Weilmünster - Feldversuch in 1:160 - Diorama als Übungsobjekt

Bereich zur Vorstellung der eigenen Module und Segmente.

Gewünscht sind insbesondere Fotos (bitte Größenbeschränkungen beachten!) und technische Infos.
Handwerkliche Fragen und Diskussionen rund um das Thema Module und Segmente im Allgemeinen sollte im Unterforum "Anlagenbau - Module / Segmente" erfolgen.

Bitte startet in diesem Bereich für jedes Modul / Segment einen eigenen Thread!
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hubedi
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Re: Weilmünster - Feldversuch in 1:160 - Fahrstraßen und Schlüsselweichen

#226

Beitrag von hubedi »

Hallo Max,

Deine Lösung für den Fahrdienstleiter ist wirklich bemerkenswert. Ursprünglich wollte ich mir die Sache an meiner Anlage etwas einfacher machen und die Weichen bzw. Signale am Stelltisch direkt via Schalter betätigen. Die sicherheitsrelevanten Feinheiten und Dienstvorgaben müsste ich dann nur in den Kopf des Fahrdienstleiters und nicht in einen Mikrocontroler einprogrammieren. Die Schalter und Taster wären auch bei mir über Loconet und Arduinos mit der Zentrale verbunden.

Tja, eigentlich hast Du ja recht. Wenn schon Arduinos in der Stellwerkskiste sitzen, können sie im Gegenzug für die ständige Zufuhr mit frischen, vitalen und geladenen Elektronen eine ordentliche Leistung erbringen. Hm ... vielleicht trete ich doch in Deine Fußstapfen und baue mir einen vorbildnäheren Stelltisch. Mal sehen ...

LG
Hubert
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Remo Suriani
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Re: Weilmünster - Feldversuch in 1:160 - Fahrstraßen und Schlüsselweichen

#227

Beitrag von Remo Suriani »

Hallo PcVD
Generell: Die Form-Ausfahrsignale zeigen einen generellen Haltbegriff, der auch für Rangierfahrten gilt. Eine Zustimmung zur Vorbeifahrt beim Rangieren kann dann nur mündlich gegeben werden. Richtig für DrS2 wären daher Lichthauptsignale mit damaligem Hp00 (zwei rote Lichter) und der Möglichkeit, ein Sh1 aufleuchten zu lassen für das Rangieren, wozu dann das rechte der roten Lichter solange gelöscht wäre. Damit lebt der Haltbegriff für den Zug solange weiter - so die damalige Philosophie.
Das ist für die "damalig Philosophie" nicht korrekt. Hp0 in Westdeutschland erst seit irgendwann um 2000 für Rangierfahrten. Demnach ist die Farge von Max durchaus berechtigt. Wenn dort viel rangier wird, wäre es tatsächlich eine Überlegung noch Sperrsignale vor die Hauptsignale zu stellen. Nötig ist es aber nicht zwingen, da man den Flankenschutz auch über ein Rangierverbot herstellen kann. Das schränkt natürlich etwas den Betrieb ein. Wenn es aber damals so war, würde das gehen. Dazu muss man wissen, dass ja eh nur mit der Zustimmung des Wärters (in Personalunion vermutlich Fdl) rangiert werden darf, ach vorheriger Abstimmung. Insofern gilt quasi grundsätzlich ein Rangierverbot, was mit Zustimmung des Wärters dann aufgehoben wird. Wenn aber tatsächlich in Gleis 1 gleichzeitig rangiert werden soll, wenn in Gleis 2 von Weilburg ein Zug einfährt, wäre da ein Sperrsignal sinnvoll
Viele Grüße
Dirk

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Max13
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Re: Weilmünster - Feldversuch in 1:160 - Fahrstraßen und Schlüsselweichen

#228

Beitrag von Max13 »

Probestückl, Teil 1

Mal etwas anderes...

Guten Abend liebe Stummis,

nachdem mit den Stelltischen ein kleiner Zwischenabschnitt fertig gestellt war, habe ich nach etwas Abwechslung gesucht. Dabei fiel mir auf, dass ich mich nach meinem Wiedereinstieg in unser Hobby zwar ausgiebig rund um die Technik gekümmert habe, dass die vielen gestalterischen Aufgaben bisher aber sträflich vernachlässigt wurden. Genau genommen habe ich mich noch nie wirklich mit dem Landschaftsbau befasst. Dies soll sich ändern, weshalb ich beschloss, zunächst etwas zu üben.

Um nicht gleich an den mühsam erbauten Weilmünster-Segmentkästen zu experimentieren, habe ich mich entschlossen, ein bisschen an einem kleinem Probestückchen - das später z.B. als Fotohintergrund für (noch nicht vorhandene) verfeinerte Fahrzeuge herhalten könnte - zu üben. Hier nun die ersten vorsichtigen Schritte: Zunächst habe ich die Bastelkiste ein wenig bemüht, einen kleinen Unterbau gestaltet und anschließend ein paar Code40-Profile auf 2 Schwellenroste gelötet. Nachfolgend dargestellt ist das ganze schon mit einer ersten Farbschicht versehen.

Bild

Im Anschluss habe ich versucht, mich einer vernünftigen Farbgebung der Schwellen zu nähern. Hier bin ich mit Sicherheit noch nicht am Ende der Fahnenstange angekommen. Das prinzipielle Vorgehen ist wie folgt: Zunächst werden die gefrästen Schwellenroste bzw. die Pertinaxschwellen mit unverdünnter Acrylfarbe in braun gestrichen. Da fertigungsbedingt keine Holzmaserung vorhanden ist, ist der Auftrag der eher dickflüssigen Farbe in Längsrichtung der Schwellen wichtiger als der eigentliche Farbton. Durch die Pinselstriche hoffe ich, etwas Struktur ähnlich einer Maserung auf das Grundmaterial zu bringen. Die eigentliche Grundfärbung habe ich dann mittels Airbrush unter Verwendung von Revell Aqua Color auf die Schwellen und Gleisprofile aufgebracht. Nach einigem Experimentieren würde ich hier einer Mischung aus lederbraun und dunkel- oder staubgrau den Verzug gegenüber der Mischung aus lederbraun und teerschwarz geben. Je nachdem wie dunkel der Farbton wirkt, habe ich im Anschluss noch etwas mit einem selbst hergestellten Washing aus helleren Grau- und Brauntönen nachgearbeitet. Diese werden bewusst etwas ungleichmäßig aufgetragen. Abschließend können Kanten und Struktur noch mit hellgrau/beige in DryBrush-Technik hervorgehoben werden. Ich werde hier sicher aber auch noch andere Verfahren ausprobieren, wie beispielsweise im hervorragenden Thread der Görtschitztalbahn unter viewtopic.php?p=1427315#p1427315 beschrieben.

Die ersten Ergebnisse finden sich nachstehend. Leider ist die Wirkung auf den Fotos etwas dunkler als für das menschliche Auge am Original. Trotzdem hoffe ich, dass das gewünscht uneinheitliche Schwellenbild ein wenig rüberkommt. Konstruktive Kritik und Anregungen sind jederzeit erwünscht. :wink:

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Bild

Ich habe nun versucht, in der mittlerweile vielfach erprobten und etablierten Methode einen Geländeverlauf durch Verkleben, Beschneiden und Raspeln von Styrodur herauszuarbeiten. Nachstehend ein erstes Zwischenstadium.

Bild

Man sieht im Vordergrund die noch fehlende Straßen- bzw. Wegoberfläche. Im Hintergrund habe ich in die steilere Hanglage eine Stützmauer als Gipsabguss eingearbeitet und einige Löcher für die Aufnahme von Felsformationen vorgesehen. Letztere habe ich nun versucht, aus Gips zu formen und herauszuarbeiten. Da ich auch hier blutiger Anfänger bin, kommt es mir zunächst weniger auf die Nachbildung einer konkreten Gesteinsart als vielmahr auf eine halbwegs Glaubhafte Gesamterscheinung an. Vor den Gipsarbeiten habe ich der Stützmauer im Übrigen noch eine Schicht aus Decksteinen (Finnpappe) spendiert. Hier wiederum ein Blick auf die ersten Ergebnisse.

Bild

Bild

Zum Abschluss nun noch ein Blickauf den aktuellen Bastelzustand. Der Bahnübergang ist noch nicht modelliert und auch der zugehörige Weg noch nicht verschliffen.

Bild

Bild

Das ganze Diorama hat im Übrigen noch eine Einfassung aus Multiplex bekommen, um das Styrodur nach außen zu verdecken. Ähnlich möchte ich auch später vorgehen, d.h. Landschaftskontur zunächst frei gestalten und hier frei in der Formgebung sein. Die Einfassung soll dann erst zum Schluss erfolgen.

So, das wars zunächst von meinem kleinen Exkurs, den ich gerne in den kommenden Folgen fortsetzen möchte.

Bis dahin, viele Grüße und bleibt gesund
Max
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hubedi
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Re: Weilmünster - Feldversuch in 1:160 - Diorama als Übungsobjekt

#229

Beitrag von hubedi »

Hallo Max,

wenn das die Arbeit eines wie Du schreibst - blutigen Anfängers - ist, dann, ja dann ... holla die Waldfee ... was für phantastische Ergebnisse haben wir dann noch zu erwarten. :bigeek: Ich freue mich darauf. :D

Deine Idee, ein Übungsstück vor die eigentliche Arbeit an der Anlage zu schalten, kann ich nur unterstützen. So habe ich es auch gemacht. Auch eine schnell zusammengestellte Besenszene hilft, die spätere Wirkung von einzelnen Modellen in der späteren Landschaft zu beurteilen. Aber was Du uns jetzt zeigst, hätte auch gleich auf der Anlage stehen können. :D

Deine Felsen sind wirklich prima geworden. Nicht nur als Erstlingswerk ist das absolute Spitze. Da habe ich schon ganz andere Gebilde gesehen, die nur mit viel Phantasie und gutem Willen in die Kategorie Fels einzusortieren waren.

Ich denke, Du hast ein feines Händchen für Gestaltungarbeiten. Ich bin gespannt, was noch kommt ...

LG
Hubert
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Kupzinger
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Re: Weilmünster - Feldversuch in 1:160 - Diorama als Übungsobjekt

#230

Beitrag von Kupzinger »

Hallo Max,

dem kann ich mich nur anschließen - schaut höchst professionell aus! Viel Spaß, und nicht zu lange offline rumprobieren :) Zur Not kann man das eine oder andere auch wieder ändern. Ok, Gleisschotter und Farbe sollte schon passen bei dem mühsam gebauten genialen Selbstbaugleis 8)

Liebe Grüße
Kupzinger
Bild
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punch
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Re: Weilmünster - Feldversuch in 1:160 - Diorama als Übungsobjekt

#231

Beitrag von punch »

Hallo Max,

da ich mehr der Landschaftsbauer als der Techniker bin, konnte ich bislang nur staunend zuschauen. Zur Landschaft kann ich jetzt endlich auch mal meinen Senf dazugeben :lol:

Das Landschaftsmodul ist schon im Rohbau sehr professionell geraten. Wenn das ein Übungsobjekt sein soll, will ich gar nicht wissen, was uns auf den "echten" Modulen erwartet :gfm: :gfm: :gfm:

Die Felsen sind wirklich klasse und keineswegs vorbildlos, ganz im Gegenteil: Die ähneln sehr den Eschbacher Klippen und passen damit perfekt in den Taunus.

Kurzum: Ein sehr schönes Projekt und so langsam nimmt es auch für die Techniklaien Gestalt an.

Viele Grüße

Patrick
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Bild
Ab nach Sistenix

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Max13
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Re: Weilmünster - Feldversuch in 1:160 - Diorama als Übungsobjekt

#232

Beitrag von Max13 »

Probestückl, Teil 2

Jetzt wird's bunt!

Gute Abend liebe Stummis,

hier mal wieder ein paar kleine und vermutlich eher langweilige Fortschritte aus Weilmünster bzw. vom zugehörigen Übungsstück.

Zuvor aber zu euren Kommentaren:
hubedi hat geschrieben: Mi 28. Okt 2020, 00:14 Hallo Max,

wenn das die Arbeit eines wie Du schreibst - blutigen Anfängers - ist, dann, ja dann ... holla die Waldfee ... was für phantastische Ergebnisse haben wir dann noch zu erwarten. :bigeek: Ich freue mich darauf. :D

Deine Idee, ein Übungsstück vor die eigentliche Arbeit an der Anlage zu schalten, kann ich nur unterstützen. So habe ich es auch gemacht. Auch eine schnell zusammengestellte Besenszene hilft, die spätere Wirkung von einzelnen Modellen in der späteren Landschaft zu beurteilen. Aber was Du uns jetzt zeigst, hätte auch gleich auf der Anlage stehen können. :D

Deine Felsen sind wirklich prima geworden. Nicht nur als Erstlingswerk ist das absolute Spitze. Da habe ich schon ganz andere Gebilde gesehen, die nur mit viel Phantasie und gutem Willen in die Kategorie Fels einzusortieren waren.

Ich denke, Du hast ein feines Händchen für Gestaltungarbeiten. Ich bin gespannt, was noch kommt ...

LG
Hubert
Hallo Hubert, die Komplimente von deiner Seite freuen mich immer wieder besonders - vor allem wenn ich auf deine Werke schaue und sehe, mit welchem Kompetenzen du ausgestattet bist. Das macht das Feedback umso wertiger. :D Ich weiß es sehr zu schätzen, einen so treuen Mitleser und -schreiber zu haben.
Kupzinger hat geschrieben: Sa 7. Nov 2020, 22:44 Hallo Max,

dem kann ich mich nur anschließen - schaut höchst professionell aus! Viel Spaß, und nicht zu lange offline rumprobieren :) Zur Not kann man das eine oder andere auch wieder ändern. Ok, Gleisschotter und Farbe sollte schon passen bei dem mühsam gebauten genialen Selbstbaugleis 8)

Liebe Grüße
Kupzinger
Hallo Kapuzinger, auch hier freue ich mich sehr über dein Urteil! Auch wenn ich selbst feststelle, dass die gestalterischen Themen tatsächlich ganz gut von der Hand gehen und vor allem Spaß machen, bin ich froh, ein bisschen üben zu dürfen. Nicht alles, was jetzt schon halbwegs passabel aussieht, war von Anfang an so. Besonders der sichere Umgang mit Farben ist für mich nicht ganz einfach (dazu auch unten mehr). Aus meiner Sicht könnte man sich in Sachen Maßstäblichkeit, Vorbildnähe, etc. durchaus einige Nachlässigkeiten leisten, solange die farblichen Harmonien passen. Was mir sofort negativ ins Auge springt, sind allzu knallige Farben und harte Übergänge. Hier hat jedoch vermutlich (und vollkommen zurecht) jeder etwas andere Präferenzen. Ich versuche jedoch, deinem Wunsch nachzukommen und auch mit der Umsetzung in Weilmünster nicht zu lange zu warten. Ehrenwort... :D
punch hat geschrieben: So 8. Nov 2020, 12:03 Hallo Max,

da ich mehr der Landschaftsbauer als der Techniker bin, konnte ich bislang nur staunend zuschauen. Zur Landschaft kann ich jetzt endlich auch mal meinen Senf dazugeben :lol:

Das Landschaftsmodul ist schon im Rohbau sehr professionell geraten. Wenn das ein Übungsobjekt sein soll, will ich gar nicht wissen, was uns auf den "echten" Modulen erwartet :gfm: :gfm: :gfm:

Die Felsen sind wirklich klasse und keineswegs vorbildlos, ganz im Gegenteil: Die ähneln sehr den Eschbacher Klippen und passen damit perfekt in den Taunus.

Kurzum: Ein sehr schönes Projekt und so langsam nimmt es auch für die Techniklaien Gestalt an.

Viele Grüße

Patrick
Hallo Patrick, ich freue mich sehr, einen neuen Mitschreiber gefunden zu haben. Herzlich willkommen in Weilmünster. Ich freue mich auf Anregungen von deiner Seite. Die Ähnlichkeit zu den Eschbacher Klippen, die ich zumindest im Vorfeld auch ein paar Mal gegoogelt habe, nehme ich gerne zur Kenntnis.

So, jetzt aber endlich zum aktuellen Übungsstadium: Ich habe mich in den letzten Tagen vor allem mit der Farbgebung meines 'Probestückls' auseinandergesetzt. Vielmehr mit der Grundierung. Hierbei lag das Augenmerk im Wesentlichen auf vier Teilaspekten:
  • Geländehaut: Zunächst habe ich mir vorgenommen, die Geländehaut zu kolorieren. Obwohl man hiervon nach der Begrünung hoffentlich nicht mehr viel sehen kann, sollte auch das mögliche Durchscheinen an einigen Stellen nicht zu Irritationen führen. Gearbeitet habe ich mit einfachen Acryl-Abtönfarben. Um - frei nach Brandl - sowohl das Grau des Gesteins als auch die Brauntöne der Erde zu berücksichtigen, habe ich ein Graubraun als Grundton zusammen gemischt. Leider führten die verfügbaren Brauntöne zu einem deutlich sichtbaren Rotstich, den ich durch beimischen von Gelb- und Grünanteilen wieder etwas brechen konnte. Je nach Beleuchtungssituation dominiert letztlich in Summe der Grauanteil etwas, je nach Vorbildsituation erscheint mir dies aber durchaus nicht unplausibel.
  • Felsen: Die Felsen habe ich mit dem üblichen Dreiklang aus Grundieren, Lasieren und Granieren zum Leben erweckt. Für die Grundierung kam hierbei der Farbton Granit von Heki zum Einsatz, der aus meiner Sicht schön matt und nicht zu kühl auftrocknet. Ich habe anschließend eine sehr dünne Lasur aus dunklen Grau- und Brauntönen erstellt, die ich großzügig aufgebracht und zügig wieder mit einem feuchten Schwamm entfernt habe. Im Ergebnis ließen sich die Spalten und Vertiefungen so schön betonen. Zu guter letzt habe ich die Spitzen und kannten mit einem fast trockenen Pinsel aus beige/weiß noch etwas graniert.
  • Stützmauer: Die Stützmauer ließ sich aufgrund der sehr feinen Oberflächenstruktur nicht wie die Felsen behandeln. Im Ergebnis habe ich beim Lasieren entweder zu viele dunkle Rückstände hinterlassen oder aber die Gesamte Lasur mit dem Schwamm wieder entfernt. Ich bin daher einen etwas anderen Weg gegangen. Nach eine gleichmäßigen Grundierung habe ich die Mauer nochmal angefeuchtet und dann einzelne Maserungen oder Bereiche nass in nass mit verschiedenen Braun-, Grün- und Rosttönen bearbeitet. Insgesmat ließen sich so ganz ordentliche Verläufe realisieren. Nach einigen Runden konnte ich einzelne Stellen noch mit einigen Pigmenten in Pulverform betonen und mattieren.
  • Straße: Zuletzt hat auch die kleine Straße noch eine schöne Patina erhalten. Nachdem die gewünschten Farben von Heki aktuell nicht lieferbar waren, habe ich auch hier wieder auf eine Nass-in-nass-Technik zurückgegriffen und Stück für Stück verschiedene Farbnuacen aufgebracht. Insgesamt konnte hiermit die natürliche Rauhigkeit des verschliffenen Untergrundes ganz ordentlich betont werden, was eine ganz interessante Wirkung nach sich zieht.
Ich will euch aber nun auch nicht länger auf die Folter spannen. Nachstehend einfach ein paar Bilder. Zunächst ein Blick auf die Felspartie mit der Stützmauer und anschließend die Übersicht über das Diorama.

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Bild

Aufgenommen wurde das ganze abends bei (sicher nicht optimalem) Kunstlicht. Über Tipps zum vernünftigen Fotografieren bin ich übrigens sehr dankbar, da auch dies ein neues Feld für mich ist. Ich merke, dass der Einfluss der Fotografie gerade bei der Darstellung von Farben von maßgeblicher Bedeutung ist.

Um den Einfluss der Beleuchtung etwas besser zu verstehen, habe ich nachstehend zum Vergleich einen warmweißen Spot auf die Partie gerichtet, was eine gänzlich andere Lichtstimmung hervorruft.

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Möglicherweise muss ich mich aber auch bzw. zusätzlich einfach mal mit den Funktionen zum Weißablgleich meiner Kamera beschäftigen, die vermutlich auch keinen zu unterschätzenden Einfluss haben dürften. Vielleicht demnächst irgendwann... Um schließlich noch einen Eindruck bei Tageslicht zu bekommen, habe ich das Werkstück deshalb schließlich nochmal ins Freie gestellt und (bei allerdings sehr hartem Lichteinfall) die beiden abschließenden Aufnahmen zu machen.

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So, dies wars auch schon wieder fürs erste von meinem Exkurs. Ich hoffe, ich drifte nicht zu sehr ab von Weilmünster.

Ich wünsche euch noch einen schönen Abend. Bis demnächst
Max
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reinout
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Re: Weilmünster - Feldversuch in 1:160 - Diorama als Übungsobjekt

#233

Beitrag von reinout »

Ja, mit unterschiedliche Beleuchtungen und Kameraeinstellungen sieht es anders aus. Dasselbe gibt es auch in Wirklichkeit: sobalt es geregnet hat, wirkt jede harte Oberfläche 2x so dunkel :)
Also.... sobald deine Anlage mit irgendeine Beleuchtung gut aussieht genügt es.
Wenn ich Felse bepinsele und sie sind zu dunkel: "es hat soeben geregnet".
Sind sie etwas zu hell: "komisches morgenlicht, und es war schon lange trocken".

Das Diorama gefällt mich schon jetzt. "Nur" etwas landschaft. Ganz schön ruhig. Einfach eine nette Stelle um eine Zu gzu fotografieren.

Reinout
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Ich erzähle auch Eifeler Geschichten über meine Eifelburgenbahn! 10-teilige Weihnachten-Spezial 2018: Christgeburt in der Eifel, 1970
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hubedi
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Re: Weilmünster - Feldversuch in 1:160 - Diorama als Übungsobjekt

#234

Beitrag von hubedi »

Hallo Max,

das Maß für alle Beleuchtungen ist natürlich das Tagesichts. Dann ist natürlich der persönliche Eindruck unter den Lichtverhältnissen am künftigen Standort wichtig. Die hierzulande in Wohnräumen gern verwendete warmweiße Lichtjahre (ca. 2700 K) ist für mich und meine Anlage eigentlich disqualifiziert, da der Farbeindruck gegenüber dem natürlichen Licht erhebliche Abweichungen zeigt.

Kameraaufnahmen sind zur Beurteilung der Farben ebenfalls problematisch, da hier die Hersteller das Auge nur sehr angenähert nachbilden können. Ein automatischer Weißabgleich funktioniert leider nicht immer und die Einstellungen von Hand sind nicht einfach. Wenn es richtig gut werden soll, greifst Du zu einer Standardfarbkarte, wie sie die Fotografen verwenden. Damit gelingt die Kalibrierung schon besser.

Beim Einfärben der Gipsfelsen habe ich lange herumprobiert und einige Fehler gemacht. Die besten Ergebnisse erzielte ich, wenn ich die mehr oder weniger weiße Grundfarbe des Gipsgesteins nicht überdeckt, sondern als Mitspieler beachtet habe. Dann bin ich zu der Erkenntnis gelangt, die Kolorierung nie in einem Schritt sondern mit hochverdünnten Farben vorsichtig in mehreren Schritten lasierend aufzutragen. Zwischendurch lasse ich die Farben durchtrocknen, um das Zwischenergebnis richtig beurteilen zu können.

Ich verwende keine Acryl-Lasurfarben sondern Holzbeizen. Sie weisen m.E. zum Einfärben von Gips nahezu ideale Eigenschaften auf wenn man sie mit Wasser hochverdünnt aufträgt. Gern nehme ich schwarz, grau und moorbraun. Der braune Farbton ist wichtig, um die Farbe zu brechen. Andernfalls entwickeln die schwarz-grauen Farben in Kombination mit den hellen Gips schnell einen Stich ins Blau.

Viel Spaß beim Herumprobieren. Ich hätte vorher auch ein Probestück bei den Felsen anfertigen sollen. Ich war zu ungeduldig und musste Lehrgeld bezahlen ...

LG
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