Weilmünster - Feldversuch in 1:160 - Fahrstraßen und Schlüsselweichen

Bereich zur Vorstellung der eigenen Module und Segmente.

Gewünscht sind insbesondere Fotos (bitte Größenbeschränkungen beachten!) und technische Infos.
Handwerkliche Fragen und Diskussionen rund um das Thema Module und Segmente im Allgemeinen sollte im Unterforum "Anlagenbau - Module / Segmente" erfolgen.

Bitte startet in diesem Bereich für jedes Modul / Segment einen eigenen Thread!

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Max13
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Re: Weilmünster - Feldversuch in 1:160

#201

Beitrag von Max13 »

Spezifisches für Modulbahner, Teil I

Ein bisschen Equipment für Modulbahner

Hallo liebe Stummis,

aufgrund aktueller Gegebeneheiten und der daraus resultierenden parallelen Beschäftigung mit Beruf und Kinderbetreuung gehts mit der Moba aktuell etwas gemächlicher voran. Das wichtigste vorweg: Ich hoffe, ihr bleibt alle munter und gesund, sodass wir unserem möglichst bald wieder mit voller Leidenschaft fröhnen können.

Zwar ist mein erstes geplantes Modultreffen jetzt auch erstmal ins Wasser gefallen, aber ich kann mich dafür auf den Prämiereneinsatz von Weilmünster noch etwas besser vorbereiten. Für den Transport bastele ich gegenwärtig ein paar Kisten, in denen die gänzlich uneinheitlichen Segmente möglichst platzsparend untergebracht werden können. Nachstehend eine kleine Impression.

Bild

Zusätzlich habe ich mir ein paar Fahrregler zusammengelötet.

Bild

Bild

Somit kann ich jetzt zu Hause fast schon uneingeschränkten Betrieb machen. :D

Ich wünsche euch einen schönen Abend und für die kommenden Tage vor allem weiterhin gute Gesundheit!

Viele Grüße
Max
Zuletzt geändert von Max13 am Mi 10. Jun 2020, 20:31, insgesamt 1-mal geändert.

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hubedi
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Re: Weilmünster - Feldversuch in 1:160

#202

Beitrag von hubedi »

Hallo Max,

tja, seltsame Zeiten. Ich denke, es wird wohl eine geraume Weile dauern, bis wieder Modultreffen stattfinden können. Aber das ist sicher ein eher kleineres Problem.

LG
Hubert
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Taunusbahner
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Re: Weilmünster - Feldversuch in 1:160

#203

Beitrag von Taunusbahner »

Hallo Max,

interessantes Konzept für den Modultransport. Ich habe bei mir die klassischen Transportplatten genommen.
Diese mit "Möbelschrauben" und Einschlagmuttern an den Kopfstücken befestigt. Vielleicht mache ich demnächst doch mal ein Update in meinem Thema.

Ich höre, du willst an einem Modultreffen teilnehmen. Wird wahrscheinlich vom FREMO aus sein. Gibt es da eine Möglichkeit als Tagesgast mal reinzuschnuppern. Leider bin ich kein FREMO Mitglied. Das brauche ich im FKTT noch nicht.
Aber wir haben jetzt auch erstmal alle Treffen bis ende Mai abgesagt.

Hoffentlich wird sich die aktuelle Situation bald wieder ändern.

Beste Grüße aus Neu-Anspach!

Bleib gesund in munter!
Gruß Sven

Der fränkische Bahnhof Cadolzburg in Spur TT als Modulprojekt: viewtopic.php?f=172&t=163182&p=1886562
Das nächte Modul in Planung: Awanst Ermetzhofen "Anschluss Knauf"


Thomas L
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Re: Weilmünster - Feldversuch in 1:160

#204

Beitrag von Thomas L »

Hallo Max,

das ist freilich schade, dass es nun nichts mit dem Treffeneinsatz von Weilmünster wurde. Aber ich denke, unsere Vorstandtschaft hat da richtig entschieden, nun mal für einige Wochen die Modultreffen auszusetzen.
Wie auch immer: Weiterhin frohes und erfolgreiches Basteln und uns allen derzeit vor allem Gesundheit!
Ich habe mich ja nun schon länger nicht mehr hier im Thread "verewigt"...... :wink:


Hallo Sven,

ich bin zwar nicht der Max, aber: Mit Deiner Vermutung bezüglich des Treffenveranstalters liegst Du richtig. :) Normalerweise ist da schon ein Treffenbesuch möglich, wenn man eben rechtzeitig vorher mit dem jeweiligen Treffenorganisator Kontakt aufnimmt und alles nähere bezüglich des Besuchs mit der betreffenden Person abspricht. Also letztlich genauso, wie es auch bei den FKTT-Treffen ist.


Servus
Thomas

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Lax
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Re: Weilmünster - Feldversuch in 1:160

#205

Beitrag von Lax »

Hallo Max,

ja schade, ich hatte mich auch schon gefreut Weilmünster live zu sehen. Aber irgendwann klappt das mit den Treffen wieder.

Ich warte noch auf meine Fredis, hoffentlich kommen sie bald.

Wir sehen uns!

Viele Grüße

Dominik
Meine Anlage: Kirchhain an der Main-Weser-Bahn viewtopic.php?f=64&t=123912&p=1377824&h ... n#p1377824

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buddelbaan
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Re: Weilmünster - Feldversuch in 1:160

#206

Beitrag von buddelbaan »

Moin Max,

das Modul sieht schon wirklich toll aus, und wird - in hoffentlich baldiger Zukunft - für bestimmt viel Spaß in einem Modularrangement sorgen!

EIne Frage habe ich zu den Fahrreglern: Gibt es die Teile wie du sie hast zum Selbstzusammenlöten irgendwo zu kaufen? Ich habe bei meiner Recherche irgendwie nichts gefunden...


Viele Grüße,
Julian
Buddelbaan - Schmalspurmodelle nach europäischen Vorbildern in Spur Nm und digital.
Bild
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Max13
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Re: Weilmünster - Feldversuch in 1:160

#207

Beitrag von Max13 »

Hallo zusammen,

ich hätte gar nicht mit so einer Resonanz zu meinem Mini-Beitrag gerechnet. Freut mich aber! Daher hier kurz ein paar Antworten:

@Hubert: Modultreffen sind gegenwärtig leider tatsächlich dir geringere Herausforderung. Ich hoffe, daher umso mehr, dass Weilmünster in nicht allzu ferner Zukunft seine Premiere feiern darf!

@Sven: Grundsätzlich wäre mir die Plattenlösung auch lieber und raumsparender gewesen. Allerdings habe ich bei der Umsetzung von Weilmünster recht rigoros auf Vorbildgeometrie gesetzt und habe daher jetzt keine zwei Segmente, die wirklich zusammen passen. Daher die Boxen, die gleichzeitig Stapelbarkeit und Staubschutz mit sich bringen. Wenn ich mal zum Bau von Streckenmodulen komme, werde ich aber höchstwahrscheinlich auch auf den Standardansatz zurückgreifen.

@Thomas: Danke fürs Vorbeischauen und für die prompte und kompetente Antwort auf Svens Frage. :D

@Dominik: Ich hoffe, du überbrückst die Warterei mit ein paar Bastelaktivitäten! Hoffe, wir sehen uns bald mal wieder...

@Julian: Die Fahrregler sind recht spezifisch auf die Anforderungen im Fremo zugeschnitten und im Regelfall nur dort erhältlich. Wie dem auch sei: Mitmachen lohnt sich und der Jahresbeiitrag kostet nicht die Welt... :wink:

Bleibt gesund und munter und bis hoffentlich bald
Max


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Re: Weilmünster - Feldversuch in 1:160

#208

Beitrag von Max13 »

Spezifisches für Modulbahner, Teil II

Weilmünster goes muC

Guten Abend liebe Stummis,

nach einer gefühlten Ewigkeit hier endlich mal wieder ein Lebenszeichen aus Weilmünster. Die lange Sendepause lag nicht ausschließlich an geringen Fortschritten oder zugegebenermaßen knapper Freizeit. Vielmehr war auch vieles, was ich in den vergangenen Wochen produziert habe, aus meiner Sicht nicht unbedingt von großem Wert für das Forum. Deshalb hier nach langer Pause zum einen eine Zusammenfassung diverser Aktivitäten und ein kleiner Appetizer auf bevorstehende Gewerke.

Zunächst zu den Transportkästen der Module. Ich hatte bereits begonnen, über den Bau berichten. In der Zwischenzeit habe ich diese endlich fertig gestellt. Konkret bedeutete dies den Bau verschließbarer Deckel, das Anbringen von Tragegriffen und Ausstatten der Segmente mit Endplatten als Transportsicherung. Mit eingelegten Segmenten sieht das ganze dann in etwa so aus, wie nachfolgend abgebildet.

Bild

Insgesamt finden sich alle aktuell existierenden Segmente in den beiden unten gezeigten Kisten.

Bild

Insgesamt recht kompakt und übersichtlich. Was ich allerdings zugegebenermaßen unterschätzt habe, ist das zusätzlich verbaute Holz und das damit einhergehende Gewicht (was das Gewicht der Segmente nochmal deutlich übersteigt). Es ist also insgesamt ein Kompromiss mit Fokus auf mech. Schutz und Staubabwehr. Ich bin mir noch nicht sicher, ob es dabei bleibt? Andererseits: Was wäre die Alternative? Überall Ausfräsungen vornehmen, um möglichst umfassend Gewicht zu sparen und auf den mech. Schutz zu verzichten? Mal sehen. Für die ersten Reisen der Segmente sollte es in jedem Fall erstmal reichen.

Da ich nochmal an die Holzarbeiten ran musste, habe ich die Gunst der Stunde genutzt und ein paar offene Baustellen abgearbeitet. Meine Kistchen für Stromversorgung, Digitalzentrale und Booster hatte ich vor einiger Zeit vorgestellt. Störend haben sich fehlende Tragegriffe herausgestellt. Ich habe die Innereien nochmal ausgebaut, besagte Griffe eingefräst und schließlich wieder alles zusammen gefügt. Das Resultat seht ihr nachstehend.

Bild

Eine andere Sache, die ich bereits in Vorbereitung auf das erste geplante Modultreffen angegangen habe, ist die Erstellung eines Betriebsstellenschildes. Ich habe hier eine Weile mit verschiedenen Schriftarten herumgespielt und bin schließlich bei folgenden Design herausgekommen. Die finale Fertigstellung folgt hoffentlich bei Gelegenheit.

Bild

Eine ähnliche Sache sind Ablagemöglichkeiten für die diversen Handregler. Hier habe ich in der Basis auf einen Bausatz zurückgegriffen, den ich allerdings aus ästhetischen Gründen etwas überarbeitet habe. Nachstehend das Ergebnis nach Montage, Spachteln und Verschleifen.

Bild

Jetzt aber endlich zu meinem aktuellen Projekt. Wie bereits erwähnt, möchte ich Weilmünster mit einem DrS2 Stelltisch ausstatten. Da mir für ein sehr vorbildnahes Pult von Erbert aktuell etwas die Zahlungsbereitschaft fehlt, habe ich mich zu einem Selbstbau eines Tastenpults (ohne Ausleuchtung - die mache ich via Bildschirm) entschieden. Um die Abläufe des Vorbilds etwas besser zu verstehen, habe ich mich zunächst mit ein wenig Literatur eingedeckt.

Bild

Leider ist das präferierte Werk "Bedienen von DrS 2-Stellwerke" nicht mehr verfügbar. Wenn hier jedmand Abhilfe schaffen könnte, würde ich mich sehr freuen! :D

Leider bildet die von mir eingesetzte Software ESTWGJ nicht alle Funktionen ab, die ich gerne hätte. Ich habe mich daher entschieden, ein bisschen zu experimentieren und via Loconet in die Stellwerklogik einzugreifen. Um den Spannungsbogen nicht unnötig zu verkürzen, folgen Details bei Gelegenheit... :wink: Die Frage, die ich mich mir erstmal stellen musste, war die nach den Möglichkeiten, überhaupt einen beschriebenen Eingriff vorzunehmen. Das Standardvorgehen wäre über Schaltdecoder und Rückmelder, welche mit einem zu wählenden Mikrocointroller kommunizieren. Da bei mir ohnehin alles über ein lokales Loconet läuft, wäre es natürlich noch eleganter, hier direkt und ohne unnötige Hardware einzugreifen. Hier greift also gerade mein Experiment an.

Zunächst habe ich mir hierfür einen Arduino besorgt und hierzu mit Unterstützung von Modellbahnerkollegen und Foren ein Loconet-Shield gebastelt. Details gerne bei Gelegenheit und sofern Interesse besteht. Nachstehend die beiden Baugruppen.

Bild

Zusammengesteckt sieht das ganze dann so aus.

Bild

Die Hardware ist also soweit startbereit. Hier muss ich jetzt leider erstmal wieder arbeiten, was vor allem hardwarenahe SW-Entwicklung bedeutet, aber auch sehr spannend ist. Ich hoffe, bald von neuen Erfahrungen berichten zu können...

Bis dahin euch einen schönen Abend und vor allem weiterhin Gesundheit
Max

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hubedi
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Re: Weilmünster - Feldversuch in 1:160

#209

Beitrag von hubedi »

Hallo Max,

da hast Du die Zeit gut genutzt und fleißig gewerkelt.

Deine Transportkisten sehen sauber gebaut aus. Wenn sie mal komplett mit Modulen bestückt sind, kann ich mir das Gewicht gut vorstellen. Aber so viel Material kannst Du m.E. nicht einsparen. Irgedwann ist die mechanische Stabilität der Kisten nicht mehr gegeben und sie könnten ihre Aufgabe kaum noch wahrnehmen.

Ich bin auf Dein Stellwerkprojekt gespannt. Ich habe mich noch nicht entschieden, wie der Fahrdienstleiter mal an meiner Anlage arbeiten soll. Eine rein elektronische Lösung will mir nicht recht schmecken. Da fehlt mir der haptische Eindruck. Industrielösungen würden ein zu großes Loch in meine Bastelkasse graben. Mal sehen ...

LG
Hubert
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Re: Weilmünster - Feldversuch in 1:160

#210

Beitrag von Max13 »

Sicherungstechnik, Teil 4

Stelltisch(e) und Schlüsselabhängigkeiten

Hallo an alle Stummis,

wie ich euch bereits vor einigen Tagen berichtet habe, möchte ich Weilmünster mit einem Stelltisch der Bauform DrS2 ausstatten. Ich möchte hier einen kleinen Disclaimer vorwegschicken: Da ich alles andere als ein Profi in eisenbahnerischer Sicherungstechnik bin, seid ihr hier von Verständnislücken meinerseits oder etwaiger falscher Verwendung der einschlägigen Fachtermini nicht gefeit. Ich gebe mein Bestes und versuche, mich den Zusammenhängen im Selbststudium so gut wie möglich zu nähern... :mrgreen: Kommentare und Tipps von den Profis unter euch im Übrigen jederzeit willkommen. Das ist ja das tolle an so einem Forum.

Mit ein wenig Literatur zur Vorbildrecherche hatte ich mich ja immerhin bereits eingedeckt. Wesentliche Aufgabe des Stelltisches wird es sein, die Haptik eines echten Stelltisches etwas nachzuempfinden und nicht nur mit der Maus auf dem Bildschirm herumzuklicken. Ich plane also, alle erforderlichen Tasten im Stelltisch unter zu bringen. Die Rückmeldung in Form der Ausleuchtungen wird allerdings zunächst über den Rechner bzw. Bildschirm erfolgen. Vielleicht habe ich ja in Zukunft irgendwann ein paar Euro übrig und investiere in Richtung Erbert. Neben der Haptik ist der Hauptgrund für den Bau des Stelltisches außerdem die Tatsache, dass beim DrS2 (im Gegensatz zu moderneren Bauarten wie etwa SpDrS60) die Fahrstraßen nicht automatisch einlaufen. Vielmehr sind zunächst alle Fahrwegelemente inkl. Flankenschutzweichen manuell in die richtige Lage zu bringen, bevor im Anschluss die Fahrstraße verriegelt werden kann. Für das viele Stellen der Weichen (was immer über Zweihandbedienung in Form von Weichentaste (WT) und Weichengruppentaste (WGT) erfolgt), sind am Rechner daher sehr viele (mühselige) Klicks erforderlich.

Wenn auch ohne Ausleuchtung, soll mein Stelltisch auch in der ersten Ausbaustufe ein möglichst realistisches Aussehen erhalten. D.h. dass auch die (bei mir im Gegensatz zum Vorbild) nicht ausgeleuchteten Elemente wie Fahrwege, Signale, möglichst realistisch dargestellt sein sollten. Auch hinsichtlich der Größe möchte ich einen halbwegs realistischen Eindruck haben, um für eine spätere, optionale Umstellung ein Gefühl zu entwickeln. Ich habe mich daher für die Tischfeldgröße von Erbert mit 40x25mm entschieden. Obwohl dies noch ein ganzes Stück unter der Originaltischfeldgröße liegt, erschien es mir als ein akzeptabler Kompromiss. Leider habe ich weder in meiner Stellwerks-Software noch in den auf dem Markt befindlichen Planungstools etwas zufridenstellendes gefunden, was hinsichtlich Darstellung, Auflösung und Vielfalt der verfügbaren Elemente die gestellten Anforderungen erfüllt. Ich scheine nicht der typische Anwender zu sein... :( Falls jemand von euch eine Idee hat, gerne her damit, selbst wenn es jetzt fast schon zu spät ist. :D Ich habe mich nämlich schließlich hingesetzt und einige Abende vor dem "Zeichenbrett" verbracht und die benötigten Elemente sowie daraus den Tisch zusammengestellt. Das Ergebnis seht ihr auf nachstehendem Foto in Form eines A0-Ausdrucks dargestellt.

Bild

@Hubert: Vielleicht wird es jetzt auch für dich interessant?! :)

Ich nehme an, euch ist nicht entgangen, dass ich neben dem (großen) Fahrdienstleiterpult, mit dem ich übrigens auf eine Breite von 100cm komme, noch ein kleines Pult für den Ortsgüterbereich erstellt habe. Räumlich wird sich dieses Stellpult direkt am besagten Ortsgüterbereich befinden. Über dieses sollen also sämtliche orts- bzw. im Original handgestellten Weichen bedienbar sein. Es ersetzt also die Handhebel des Originals. Und genau hier fängt die ganze Komplexität jetzt erst so richtig an! Natürlich müssen Zugfahrten auch gegen Flankenfahrten aus dem Ortsstellbereich geschützt werden. Dies geschieht in Weilmünster über Schlüsselweichen bzw. über Schlüsselabhängigkeiten. Konkret heißt das, dass bestimmte ortsgestellte Weichen vor deren Bedienung zunächst aufgeschlossen werden müssen. Der zugehörige Schlüssel ist eingeschlossen und damit in die Stellwerks- bzw. Fahrstraßenabhängigkeit eingebunden. Er kann nur entnommen werden, wenn keine Fahrstraße (unter Flankenschutz) verriegelt ist. Umgekehrt kann bei entnommenem Schlüssel, d.h. bei Rangiertätigkeit, keine solche Fahrstraße verriegelt werden. Was betrieblich sehr spannend ist, stellt also funktional bei Umsetzung doch einigen Aufwand dar.

Ich habe mir zu Beginn mal wieder eine ganze Reihe von Fragen gestellt. So z.B.
  • Wie funktioniert Schlüssellogik grundsätzlich?
  • Wie wird die Logik üblicherweise in einem DrS2-Stellwerk umgesetzt?
  • Wie kann eine modellbahnerische Umsetzung gelingen?
  • Brauche ich tatsächlich einen Hardware-Schlüssel oder könnte ich diesen auch simulieren?
  • ...
Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen.

Erschwerend kommt leider hinzu, dass Schlüsselweichen in ESTWGJ bisher grundsätzlich nicht vorgesehen sind. Modellbahnerisch wird es für mich also hinsichtlich Umsetzung nochmal komplexer als bei der reinen Konfiguration einer vorhandenen SW. Es stellt sich die Frage, wie ich den Hauptteil der Stellwerkslogik aus ESTWGJ übernehmen, die SW jedoch gezielt um die gewünschten Abhängigkeiten erweitern kann? Erste Ideen dazu folgen später.

Zunächst jedoch ein Blick auf die Vorbildabläufe: Nachstehend seht ihr den zentralen Ausschnitt des Fahrdienstleiterstelltisches mit den Gruppentasten (oben).

Bild

Ich habe hier zwei Schlüsselfelder angelegt, die so in ESTWGJ nicht existieren. Gleis 1 ist grundsätzlich durch Flankenfahrten aus dem Ortsstellbereich gefährdet. Flankenfahrten können sowohl über W4a als auch über W6 bzw. die Gleissperre (und W7) erfolgen. Beide Varianten sind daher durch Schlüssel zu sichern. Im übrigen wird deutlich, dass die Weichen im Ortsstellbereich nicht über den Fahrdienstleitertisch betätigt werden können. Ist nun keine Fahrstraße über Gl.1 verriegelt, können die Schlüssel mittels Schlüsselfreigabetaste (SlFT) und Weichengruppentaste (WGT) freigegeben werden.

Wir springen nun in der Ortsstellbereich. Nachstehend seht ihr das geplante Pult für die Bedienung durch die jeweilige Rangierabteilung.

Bild

Beim Vorbild wäre es jetzt so, dass durch die beschriebene Bedienhandlung (SlFT+WGT) ein Schlüssel im Fdl-Tisch oder in einem Kasten vor Ort freigeschlossen worden wäre. Um elektrisch verriegelbare Schlösser zu vermeiden und einheitlich Stelltechnik unter den Modulen zu verwenden, möchte ich auf echte Schlüssel verzichten, obwohl das ohne Zweifel auch interessant wäre. Einer späteren Erweiterung sollte hier ebenfalls nichts im Wege stehen. Wie auch immer kann der Schlüssel (nach meinem Kenntnisstand) nach der erfolgten Freigabe nun durch Betätigen der Rangiererlaubnistaste (ERaT) (vor Ort) freigeschlossen werden. Dies möchte ich durch ERaT und eine weitere Taste neben dem Schlüsselsymbol (anstelle des echten Schlüssels) realisieren. Nach erfolgter Betätigung (und Kenntlichmachung des Zustands: 'Schlüssel entnommen' durch eine LED) können nun die Schlüsselweichen bzw. die Gleissperre betätigt werden. Dies erfolgt hier dann übrigens per Einknopfbedienung analog zum Hebel an der Weiche. Gleichzeitig können nun keine Fahrstraßen über Gl.1 mehr verriegelt werden.

Rückwärts geht dann nach Beendigung des Rangiervorgangs alles analog. D.h. Schlüsselweichen in Grundstellung bringen, Schlüssel einschließen (bei mir durch wiederum durch Bedienung des Tasters neben dem Schlüsselsymbol. Abschließend erfolgt noch die Rücknahme Schlüsselfreigabe durch den Fahrdienstleiter durch Drücken von SlFT und Schlüsselfreigabelöschtaste (SlFLT).

Um für die spätere Umsetzung nicht den Überblick zu verlieren, habe ich mir die Logik in Form eines kleinen Zustandsautomaten aufgezeichnet, welcher nachstehend dargestellt ist. Dieser soll mir bei der weiteren Umsetzung als zentrale Unterlage dienen.

Bild

Ich habe also ein erstes Konzept entworfen (dessen Prüfung ihr gerne kritisch vornehmen dürft!) und jede Menge gezeichnet. Die Umsetzung kann somit hoffentlich bald weiter voranschreiten. Wie bereits erwähnt, betrete ich hier absolutes Neuland. :? Ich hoffe, ihr verzeiht mir etwaige Fehler und freue mich wie oben erwähnt sehr über konstruktive Kritik. :D

Jetzt aber noch zu einem anderen Thema: Um nicht ausschließlich am Rechner zu sitzen, habe ich nebenbei begonnen, die Stelltischkästen zu bauen, die ihr nachstehend seht.

Bild

Bei dieser Gelegenheit habe ach etliche Teile eine erste Lackierung erhalten.

Bild

Ziel ist es nun, zunächst die elektrotechnischen Ausstattung der Stelltische aufzubauen, bevor ich mich dann endlich wieder verstärkt der Umsetzung der Logik widmen kann.

Bis dahin viele Grüße und weiterhin vor allem Gesundheit
Max

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Lax
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Re: Weilmünster - Feldversuch in 1:160

#211

Beitrag von Lax »

Hallo Max,

sehr sehr stark was du da gerade am planen bist! Ich freue mich schon auf deinen Lösungsansatz zur Schlüssellogig bei ESTWG.

Grüße

Dominik
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Re: Weilmünster - Feldversuch in 1:160 - Fahrstraßen und Schlüsselweichen

#212

Beitrag von Max13 »

Sicherungstechnik, Teil 5

Rangieren unter Formsignalen

Hallo zusammen,

in Teilen ich überlege weiterhin, wie die Abhängigkeiten der Stellwerkslogik für Weilmünster aussehen müsste. Besonders die Abhängigkeit zwischen Rangier- und Zugfahrten wirft bei mir noch einige Fragen auf. Deswegen auch heute hier mein Beitrag.

@Dominik: Ich will also den Tag sprichwörtlich nicht vor dem Abend loben. Ich hoffe, ich habe nicht noch irgendwo einen Showstopper übersehen... :fool:

Doch nun zu meinen konkreten Unkenntnissen: Ich möchte hierfür nochmal den nachfolgend dargestellten schematischen Gleisplan aus Weilmünster heranziehen.

Bild

Die Schlüsselweichen im Ortsgüterbereich sorgen primär dafür, dass Gl.1 gegen Flankenfahrten geschützt ist. Werden sie aufgeschlossen, müssen folglich alle Fahrstraßen über Gl.1 ausgeschlossen werden. Wenn jetzt im Ortsgüterbereich unter Nutzung von Gl.1 rangiert wird, ist Gl.2 in südlicher Richtung, d.h. nach Grävenwiesbach/Laubuseschbach über W9 gegen Flankenfahrten geschützt. Das Ausziehgleis kann also ohne Bedenken verwendet werden, wenn über W8 (und den zugehörigen Schlüsselweichen) in Gl.1 hineinrangiert wird. Soweit so gut. Nun aber zu den Unklarheiten:
  • Inwiefern schützt ASig P1 die nördliche Bahnhofsausfahrt (nach Weilburg) bei Rangierbewegungen in Gl.1. Nach meiner Kenntnis gelten Formhauptsignale nicht für Rangierfahrten (?), Sperrsignale existieren in Weilmünster nicht. Unter welchen Voraussetzungen darf P1 jetzt von Rangierfahrten überfahren werden? Grundsätzlich (was ich nicht vermute) oder nur auf ausdrücklichen Befehl des Fahrdienstleiters?
  • Noch interessanter wird das Ganze bei freigegebenem Schlüssel für W4a und damit der Verbindung nach Gl.1, welche hinter dem ASig P1 liegt. Konkret: Schließt die Freigabe des Schlüssels von W4a die Verriegelung aller Fahrstraßen in nördliche Richtung (d.h. von und nach Weilburg) aus? Oder wäre es möglich (natürlich grenzzeichenfrei bzgl. W1), Wagen in Gl.6 über W3 und W8 zu umfahren?
Grundsätzlich sollte ein SW-Ansatz hier flexibel angepasst werden können, allerdings würde ich es gerne gleich richtig umsetzen.

Ich freue mich also um Feedback aus dem Stummiversum.

Viele Grüße und ein schönes Wochenende
Max

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