Mikromodell: Mercedes-Benz Antos 6x4

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nico224
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Mikromodell: Mercedes-Benz Antos 6x4

#1

Beitrag von nico224 »

Moin Leute,

ich will mal wieder ein Modell im Bau vorstellen, einfach weil ich denke, dass dieses Modell mal wieder gut vorzeigbar und bisher gut dokumentiert ist. Es handelt sich um einen 1:87 RC LKW, der eine Sattelzugmaschine werden soll. Er bekommt irgendwas zwischen 40 und 50 LEDs und eine Buchse für einen Auflieger.

Das Modell bekommt auch einen Messingrahmen, den ich gezeichnet und bei Shapeways produzieren lassen habe. Das besondere ist, dass ich die Montage der hinteren Kotflügel wie im Original in Form von seitlichen Streben vollziehen möchte. Erkenntnis: Loctite würde reichen, das Ergebnis wäre sauberer und das Material stabiler.

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Das Getriebe hat bisher leider Probleme, ich hatte (so viel Eigenkritik muss sein) eine falsche Geometrie veranschlagt und es trotz Nacharbeit noch nicht zum Laufen bekommen. Eine neue Version wird beizeiten erstellt, allerdings habe ich noch nicht abschließend herausgefunden, woran es lag.

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Im Folgenden habe ich fast nur an der Beleuchtung gebaut.

Die Frontblitzer passen wunderbar zwischen die Streben des Kühlergrills:
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Für die Scheinwerfer wurden zunächst 0,8er Löcher für die Blinker angebohrt. Die LEDs können leicht in die Löcher eingedrückt und verklebt werden.
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Mit etwas Sekundenkleber (Loctite 635) werden die LEDs vorsichtig und möglichst symmetrisch und ordentlich ins Glas geklebt.
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Die Nebelscheinwerfer werden hinter das leere Loch geklebt. Dieses wird anschließend von außen mit UV-Kleber verklebt und gehärtet.
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Büschen Farbe zum Abdichten. Diesmal ohne zusätzlichen Kleber, damit es weniger dick aufträgt.
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Leider waren dann die Blinker am Ende unterschiedlich hell und eine LED defekt...
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...daher nochmal neu. Es wurden zusätzlich zu Scheinwerfer, Nebelscheinwerfer und Blinker jetzt im zweiten Versuch auch Fernscheinwerfer verbaut.
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Es folgten die Rückleuchten, wieder in meiner nervenaufreibenden, aber bewährten Manier: Die sortierten LEDs im Spannbock vorsichtig und mit wenig Druck einspannen, dann den Plus gemeinsam verdrahten an einem Kupferlackdraht und abschließend die einzelnen Drähte an die LEDs löten. Während das Einspannen sehr anstrengend ist weil die LEDs durch die Gegend purzeln und an jedem metallenen Ausrichtwerkzeug kleben, bietet sich hier der Einsatz eines Plastikwerkzeuges an.
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Die vorderen Kotflügel wurden mit Blinker und Arbeitsscheinwerfer ausgestattet. Die Arbeitsscheinwerfer baue ich, indem ich 0402 LEDs in die Blister von 0603 LEDs einziehe und mit UV-Licht vergieße. Neben der guten Optik eines schönen Gehäuses hat es auch den Vorteil, dass das Licht hier unidirektional verteilt wird und nicht aus jeder Richtung sichtbar ist.
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Das Armaturenbrett bekommt wieder LEDs für alle Lichtfunktionen. Orange für Nebelscheinwerfer, 3x Grün für Abblendlicht und Blinker li/re, blau für Fernlicht und rot für die Rundumleuchten. Die große 0603 in weiß soll den Schein des Displays repräsentieren. Vergessen habe ich eine zweite rote für die Zusatzfunktion der Arbeitsscheinwerfer - die muss ich wohl nachträglich irgendwie reinfriemeln. Die Widerstände sind in der Lenksäule und im Fahrersitz.
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Test der Frontblitzer, man hätte sie auch zwei Streben weiter unten montieren können... Naja, jetzt sitzen sie oben auf Hlhe des Sterns.
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Kleiner Zwischenstand mit Vergleich zum Original:
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Hier erkennt man, dass bei dieser wenig geräumigen Hütte der Platz gut genutzt werden muss. Der Tiny für Frontblitzer und RKLs von Sven Löffler findet unter dem Fahrersitz seinen Platz:
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Das Fahrerhaus hat flache, orange RKLs bekommen und an der Rückwand wieder Arbeitsscheinwerfer.
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Auf diesem Bild erkennt man noch die Sonnenblende mit den Positionslampen. Ein besseres Bild habe ich leider beim Bau nicht gemacht. Die Widerstände sind direkt hinten an die Sonnenblende geklebt und mit schwarz getarnt, der Rest der Fahrerhauswiderstände sind in das Dach geklebt.
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Nun habe ich die Kotflügel erneuert. Mir gefallen die im 3-Achs-Basismodell enthaltenen nicht. Die Form wie sie Herpa immernoch verbaut war vielleicht bis zur 2. oder 3. Actros-Generation aktuell, beim Antos haben sie im Original die gleiche Form wie die, die Herpa bei der 2-Achs-Version verbaut. Lange Rede kurzer Sinn: Man nehme zwei Sattelzugmaschinen, beraube sie ihren hinteren Kotflügeln und füge sie zu neuen Doppelkotflügeln zusammen.

Step 1: Professionell vermessenen Abstandshalter aufkleben:
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Step 2: Einspannen in den Achsabstand der 3-Achs-Fahrgestelle:
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Step 3: Verkleben und Rückleuchten transplantieren:
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Step 4: Einen dünnen Farbauftrag mit der Airbrush. Die Rückleuchten sind abgeklebt mit feinem Maskierband, nach dem Farbauftrag mit "Engine Grey" kann man das ablösen. Abschließend mit Seidenmatt über Lack und Rückleuchten.
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So weit, so gut.
Anschließend habe ich ein neues Getriebe gezeichnet und gedruckt.
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Als Tipp habe ich bekommen, ihn nicht mit Farbe, sondern mit Edding zu bemalen. Hat zwei Vorteile: Kann nirgends reinlaufen, und das Getriebe kann wegen dem vernachlässigbar dicken Farbauftrag immernoch pendeln.
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Stellprobe: Passt.
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Weiter geht's mit dem Rahmen, der wirkt ja noch recht kahl. Wir brauchen Farbe und Tanks. Ich habe mich entschieden, den Rahmen in Ochsenblut zu lackieren. Gut, Ochsenblut war nicht da, deswegen habe ich Rostschutzfarbe genommen. [grin] Der Farbstamm ist der gleiche, und dass es matt ist fällt nicht negativ auf. Einen roten Rahmen wollte ich schon immer bauen, und zu dem grau passt das wunderbar. Außerdem zeigt das die ja doch recht besondere Aufnahme der hinteren Kotflügel umso besser. Also: Ran an den Lack!
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Dem findigen Beobachter fällt auf: Es müssen noch farbliche Details gesetzt werden. Der Motor und der Batteriekasten müssen noch grau gepinselt und die Radnaben sowie die Drucklufttanks noch rot gepinselt werden. Als Detail habe ich den Drucktank, der an der letzten Rahmenstrebe am Heck sitzt, von der 2-Achs-Zugmaschine abgeschnitten und hier eingeklebt. Auch er muss noch lackiert werden in rot. Abschließend sind noch ein paar Klebeflecken in grau und rot zu tarnen, hier zeigt sich Stabilit für Stabilität.

Der Empfänger wurde mit doppelseitigem Klebeband am Servo angebracht.
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Ich konnte den Dieseltank und den Abgasreinigungsblock erst jetzt montieren, diese brauche ich für die Befüllung mit Widerständen und Schalter.
Auch warte ich momentan noch auf Reifen vom Sven Löffler Modellbau und einen Lipo, der hoffentlich einigermaßen in die Hütte passt. 18x16x8mm ist wohl kein sehr verbreitetes Format, so einer würde tip top hineinpassen...

Ihr findet weitere Infos zum Mikromodellbau im Forum (http://78514.homepagemodules.de/), in unserer Facebook-Gruppe (1:87 RC / Mikromodellbau) und auf meinem Facebook-Blog "Mikroengineering".

LG Nico
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Bernd der Baumeister
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Re: Mikromodell: Mercedes-Benz Antos 6x4

#2

Beitrag von Bernd der Baumeister »

Servus Nico,

mir fällt da immer nur die Kinnlade runter wenn ich sowas sehe, einfach unglaublich wie ihr die Mini LED da reinfriemelt.

:gfm: aber sowas von...


Grüße
Bernd

Meine Anlage Neustadt a.d. Sand, schaut doch mal in den 70ern vorbei (Bild klicken):

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"Lang ist der Weg durch Lehren, kurz und wirksam durch Beispiele"; Seneca
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nico224
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Re: Mikromodell: Mercedes-Benz Antos 6x4

#3

Beitrag von nico224 »

Hallo Bernd,

danke für dein Lob! Das mit den LED ist immer so eine Sache. Ich bin der Meinung, wer eine verbauen kann, kann auch 40 oder 100 verbauen, das ist dann nur noch Fleißarbeit. Ich habe den größten Respekt vor mechanischen Raffinessen mancher Mikromodellbaukollegen, von denen diese Zugmaschine aber leider keine bekommen wird. Naja, der Platz ist auch mehr als begrenzt. :D

Updates gibt es in den nächsten Tagen irgendwann, das Modell ist jetzt in einem Status, in dem viel Löterei ansteht, in dem man aber auch die wesentlichsten Fortschritte machen kann. :)

LG Nico
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piefke53
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Re: Mikromodell: Mercedes-Benz Antos 6x4

#4

Beitrag von piefke53 »

Um es mal mit den Olsens zu sagen: Mächtig gewaltig! :gfm:

Ich versuche gerade, mein Kinn wieder von der Tastatur zu lösen ....
Freundliche Grüße aus Niederösterreich
Fred



Jede Bewegung, die nicht der Fortpflanzung oder Nahrungsaufnahme dient, ist unnötig und hat daher zu unterbleiben.

Deutzfahrer
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Re: Mikromodell: Mercedes-Benz Antos 6x4

#5

Beitrag von Deutzfahrer »

Moin,

das nenne ich mal Präzisionsarbeit ! :bigeek:

Respekt

:gfm:
Gruß Jürgen


hier gibts: " Ein paar Wikinger und Co."

https://www.stummiforum.de/viewtopic.ph ... 6#p1837696

und hier: " Ein paar Lokomotiven "

https://www.stummiforum.de/viewtopic.php?f=2&t=159760
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nico224
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Re: Mikromodell: Mercedes-Benz Antos 6x4

#6

Beitrag von nico224 »

Moin Leute,

vielen Dank für euer Lob! Entschuldigt, ich hoffe euern Kiefern geht es gut - Das war definitiv kein Ziel! :D

Es geht ein bisschen weiter, wenn auch recht unspektakulär. In der letzten Zeit habe ich fast nur Strippen gezogen, Widerstände verlötet und noch die letzten LED gesetzt.

Los geht's, indem ich dokumentiere, wie ich die Arbeitsscheinwerfer baue. Kostet quasi nichts, sieht toll aus, strahlt unidirektional und nicht 360 Grad ins Nirvana. Das funktioniert für LKW, würde seinen Dienst aber auch bei Zusatzscheinwerfern an Bahnservice-Waggons, Hallen oder kleinen Flutlichtmasten machen.
Zuerst werden die LEDs selber gelötet, in meinem Fall 0402 kaltweiß.
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Danach klebe ich sie in die Blisterverpackung der nächstgrößeren Sorte (also theoretisch 0201 in 0402 Blister, 0402 in 0603 Blister oder 0603 in 0805 Blister). Da ich alle LED selber verdrahte ist das bei mir ein Abfallprodukt, das sich optimal anbietet. Die einzelnen Blister haben je ein Loch in der Rückseite für die Drähte und eine sehr gute Form.
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Danach wird wieder alles mit UV-Kleber vergossen und gehärtet, um das Glas zu simulieren und der LED richtigen Halt zu geben.
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Danach werden diese beiden Arbeitsscheinwerfer am hinteren Rahmenende montiert, leicht nach unten außen zeigend.
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Den Test nehme ich einmal vorweg und zeige ihn euch hier schon (Achtung, Widerstände sind hier schon montiert):
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Aber im Grunde muss vorher alles vorverdrahtet werden. Dazu werden zunächst alle Strippen am Rahmen verklebt.
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Für jede der jetzt 12 LEDs im Heck muss ein Widerstand verbaut werden, dazu kommen noch die 4 Seitenbegrenzungsleuchten, die seitlich ihren Platz gefunden haben. Die LEDs habe ich kompakt zusammengelötet und in den Tank verklebt. Wer sich wundert, dass ich ihn mit Stabilit Express zugekleistert habe... Nun, ich habe in all den Jahren seit 2016 nie auch nur einen Ausfall wegen eines defekten Widerstands gehabt (faktisch habe ich nur eine LED jemals gehabt, die den Geist aufgegeben hat), daher verklebe ich die Widerstände gerne schichtweise so, dass man zwar nie mehr rankommt, aber auch die einzigen Schwachstellen (=Lötstellen) sich ebenfalls nicht mehr bewegen. Gleichermaßen kann ich, sofern doch mal ein defekt ist, die Leitung vor und nach dem Klebehaufen trennen und mit einem neuen Widerstand verkleben.
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In den vorderen Abgasblock sind mittlerweile Schalter, Ladebuchse und Motorbuchse (zum einfachen Ausbau des Motors) eingezogen.
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Abschließender Test für den Hinterwagen: Die LEDs sind jetzt in den Baugruppen verdrahtet, so dass jeder Kanal alle zugehörigen LEDs zum leuchten bringt. Der erste erhabene Moment im Verdrahten!
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Es folgte ein kleiner Ausflug in die Welt der echten 1:1, sehr schön, kleine Inspirationen helfen immer ungemein. In diesem Fall lief mir zufällig der Volvo FH "Guldager Picasso" über den Weg.
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Wieder zurück ans Modell, die Post war da und hat die Silikonreifen in Härte Shore13 von Sven Löffler Modellbau gebracht (https://www.mikromodelle.de/Onlineshop/de/), die dem Fahrzeug später die nötige Traktion geben sollen. Diese weichen Reifen haben sich schon bei so ziemlich allen anderen Modellen bewährt.
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Weiter geht's, es soll ja auch ein Auflieger mitgenommen werden können. Dafür verbaue ich eine 10-polige Buchsenleiste RM 1,27, welche ich nach einem bei mir standardisierten Schema verdrahte. Damit kann ich jede Zugmaschine mit jedem Trailer fahren.
Die letzte LED (0805, Warmweiß wie halogen) findet in Form eines Arbeitsscheinwerfers Einzug an die Galerie, wo normalerweise Bremsschläuche etc. hängen. Aufgrund des geringen Platzes habe ich die Drähte, nunja, mit einem 0,4er Bohrer durch die Buchsenleiste getrieben. Entweder es gibt nen Kurzen, oder wir haben Platz gespart. Mal schauen.
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...Und weil man Drähte ja sparen möchte, findet das Plus gleich den Weg an das Plus der Buchse. :D
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Die letzten Bilder zeigen den aktuellen Stand. Ich bin momentan damit beschäftigt, die ca. 40 Drähte auf die 24 Pads des Empfängers zu sortieren. Das ist die in meinen Augen nervigste Arbeit und macht echt mal keinen Spaß, ist aber andererseits auch von einer "Endspurtstimmung" begleitet. Sofern alles angeschlossen ist, sieht man das fertige Ergebnis leuchten und blinken. :)
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Wen es interessiert, so sieht aktuell die Planung der Kanäle aus. Das Modell wird wohl auf 12 Kanälen unterwegs sein und dabei bis auf die F-Kanäle jedes Pad des Empfängers (Deltang RX47) nutzen.
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Zwischenzeitlich ist auch ein Lipo mit 200 mAh Kapazität angekommen, mal schauen, ob er hineinpasst. Wenn nicht, müsste ein bedeutend kleinerer rein, das wäre schade. Mal gucken.

So viel für heute, die nächsten Beiträge werden sicher spannender.

Bis dahin!
Nico
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