzlich willkommen in C A V E M B O U R G - Eisenbahnperle im Herzen Europas :hearts:

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Re: Eifeler Geschichten: rund um die Eifelburgenbahn in 1970

#170

Beitrag von Vorarlberg-Express » So 23. Dez 2018, 16:35

Hallo Reinout,
Ganz zufällig hab ich die Geschichte über die Christgeburt in der Eifel entdeckt - schön bebildert und erzählt :gfm: Werde hier gerne weiter mitlesen...

Ich wünsche dir ein frohes Weihnachtsfest

Gerhard

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Christgeburt in der Eifel, 1970 (Teil 7/10)

#171

Beitrag von reinout » So 23. Dez 2018, 17:02

Gerhard: Danke! Greg: Hydraulikpresse, nicht Hydraulikbremse :)

--------------------

Zusammen haben Claus und Jens es geschafft die Kiste mit dem Denkmal aus der Wagen zu holen. So eine Kiste, das ist Holz. Davon kann man eine Krippe basteln. Und das Denkmal ist bestimmt mit Stroh straff in die Kiste verpackt und man braucht ja Stroh in eine Krippe! Jetzt nur noch die schwere Kiste zur Lokschuppen schleppen mit eine einfache Sackkarre....

"Kann ich euch vielleicht helfen? Ich habe keine blasse Ahnung wie ich hierher gelangt bin, aber...." sagt eine etwas dicke Figur mit altertümliche Kleidung und mit eine Bibel in die Hand.

Bild

"Martin Luther?!? Was machen Sie denn hier?" ruft Claus überrascht. "Ach, quatsch, auf diese Abent frage ich mich nichts mehr. Also einfach: willkommen! Ich vermute, du willst nicht still und heilig alles ruhig anschauen, aber findest es OK um auch anzupacken?"

"Stimmt", antwortet Luther.

"Na, hilf uns dann mal diese verpackte Heilige abzuschleppen. Und.... "sola scriptura" ist natürlich ganz nett, aber es ist besser wenn du deine Bibel mal fünf Minuten zur Seite legst. "Sola fide", nur durch Glauben wird jemand selig werden? Jetzt haben wir ein Problem mit ein soeben geborenes Kindlein das vielleicht wohl selig, aber jedenfalls warm werden soll. Und nur durch eine ordentliche Krippe und etwas Stroh werden wir das schaffen. Ich habe gehört, du bist OK mit eine Hammer und Nagel? Dann, baue mal die Krippe für uns, dann werde ich mit Jens das Denkmal ordentlich zur Seite schleppen."

Moritz schaut neugierig zu wie Luther die Krippe zusammenbastelt. Mit Hilfe von Zimmermann Josef, natürlich!

Mit freundlichen Grüßen,

Bahnhof Kelberg
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Christgeburt in der Eifel, 1970 (Teil 8/10)

#172

Beitrag von reinout » So 23. Dez 2018, 19:41

Der Krippe ist fertig. Martin und Josef haben ganze Arbeit geleistet. Etwas Stroh dabei und, ja, es ist ein nettes warmes Bett. Sicherlich mit eine warme 86er daneben :)

Moritz ist damit ganz einverstanden: komfortabel und warm. Aber bevor er sich mit seine schönes schwarzes Fell gegen Jesus legt, leckt er sich selbst zuerst sauber.

Bild

Eine Katze! Bei seine Baby in die Krippe.... Es ist wieder eine Schreck für den arme Josef. Aber ja: Tiere gehören auch dazu. Aber normalfalls nicht so dicht daneben und nicht so zufrieden schnurrend....

:D

Mit freundlichen Grüßen,

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Re: Eifeler Geschichten: rund um die Eifelburgenbahn in 1970

#173

Beitrag von hubedi » Mo 24. Dez 2018, 10:54

Hallo Reinout,

endlich habe ich Zeit und Ruhe gefunden, mir Deine spannende Weihnachtsgeschichte bis hierher durchzulesen. Nun muss die ganze Weltgeschichte umgeschrieben werden. Von wegen Bethlehem ... Kehlberg ist der richtige Startpunkt des Weihnachtsgeschehens. Unglaublich, wie der wahre Ablauf erst nach zwei Jahrtausenden offenbart wird. Ich bin gespannt, welche Persönlickeiten der Geschichte noch auftreten werden ... :gfm:

LG
Hubert
Hier geht's zu den Bauberichten der "Mark Michingen"
Und hier stelle ich mich kurz vor ...

Wer immer tut, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist. (Henry Ford)

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#174

Beitrag von reinout » Mo 24. Dez 2018, 20:03

8. Und es waren zwei Jäger in derselben Gegend in die Nähe des Viaduktes. Sie warteten bei der Bahnübergang, hoffend auf ein schmeckhaftes Schwein.
9. Und der Engel des Herrn trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um die zwei Jäger (und auch die zwei Schweinen); und sie fürchteten sich sehr.
Bild

Auch die Schweinen erschrocken sich bitter: zwei auf dich gezielte Gewehren, das ist fast schlimmer als ein Engel...
10. Und der Engel sprach zu ihnen (sowohl Jäger als Schwein): Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird;
11. denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Kelberg.
12. Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in der Lokschuppen, in eine Decke von Gasthaus Clemens gewickelt und in einer Krippe, gebastelt von Luther und Josef, liegen.
13. Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen:
14. Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen (und Schweinen) seines Wohlgefallens.
15. Und als die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Jäger untereinander: Lasst uns nun gehen nach Kelberg und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr kundgetan hat.
Die Jäger sagten, wegen die Bemerkung "Friede auf Erden", übrigens auch "seufz" und richteten ihre Gewehren zum Himmel und feuerten in eine für Schweinen ungefährliche Richtung.

Die Schweinen sagten, wegen die Bemerkung "Friede auf Erden", übrigens zufrieden und erleichtert "oink" und liefen, zufrieden schwischend mit ihre Ringelschwanz, mit die Jäger mit Richtung den Lokschuppen von kelberg. Sie wussten das man da bestimmt Tiere vonnöten hatte.
16. Und sie kamen eilend und fanden beide, Maria und Josef und Claus und Jens, dazu das Kind in der Krippe liegen und Moritz der auch in der Krippe dabei lag.
Bild

Mit freundlichen Grüßen,

Bahnhof Kelberg
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Christgeburt im Eifel, 1970 (Teil 10/10)

#175

Beitrag von reinout » Di 25. Dez 2018, 17:58

Claus sagt: "Gut, was hat der Pfarrer bei Monreal gegen mir gesagt? Ich glaube, es war 'versuche die normale Geschichte zu folgen'. OK: dann brauche ich jetzt drei Weisen aus dem Osten. Mal sehen. Martin, wo bist du eigentlich her?"


"Ich komme aus Wittenberg, wieso?" antwortet Martin Luther.

"Wittenberg. DDR. Osten, also." sagt Claus barsch. Er will schlafen, aber zuerst soll die ganze Geschichte fertig sein. "Aha! Das Denkmal! Nepomuk! Der war Bischof in Prag! Prag ist auch Ost-Europa. Bingo!"

"Und Nummer drei?" fragt Jens.

"Die wird du jetzt holen. Guck mal draussen. Ich dachte, soeben etwas Lärm zu hören. Die 'Höhere Mächte' haben bestimmt etwas arrangiert."

------------

Einige Minuten später kommt Jens zurück zusammen mit eine blasse Weihnachtsmann. Der kann das Bier das Jens ihm gibt gut gebrauchen.

"Ho ho ho, das war ein Schreck.... Ich fliege in meine Schlitten in die Nähe des Viadukts und plötzlich werde ich fast von zwei Gewehrkügeln erschossen. Meine Rentiere erstarrten von Schreck und selbst war ich auch ganz erschrocken..."

Die zwei Jäger blicken schuldbewusst nach einander... Das waren bestimmt die zwei Schüsse die sie soeben in die Luft zielten statt Richtung die Schweinen...

"Ha! Ausgezeichnet!" ruft Claus. "Du bist ganz im rot gekleidet. Deshalb sage ich, du bist eine verfluchte Kommunist und deshalb bist dus 'aus dem Osten'! Jetzt haben wir die drei Weisen aus dem Osten. Gebe mal rasch einige Geschenke an Maria und das Kind!"

Weihnachtsmann und Martin Luther werden Richtung Krippe geschoben. Danach zerbrechen Jens und Claus sich fast ihre Rücken beim verschieben des Nepomuk-Denkmals. Martin Luther hat die Zeit benutzt um seine Bibel aufzuschlagen und fängt an zu reden.

Bild


"Zu ein Geschenk gehört eine kurze Rede. Das Denkmal sagt nichts und der Weihnachtsmann ist schon am dritten Bier, deshalb werde ich es machen. Eine kurze Predigt mit drei Punkte.

Es ist hier allesamt doch ein bisschen komisch. Wir kennen allen die ursprüngliche Geschichte mit Bethlehem, die Krippe und die Hirten uzw. Aber jetzt ist es 1970 hier in eine Lokschuppen. Was sollen wir damit? Ich habe soeben schnell gelesen was da in die ursprüngliche Text in Lukas 2 geschrieben ist. Und ich sehe drei auffallende Unterschiede. Ohne erklären zu willen oder gar können was hier jetzt in Kelberg passiert, meine ich doch etwas feines sagen zu können (und dürfen).

Der erste Unterschied. Wir sehen hier Jäger und Schweinen statt Hirte und Schafen. Damals in Israel, in die Zeit des alten Testaments, waren Schweine unreine Tiere. Hier bei euch in West-Deutschland gibt es viele Gastarbeiter aus die Türkei und ab und zu sieht man eine Metzgerei der 'halal' ist. Das meinst u.Ä 'kein Schwein'. Das ist dasselbe. Gucken wir dann auf Jesus... Eh... Ich meine, der Jesus von damals, nicht der kleine Mann hier die so komfortabel in die Krippe liegt mit eine warme Katze... Eh, na gut, Jesus also, der blickte in viele Hinsichten viel anders auf die Regel und Gebote seiner Vater als die 'Kirche' seiner Zeit. Die hatten damals viele Regel bis ins absurde hinausgezogen. Das sollte mal wieder 'normalisiert' werden. Jesus machte also Dinge wovon die feine Leute seiner Zeit grauten. Er redete und aß offen mit ausländische Erbfeinde, mit Huren und mit Römische Steuerbeamte, zum Beispiel. Er akzeptierte diese Leute (obwohl 'akzeptieren' nicht automatisch bedeutet, das alles was man macht erlaubt ist!).
Deshalb mag ich es das wir hier jetzt Schweine statt Schafen haben: auch Schweinen werden akzeptiert."


Der Weihnachtsmann holt ein paar prachtige sanfte Schafschenkel aus seine Sack. Zur große Freude von vor allem Jens und Claus der wohl einiges zu essen brauchten.

"Der zweite Unterschied. Wir befinden uns in eine Lokschuppen statt eine Stall. Ein 'Haus von Technik und Verbindung'. Technik, Ekonomie, Fortschritt: es wird manchmal gegenüber das Glauben gesetzt. Bei uns im Osten, in die DDR, wird das wohl sehr explizit gemacht: 'ohne Gott und Sonnenschein bringen wir die Ernte ein'. Mit nur unsere eigene Kraft und Technik schaffen wir das. Das endgültige rationelle Paradis. Aber ich denke, diese Gegenüberstellung gibt es gar nicht! Technik, Fortschritt: daran ist nichts falsches. In Genesis (1.Moses) wird schon gesagt, der Mensch soll die Erde bebauen, beherrschen. Technik und Wissenschaft gehören einfach dazu. Es gibt hier in Deutschland viele Bahnstrecken. Einige sind zwar für Kriegszwecken gebaut, aber die meiste werden jetzt dafür benutzt Güter und Personen durch ganz West-Europa zu befördern. Fast eine gemeinsame Markt. Es gibt sogar eine Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl, zum Beispiel. Deutschland und Frankreich zusammen.... Undenkbar ohne Verbindungen. Verbindungen sind gut.

Schaue auch mal auf das Römische Reich. In Films wie 'Ben Hur' und 'quo vadis' gibt es immer wieder ein paar Gläubigen der von den Römer ermordet werden, doch? Also 'Rom=schlecht'. Oder doch nicht: ich meine, das Römische Reich kam gerade rechtzeitig. Davor gab es eine Haufen von kleine Staaten, so etwas wie unsere Deutsche 'Kleinstaaterei'. Bei jede Grenze lauerte Gefahr. Und dann kam Rom: ab Israel bis Gibraltar freie Fahrt. Gute Verbindungen. Maßgeschneidert, doch, wenn man eine Apostel wwie Paulus durch die ganze bekannte Welt schicken will? Leider gab es damals kein Zugverkehr :D"


Der Weihnachtsmann reicht Maria eine hölzerne Eisenbahn.

"Der dritte und letzte Unterschied. Wir! Die Weisen aus dem Osten. Damals war es eine Ehrentitel. Dort im Osten gab es schrecklich kluge Leute. Und jetzt in 1970? Der eiserne Vorhang. Das schreckliche Osten. Warschau-pakt. Bis die Zähne bewaffnet. Und hier in West-Deutschland mit eure NATO-Freunde gibt es auch eine Riesenmenge an Waffen. Kasernen durch das ganze Land. Was gibt es hier nicht allemal? Ulmen mit seine Ausbildungskaserne. Daun mit ein Luftverteidigungsbattalion. Südlich ovn Ulmen die Flugplatz Büchel. Amerikaner bei Bitburg. Usw. Die Düsenflieger hört man jede Tag. Wird es je Friede geben?

Meine Hoffnung ist nur was heute Abend zu Schwein und Jäger gesungen wurde: Frieden auf Erde. Wie unlogisch und unmöglich es auch klingt. Der eiserne Vorhang scheint unzerbrechlich. Aber auch
der wird einmal niederfallen. Tear down this wall wird jemand mal sagen. Das wird wohl gegen ein andere Sovietführer als Leonid Brezhnev sein...

Woher kommt meine Hoffnung? Gucken wir mal nach Jesaja 2:4, dort wird von mächtige Völker gesagt 'Da werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen machen'. Die Amerikaner werden Bitburg räumen. Und auch Kampfflugplatz Hahn wird umgestaltet für Touristenfluge. Kann es schöner werden? Das ist was ich lerne von dem dritten Unterschied."


Der Weihnachtsmann weint ein bisschen von Ergriffenheit. Und er holt eine große Packung Lego aus seine Sack. Damit kann Jesus später schön Mauer bauen und auch wieder abbrechen.
Würde es wirklich mal Friede geben? Würde der eiserne Vorhang wirklich mal fallen? Das wäre doch unmöglich...

-------------------

Die Jäger, Schweinen, Weihnachtsmann, alle sind fort. Das Denkmal sagt nichts. Der Lok kocht leise sein Wasser. Sogar Claus schlaft sanft.

Moritz guckt herum nach alle schlafende Menschen. Danach drückt er sanft seine Nase gegen Jesus und schlaft auch wieder ein.

Zzzzzzzzzzz.

Mit freundlichen Grüßen,

Bahnhof Kelberg
Zuletzt geändert von reinout am Di 8. Jan 2019, 23:30, insgesamt 1-mal geändert.
Reinout van Rees
Bau meiner Modellbahn: Eifelburgenbahn, eingleisig, Eifel, 1970.
Ich erzähle auch Eifeler Geschichten über meine Eifelburgenbahn! 10-teilige Weihnachten-Spezial 2018: Christgeburt in der Eifel, 1970

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