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Landschaftsmodul im Ikea Regal aus 3 Bretter ist fertig :-)

Verfasst: Do 25. Jun 2009, 20:34
von Baumbauer
Servus zusammen.

Ich möchte hier in allen Schritten den Bau eines Landschaftsdiorama zeigen. Basis ist ein Brett 80 cm X 30 cm eines Ikea Regal.
Der Auftraggeber leidet unter Platznot, so daß es für eine Anlage nicht reicht. :cry:

Ich habe ihm dann den Vorschlag gemacht ein paar Landschaftsdioramen in ein Ikea- Regal zu bauen. Die elektrisch verkabelt sogar die Möglichkeit zulässt einen Fahrbetrieb im begrenzten Maße durchzuführen :lol:

Gemeinsam reifte sehr schnell eine Idee heran und auch das Thema war schnell gefunden.
Da wir beide den Englischen Garten in München einfach Klasse finden, wegen der abwechslungsreichen Flora und besonderen Ecken die wir beide kennen, sollte das Diorama deswegen Teile davon zeigen.

Wir haben dann folgende Dinge festgelegt. Es soll ein kleiner angedeuteter See mit einem Angler vorhanden sein. Eine Trauerweide soll dieser Szene den perfekten Rahmen verleihen. Ein Stauwehr und ein Bach der sich durch die ganze Brettlänge schlängelt, sowie eine kleine Brücke muß zu finden sein. Ein Schäfer mit Herde, ein Maler und ein Greifvogel beleben das Diorama.
Eine alte Winterlinde mit Doppelstamm, die Englischen Garten steht, soll darauf verewigt werden. Ein Moorbirkenwäldchen das am linken Eck den Bachlauf kaschieren wird, wurde beschlossen. Die elektrifizierte Bahnstrecke im Vordergrund bildet den Abschluss und soll auch befahrbar sein.

Nun aber genug geschrieben jetzt sollen Bilder und Taten sprechen.:lol:

Tag 1

Das erste Bild zeigt das Brett mit schon aufgeklebter 40 mm starken Styrodurplatte, die auf Maß zugeschnitten wurde. Als Kleber wurde Ponal Express verwendet. Wichtig dabei die Fläche des Styrodur sollte aufgerauht werden, damit der Kleber eine bessere Verbindung eingeht. Natürlich können auch Styropor Kleber oder ähnliche Kleber die nicht anlösen verwendet werden

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Das zuvor zusammengebaute und gealterte Stauwehr von MBZ http://www.microplanet.de wurde in Position gebracht und die benötigte Vertiefung durch zu Hilfenahme eines Cutters ausgeschnitten. So erreiche ich einen kleinen Höhenunterschied zwischen Bach Stauwehr und See.:wink:

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Aus Styropor habe ich dann die Basis für die Erdhügel ( Seeränder ) geschaffen und dabei das Stauwehr eingepasst und mit Ponal Express verklebt.
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Weiter ging es mit dem Bahndamm. Verschieden breite Kartonstreifen bilden die Grundform des Bahndamm. Wieder wurde mit Weißleim alles verklebt.

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Die Bachtiefe von circa 1 cm wird mit dem Cuttermesser ausgeschnitten. Natürlich könnte man das auch mit einem Drahtschneider ( heißen Draht ) machen, jedoch bin ich nicht in Besitz einen solchen und extra bauen deswegen wollte ich auch nicht.


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Ein Gipsgemisch aus Weißleim, Wasser und Gips wird zu einer sämigen Masse angerührt. Damit dann den Bahndamm verspachteln. Der Bachlauf und der See muss ausgepinselt werden und die restliche Geländestruktur modelliert.
Das auspinseln des See und des Baches ist deswegen wichtig, da später das Gießharz in alle nicht dichten Ritzen verläuft und das Styrodur auflöst.

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Der Tag 2

begann mit dem Verkleben des Tillig Code 83 Gleis. Damit nichts unabsichtlich verschoben wird während man weiter arbeitet sollte das Gleis mit Stecknadel fixiert werden.

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So lange der Kleber trocknet wurde mit dem Bachlauf weitergemacht. Die Zutaten dazu sind:
gesammelter Kies, Streusplitt ( NEU ) und Abtönfarben ( Olive, Blau, Schiefer, Weißleim )

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An Bachläufen oder kleinen Weiher ( Seen ) kann man meistens nicht den Grund erkennen und wenn, sieht man ein Gemisch aus braunen Sand, verrotteten Blättern, Ästen und sonstigen Schlamm. Diese Braun-Grün- Blaue Masse wird mit unterschiedlichem aufstreichen der 3 genannten Farben erreicht .

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Die Olive Abtönfarbe dient zugleich als Untergrund für das spätere Begrasen an den Erdwällen.

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Selbst ausgesiebter feiner Sand bildet den Weg der um den See ( Weiher ) entlang läuft.

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Ein Gemisch aus Kies, Sand und Splitt bildet den Uferbereich. Verklebt wird alles mit einem Wasser Leim Gemisch ( 50 / 50 + 2-3 Tropfen Spülmittel auf ca. 0,5 Liter ). Dunkelgrüne Mikroflocken von Woodland und Naturbuschreste vervollständigen den Randbereich

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Das Gleis ist nun fest und kann mit Rostfarbe von Revell gealtert werden. Ein kleiner dünner Pinsel leistet hier wertvolle Dienste. Die Holzschwellen werden mit einer Mischung aus Grau, Braun und Verdünnung gestrichen. Nach Trocknung arbeitet man die Erhebungen durch sehr hellem Grau heraus. Dabei wird die Farbe fast trocken durch vorsichtiges streichen aufgebracht.

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Nach einer Trocknungszeit von zwei Stunden kann geschottert werden.
Ich verwende Schotter der Gleisschotterschmiede http://stores.ebay.de/id=37848963&ssPag ... :MEFSX:SST
Ich denke günstiger geht es nicht mehr. Ein kleine Nagelbürste hilft beim gleichmäßigen verteilen. Letzte Feinheiten werden mit einem kurzen Borstenpinsel erledigt.

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Der Schotter wird mit der bekannten Wasser-Leim Mischung verklebt. Eine kleine Spritze mit Nadel verhindert, dass der Schotterkleber über die Schwellen läuft und so Flecken hinterlässt.

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Tag 3

Über Nacht konnte alles durchtrocknen und so kann nun der Gleisbereich mit Airbrush Technik eingesaut werden, das letzte Finish wird mit Kremer Pigmenten durchgeführt. Als Kompressor dient ein alter Kompressor eines Inhalationsgerätes. Damit der Druck nicht zu stark pulsiert sollte ein Druckluftspeicher dazwischen geschaltet werden. ( Alu Trinkflasche oder ähnliches )

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Nun zieht Grünes auf die Platte. Die Zutaten auf dem Bild sind Streufasern von Heki, Mininatur und Noch.

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Mit einem selbstgebauten Begrasungsgerät aus einer elektrischen Fliegenklatsche
http://www.nproject.org/de/modellbahn-l ... lbahn.html
werden die Fasern elektrostatisch aufgebracht. Als Kleber kommt Ponal Express und Olive Abtönfarbe, die 70 / 30 gemischt wird, zur Anwendung.
Die zu begrasende Fläche sollte nicht zu groß gewählt werden damit der Kleber nicht zu schnell anzieht. Ein Matte Haut darf sich nicht bilden.:!:


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Kurze Antrocknungszeit sollte man dem Kleber geben, um das anschließende Absaugen zu ermöglichen. Bitte nicht vergessen einen alten Damenstrumpf in den Saugschlauch zu klemmen, um die überschüssigen Fasern aufzufangen und so den Ausschuss zu minimieren.
Ich verwende einen Staubsauger mit Auffangbeutel, so kann mehr Volumen aufgesaugt werden, da der Damenstrumpf doch sehr schnell zu macht.
Wichtig die Saugdüse so nah wie möglich an die begraste Fläche halten und so die noch nicht stehenden Fasern aufstellen. Hier muß man je nach Saugleistung des Staubsaugers den Abstand wählen. Genaue Angaben kann ich hier nicht machen. Das muß jeder selbst herausfinden.

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Durch aufsprühen des Belaubungskleber von Noch lässt sich ein zweiter Durchgang mit dem selbstgebauten Begraser durchführen. Dadurch erhält man unterschiedliche Grashöhen. Durch punktuelles Vorgehen lassen sich so sehr gute Effekte erzielen.

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Stellen wo man versehentlich das Gras wieder weggesaugt hat werden mit gesiebter Erde bearbeitet.

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Wie schon in der Einleitung geschrieben ist ein kleiner Moorbirkenwald in linken Bereich vorgesehen. Diese Fläche wurde dementsprechend etwas kahler begrast um den moorigen Boden anzudeuten. Weitere Bearbeitungsstufen werden noch folgen.

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Einer der nächsten Schritte ist das anlegen des kleinen Sandweg über die Brücke gewesen. Danach baute ich die kleine Holzbrücke von MBZ zusammen. Durch graue Abtönfarbe und ein wenig Sand konnte die Holzbrücke sehr schnell altern und passte so besser in die kleine Landschaft.

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Die Begrasungsarbeiten sind nun alle erledigt, deshalb können nun die selbst lackierten Fahrmasten von Sommerfeld gesetzt werden. Die Frage warum nicht eher erklärt sich fast von selbst. Sie wären beim Begrasen im Weg gestanden.
Eine selbstgebastelte Leere hilft hier die Höhen und die Gleismitte einzuhalten.

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Gutes Durchtrocknen ist Vorraussetzung für den nächsten Arbeitsschritt. Deshalb habe ich am Vortag gegen Mittag die Arbeiten beendet.
Heute wird der erste Durchgang mit Gießharz vollzogen. Dazu muß das Anlagenstück / Diorama / Modul im Wasser stehen. Gießharz ist zwar dickflüssig hat aber eine sehr gute Fließfähigkeit. Es kriecht in alle Ritzen und steigt auch etwas am Rand hoch. Diese unschönen Stellen sollten später noch mal nachgearbeitet werden.
Ich verwende ausschließlich Gießharz der Firma Closscoat von Voss Chemie.
Dieses Harz ist zwar nicht billig aber die Eigenschaften sind einfach perfekt. Keine Geruchsbelästigung und perfekte blasenfreie Ergebnisse. Vielen kennen dieses Harz aus einigen Bauanleitungen von Josef Brandl.
Damit die Ergebnisse perfekt werden muß unbedingt das Mischungsverhältnis eingehalten werden. :!:

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Die erste Ladung Gießharz erhielten das Stauwehr und der kleine See.
Damit später der Ausgegossen werden konnte und der Bach musste künstliche Begrenzungen angefertigt werden. Das könnte man mit PVC Glas erreichen oder so wie ich es gemacht habe mit Heißkleber der in mehreren Lagen aufgebracht wird. Anschließende Farbbehandlung passt den Übergang vom Grund zum Gießharz an. Später wird man davon nichts mehr erkennen können.
Nach dem eingießen heißt es 24 Stunden stehen lassen zum aushärten.

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Tag 5

Die kleine Insel im rechten Hintergrund soll fertiggestellt werden. Dazu habe ich vorher alte Pinsel mit Airbrush Pistole in verschiedenen Grüntönen eingefärbt.

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Kleine abgeschnittene Büschel werden punktuell gesetzt und ergänzen so den Uferbereich. Rohrkolben und Seerosen aus dem Hause MBZ runden das Gesamtergebnis ab.

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Beim Verkleben der Zutaten darf kein Sekundenkleber verwendet werden. Die Dämpfe legen sich sonst wie ein Grauschleier auf die Oberfläche des Sees und verderben die ganze Arbeit. :!: :evil: :!:

Zum Abschluß hier noch 3 Bilder des fast fertigen Sees es fehlt nur noch die Trauerweide.

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Fortsetzung folgt:-)

Manfred

Verfasst: Do 25. Jun 2009, 20:42
von JoMä
Hallo Manfred,

toller Ausführlicher Bilderbericht von toller Arbeit!

Freue mich auf mehr von dir!

Ruhmeshalle???


MfG

Verfasst: Do 25. Jun 2009, 20:43
von Udo Karl
Hallo,

ich bewundere immer Leute, die so etwas bauen können.
Einfach toll !!!

Verfasst: Do 25. Jun 2009, 20:59
von Re 465
Hallo
Halle des Ruhmes!

Gruß Andreas

Verfasst: Do 25. Jun 2009, 21:09
von Schiefe Ebene
hallo manfred,

danke für die tollen bilder und den ausführlichen baubericht. das sieht absolut super aus - da kann man nur den hut vor ziehen.

Verfasst: Do 25. Jun 2009, 21:13
von Barmer Bergbahn
Wäre zwar traditionell ein Thema für die Rubrik ANLAGENBAU, jedoch stimme ich der Tendenz in Richtung

Ruhmeshalle

absolut zu!!!

Verfasst: Do 25. Jun 2009, 21:16
von TomTom 66
KLASSE :D :D :D

Verfasst: Do 25. Jun 2009, 21:17
von GeX008
Wow, also wenn das mal nicht faszinierend ist...

Das schreit definitiv nach der Ruhmeshalle..! :shock:

Verfasst: Do 25. Jun 2009, 23:44
von Jochen K.
JoMä hat geschrieben:
Ruhmeshalle???

Erst, wenn man die Bilder wieder sehen kann. Im Moment geht das nicht, weil die Datenmenge überschritten ist. Wie groß waren die Bilder eigentlich? Vielleicht hätte man die etwas stärker komprimieren sollen.

Run auf meinen Bericht

Verfasst: Fr 26. Jun 2009, 05:45
von Baumbauer
Hallo Modellbaufreunde

Ja was war das denn innerhalb von 4 Stunden ist mein Traffic vom 3000 GB leergeräumt worden :evil: :evil:
So was habe ich noch nie erlebt :oops:

Das heißt für mich aber das solche Bauberichte gewünscht sind :lol: :lol:

Wenn ich zeitlich dazu komme werde ich noch einige Nachschießen :twisted:

Habe da schon das eine oder andere im Kopf und werde Euch damit versorgen. Ein Bericht wird der Bau einer Holzbrücke nach US Amerikansichen Thema sein.
Auf meinen Ausstellungsmodul 0n30 das ich für die 2´te Us Convention baue sind noch so ein paar schöne Details verbaut wo ich einige Berichte daraus basteln kann. :lol:
Nur ich brauche Zeit dazu die bei mir eigentlich immer zu wenig ist :evil:

Auf alle Fälle freue ich mich über diese heftige Reaktion. So die Bilder sind besser komprimiert und etwas verkleinert. Noch kleiner muß ich Sie machen wenn der nun dazugekaufte Traffic wieder nicht reicht :evil:

Doch das möchte ich vermeiden da sonst die Bilder zu klein werden und nichts mehr erkennbar ist. :cry:

Jetzt mache ich mich fertig für die Fahrt nach Sinsheim :wink:

Grüße von

Manfred

Verfasst: Fr 26. Jun 2009, 05:58
von Muenchner Kindl
Servus Manfred,
Ja was war das denn innerhalb von 4 Stunden ist mein Traffic vom 3000 GB leergeräumt worden
So was habe ich noch nie erlebt
Tja, wenn man so ein tolles Diorama erstklassig in einem der groessten Modellbahnforen praesentiert, dann kann das schon passieren :lol:

Fuer die Ruhmeshalle sehe ich eigentlich auch keine Alternative ;)

Danke fuer die Bilder und die spitzen Dokumentation :)

Verfasst: Fr 26. Jun 2009, 06:05
von Baumbauer
Servus nochmal
Der Umzug sehe ich gerade in die Ruhmeshalle ist schon passiert :oops: :oops:

DANKE, DANKE, DANKE

Werde mich bemühen weiter solche Berichte in der gleichen Qualität zu liefern. :lol:

So aber jetzt los :wink:

Manfred

Verfasst: Fr 26. Jun 2009, 07:18
von burion
Super tolle Anleitung. :)

Die Ruhmeshalle ist der einzig denkbare Ort für diesen Bericht!

HerzlGrüße
Jürgen

Ein "How to do" vom Feinsten...

Verfasst: Fr 26. Jun 2009, 08:03
von zeichner
Dankeschön!

Solche Schritt für Schritt-Anleitungen sind wirklich unbezahlbar...
Danke für die Mühe...




Gruss, Aurel

Verfasst: Fr 26. Jun 2009, 08:55
von DB 143
Hallo,
kann meinen Vorrednern nur beipflichten.
Hast du die Artikelnummern für die Büsche auf den letzten 3 Bildern hinter dem Schilf?

Verfasst: Fr 26. Jun 2009, 12:11
von Boomel
Udo Karl hat geschrieben:Hallo,

ich bewundere immer Leute, die so etwas bauen können.
Einfach toll !!!
Ich auch!
Einfach Toll und das auf dem Raum. Klasse!

Verfasst: So 28. Jun 2009, 11:07
von kaiyjaiy
Willkommen und Glückwunsch zur Ruhmeshalle.

Und vielen Dank für den Baubreicht.

Grüsse
Andreas

Verfasst: So 28. Jun 2009, 20:22
von Baumbauer
Servus Zusammen.

Ich freue mich über Eure Kommentare und bedanke mich herzlichst bei Euch. Seit Freitag ist über 1500 mal die Seite angeklickt worden , das ist echt der Hammer. Gott sei Dank ist der Traffic immer noch ausreichend.

Sinsheim war sehr stressig und ich muß erst mal durchschnaufen.
Ich hoffe Euch bald neue Bilder zu liefern und natürlich die passende Beschreibungen dazu.

Zu der Frage: Es wurden Naturbüsche mittelgrün in Größe 2 verarbeitet

Gruß

Manfred

Verfasst: Mo 29. Jun 2009, 14:59
von JanE
Hallo Manfred,

ganz großes Kino! Und wo du schon den Meister erwähnst (Brandl), dieses Diorama kann seinen Werken leicht das Wasser reichen.

Ich hoffe, irgendwann selbst solche Arbeiten zustande zu bringen, zumindest hilft dein grandioser Beitrag, mich in diese Richtung des Könnens entwickeln zu können. Vielen lieben Dank!

Verfasst: Mi 1. Jul 2009, 13:34
von Bernerslee
Ich kann ... sagen.... nix....


WOW!


Ich finde hier müssten sich ein paar Leute der Ruhmeshalle zusammen tun und eine Anlage gemeinsam erstellen... Was wäre das sicherlich eine perfekte Kombination aus Anlagen,- Landschafts,- und "Technikbau".


MFG

Torsten

Landschaftsmodul im Ikea Regal Update 01.07.09

Verfasst: Do 2. Jul 2009, 03:57
von Baumbauer
Tag 6

Es geht weiter mit dem Bach

Heute möchte ich die Welle modellieren die durch den geöffneten Schieber entsteht. Wer schon mal das in echt gesehen hat, wird sicherlich diese Welle kennen. Wir haben in München einige Stellen wo solche künstlichen Wellen von Jungendlichen zum Wellenreiten benutzt werden. Naja unsere Parkgesellschaft sieht das gar nicht gerne wird aber geduldet:-)

Zur Anwendung ist ein zwei Komponentenkleber der gleichen Firma wie des Gießharz zur Anwendung gekommen. Viele einzelne Stufen waren nötig um solch eine Höhe zu modellieren.
Der Kleber hat die Eigenschaft eigentlich Glas Klar auszutrocknen und ist auch sehr fließflähig. Er zeigt Anfangs die selben guten Eigenschaften wie des Gießharz, da er aber sehr schnell hart wird konnte ich Stück für Stück durch zu Hilfenahme eines alten Stupfpinsel die Masse so lange massieren bis sich kleine Luftbläschen bilden und dies nun aussieht als würde das Wasser schäumen.
Doch Vorsicht wer den Pinsel zu spät wegnimmt riskiert das er plötzlich festklebt.
Den letzten Schlif mit verdünnter weißer Farbe bekommt das Wasser am Ende.

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Ihr könnt nun auf den nächsten zwei Bildern eine weiße Masse erkennen. Einige unter Euch kennen sicherlich Window Color Fenstermalfarbe.
Ich möchte Euch ein paar Tips geben damit die Arbeit auch gelingt.
Ich verwende für die Wellenstruktur Window Color Glas Klar.

Beim Auftragen aufpassen das die Streifen oder die Menge des Materials nicht zu viel ist. ( nicht höher als 2- bis Max 3 mm ) da sonst das Glas Klar nicht vollständig Klar wird und unschöne milchige Flächen übrig bleiben ( Welch ein Satz :roll: ).
Lieber einmal weniger aufgebracht und eventuell einen zweiten Durchgang als zuviel davon.
Weiterhin darf das Zeug nicht zu alt sein. Angebrochene Flaschen oder schon lange in dem Regal gestandene Flaschen, hatten den selben Effekt wie zu viel Material, es blieb weiß oder milchig. :evil:
Testet es an einem Probestück aus ob es wirklich noch gut ist, wenn es restlos klar austrocknet sollte der Anwendung nichts im Wege stehen. :lol:

Eine Andere Möglichkeit zur Imitation von Wellen, ist die Anwendung von Zwei-Komponenten Kleber des gleichen Hersteller des Gießharz. Nach Anrühren des Kleber ihn etwas anziehen lassen ( 1-2 Minuten ), so daß dieser nicht mehr so ganz flüssig ist. Mit einen abgeschrägten Holzspatel den Kleber in Wellenform aufbringen und in Flußrichtung Verlaufspuren oder Verwirbelungen darstellen. Auch hier habe ich zuvor, um ein Gefühl dafür zu bekommen, an einem Teststück geübt. Nur Achtung nicht zuviel davon auf einmal anmachen da sonst die Gefahr besteht diese Menge nicht schnell genug verarbeiten zu können. Auch hier gilt viele kleine Schritte als einen zuviel.


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So diesmal nur ein kleiner Bericht aber es geht bald weiter.:lol:

Nächstes Update wird der linke Moorbirkenwald sein und die Fertigstellung des Sees mit der Trauerweide

Verfasst: So 5. Jul 2009, 06:33
von Baumbauer
Tag 7- 10

Die Tage 7 bis 10 wurden für das Anfertigen der Bäume benötigt
Am Ende waren es 20 Moorbirken wobei letztendlich nur 11 einen Platz gefunden haben aber das konnte ich vorher noch nicht wissen.
Ich habe noch eine Doppelstämmige Winterlinde angefertigt, nach Originalaufnahmen des Baumes der im Englischen Garten steht und eine stattliche alte Trauerweide wo der Stamm besonders detailliert ist.
Die Anfertigung solcher Bäume wird von Jos unter Baumbau perfekt beschrieben.

Letzter Tag

Das gesammelte Bruchholz wurde sortiert und für den Einbau vorbereitet.

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Ich habe vom linken Eck aus begonnen den Moorbirkenwald aufzubauen. Ein nachträgliches Einfügen von Ästen oder Schilf ist nicht möglich da alles sehr eng ist.

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Es wurden immer ein bis zwei Birken gesetzt und dann die Zwischenräume mit Bruchholz und Schilf ( alte Borstenpinsel wie schon beim See ) aufgefüllt.

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Systematisch arbeitete ich mich nach vorne und konnte so das sehr dichte Ergebnis nach Originalbild erreichen.
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Die Trauerweide konnte nun als nächstes gesetzt werden. Nach dem Verkleben sind noch die hängenden Äste ein wenig ausgerichtet worden und die Wurzel noch durch Heki Gras beigearbeitet.
Nun hat der Angler wirklich ein idyllisches Örtchen. Ich kann mir wirklich gerade das Kröten und Enten gequake vorstellen. :lol:

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Weiter geht es mit den Echtholz Telegrafenmasten von http://www.kotol.de. Diese schönen filigranen Teile passen perfekt dazu. Das ganze wird mit Gummi Telegrafenlitze verspannt. Leider ist die Litze Weiß und muß natürlich noch mit Anthrazit Matt nachgefärbt werden. Zeitaufwand keine halbe Stunde.

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Es wurde Zeit das die Schafherde mit Schäfer auf dem Dio ihren Platz bekommen. Dazu musste aber noch vorher die Grasfläche etwas gekürzt werden. Die Schafe sollen ja nicht im Gras schweben.
Eine alte Haarschneide Maschine wird deshalb zweckentfremdet.


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Nun konnte ich die Herde mit Uhu Flinke Flasche verkleben.

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Das Ergebnis nach einer guten Viertelstunde

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Der Maler fand auch sein Plätzchen um die angetroffene Szene in Öl einzufangen.

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Die Winterlinde konnte als letzter Baum, nachdem alle anderen Arbeiten erledigt waren, gesetzt werden.

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Es fehlten nun die Feinarbeiten. Kleine Büsche, Blumen und Bodendecker.
Dazu wurden Naturbüsche aus meinen Sortiment, Blumenflock von Mininatur und Reste aus der Produktion verarbeitet. Weiterhin wurden Enten versteckt, zwei Greifvögel und drei Vögel die am fliegen sind ( ja ich weiß man sieht den 0,05 mm Draht ) :evil:

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Nach einige Tagen und doch nicht wenigen Stunden, ( es waren 31 ) war es nun soweit.
Das Dio ist fertig für den Einbau ins Ikea Regal. Ein Fotohintergrund der noch abgelichtet wird und seitliche Beleuchtung sollen diese kleine Landschaft perfekt in Szene setzen. Ich hoffe das der Empfänger genauso viel Spaß damit hat, wie ich beim Bau. :lol:
Ich hoffe das viele Bilder Anregung finden zum Nachbau oder zur Nachahmung.
Nun noch ein paar Bilder des fertigen Dio.
Wenn ich heute Glück mit dem Wetter habe nehme ich das Dio mit ins Freie und mache draußen in der Sonne Bilder. Diese werden dann noch nachgereicht.

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Habe fertig

Gruß
Manfred :wink:

Verfasst: So 5. Jul 2009, 07:54
von frankshuette
Toll ! Einfach nur schön !

Und die Mühe, die eine so detailierte Anleitung macht, kann ich nur zu gut nachvollziehen. Danke.

Frank

Verfasst: So 5. Jul 2009, 08:26
von Rossi
Hallo Manfred

Tja, da staunt der Laie. Das sieht wirklich fantastisch authentisch aus. Herzlichen Glückwunsch zu Deinem Kunstwerk. Als Verehrer von Meister Brandl muss ich ebenfalls sagen, dass dieses Diorama seinen Werken in nichts nachsteht. Einzig die Farbe des Schotterbettes stört mich ein wenig, aber vielleicht bin ich einfach nur ein anderes Aussehen gewohnt. Bei uns ist das eher rostbraun.

Danke auch für die Schritt für Schritt-Anleitung. Dass kann der Meister nicht so gut wie Du oder vielleicht will er auch nicht. Ich werde zu gegebener Zeit (die ist auch bei mir rar) diese hervorkramen und meinen Flusslauf unter dem Viadukt ähnlich "modellieren". Allerdings in N, das ist dann noch etwas feiner und da muss ich dann wenigstens keine Vögel mehr an Drähte hängen :lol:

Gruss
Rossi

Verfasst: So 5. Jul 2009, 09:28
von Baumbauer
Servus Rossi

Danke für die Blumen.:oops:
Ich finde auch Brandl seine Arbeiten Klasse und freu mich wenn Du mich auf die gleiche Stufe stellst.

Ja mit der Farbe des Gleisbettes bin ich auch noch nicht zufrieden zumal das im Kunstlicht noch krasser aussieht als in echt oder Sonnenlicht. :evil:

Die Nacharbeitung werde ich heute bei Tageslicht im Freien machen.
Da habe ich bessere Lichtverhältnisse obwohl ich im Keller teure Tageslichtröhren habe. :lol:
Nur Sonnenlicht ist halt Sonnenlicht :wink:

Auf alle Fälle freut mich das der Bericht angenommen wird. :P

Gruß

Manfred