Verbesserte Kuppelsicherheit bei Märklin/RTS stromführender KK

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shaddowcanyon
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Verbesserte Kuppelsicherheit bei Märklin/RTS stromführender KK

#1

Beitrag von shaddowcanyon » Fr 14. Jun 2019, 16:40

Hallo zusammen,

Ich hatte schon vor Jahren die Streamliner-Wagen (Märklin 43601 bis -3) meines US-amerikanischen Schnellzuges mit stromführenden Kupplungen (1-polig) von RTS bzw. Märklin ausgestattet. Das war an sich einfach: die Wagen haben einen NEM-Kupplungsschacht. Die originale Kurzkupplung wird einfach gegen eine stromführende ausgetauscht. Das System ist von der Zuverlässigkeit des Stromkontakts sehr gut und hat sich über die Jahre bewährt. Ab und zu jedoch, ein kleiner Wermutstropfen, gab es immer wieder mal unerklärliche Fälle, wo sich die Kupplungen während der Fahrt von selbst gelöst haben, speziell in Kurven. Die genaue Ursache konnte ich bisher nie ausmachen. Anfangs hatte ich die Kupplungskulissen in Verdacht, die vielleicht zu schwergängig waren. Aber das schlüssig belegen, geschweige denn das Problem beseitigen, konnte ich nicht.

Nun habe ich einfach folgendes probiert: an einer Kurve meiner Anlage, wo die Wagen ungewöhnlich häufig abkuppelten, habe ich meine Digitalkamera aufgebaut und im Makromodus die Kupplungen zwischen den Wagen des durchfahrenden Schnellzugs von der Seite fotografiert. Das war sehr aufschlussreich (im wahrsten Sinne des Wortes) und hat mich weiter gebracht. Hier zunächst zwei Aufnahmen einer korrekten Kuppelverbindung, wie sie 99 Prozent der Fotos zeigen:

Bild

Bild

Wie man sieht, rasten die Kupplungsbügel der einen Kupplung an dem sehr kurzen Stummelhaken der gegenüberliegenden Kupplung sauber ein und liegen flach aufeinander. Die Verbindung ist biegesteif, die Kupplungen liegen in einer Flucht und die Federblechkontakte auf der Unterseite drücken sauber gegeneinander. Man sieht außerdem, dass die Kupplungsbügel am Fuß ein Langloch haben, mit dem sie in die Noppen seitlich am Kupplungskörper einrasten. Die Kupplungsbügel sind in der untersten Stellung, die diese Langlöcher zulassen. Die konisch zulaufenden Führungsstifte unterhalb der Bügel liegen bündig aufeinander.

Ab und zu sah ich nun das:

Bild

Die Kupplungsbügel sind nach oben gerutscht. Der linke Bügel ist schon vom Haken abgerutscht, und der rechte Bügel klemmt nur noch ganz knapp an der Hakenspitze. Auch die beiden Führungsstifte darunter klaffen auseinander. In diesem Zustand ist die Kuppelverbindung nicht mehr biegesteif, und es war hier nur Zufall, dass die Bügel nach der Kurve offenbar wieder in die korrekte Position gerutscht sind. Sonst hätte der Wagen abgekuppelt.

Ich habe daher probeweise den Kupplungsbügel der RTS-Kurzkupplung gegen einen Bügel der normalen Märklin-Kurzkupplung ausgetauscht. Dieser ist etwas größer als der originale Bügel und hat zum Einklipsen kein Langloch, sondern nur ein einfaches Rundloch. Hier ein Foto:

Bild

Nach dem Tausch:

Bild

Hier nun die RTS-Kupplung mit getauschtem Bügel im Einsatz. Sie kuppelt an eine normale RTS-Kupplung:

Bild

Der gekuppelte Zustand sieht nicht so "schön" aus. Aber man sieht gut, dass der neue Kupplungbügel den Haken der gegenüberliegenden Kupplung viel tiefer umfasst. Er kann unter Zuglast wegen des Rundlochs auch nicht verrutschen. Auch die Führungsstifte unter den Bügeln sind bündig zusammen, wie es sein soll.

Bisher hatte ich mit dieser Kombination von originaler und modifizierter stromführender Kupplung noch keine ungebetenen Abkoppler, und auch keine "gefährlichen" Anbahnungen. Wie gut das beim gewollten Entkoppeln z.B. mit Entkupplungsgleisstück funktioniert, weiß ich nicht. Aber schließlich fährt der Streamlierzug auch nicht so oft über den Ablaufberg. Jetzt muss ich erst mal abwarten und den Zug auf der Anlage reichlich fahren lassen. Wir werden sehen, wie sich diese kleine Bastelarbeit in der Praxis bewährt.

Grüße

Hans Martin
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Re: Verbesserte Kuppelsicherheit bei Märklin/RTS stromführender KK

#2

Beitrag von shaddowcanyon » Do 11. Jul 2019, 11:11

Hallo zusammen,

Nach einem betriebsreichen Monat auf der Anlage kann ich ein kurzes Fazit zur modifizierten stromführenden RTS-Kupplung ziehen: der Austausch des Kupplungsbügels kann hilfreich sein. Ich hatte aber auch Fälle, wo es keine erkennbare Verbesserung gebracht hat. Immerhin: einige notorische Problemfälle konnte ich mit dem Umbau überraschend zuverlässig lösen. Der Streamlinerzug hält nun anstandslos zusammen, und ich bin sehr zufrieden. Auch gelegentliche Entgleisungen, die auf das Verkanten der Kupplungen und der Wagenkästen in einer Kurve zurückzuführen waren, konnte ich abstellen. Die Kulissenführung der Wagen, obwohl manchmal seltsam schwergängig, muss ich einstweilen vom Verdacht der Anstiftung zu heimtückischen Zugtrennungen auf freier Strecke freisprechen.

Andererseits bringt es nichts, konsequent alle Kupplungen umzubauen. Die meisten Kupplungssätze halten so wie sie sind, und man hätte nur ein Verschlimmbesserungsrisiko, und das Ankoppeln ist mit dem modifizierten Bügel etwas schwerer. Also: auf die pragmatische Anwendung des Umbaus kommt es an.

Grüße

Hans Martin
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Re: Verbesserte Kuppelsicherheit bei Märklin/RTS stromführender KK

#3

Beitrag von Michael Knop » Do 11. Jul 2019, 11:35

Hi Hans Martin,

ich sehe deinen Beitrag erst jetzt.

Ich habe unzählige von den Streamlinern im Einsatz, alle mit der genannten RTS-Kupplung. Weiterhin auch andere Personenwagen mit der RTS-Kupplung.

Meine Beobachtung ist, dass ich auch bei den Streamlinern gelegentliche Abkuppler habe * - und bei den Anderen Wagen nie.

*) wenn die Wagen abkuppeln, dann passiert das "auf den ersten Metern" - wobei die Meter auch mal 1 oder 2 Runden auf einem bis zu 450 m Langen Rundkurs sein kann :mrgreen: - nach dem aufgleisen und zusammenkuppeln.

Gleichzeitig habe ich bemerkt, dass es bei den Streamlinern erheblich schwieriger ist, diese überhaupt zu kuppeln, im Gegensatz zu den anderen 26,4/27 und 28,2 cm Personenwagen. Hier bauch ich die Wagen nur normal aneinanderschieben, und sie kuppeln gleich. Bei den Streamliner muss immer "etwas rumgefummelt" werden.


Daher bin ich der Meinung, dass die etwas "labberige" Kupplungskulisse der Streamliner manchmal eine einwandfreie Kupplungsverbindung verhindert, und diese dann im Fahrbetrieb aufgehen.

Denn wie gesagt, wenn sie abkuppeln, dann am Anfang einer "Fahrperiode", wenn der Zug eine gewisse Strecke gefahren ist, und bis dahin nichts passiert ist, dann gehen die Wagen auch die nächsten Tage (beim Tischbahning) nicht mehr auseinander.



Viele Grüße, Michael

PS: vielleicht noch ein Hinweis: die Kupplungskulissen der ersten 2-3 Fertigungsjahre der Streamliner (43600, 4360x) war besonders schwabbelig, und brechen auch gerne mal ab.
Die Deichseln der neueren Wagen, und auch meine in den letzten Jahren beschafften Ersatzdeichseln, sind erhebliche besser = steifer und fester.

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Re: Verbesserte Kuppelsicherheit bei Märklin/RTS stromführender KK

#4

Beitrag von shaddowcanyon » Do 11. Jul 2019, 14:51

Hallo Michael,

Danke für den Erfahrungsbericht zu den RTS-Kupplungen und den Streamlinern. Ich kann mir vorstellen, dass die Suche nach abgekuppelten Wagen auf einem 450 m langen Rundkurs nicht unbegrenzt viel Spaß macht. Bei mir sind es nur 10 m, aber auch das kann unbequem werden.

Die Streamliner sind tatsächlich schwerer zu kuppeln als andere Wagen, das ist mit auch schon aufgefallen. Ich helfe immer mit einem Löffelstiel nach, um die Kupplungen präziser zueinander auszurichten. Ich hätte mir gewünscht, dass vor allem die Böden der Streamliner aus etwas steiferem Material wären, aber das ist nun mal nicht zu ändern.

Von den Kupplungsdeichseln habe ich im Lauf der Jahre auch schon einige austauschen müssen. Vor allem habe ich die Kontaktfeder in den Deichseln so eingestellt, dass sich die Kulissenführung möglichst leicht bewegen läßt und nichts klemmt. Und diverse Rastnasenbrüche musste ich am Wagenboden ebenfalls beheben. Trotzdem bin ich ganz froh mit den Streamlinern. Sie sind die einzigen mir bekannten, die gut durch R1- und S-Kurven gehen, jedenfalls wenn alles stimmt: Deichseln, Kupplungen, Schleifkontakte, Haltefedern. Sonst könnte ich auf der US-Anlage nur Güterzüge fahren.

Einen langen Märklin US-Streamliner-Luxuszug fährt halt nicht jeder. Andere haben einen Oldtimer, einen alten Ford Taunus oder Opel Admiral in der Garage stehen. Schön und stilvoll ist es damit zu fahren, wenngleich auch hier die Werkstatt viel zu tun hat. :mrgreen:

Grüße

Hans Martin
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