Traudelsheim - mein erste großes Projekt

Bereich zur Vorstellung der eigenen Modellbahnanlage.

Gewünscht sind insbesondere Fotos, technische Daten, Gleispläne und evtl. auch Berichte über die Entstehung. Die Anlage sollte in einem "vorzeigbaren Zustand" sein, für reine Rohbauberichte ist das Forum "Anlagenbau".

Bitte startet in diesem Bereich für jede Anlage einen eigenen Thread!
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Elch
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Traudelsheim - mein erste großes Projekt

#1

Beitrag von Elch »

Die Vorgeschichte
30 Jahre ist es ungefähr her, dass ich mit dem Modellbahn Virus infiziert wurde. Es war damals nicht nur Mode eine Modellbahn im Freundeskreis zu besitzen, mit Märklin gehörte man auch zu den coolen Kids: Die 120er (rot-beige) war mein Flaggschiff, die 194er eines anderen Klassenkameraden war aber uns allen durch die Zugkraft überlegen und so weiter. Auf den M-Gleisen wurde viel damals gefahren, analog natürlich und so war uns als Grundschülern von 8 Jahren schon ein wenig klar wie ein Stromkreis so funktioniert.
Dementsprechend gab es auch die ersten Analgeprojekte in dieser Zeit: Was war ich stolz als ich zu Weihnachten meinen raum erfüllt bekommen habe und ein Kibri-Fertiggelände bekam. Auf 1,5*1m war mit 2 Stromkreisen ordentlich betrieb. Das war damals, in der Ich bin bei der Sache geblieben während bei meinen Grundschulfreunden zu denen ich noch Kontakt habe die Eisenbahn in Kisten verschwunden ist und wohl so schnell nicht mehr ans Tageslicht kommt. Ein gleiches Schicksal ereilte mein Fertiggelände das erst im Keller stand und später habe ich es verschenkt, damit es nicht im laufe eines Umzugs kaputt geht.
So ganz habe ich aber nicht von dem Thema loslassen können. Ein Teppichbahnkreis mit C-Gleisen, Erweiterung meiner Sammlung des Rollmaterials sowie eine Digitalisierung mittels Control Unit liefen parallel weiter. Knapp 18 Jahre nach dem Fertiggelände später bezog ich nach Abi, Studium und ersten Joberfahrungen endlich meine eigene Wohnung und reservierte ein Zimmer für meine Modellbahn. Leider kam ich über den Planungspunkt und einen großen Testkreis nicht hinaus. In diese Zeit fallen die konsequente Digitalisierung und technischem Tuning des Wagenmaterials mit LED-Innenbeleuchtung, vieles mit Hilfe des Stummiforums und auch des monatlichen Stummi-Stammtisches in Sindelfingen.

Ich machte Urlaub, eine Fähre am Rand der Welt ist besser als Paarship und etwas später zog ich der Liebe wegen nach Augsburg. Der folgende Umzug machte meinen Anlagenbau zu nichte. Trotzdem konnte meine Frau dann nicht aud Dauer dem Druck der Entscheidung "Ich oder deine Modellbahn" standhalten. Wir fanden eine salomonische Lösung: Der Keller meiner Schwiegermutter muss komplett sowieso aufgeräumt werden, die freiwerdende Fläche darf ich nutzen um meine Bahn aufzubauen. Meine Schwiegermutter, meine Frau und ich waren einverstanden und nach knapp 2 Jahren immer wieder räumen war der Platz frei. Da wir langfristig in der Familie planen irgendwann Wohnungen zu tauschen, fällt das Damoklesschwert des Umzugs weg. Die bittere Pille, ich habe 500m Fußweg von der aktuellen Wohnung zum Modellbahnkeller - ein Luxusproblem.

Das Szenario
Die Anlage stellt einen Bahnhof einer fiktiven mittelgroßen Stadt in Süddeutschland dar. Die Gleise sind elektrifiziert (allerdings nicht funktionsfähig im Betrieb). Fernverkehrszüge halten manchmal und eine S-Bahn Strecke endet hier. Die Epoche V bis heute, wobei ich das nicht so eng sehe und auch mal sich ein Zug aus früheren Epochen zurück in die Zukunft verirren darf.
Aktuell sieht die Planung einen Kopfbahnhof vor, doch aktuell tendiere ich wieder zu einem Durchgangsbahnhof um die Bahn einfach fahren zu lassen. Durch den Baubeginn habe ich zwar die Rahmenbedingungen verengt, aber noch ist es noch nicht zu spät, da nur die Basis und der Schattenbahnhof steht. Bei der aktuellen Geschwindigkeit des Baus habe ich vorraussichtlich noch ein knappes Jahr Zeit hier eine Entscheidung zu treffen. Daher wird es spannend bleiben. Im Rahmen dieses Threads halte ich euch auf dem laufenden. Insbesondere wird es spannend, welchen Kompromis ich dann eingehen muss und welche Anforderung "fällt":
  • Gleislänge von 2,7m (der längste Zug hat 2,3m) was schon im Schattenbahnhof ein Problem ist
  • Zweispurige Hauptstrecke im sichtbaren Bereich um mehr als einen Zug einfach so fahren zu lassen
  • Kleinster Radius R2
  • Kopfgleise für Regionalverkehr
  • Bahnbetriebswerk um Dampfloks abzustellen (als Museum getarnt)
Aus diesem Grund habe ich noch keinen Plan angehängt.

Die Technik
Märklin K-Gleis im Schattenbahnhof, der sichtbare Bereich kann auch noch zu C-Gleisen werden (siehe oben).
Gefahren und geschaltet wird Digital. Erstmal noch mit einer Control Unit und einem Keyboard. Als Schaltdecoder werden aber ESU Switchpilots eingesetzt und die Lokomotiven laufen großteils schon mit ESU LoPi v4. Strecken für Rückmelder sind vorbereitet so dass ich ohne Probleme hier Module einbauen kann. Welche Zentrale dann die Zentrale Schalteinheit wird, wird dann auch irgendwann entschieden - aber erst später. Der PC als Schaltzentrale ist momentan definitv raus, aber sag niemals nie.

Der Raum
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Es ist ein normaler trockener Kellerraum. Die Stockflecken an der Wand stammten von einer Waschmaschine bevor es einen ordentlichen AquaStopp gab. Eine Heizung ist vorhanden, nur das Fenster würde so manchen Bestimmungen heute nicht mehr genügen (das wird irgendwann mit allen anderen Kellerfenstern getauscht). Ebenso waren Licht (bis auf eine 60W Funzel an der Decke) und Steckdosen (1!) eigentlich nicht vorhanden.
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Um bei meiner Schwiegermutter und meiner Freu die "Landnahme" zu verdeutlichen klebte ich dann mit Malerkrepp die vorraussichtlichen Abmessungen auf den Boden. Spoiler: Ich habe sie leicht überschritten.
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Die Wand habe ich mit AntiSchimmelspray behandelt und den Geruch von Schwimmbad verteilt. Danach folgte eine himmelblaue Wandfarbe um eine einheitliche Farbe zu haben und gleichzeitig schon mal den Himmel darzustellen. Anschließend folgten noch Steckdosen - kann man nie genug haben - welche zum Teil abschaltbar sind und zwei LED Rasterleuchten an der Decke. Damit war der Raum hell und ich hatte einen Arbeitsplatz mit einer eigenständigen Beleuchtung.

Der Unterbau
Ich habe mich nach langem für und wieder für eine Metallunterbau entschieden. Ich fand die Idee ganz spannend relativ schnell einen sehr stabilen Unterbau zu haben. Als Profile kamen L-Profile von OBI zum Einsatz die eigentlich für Schwerlastregale eingesetzt werden. Sie lassen sich wunderbar mit einer Metallsäge ablängen und werden durch M8 Schrauben miteinander verschraubt. Was ich zu diesem Zeitpunkt nicht bedacht hatte, ist das die Verbindungen nicht ganz plan aufeinander sind. Dadurch Wuchs meine Anlage nochmal knapp 3cm in der Länge. Hake das unter Toleranz ab.
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Der erste Testaufbau wirkte noch recht wacklig. Als ich dann die Schrauben fester gezogen habe, wurde es immer stabiler, mit Eckverbindern wurde es am Ende mit der Wand verschraubt so massiv, dass man darauf tanzen könnte. Einen Teil trägt auch die 15mm Birke Multiplex-Platte bei die den Schattenbahnhof und die Gleiswendel tragen wird. Sie ist dann auch nochmal mit dem Gerüst verschraubt (auf dem Bild noch vor der Verschraubung). 8mm Pappelsperrholz bildet dann das Material der Rampen (und als Unterlage für den Testkreis hinten im Bild ohne Kreis).
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Anmerkung: Ich bin schon etwas weiter, aber ich habe keine Bilder zuletzt gemacht.

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Elch
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Re: Traudelsheim - mein erste großes Projekt

#2

Beitrag von Elch »

Nachdem nun das Grundgerüst steht, kommt der nächste Schritt: Der Schattenbahnhof.

Der Schattenbahnhof hat 4 Gleise mit ca. 3m Länge je Gleis. Damit haben die längsten Züge mit 2,4m locker Platz und ich muss mir keine Gedanken machen, dass vielleicht noch etwas hinten überragt. Außerdem kann ich so Erfahrungen sammeln wie das mit dem verlegen von Flexgleisen ist. Bisher habe ich einen heiden Respekt davor: Aber es klappt wunderbar und es ist einfacher als ich dachte. Vor dem Schattenbahnhof ist ein Haltebereich eingeplant. Hier sorgt wie auf den 4 Gleisen je ein Bogobit-Modul für eine sanfte Bremsung. Insgesamt sind 3 Magnetartikel und 5 Bogobits im Einsatz. Sollte das auffahren der Weichen nicht sauber funktionieren, kann ich immer noch einen weiteren Stoppbereich einbauen. Will ja keinen Anschluss an den Switch-Pilots vergeuden.
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Temporär wird der Schattenbahnhof von einem Wendehammer geschlossen, so dass ich Fahrbetrieb aufnehmen kann. Der Wendehammer besitzt auch als einziger Bereich ein Teilstück im "engen" Radius R1. Das ganze auch in einer langen S-Form. Wenn das funktioniert, dann habe ich mehr Spielraum bei der weiteren Anlagenplanung in der ich aktuell 3 2221 und Bogenweichen eingeplant habe.
Später fällt der Wendehammer weg und es geht über 4 Wendel auf die Anlagenhöhe.

Die Rampe
Über eine lange Rampe ist er an einen Gleiswendel auf die Anlagenhöhe angeschlossen. Die Rampe ist deswegen notwendig, weil ich die Loks im äußeren
Radius auffahren lassen möchte und ich mit dem Bau der Rampe auch gleich ein paar Versuche machen wollte bevor ich mich an den riesigen Wendel traue. Zuerst wollte ich die Rampe in Birke Multiplex (10mm) ausführen und habe dann immer weiter gedowngradet und bin im endeffekt bei 8mm Pappel gelandet und bisher war es die beste Wahl.
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Die Schalldämung
Ich habe mich für 5mm Trittschalldämmung in Plattenform entschieden. Das Selitac ist sehr gut zum verarbeiten mit einem einfachen Teppichmesser und mit doppelseitigen Klebeband hält es super auf dem Holz. Zudem bildet es eine rutschfeste Unterlage, wenn die Schienen zuerst nur schwimmend verlegt werden. Am Aufgang der Rampe ist an einigen Stellen auch doppelt verlegt um einen guten Übergang in die Rampe zu erhalten.
Zur finanalen Befestigung verwende ich 2,5 mm*12 Schrauben. Diese sind per se zu dick für die Schraublöcher der K-Gleise aber auch zu schmal für die Zwischenräume. Da ich eine direkte Befestigung nicht möchte (Stichwort: Schallbrücke) erhalten die Schrauben einen kleinen Kragen aus einem 2mm langen Stück aus einem Aquariumschlauch. Eingedreht verschwinden sie auf Höhe der Schwellen und der Kragen fixiert die Schiene und zwar so, dass ich sie immer noch herausdrehen kann. Was insbesondere in den ersten Metern häufiger vorkam.
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Elektrisches
Auf der linken Seite der Fahrtrichtung ist eine Ringleitung verlegt mit einem ordentlichen Durchmesser vom 1,5mm². Mit Wago-Klemmen sind sie angeschlossen, zum Gleis selber führt dann der gleiche Durchmesser. Ist denke ich mehr als ausreichend dimensioniert. Über die rechte Schiene wird dann zurück gemeldet. Hier sind vorbereitend die üblichen 0,14mm Kabel angelötet.

Dennoch waren die ersten Testfahrten eher ernüchternd. Die Lok blieb immer wieder stehen:
Was nützt der beste Anschluss, wenn die Gleise total verdreckt sind. Im Schattenbahnhof greife ich auf gebrauchte Gleise zurück die schon auf irgendeiner Anage ihren Dienst taten. Ich habe sie mir auf Messen oder eBay zusammengekauft. Wer billig kauft hat mit den Konsequenzen zu legen, aber nach dem Schrubben mit einem in Spiritus getränkten Tuch und bzw. spiritusgetränkte Filzspitze eines Dremels ist hier einiges von den Gleisen herunter gekommen. Dann ein paar mal mit der Lok drüber gefahren (mit mehrmaligen Anstubsen anfangs) und schon ging es im Kriechgang problemlos über die Stellen.
An einigen Stellen half dagegen nur Gewalt: Die PuKos waren scheinbar etwas zu verbogen, so dass kein Kontakt mehr zustande kam. Vorsichtiges gegenbiegen war hier die Abhilfe. Manchmal meinte ich es mit den Schrauben auch zu gut und ein lockern ebendieser brachte Abhilfe.
Im Sinne einer weiteren Schalldämmung (Rattern des Schliefers) und verbesserter Stromabnahme überlege ich gerade einen Draht auf die Pukos aufzubringen. Die Frage ist nur: Geht das.

Erstmal muss ich erstmal alle Wagoklemmen zwischen den Gleisen im Selitac versenken. Es ist dieser verfluchte halbe milimeter der immer wo übersteht.
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Otaku
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Re: Traudelsheim - mein erste großes Projekt

#3

Beitrag von Otaku »

Ein Metallgerüst sieht man selten, halte ich aber für eine solide Sache. Bin auf die weiteren Fortschritte gespannt!

:gfm:
Gruß, Sebastian

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Elch
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Re: Traudelsheim - mein erste großes Projekt

#4

Beitrag von Elch »

Ich habe mein erstes mal im Leben ein Flexgleis verlegt. Trotz der üblichen Tutorials und Beiträge wie es am besten geht (Zählen bis unendlich geht wie immer einfacher) ging das ganze recht gut von der Hand. Das ernstere Problem war die Arbeitshöhe auf 50 cm eingeengt von den oberen Querstreben des Metallunterbaus. Sie zu entfernen war keine große Option, als die letzten Gleise lagen war ich aber dazu durchgedrungen: Das nächste mal entferne ich sie.
Das ich bei der Bestellung der Flexgleisklemmen nicht gegeizt habe und gleich 4 bestellt habe, war jedenfalls Gold wert. Mit nur zwei Klemmen wäre es doch sehr schwierig gewesen. Den mitgelieferten Imbus ersetzte ich aber durch meinen Dreher mit einem passenden Bit. Abgelängt habe ich die Gleise dann mit einem Dremel. Bei den Schwellen war ich dann aber leider etwas zu gutmütigt und es haben sich diese Löcher gebildet, diese haben aber keinen negativen Effekt auf die Stromabnahme. Hier ist ohnehin eine Trennstelle, da danach der Bremsbereich des Schattenbahnhofs beginnt.
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Jetzt sind alle 4 Gleise des Schattenbahnhofs fertig verlegt so dass die Rampe zum Wendel aufgesetzt werden konnte. In diesem Bereich war es besonders schlimm mit der Kontaktsicherheit. Die Lok (eine Re 4/4 "Container") die mit einem klassischen Märklin C80 ausgerüstet ist und mit ihrem Metallgehäuse eigentlich kein Problem mit der Stromabnahme haben sollte weil sie zu leicht ist, kämpfte mit Stromausfällen am Gleis.
Grund: Ich habe Großteil altes Material im Schattenbahnhof, dass ich auf Messen und ebay so zusammengekauft habe. Richtig mitgenommene Gleise (eBay: Zustand wie neu) habe ich schon damals raussortiert, aber einigen sieht man es nicht sofort an, dass sie schon ein bewegtes Leben hatten. Mit Hilfe von Spritius, einem Tuch und bei schweren Verschmutzungen mit den Dremel und in Spiritus getränkten Filzaufsatz ging des dem Schmutz zu leibe. Der Dremelfilzaufsatz ist dabei die effizienteste Variante. In Spiritus tränken ansezten und erst über die Gleise und dann über den Mittelleiter ohne großen Druck. Schlimmsten Schmodder mit dem Tuch aufnehmen. Am Anfang wird durch die hohen Umdrehungen viel Spiritus über eine länge von 4 cm in feinen Tröpfchen verteilt aber der wird dann gleich mit dem Dremel aufgenommen. Zum Abschluss nochmal mit den mit Spiritus angefeuchteten Tuch im 90 Gradwinkel über Mittelleiter und Gleis um Staub des Filzkopfes abzunehmen.
Teilweise kam ganz schön Dreck von den Gleisen. Danach waren die Kontaktprobleme zu 90% erledigt. Dann wurde einfach nur noch "eingefahren". Das war allerdings nicht so einfach, schließlich endeten beide Schienenstränge 12 cm über der untersten Ebene im Nichts. Wie deutlich zu erkennen ist.
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Da der Wendel mit 3,5 Kreisen noch ein wenig auf sich warten muss. Material, Zeit und Gleise - kommt erstmal eine temporäre Wendeschleife zum Einsatz. Hier möchte ich wie erwähnt auch testen ob R1 betriebssicher möglich ist und um das zu verkomplizieren, dass ganze in einer S-Kurve R2-R1-R5. Funktioniert das, funktioniert der Rest später im verdeckten Bereich des Oberdecks.
Eigentlich wollte ich die Aufhängung für den Wendekreis aus Resten des Metallunterbaus bauen die zur Weihnachtszeit unter dem Christbaumständer lagen um bei einer Überflutung des Ständers Stockflecken im Parkett vorzubeugen. Der Plan war nicht von Erfolg gezeichnet. Sie waren zu kurz. Also habe ich mit 19mm Leimplatten aus dem Baumarkt besorgt und einen Kasten erstellt auf den die Basisplatte des Wendekreises kommt.
Das war dann Maßarbeit: denn der Waggon kam gerade so vorbei. Weil ich aber eine gewisse Toleranz haben wollte, habe ich die Durchfahrt noch verbreitert.
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Und dann war die Wendeschleife fertig....
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Nach 2 Monaten konnten dann die ersten Testfahrten aufgenommen werden, mit dem was schon aus den Kartons genommen ist. Ein wahrlich gutes Gefühl:
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Jetzt kommt als nächstes noch die Komplettierung der Absturzsicherung (Graupappe 6cm an die Trasse getackert), Installation von Bremsmodulen und Weichenschaltung sowie dem Trainsafeanschluss im Wendehammer.

twins
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Re: Traudelsheim - mein erste großes Projekt

#5

Beitrag von twins »

Hallo Florian,

das sieht ja alles sehr sehr gut aus. :gfm:

Beim dem Bild der Wendeschleife hätte ich allerdings Bauschmerzen bezgl. der S-Kurve. Wäre es nicht besser, gerade auch wegen Radius 1, hier eine kurze Gerade einzufügen. Bedeutet zwar Aufwand, ließe sich aber im jetzigen Bauzustand eher erledigen als wenn später alles überbaut ist.

Ansonsten weiter so ! Bin gespannt auf neue Bilder.

Viele Grüße
twins

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Elch
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Re: Traudelsheim - mein erste großes Projekt

#6

Beitrag von Elch »

Natürlich könnte ich die S-Kurve vermeiden. Aber so wie sie ist hat das Absicht, zum einen möchte ich mein Fahrmaterial darauf testen da ich in der aktuellen Planung für den Oberbau 2 mal R1 habe. Einmal in einer Bogenweiche und einmal in einem Zulauf zu einem Gleis. Hier ist aber alles in einer Richtung ohne "S".
Wenn die Waggons darauf nicht klar kommen muss ich jetzt schon umplanen und das ist dann nur noch halb so wild, wie dann im Bau später. Zudem wird dieser Wendekreis binnen eines Jahres (so hoffe ich) wieder weg sein und an seinem Eingang der Eingang zum Gleiswendel stehen. Der Wendehammer zieht dann auf die obere Ebene um, bis der nächste Bereich fertig zum Anschluss ist. Sie ist nur ein Provisorium. :)

Ein Kandidat hat übrigens schon versagt beim "S". Der letzte Anhänger des Schnellzuges hinter der 03 entgleist hier immer. Ich denke es liegt am niedrigen Eigengewicht des Wagens. Mal sehen wie die reagieren, wenn es noch weitere Waggons sind.
Die "Rollende Landstraße" mit Abteilwagen und 7 weiteren LKW-Waggons nimmt die Kurve dagegen locker.

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Re: Traudelsheim - mein erste großes Projekt

#7

Beitrag von Elch »

Die Ringleitung an sich ist schon länmger geschlossen und bisher ging es sehr manuell im Kreis herum. Zumindest wenn man die Steuerung über die Control Unit als Manuell ansieht. Die Weichen mussten aber von Hand geschaltet werden und Stoppstellen gab es nur wenn ich das Kabel der Bereiche gezogen habe, was aber mehr dem finden eines Kurzschlusses diente.
Bereits vor 3 Jahren hatte ich mir einen ESU Switchpilot gegönnt und und diesen damals getestet, bis dahin verrichtete er seine Arbeit am Testkreis. Einen zweiten habe ich bereits im Dezember bestellt, da ich dachte dass ich viel schneller bin mit dem Aufbau. Dachte ich, denn es ist schon nun fast März. Beide werden mit einem alten Märklin Keyboard geschaltet. Digital verspricht eigentlich viel weniger Kabel und wie gerne erinner ich mich zurück an meine erste Fertiganlage, diese hatte definitiv trotz Analogsteuerung gefühlt weniger Kabel. ;)

Damit die Kabel sauber liegen habe ich mir aus dem Schreibwarengeschäft Ringbinder aus Plastik besorgt. Erst vor einem halben Jahr habe ich Reste aus dem Studium entsorgt und nun brauchte ich sie wieder. Diese Ringbinder sind sehr güstig (ca. 25 ct das Stück zu 27cm) und eigenen sich sehr gut zur Kabelorganisation. Zuerst habe ich sie auf die Anlagenplatte geschraubt, was aber sehr nervig ist, da die kleinen Schräubchen (2*12) immer abrutschen. Mit Pattex kann man die Ringbinder aber auch wunderbar kleben und sie halten 1A.
Ich habe unterschiedliche Weiten genutzt und in die Strecke vom Decoder zum Bogobit-Bremsmodul die Ringleitung mit in den Kabelkanal gelegt.
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Das Bremsmodul bekam noch ein "Signal". Zwei LED (rot/grün) hinter Vorwiderstand (820 Ohm) und einer 4148 Diode. So kann ich direkt sehen ob das Bremsmodul auf Fahrt oder Halt steht. Alle anderen Bremsmodule werde ich genauso ausstatten.
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Mit den Ringbindern lassen sich auch tolle Kabelbäume kreieren: Es sind 4 Stoppstrecken im Schattenbahnhof die natürlich über einen Decoder angesteuert werden. Für den vereinfachten Aufbau - ansonsten müsste ich in der Anlage liegen was schon zum Anschluss später gereicht hat - habe ich alles auf einem DINA4 großen Sperrholzstück aufgebaut. Ich konnte auch schon alles Testen bevor es angeschlossen wurde.
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Angeschlossen... . Es fehlen lediglich die "Signale" noch für die die Kabel aber bereits angeschlossen sind.
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AlexanderJesse
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Re: Traudelsheim - mein erste großes Projekt

#8

Beitrag von AlexanderJesse »

Kopf- vs. Durchgangsbahnhof...
Mach eine Kombination! Z.B. Zürich war zuerst ein reiner Kopfbahnhof. Dann kam die S-Bahn, und schon gab es im unterirdischen Teil Durchmesserstrecken... Und jetzt gibt es auch Fernverbindungsdurchmessergleise.
Muss ja auch nicht unterirdisch sein. Eine Durchmesserstrecke kônnte auf einem Viadukt reinkommen, an einem Hochperron anhalten, und die Kopfbahnhofsgeleise auf einer Brücke überqueren.
Gruss
Alexander
===========================================
Eine richtige Lokomotive macht "Tschuff-Tschuff" :P

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Re: Traudelsheim - mein erste großes Projekt

#9

Beitrag von Gelegenheitsbahner »

Hallo Florian,
Das ernstere Problem war die Arbeitshöhe auf 50 cm eingeengt von den oberen Querstreben des Metallunterbaus. Sie zu entfernen war keine große Option, als die letzten Gleise lagen war ich aber dazu durchgedrungen: Das nächste mal entferne ich sie.
Kenn ich. Man verbiegt sich lieber stundenlang, als kurz einen extra Handgriff zu tun.
Erst vor einem halben Jahr habe ich Reste aus dem Studium entsorgt und nun brauchte ich sie wieder.
Kenn ich auch. Man hebt es mitunter ewig auf, denn man könnte es noch gebrauchen. Irgendwann im Übereifer entsorgt man dann solche Teile und dann kann man darauf warten, dass man sie bestens einsetzen könnte. Murphy lässt grüßen ...

Im Schattenbahnhof verkabelst du auch "oben": sehr sympatisch :D

Ich werde hier auf jeden Fall gelegentlich mal reinschauen.

Viele Grüße

Thomas

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Re: Traudelsheim - mein erste großes Projekt

#10

Beitrag von Elch »

AlexanderJesse hat geschrieben: Mo 24. Feb 2020, 22:01 Kopf- vs. Durchgangsbahnhof...
Mach eine Kombination! Z.B. Zürich war zuerst ein reiner Kopfbahnhof. Dann kam die S-Bahn, und schon gab es im unterirdischen Teil Durchmesserstrecken... Und jetzt gibt es auch Fernverbindungsdurchmessergleise.
Muss ja auch nicht unterirdisch sein. Eine Durchmesserstrecke kônnte auf einem Viadukt reinkommen, an einem Hochperron anhalten, und die Kopfbahnhofsgeleise auf einer Brücke überqueren.
Die generelle Idee hatte ich bereits, allerdings lag der Durchmesser immer unten. :)
Ich werde mich sowieso nochmal hinsetzen müssen und das Oberleben neu gestalten, aktuell sieht die Planung ja so aus:
viewtopic.php?f=24&t=174246&start=25
Dennoch würde ich das im "Planungsthread" eher weiter verfolgen, sonst sind hier mehrere Handlungsstränge und keiner schaut mehr durch. :)
Gelegenheitsbahner hat geschrieben: Mo 24. Feb 2020, 22:53 [...]
Im Schattenbahnhof verkabelst du auch "oben": sehr sympatisch :D
Um meine verstorbene Großmutter zu zitieren: Es hätte auch keinen sittlichen Mehrwert. Natürlich könnte ich die Kabel unterhalb verlegen, aber dadurch hätte ich es nur komplizierter und die Wahrscheinlichkeit dass ein Zug ob ein Kabel ausreisst ist unter der Platte durch eine Kiste viel größer - Murphy eben.

Die Elektronik ist im Schattenbahnhof nun fertig (mit Ausnahme der nicht vorhandenen Rückmelder). Nun kann es mit Detailarbeit wie die Reinigung an zwei Stellen und dem Fertigstellen der Absturzsicherung (2m Pappe Tackern) weitergehen.
Hierzu ein stimmungsvolles Bild der SBH Ausfahrt.
Bild

Und dann wäre dann noch die Hauptuntersuchungen des Fuhrparks. 5 Jahre standen die meisten Loks nun in den Kartons...
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Bk Distelrasen
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Re: Traudelsheim - mein erste großes Projekt

#11

Beitrag von Bk Distelrasen »

Hi Florian,
sieht gut aus, was Du da machst :gfm:

Deine Begeisterung für Metallwinkel kann ich nachempfinden. Nur bei der Feinjustage ist man auf das Raster angewiesen - da schadet eine runde Feile nicht um die Löcher zu erweitern. Und eine Schutzbrille sollte man beim Sägen (mit der Stichsäge) tragen! :zahnlos:

Bin nur gespannt, ob Dir der Schattenbahnhof später genügt... da wären doch ein oder zwei Gleise mehr möglich gewesen- oder :?:

Mich würde noch eine Nahaufnahme von Deiner Lösung mit dem Festschrauben der Gleise interessieren. Klappt das mit dem Schlauch und der Schallbrückenvermeidung? Die Idee finde ich jedenfalls clever :idea:
Gruß
Alex

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:arrow: Eisenbahndreieck Distelrasen: https://www.stummiforum.de/viewtopic.php?f=15&t=155552

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Re: Traudelsheim - mein erste großes Projekt

#12

Beitrag von Elch »

Bk Distelrasen hat geschrieben: Mi 26. Feb 2020, 16:18 [...]
Deine Begeisterung für Metallwinkel kann ich nachempfinden. Nur bei der Feinjustage ist man auf das Raster angewiesen - da schadet eine runde Feile nicht um die Löcher zu erweitern. Und eine Schutzbrille sollte man beim Sägen (mit der Stichsäge) tragen! :zahnlos:
Ich habe eine ganz normale Metallhandsäge (so eine für 7,99) genommen und etwa 3 Sägeblätter verschlissen. Da ich generell ein Brillenträger bin, habe ich auf die spezielle Sicherheitsbrille verzichtet auch wenn ich aus so vielen Arbeitsschutz Schulungen von früher weiß: Eigentlich nie ohne Schutzbrille. Da hat die Handsäge zuviel Sicherheit gegeben. :oops:
Löcher habe ich nicht erweitert. Ein zwei mal wurde das ganze daher zur Passung als zur Schraubverbindung. Auch hier hat die Handsäge eher zu einem ausreizen der Toleranzen geführt. Ich bin da ganz ehrlich. ;)
Bk Distelrasen hat geschrieben: Mi 26. Feb 2020, 16:18 Bin nur gespannt, ob Dir der Schattenbahnhof später genügt... da wären doch ein oder zwei Gleise mehr möglich gewesen- oder :?:
Natürlich mehr Gleise sind immer schön. 2,7m Gleis fordern ihren Tribut und ich wollte auf allen Gleisen die gleiche Länge haben. Ein Gleis mehr hätte die Sache auf der anderen Seite mit den Decodern verkompliziert und es wäre eng geworden. Für die Erweiterung auf die anderen Seite des Raumes brauche ich später dann auch noch Argumente. :D
Bk Distelrasen hat geschrieben: Mi 26. Feb 2020, 16:18 Mich würde noch eine Nahaufnahme von Deiner Lösung mit dem Festschrauben der Gleise interessieren. Klappt das mit dem Schlauch und der Schallbrückenvermeidung? Die Idee finde ich jedenfalls clever :idea:
Ich habe leider keinen Benchmark, außer schwimmend verlegtes C-Gleis auf Pappel direkt aufgelegt auf dem Metallrahmen. Das ist aber kein Maßstab.
Im Vergleich hierzu ist es leiser, aber das sollte dem K-Gleis geschuldet sein. Die Züge haben selber ein gewisses Eigengeräusch (Korpus, Motor, Schleifer) und einige sind da nicht ohne, unterstrichen vom Soundmodul.
Der größte Vorteil, den ich beim Bau gesehen habe ist vielmehr die Flexibilität: den berühmten "halben Millimeter" kann man noch anpassen (gerade bei Flexgleisen), die Schaube muss nicht ins vorgesehene Loch, sie liegt auf Höhe der Schwellen und bleibt man beim Bau hängen verbiegt man nicht das Gleis. Der Anker ploppt raus und man löst ihn und schraubt neu ein.
Nervig ist nur, die kleine Torx-Schraube (2,5mm) fällt gerne um und der Akkuschrauber rutscht ins Selitac. Dort hat man ein weiteres Loch.
Verlegen mach ich folgendermassen: Zuerst schneide ich mir etwa 2mm lange Stücke vom Schlauch und drücke diese an den gewünschten Stellen durch die Schwellen in das Selitac. Dann setze ich die Schraube an und drehe sie bis zu dem Punkt, dass ihr Kopf plan mit der Oberkante der Schwelle ist. Tiefer würde die Schiene erst verbiegen und dann die Schraube im Schallschutz versenken lassen und die Wirkung wäre hinüber. Das Gummi des Schlauchs fixiert die Schiene und fertig. :)

Hier zwei Bilder im Detail, erst das Material mit den bereits zugeschnittenen Schlauch. Darunter im verlegten Zustand. Das Loch im nächsten Schwellenpaar kommt vom neu verlegen an der Stelle, da ich für das TrainSafe eine Weiche nachträglich eingebaut habe.
Bild
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Re: Traudelsheim - mein erste großes Projekt

#13

Beitrag von Elch »

Endlich geht es weiter! Da der Urlaub wegen Corona und co auf Balkonien verlegt werden musste und das Wetter nicht immer die Nutzung des kleinen Gartenplanschbeckens möglich machte habe ich es angegangen die Wendel auf die Null-Ebene der Anlage zu bauen.

Mit 2,5 Ovalen werden 36cm Höhe gemacht mit den bereits erreichten 14cm macht das dann 50cm über dem Schattenbahnhof. Und da alles doppelgleisig ausgeführt ist, bedeutet das 80 Schienen zu verlegen:
  • 30*2241
  • 30*2251
  • 10*2209
  • 10*2205
Das macht im Außenkreis zum Hochfahren 15,3m oder 2,4% bzw. im Innenkreis beim herunterfahren 14,2m oder 2,5% im Schnitt. Dabei ist ein Höhenabstand zwischen den Ebenen von 13 cm gewährleistet, so dass eine Tunneloberleitung entfallen kann.
Dazu kommen dann noch 4 Bogobit Bremsmodule und ein ESU Switchpilot zur Ansteuerung der Bremsabschnitte. Diese habe ich wie im Schattenbahnhof auf einem Brett vorher zusammengestellt, verschraubt und mit Hilfe von Lochbindern verkabelt. Jetzt müssen sie nur noch an die Schienen und den Strom angeschlossen werden.
Die Einspeisung erfolgt im Schnitt an jedem dritten Großkreisgleisstück von einem parallel laufenden Kabelstrang wie im Rest des Schattenbahnhofs. Allerdings ist der "Bahnstrom" komplett getrennt, so dass ich später den Wendel manuell stromlos schalten kann.
Insgesamt habe ich die Rückmeldung schon an 6 Gleisen (=6 Abschnitte, 3 rauf und 3 runter) vorbereitet. Die Auftrennung der äußeren Schiene erfolgt aber dann irgendwann sobald diese auch genutzt werden.

Alles liegt bereit...
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Nun zum Aufbau
Als erstes brauchte ich die Bauelemente für den Wendel. Auf die Sperrholzplatten aus dem Baumarkt zeichnete ich die Elemente an um sie mit der Stuchsäge auszusägen. Ein Radius von 68cm ist echt nicht die einfachste Sache, aber in Schönheit wollte ich auch nicht sterben. Insgesamt 10 Kreiselemente und weitere 5 Zwischenstücke stellte ich so her. Die geraden Stücke habe ich mir direkt im Baumarkt zuschneiden lassen. Damit bei allen Elementen die Löcher auf der gleichen Stelle sind, habe ich sie immer im Packet durchbohrt.
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Bevor es zum Abriss ging machte ich eine Abschlussfahrt und fuhr die Züge des Schattenbahnhof in die Vitrinen bzw. Kartons.
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Die Elemente liegen schon bereit...

Nun muss Platz geschaffen werden: Dafür musste der temporäre Wendehammer entfernt werden. Die Teile habe ich gedanklich schon auf der Anlagenebene um einen vollen Kreis wieder zu haben reserviert bis es in den nächsten Abschnitt geht.
Außerdem musste unter dem Wendelplatz geschaffen werden. Damit die Züge nicht mit den Gewindestangen kollidieren musste der Streckenverlauf der Zufahrt des Schattenbahnhofs um 4,5cm verlegt werden. Die Operation hört sich nicht tragisch an, aber am Ende habe ich den gesamten Bereich mit Trittschalldämmung neu verlegt.
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Die ersten Elemente stehen, wenn auch das obere Stockwerk nur aufgelegt ist:
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Eher unspektakulär ist auch der Aufbau des Wendels:
8mm Pappelsperrholz, M8 Gewindestangen, Unterlegscheiben und Muttern. Die Mutter die die Gewindestange unter der Basisplatte hält ist eine Selbstsichernde M8 Schraube. Somit halten die Gewindestangen bombenfest und es reicht eine einfache Mutter als Gegenstück.
Ebenso entspricht der weitere Aufbau dem Schattenbahnhof: 3mm Selitac Trittschalldämmung auf das Holz geklebt und die die Schienen mit Schrauben und Gummikranz verschraubt.

Weitere Bilder folgen...

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Elch
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Re: Traudelsheim - mein erste großes Projekt

#14

Beitrag von Elch »

Durch das gute Wetter der letzten Tage und andere Themen die so auf mich zukamen ging es die letzten 2 Wochen eher langsam voran. Vielleicht habe ich auch einfach nur den Aufwand unterschätzt der durch das zusammensetzen der Teile auf mich zukam. Wie denn auch sei, eine Ebene folgte auf die nächste.
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Der erste große Meilenstein war am Ende von Ebene 2 geschafft und die beiden Stoppstellen je Richtung wurden an die Bremsmodule angeschlossen. Diese sitzen zusammen mit dem Decoder auf einem Brett, so dass ich nur noch anschließen musste. Doch Murphy fand, dass ich so schnell nicht von der Leine gelassen werden kann. Obwohl eine Chance von 50% besteht, dass das Bremsmodul richtig auf Fahrt oder Bremsen steht, kam musste ich alle Anschlüsse drehen. Wenigstens war die Nummerierung richtig und dort musste nicht noch umgesteckt werden. Jetzt fehlt nur noch die LEDs vollständig zu verkabeln. Aber die grüne Litze die ich dafür bei mir Standardisiert hatte war dann aus. Inzwischen konnte ich wieder welche besorgen und diese letzte Aufgabe kommt noch.
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Endlich war dann auch mal Ebene 3 erreicht. Hier werden wahrscheinlich später mal die Züge das erste mal "Tageslicht" nach dem Schattenbahnhof erblicken. Um ein Gefühl zu bekommen wie das so aussehen kann, habe ich mal ein Portal aus der Bastelkiste davorgestellt.
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um dann die letzen Meter Schiene zu verlegen. Damit ist meine Anlage um etwa 30m Schiene länger. Auf der obersten Ebene habe ich zum ersten Mal die Stromversorgung unter die Fahrstrecke gelegt. Macht das verlegen etwas schwieriger.
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Als nächster Schritt folgt nun als nächstes in der obersten Ebene die Tunneloberleitung, da hier der Abstand zur nächsten Ebene schlicht zu niedrig ist. Der Rohbau, die Schienen und die Elektrik bis auf Rückmelder ist auf den unteren Ebenen nun abgeschlossen. Das Material liegt schon bereit.

Anmerkung: Es scheint "Tradition" zu werden, dass es bei jedem Bauabschnitt in einem älteren Abschnitt etwas zu eng wird. Zwar kamen alle Wagen mit einem minimalen Abstand an der Gewindestange vorbei, doch schön ist was anderes und ich habe die Schienenführung geringfügig geändert. So dass hier keine Striemen in den Loks oder Wagen eines Tages durch einen dummen Zufall auftreten.
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Gelegenheitsbahner
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Re: Traudelsheim - mein erste großes Projekt

#15

Beitrag von Gelegenheitsbahner »

Hallo Florian,

die Situation bei deinem letzten Bild ist mir auch ein Graus. Kritische Gewindestangen werde ich mit einem PVC-Schlauch einpacken. Das erspart einschneidende Erlebnisse an den Modellen, auch wenn mal was entgleitet.

Viele Grüße

Thomas

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Elch
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Re: Traudelsheim - mein erste großes Projekt

#16

Beitrag von Elch »

Gelegenheitsbahner hat geschrieben: Di 22. Sep 2020, 16:43 die Situation bei deinem letzten Bild ist mir auch ein Graus. Kritische Gewindestangen werde ich mit einem PVC-Schlauch einpacken. Das erspart einschneidende Erlebnisse an den Modellen, auch wenn mal was entgleitet.
Dann wäre es aber wieder zu knapp... :lol: Oder es kommt ein ganz knapper Schlauch mal drüber. Als nächstes ist Testphase, da werde ich mal sehen, ob jetzt alles breit genug ist. :wink:

Für den oberen Kreisel brauchte ich eine Tunneloberleitung, weil die Durchfahrtshöhe sehr knapp bis zu eng ist ohne diese zu fahren. Ich habe mich für die Kupferdrahtvariante entschieden, die hier besonders gut erklärt ist: viewtopic.php?t=38070

Für die Masten habe ich ein Stück Starkstromkabel aus dem Baumarkt gekauft. Die Isolierung wurde entfernt und mit Hilfe der Bohrmaschine habe ich es gerichtet. Dann in Stücke geschnitten zu 32 cm und mit einer Schablone, nachdem ich es markiert hatte gebogen. Dadurch erhältt man relativ gerade Masten.
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In das Trassenbrett habe ich Löcher gebohrt und die Masten hereingesetzt. Weil die Masten natürlich nicht 100% maßhaltig sind, und die Löscher auch nicht haben sie auch ohne Kleber aufgrund ihrer eigenen Spannung schon gehoben. Mit ein wenig Leim waren sie richtig fest.
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Eine selbstgebaute Schablone und eine Lok mit schmalen schweizer Schleifern diente mir zum exakten anlöten des 0,8mm verkupferten Schweißdrahts. Bei der Arbeit half mir meine Frau, weil eine dritte und vierte Hand kann ganz hilfreich sein zum angeben von Hilfsmitteln wie insbesondere des Lötkolbens.
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Fertig. Jetzt fehlt nur noch ein bisschen Schleifen und dann ist dieser Teil auch erledigt und der temporäre Wendehammer kann wieder drauf um den Testbetrieb zu ermöglichen, während die Planung wohl in eine neue Runde geht. Aber das mache ich im Planungsthread.
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