Die Mark Michingen in N - Bauberichte

Bereich für alle Themen rund um den Bau von Anlagen und Dioramen (Bauberichte bzw. Bautagebücher, handwerkliche Fragen, Techniken, etc.)
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reinout
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Re: Die Mark Michingen in N - Bauberichte

#2251

Beitrag von reinout »

Wirklich nett, alle Gleise selbst gebastelt zu haben und das in so eine Qualität! Dann ist deine Modellbahn noch mehr wirklich deine Modellbahn.
Die Gleisverlegung im Bogen hat mich besonders beeindrückt. Die leichte Überhöhung kombiniert mit die Krümmung: das ist eine (gemeisterte!) Herausforderung. Sieht gut aus.

Mit solche winzige Schienenprofilen hast du ein Großteil der vier Wochen wahrscheinlich gebraucht um die Nerven wieder zu beruhigen :wink:

Reinout
Reinout van Rees
Bau meiner Modellbahn: Eifelburgenbahn, eingleisig, Eifel, 1970.
Ich erzähle auch Eifeler Geschichten über meine Eifelburgenbahn! 10-teilige Weihnachten-Spezial 2018: Christgeburt in der Eifel, 1970

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derOlli
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Re: Die Mark Michingen in N - Bauberichte

#2252

Beitrag von derOlli »

Hallo Hubert, :D

kaum zu glauben das deine Züge auf den kleinen flachen Profilen fahren ohne zu entgleisen. :bigeek:
Mein Opa hatte früher auch mal N. Die Standard Gleise fand ich früher als Kind schon winzig. Und dann noch selbstbau?
:gfm:
Gruß von Olli


Über einen Besuch in meinem Kellerland würde ich mich freuen:
http://www.stummiforum.de/viewtopic.php?f=64&t=110273

Neu: Hier geht es zu meinem Video vom FiddleYard. Einfach auf das Bild klicken. :D

Bild

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Lanz-Franz
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Re: Die Mark Michingen in N - Bauberichte

#2253

Beitrag von Lanz-Franz »

Hallo Hubert.
hubedi hat geschrieben:
Do 18. Jul 2019, 16:58
Bild
Diese Schwelle lag zwar etwas tiefer als der Rest, aber Deine Idee könnte funktionieren. Jetzt brauche ich nur noch eine Maschine zum Verlegen ... nee, was für ein Wahnsinn ... :fool:
Aus langjähriger Erfahrung würde ich eine Siplace D2 https://de.caeonline.com/buy/pc-board-a ... d2/9155793empfehlen. :fool:


hubedi hat geschrieben:
Mo 19. Aug 2019, 23:03
Nach dem Kleben finden die Steinchen zu ihrer ursprünglichen anthraziten bis schwarzen Farbe zurück. Hm ... eine spannende Herausforderung ... und so schnell gebe ich nicht klein bei. Jedenfalls nicht, bis ich die Ursache des Problems erfasst habe um einschätzen zu können, wie hoch der Aufwand zum Abstellen sein könnte. Warum ist Basalt also auf den Wegen grau und im nassen bzw. aufgeklebten Zustand dunkel?

Die beste Antwort, die mir über den Weg lief, lautete, die helle Farbe ist das Ergebnis des anhaftenden Staubes und der damit verbundenen rauen Oberfläche. Wasser spült diese Anhaftungen weg und die ursprüngliche Farbe des Vulkangesteins kommt hervor. Von einigen Ausnahmen abgesehen bettet der Kleber die Oberflächen dauerhaft ein und wirkt somit ähnlich wie Feuchtigkeit.
Usw. brauche ich jetzt nicht alles einfügen.

Deine weitere Vorgehensweise einfärben, trocknen, zerbröseln, einschottern kann ich soweit nachvollziehen.
Was ich nicht bemerkt habe, was passiert nach den auf- bzw. einbringen des Schotters?
Eigentlich hätte ich nun den Arbeitsschritt Beträufeln mit einem Schotterkleber deiner Wahl erwartet.

Deine Überlegung zu Staub = helle Farbe, KLeber macht den Schotter dunkel kann ich aus aktuellem Anlass bestätigen.
Bild
Ladegut für Schotterwagen Baugröße G.

Links mit Fugenkleber getränkt und nach dem Trocknen. Rechts im trockenen Zustand, so wie er aus der Packung kommt.
Den ursprünglichen Zustand habe ich fast wieder hinbekommen durch mehrfaches Überstreuen mit besonders staubigem Schotter.
Wäre bei einer Anlage natürlich weder möglich, noch ratsam.
Bei Interesse siehe https://www.stummiforum.de/viewtopic.ph ... 5#p2003630.

MfG Werner
Zuletzt geändert von Lanz-Franz am Sa 24. Aug 2019, 10:30, insgesamt 1-mal geändert.
mfG Werner -und immer 50mA Reserve imTrafo :D
Schmalspur 1:87 : Die Birkenbahn http://www.stummiforum.de/viewtopic.php?f=50&t=133452
Gartenbahn : http://www.stummiforum.de/viewtopic.php ... 3#p1578793

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Miraculus
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Re: Die Mark Michingen in N - Bauberichte

#2254

Beitrag von Miraculus »

Guten Morgen Hubert,

da isser wieder, so wie ich ihn kennen gelernt habe. Der SelbstGleisundWeichenbaumeister himself. Einfach nur bewundernswert und :gfm: Was Du so zauberst, obwohl ab und an auch noch das reale Leben dazwischen kommt. Es hilft aber auch beim Abschalten und Gedanken auf was völlig andres zu fokusieren.
Einfach und genial finde ich natürlich auch dein Selbstbauklimagerät mit den Kühlakkus. Was für ne Idee :fool: :gfm: . Wie hat oben Peter so schön geschrieben? Das kommt gleich in die Kopierichkiste 8) :wink:
Deine Bastelkiste hat aber auch nen Fundus an Werkzeugen :bigeek: So ein Gleisschotterfegeklopfandrückdingens gehört in jeden Haushalt :D . Ich hab glaub ich zehn davon :wink: Kann man für die unterschiedlichsten Sachen brauchen.

Zu deiner Weichenstraße ist alles gesagt. Das muss man sich mal alles in Echt anschauen.


Liebe Grüße und alles Gute
Peter

Anlage im Bau: Baubericht! "Klostermühl 1.0 - Neuordnung im Oberstübchen"

Unter: https://www.stummiforum.de/viewtopic.php?f=15&t=165487

Frei nach F. Gump: "Die Moba ist wie eine Pralinenschachtel. Du weißt nie.. :lol: "

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Remo Suriani
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Re: Die Mark Michingen in N - Bauberichte

#2255

Beitrag von Remo Suriani »

Hallo Hubert,

sehr beeindruckend Dein Selbstbau, dazu die schlanken Weichen und Radien, echt der Hammer.

Der Schotter überzeugt mich hingegen weniger. Man nimmt ja meist etwas groberen Schotter, weil es sonst nicht wirkt. Aber wenn das Profil und die Schwellenabstände vorbildlich sind, wirkt der Schotter bei Dir doch etwas grob. Und eben auch zu dunkel. Das Problem ist übrigens nicht dreckig oder sauber sondern nass oder trocken: gebrochener Basalt ist immer matt (und wirkt damit durch die Brechung des Lichtes heller), weil leicht rau. Bei feuchten Steinen nivelliert das Wasser die Unebenheiten und erzeugt damit eine glatte und damit nicht mehr matte Oberfläche. Damit ist sie wesentlich dunkler. Der Schotterkleber macht das gleiche, er verschließt quasi die Poren, die zu dem Matten, hellen EIndruck führen. Und da der Kleber ganz fein auf den Steinen bleibt, bleibt es dunkel. Da kannst Du soviel reinigen wie Du willst, das wird nichts. Abhilfe kann matt trocknender Kleber sein. Wenn es schon geschottert ist, kann es helfen, das Schotterbett mir Mattlack überzusprühen. Das habe ich bei mir an zwei Stellen gemacht, wo ich Koemo-Schotter ohne den Koemo-Kleber sondern mit Weißleim-Wasser verklebt habe. Das hat wirklich geholfen. Man muss natürlich die richtige Dosierung zwischen "man sieht nichts" und "jetzt hat der Schotter eine glasige Schicht" treffen ;-)

Ich versetehe natürlich, dass es immer klasse ist selbst "geschürften" Schotter zu nehmen, er ist ja auch qausi kostelos. Ich muss aber tatsächlich anerkennen, dass da die teilweise teurere Produkte mit den entpsrechend teureren Klebern bessere Ergebnisse erziehen, so gut die eigene Kreation auch unverklebt aussah.
Zuletzt geändert von Remo Suriani am Sa 24. Aug 2019, 12:51, insgesamt 1-mal geändert.
Viele Grüße
Dirk

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viewtopic.php?f=64&t=110645

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LaNgsambahNer
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Re: Die Mark Michingen in N - Bauberichte

#2256

Beitrag von LaNgsambahNer »

Moin Hubert,
Remo Suriani hat geschrieben:
Sa 24. Aug 2019, 12:01
Der Schotter überzeugt mich hingegen weniger. Man nimmt ja meist etwas groberen Schotter, weil es sonst nicht wirkt. Aber wenn das Profil und die Schwellenabstände vorbildlich sind, wirkt der Schotter bei Dir doch etwas grob. Und eben auch zu dunkel. Das Problem ist übrigens nicht dreckig oder sauber sondern nass oder trocken: gebrochener Basalt ist immer matt (und wirkt damit durch die Brechung des Lichtes heller), weil leicht rau. Bei feuchten Steinen nivelliert das Wasser die Unebenheiten und erzeugt damit eine glatte und damit nicht mehr matte Oberfläche. Damit ist sie wesentlich dunkler. Der Schotterkleber macht das gleiche, er verschließt quasi die Poren, die zu dem Matten, hellen EIndruck führen. Und da der Kleber ganz fein auf den Steinen bleibt, bleibt es dunkel. Da kannst Du soviel reinigen wie Du willst, das wird nichts. Abhilfe kann matt trocknender Kleber sein. Wenn es schon geschottert ist, kann es helfen, das Schotterbett mir Mattlack überzusprühen. Das habe ich bei mir an zwei Stellen gemacht, wo ich Koemo-Schotter ohne den Koemo-Kleber sondern mit Weißleim-Wasser verklebt habe. Das hat wirklich geholfen. Man muss natürlich die richtige Dosierung wuschen "man sieht nichts" und "jetzt hat der SChotter eine glasige Schicht" treffen ;-)

Ich versetehe natürlich, dass es immer klasse ist selbst "geschürften" Schotter zu nehmen, er ist ja auch qausi kostelos. Ich muss aber tatsächlich anerkennen, dass da die teilweise teurere Produkte mit den entpsrechend teureren Klebern bessere Ergebnisse erziehen, so gut die eigene Kreation auch unverklebt aussah.
dem kann ich mich nur anschliessen. Nach diversen negativen Versuchen bin ich bei den Produkten von Koemo https://www.koemo.de/gleisschotter/spur-n.html in R15 hängengeblieben. Mit dem dazugehörigen Kleber, der ohne Probleme auch in
trockenen Schotterbett eingebracht werden kann ( das entspannen der Flüssigkeit scheint "eingebaut"), habe ich keine farbliche Veränderung festgestellt.
Dazu finde ich die aufgerufenen Preise eigentlich OK.
Gröt ut Hamborg
Kai
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GSB
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Re: Die Mark Michingen in N - Bauberichte

#2257

Beitrag von GSB »

Hallo Hubert,

wenn grad Empfehlungen für Schotter ausgesprochen werden schmeiß ich mal Spurenwelten in den Raum: :wink:
http://www.spurenwelten.de/spur-n/

Hab mit denen sehr gute Erfahrungen gemacht! :gfm:

Gruß Matthias
GSB - eine schmalspurige Privatbahn 《Bild anklicken》

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211064
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Re: Die Mark Michingen in N - Bauberichte

#2258

Beitrag von 211064 »

Tach Hubert,

ich bin hin und weg. Das Weichen Vorfeld sieht klasse aus. Respekt für diese Arbeit! :bigeek: :gfm:
Den Alu-Abstandhalter und - Kühler werde ich gleich kopieren. Super Idee!
Viele Grüße
Christoph

Bekennender Marzibahner :sabber:

Meine kleine Segmentanlage
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hubedi
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Re: Die Mark Michingen in N - Bauberichte

#2259

Beitrag von hubedi »

Hallo werte Modelbahnfreunde,

ich bin baff ... solche Reaktionen hatte ich nicht erwartet. Vielen lieben Dank für Eure Kommentare, Einschätzungen und kritischen Anmerkungen. Ich hoffe, Ihr verzeiht mir einmal mehr, dass ich es nicht schaffe, auf alle Beiträge individuell einzugehen. Dass ich jetzt ein paar Fragen oder Anregungen herausgreife, hat nichts damit zu tun, dass ich mich nicht über alle Äußerungen riesig gefreut habe. Im Augenblick kann ich diese positiven Rückmeldungen sehr gut gebrauchen ...

Also vielen Dank nochmal an Michael (Sachse74), Daniel (Darius), Carsten (Schwellenzähler), Matthias (Heichtl), Frank (fsbr), Hardi (Hardi), Matthias (GSB), Felix (Brunfda), Alexander (trilliano), Georgio (respace99), Ralf (Ralf Franke), Harry (homo mibanicus). Andy (Andy_1970), Wolfgang (wulfmaniack), Reinaut (reinout), Olli (derOlli), Werner (Lanz-Franz), Peter (Miraculus), Dirk (Remo Suriani), Kai (LaNgsambahNer) und Christoph (211064) ... ich hoffe, ich habe nun niemanden vergessen. :oops:

Wo fange ich jetzt bloß an ... ich löse die Reihenfolge mal auf und beginne hier:
Brumfda hat geschrieben:
Di 20. Aug 2019, 11:09
... Schafft das Bild in Dir eine Resonanz, was Du mit diesen zahlreichen Bildern an Respekt und Anerkennung auslöst :bigeek: ? ...
@Felix
Ja, es löst etwas bei mir aus ... natürlich wie oben beschrieben Freude, aber auch ein wenig Kopfschütteln und Verwunderung. Ich denke so: Was habe ich schon Großartiges geleistet außer ein paar Holzleistchen in Reih und Glied aufzukleben, einzuschottern und Profile darauf zu befestigen. Natürlich werde ich gern am Bauch gepinselt, aber über mir ist noch eine Menge Luft und ich kann und muss noch viel lernen.

Genau darüber hatte ich gestern eine Diskussion mit meiner Frau. Sie meint, ich solle mich nicht so klein machen und mein Licht nicht unter den Scheffel stellen. Ich meine, das kann jeder schaffen, der nicht gerade mit gekreuzten Fingern an die Arbeit geht. Sie meint, nee, das schafft nicht jeder. Ich meine, hier sind doch alles Modellbauer versammelt, die alle auf ihre Weise etwas Großartiges auf die Beine gestellt haben. Warum zum Henker sollten die das nicht können. Ja klar, ich musste üben, etwas Zeit und Aufwand investieren, bei der Arbeit aufmerksam sein und dann ... nee jetzt, das ist alles kein Wunder oder gar etwas Herausragendes. Es ist, wie es ist ... fertig.

Manchmal juckt es mich schwer in den Fingern, den Beweis meiner Aussage anzutreten. Da bricht sich der Pädagoge in mir seine Bahn. Zudem ist meine Frau wohl nicht von meiner Ansicht zu überzeugen, wenn ich sie nicht belege. :D
Es wollten sich ja schon einige die Gleise vor Ort ansehen. Bitteschön, da ist es doch naheliegend, zusammen mit Interessierten eine Weiche oder einen Gleisabschnitt zu bauen. Ich stelle mir vor, es könnte sehr interessant werden, wenn man einen Samstag zusammen hockt, und nach der Fachsimpelei fährt jeder mit einer selbstgebauten Weiche heim. Ich habe keine konkreten Vorstellungen, wie das genau gehen könnte, denn in meiner Bastelbude ist höchstens für eine weitere Person Platz. Ich behaupte, meine Technik ist für jeden, der schon mal eine Feile und einen Lötkolben in der Hand hielt, mit etwas Anleitung zu schaffen ... Punkt! Mal sehen ...
Lanz-Franz hat geschrieben:
Fr 23. Aug 2019, 21:45
... Deine weitere Vorgehensweise einfärben, trocknen, zerbröseln, einschottern kann ich soweit nachvollziehen.
Was ich nicht bemerkt habe, was passiert nach den auf- bzw. einbringen des Schotters?
Eigentlich hätte ich nun den Arbeitsschritt Beträufeln mit einem Schotterkleber deiner Wahl erwartet. ...
@Werner
So als pensionierter Lehrer hätte ich jetzt beinahe geschrieben ... Werner, geh doch bitte nochmal nach oben und schau ganz genau nach, was Du zu diesem Thema bei den Bildern finden kannst. :fool: Aber da ich pensioniert bin ... hier ein paar exklusive Schotterbilder für Dich:

Bild

Und hier mit Schienen und unter anderen Lichtverhältnissen:

Bild

Womit wir dann bei den kritischen Anmerkungen von Dirk und Kai wären:
Remo Suriani hat geschrieben:
Sa 24. Aug 2019, 12:01
... Der Schotter überzeugt mich hingegen weniger. Man nimmt ja meist etwas groberen Schotter, weil es sonst nicht wirkt. Aber wenn das Profil und die Schwellenabstände vorbildlich sind, wirkt der Schotter bei Dir doch etwas grob. Und eben auch zu dunkel. ...
LaNgsambahNer hat geschrieben:
Sa 24. Aug 2019, 12:21
... dem kann ich mich nur anschliessen. ...
Hm ... das ganze Schotterthema ist sehr vom persönlichen Geschmack abhängig. Ich bin mir dessen bewusst, die Steinchen sind eigentlich zu groß. Ich habe an der Anlage herumprobiert und mit verschiedenen Korngrößen experimentiert. Maßstäblich verkleinerter Schotter erinnert mehr an Sand als an einzelne Steine. Im normalen Betrachterabstand war damit das Schotterbett als solches kaum noch zu erkennen. Als aktive N-Bahner wisst Ihr ja, man muss schon mit der Nase auf der Anlage hängen, um die Perspektive der Bilder oben einzunehmen. Ich habe für mich beschlossen, es bei diesem Kompromiss zu belassen und vor der Anlage stehend finde ich die Korngröße passend. Ich gebe Euch recht, Makroaufnahmen wirken dadurch nicht so vorbildlich und etwas spielzeughaft. Aber damit kann ich leben.
Auch die Farbe ist so eine Sache. Was dem einen zu hell erscheint ist dem anderen zu dunkel. Wenn man sich die beiden Bilder ansieht, könnte man zudem meinen, es wären zwei verschiedene Sorten Schotter zum Einsatz gekommen. Aber nix da ... es ist einfach die unterschiedliche Beleuchtung. Dann kommen noch die Probleme der technischen Übertragung der Bilder hinzu. Was habe ich schon gestaunt, wie meine eigenen Bilder am Rechner bzw. Bildschirm eines Kollegen aussahen. :D Nee, bei den Farben hätte ich sofort heimfahren und alles neu anmalen müssen. :wink:
Auf meinen Vorbildfotos finden sich Steine von hellgrau bis fast schwarz. Zu Dampflokzeiten sollten die Schienenwege bestimmt nicht heller gewesen sein, als heute. Ich habe versucht, mich daran zu orientieren. Aber wie bereits oben geschrieben, nach oben gibt es immer noch Luft. Was Ihr gerade auf Euren Bildschirmen sehen könnt, ist der Stand meiner aktuellen Fähigkeiten und meines Geschmacks. Es mag sein, dass sich dieser Stand auch bei mir noch ändern wird. Dann muss ich neu überlegen, wie ich damit umgehe. :D
reinout hat geschrieben:
Do 22. Aug 2019, 13:04
... Mit solche winzige Schienenprofilen hast du ein Großteil der vier Wochen wahrscheinlich gebraucht um die Nerven wieder zu beruhigen ...
@Reinout
Das Gegenteil ist der Fall. Dieses Arbeiten beruhigen das im Augenblick ziemlich aufgebrachte Nervenkostüm. Die völlige Fokussierung auf solche Arbeiten hilft mir ein wenig, aus der nicht immer erfreulichen und bisweilen traurigen Realität auszusteigen. Meine Frau sagt dazu, meine Bastelei wäre meine persönliche Rückzugsinsel ... damit hat sie wohl recht.
Darius hat geschrieben:
Di 20. Aug 2019, 05:15
... Kommst Du überall an die Strecke ran oder musst Du hier noch was vom Überbau abnehmen? ...
@Daniel
Meine Anlage ist zungenförmig aufgebaut und bis auf die Stadt Bad Dachstein überall gut erreichbar. An der südlichen Ausfahrt des Bahnhofs Rhodenhausen kann ich sogar von zwei Seiten dran und das nördliche Ende ruht auf einem nur ca. 40 cm tiefen Untergrund. Selbst Detailarbeiten sind hier kein Problem. Andernfalls hätte ich mir sicher eine andere Lösung überlegt. In meinem Frust über den Rost an den Schienen habe ich durchaus über einen Teilabriss und Neuaufbau mit Peco-Gleisen nachgedacht. Das wäre zwar schneller gewesen, aber weniger entspannend. :D So verrückt es sich für Euch vlt. anhört ... es wäre für mich eine Art Kapitulation vor der Realität gewesen und kein Fortschritt. Nee, so gefällt es mir besser und so lange ich noch aufrecht stehend an der Anlage arbeiten kann ... :wink:

@All
Wenn man so an der Anlage werkelt und tatsächlich Fortschritte zu sehen sind, sind Gedanken über die weitere Ausgestaltung naheliegend. Der Bahnhof Rhodenhausen ist ja als Bahnhof mit Traktionswechsel gedacht. Der Hauptteil der Gleise ist bereits elektrifiziert, aber die eingleisige Hauptstrecke nach Bad Dachstein wird noch mit Dampf und Diesel betrieben. Bei der Planung der Anlage hatte ich mir überlegt, so einen interessanten Betrieb zu ermöglichen und die eine oder andere schöne Lok wartend auf der Anlage abstellen zu können. Die Bahnhofsköpfe weisen daher einige Abstell- bzw. Wartegleise auf.
Dieses Gewirr möchte ich zum größten Teil mit Quertragwerken für die Oberleitung versehen. Da die nördliche Ausfahrt auf das Viadukt führt, kommen dann auch die schon gebauten Streckenmaste zum Einsatz ... usw ... usf ...

Für ein Quertragwerk sind Turmgittermaste sozusagen ein "Mu(a)st Have" ... bloß welche. Im Bestand aus vergangenen Tagen fand sich ein Sommerfeldt-Exemplar. Dann besaß ich noch eine Platine aus Neusilber zum Bau von vier 14m-Masten der Fa. NDetail. Schließlich bestellte ich mir zum Vergleich noch ein Modell von Viessmann, das gestern bei mir eintraf. Meinte doch meine Frau tatsächlich nach dem Auspacken: "Boh, der sieht ja mickrig aus!" "Nee, das nennt man filigran ...", lautete meine Antwort. :D Sie schaute etwas skeptisch drein ...

Dieses Gespräch war für mich Anlass, Euch an meinem Vergleich in Form einer Mastschau teilhaben zu lassen.

Zur Erinnerung ... das ist ein Original:

Bild

Hier ist zwar kein Quertragwerk eingehängt, aber die Maste daneben sahen nicht anders aus. Apropos einhängen ...

Bild

... in der Praxis hängen Zugseil und Fahrdraht an solchen Winkeleisen. Oben ist ein doppeltes Tragseil befestigt:

Bild

Das hier von mir abgelichtete Exemplar trägt noch stolz ein beachtliches und filigranes Geweih zur weiteren Stromversorgung anderer Verbraucher. Zwischen den Gittern ist außerdem noch eine Lampe zu entdecken. Die Gitterstreben sind offensichtlich vernietet ... die Nachbildung solcher Feinheiten wäre in Spur N sicher etwas viel verlangt, obwohl teilweise damit geworben wird. Aber da wurden wohl H0 und Spur N Maßstäbe durcheinander gebracht. Sowieso finde ich es eine Unsitte, Fotos von H0-Modellen zur Werbung von N-Modellen zu verwenden.

Nun also zu meiner Mastschau ... hier als erstes im Gegenlicht:

Bild

Ich darf Euch die Protagonisten von links nach rechts vorstellen: Mein nochmal verfeinerter Bausatzmast, ein Abspannmast von Sommerfeldt (der steht hier etwas außer Konkurrenz, denn das ist ein Thema für sich), daneben der Sommerfeldt-Mast aus Kunststoff mit seiner deutlich sichtbaren Mastarmierung aus einer Art Drahtkorb und ganz rechts streckt sich der (mickrige :D ) Viessmann-Mast in die Höhe.

Die drei Vertreter nun im vollen Sonnenlicht:

Bild

Nun zu den Details angefangen bei der Aufnahme für den Fahrdraht bzw. das Zugseil. Den Anfang macht wieder mein Selbstbau. Die Makroaufnahme zeigt, bei der Lackierung muss ich noch nachsteuern. Ich hatte das Neusilber zuerst schwarz brüniert und dann (zu) dünn mit Resedagrün überhaucht, um die dunkle Basis durchscheinen zu lassen. Zunächst sah alles prima aus. Aber die Makroaufnahme brachte den zu vorsichtigen Farbauftrag zum Vorschein.
Hier kommt es mir zunächst darauf an, Euch meine Verfeinerungen zu präsentieren ... die mit 1x1 mm Messing-Winkelprofilen verstärkten Ecken und die aufgelöteten Winkel mit 0,4 mm Bohrung zur Aufnahme der Zugseile.

Bild

Der Sommerfeldt-Mast darf sich als nächstes auf die Befestigung schauen lassen. Die Kunststoffbasis ist im unlackierten Zustand nicht zu verleugnen. Durch das Aufnahmeloch könnte auch ein Preiserlein hindurchpassen:

Bild

Der letzte der Mohikaner ist wieder das Viessman-Exemplar. Die Aufnahme ist erstaunlich filigran gestaltet ... Respekt!

Bild

Schauen wir nun auf die Füße:

Bild

Der Sommerfeldt-Mast steckt auf dieser besagten Armierung, die dem Kunststoff doch einige Stabilität verleiht. Ohne diesen unten verschraubten Drahtkorb sieht das Modell zwar besser aus, wird aber einigermaßen instabil. Die Mastarmierung bedingt allerdings die ziemlich ausladende Basis.

In der Summe qualifiziert sich der Sommerfeldt-Mast immer mehr für den Platz als dritter Sieger.

Eine interessante Lösung bietet Viessmann:

Bild

Das Unterteil wird aufgeschraubt und der Mast anschließend aufgeschoben. Das würde im Falle eines Falles den einfachen Austausch erlauben. Zudem zeigt der Mastfuß alle Insignien eines Aufsatmastes, der auf einen Betonsockel verschraubt wurde. Sogar die Schraubenköpfe wurden in der Nachbildung nicht vergessen ... ein weiterer Pluspunkt.

Mein Bausatz ist dagegen recht einfach konstruiert. Der Betonsockel wird aus den geätzten Neusilberblechen gefaltet und verlötet (oder geklebt). Zur Befestigung ist im Sockel ein Loch vorgesehen, in das ich eine M2-Messingschraube eingelötet habe. Für die Montage auf der Anlage ist also ein entspr. Loch zu bohren und der Mast wird dann von unten verschraubt.

Bild

Das Modell erinnert somit mehr an einen in den Betonsockel eingegossenen Mastfuß. Diese Technik wurde beim Vorbild in der Anfangszeit eingesetzt, aber schnell durch aufgeschraubte Maste ersetzt.

Kommen wir zu den Kosten ... ein Sommerfeldt-Mast kostet über den dicken Daumen ca. 6 Euro. Umgerechnet liegt der Bausatzpreis bei 3,70 € zuzüglich der Kosten für die Messingprofile. In der Summe steht er für die günstigste Lösung, wenn ich mal von der Bastelzeit absehe. Das Viessmann-Modell liegt bei ca 9 € je Mast und erfordert damit die höchste Belastung der Bastelkasse. Dennoch sieht meine persönliche Liste im Augenblick so aus:

Viessmann: 1. Sieger
Selbstbau: 2. Sieger
Sommerfeldt: 3. Sieger

Meine Frau würde wohl den ersten und zweiten Platz vertauschen ... mickrig und so ... :D Tja, die Jury ist sich also nicht einig. Was meint Ihr?

Und dann kommen noch die schon angesprochenen Abspannmaste. Hier sind mir die Viessmann-Modelle eindeutig zu lang und somit schon für den dritten Platz qualifiziert. Die Sommerfeldt-Exemplare sind m.E. mehr so Phantasieprodukte. Selbstbau ... seufz ... hm ...

LG
Hubert
Hier geht's zu den Bauberichten der "Mark Michingen"
Und hier stelle ich mich kurz vor ...

Wer immer tut, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist. (Henry Ford)

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Re: Die Mark Michingen in N - Bauberichte

#2260

Beitrag von N Bahnwurfn »

Hallo Hubert,

wie ich sehe, biste wieder mal als Hans Dampf in allen Gassen unterwegs.
Eben noch Gleisbau schon wird sprunghaft zu den Oberleitungsmasten gewechselt.
Hoffentlich wirst du bei dem Tempo nicht zu früh fertig. :mrgreen:

Hubert hat geschrieben:
[/quote]Als der Bahndirektor seinen Finger aus dem Museum den Schotterspezialisten vorstellte, staunte man nicht schlecht...
Die Begeisterung war groß, wie sensibel der Finger fehlgeleitete Steinchen erfasste und auf den Weg der Tugend zurückzuführen wusste. Die Arbeit gelang durch die Reaktivierung des Fingers in verblüffend kurzer Zeit.[/quote]

Ja wohl dem, der solch einen Finger noch irgendwo rum stehen hat. :wink:
Die Weichenstrassen sehen aber auch richtig toll aus. Da kann man durchaus neidisch werden. :mad:
Was fürn Unterschied zu Fleischmann in Ostende :( , aber dafür hat Fleischmann wieder den Vorteil das man Modellbahnanlagen stark verkürzt darstellen kann. :)

Was deine Oberleitungsmastenstudie betrifft kommste wohl, bei deinen filigranen Selbstbaugleisen, an Fissmann nicht vorbei. Alles Andere wäre dann wohl auch nur im Selbstbau zu realisieren, um zusammen zu passen ... und eigentlich müßtest du bei deiner Vorbildtreue eh mit Echtdampf, und nicht elektrisch fahren, und das wollte ich eigentlich auch schon lange mal sagen ! :o :pflaster: :oops:


MfG :wink: Peter

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Re: Die Mark Michingen in N - Bauberichte

#2261

Beitrag von Frank K »

Servus, Hubert,

Deine Schotterung im Bahnhof, zusammen mit den flachen Gleisprofilen - großes :gfm: . Nur den grauen Schotter auf der freien Strecke würde ich nur auf kurzen Strecken einsetzen. Die meisten Strecken, insbesondere solche mit Holzschwellen, haben doch eher gealterten Schotter. Vielleicht probierst Du auch mal eine Nachbearbeitung mit Pigmenten (Umbra/Schwarz - siehe Grainitz II ab S. 23). Auch Lokhalteplätze lassen sich mit Pigmenten gut nachschwärzen. Koemo-Schotter eignet sich übrigens gut für junge und mittelalte Betten, ansonsten muss man hier dezenter mit verdünnter Farbe oder radikaler mit Trockenpigmenten nachhelfen. :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen: .

Was die OL-Masten betrifft, folge ich Deiner Auswahl. Machst Du dann das Quertragwerk und die Fahrdrähte selber? Bin schon gespannt, was Du uns da zaubern wirst. :bigeek:

Ciao, Frank

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Re: Die Mark Michingen in N - Bauberichte

#2262

Beitrag von Andy_1970 »

Hallo Hubert,
wie bei meinen Vorrednern würde auch meine Entscheidung -trotz der damit verbundenen Kosten- zu Gunsten der Viessmann-Lösung fallen.
Bin schon sehr auf Deine Elektrifizierungsarbeiten gespannt.
Da wird wieder ganz großes Modellbau/Modellbahn-Kino! :P
Viele Grüße
Andy

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Re: Die Mark Michingen in N - Bauberichte

#2263

Beitrag von hubedi »

Hallo werte Begleiter und Mobafreunde,

Gewitterstimmung auf dem Dachboden ... Bau der vorletzten Weiche der südlichen Bahnhofsausfahrt ... ein ganz einfache Innenbogenweiche, nix besonderes ... aber das Ding wehrt sich wie verrückt. :twisted: Irgendwas ist immer; ab und zu entgleist der Testwagen an der Herzstückspitze, dann fährt der Wagen einfach geradeaus, obwohl die Zunge auf Abzweig steht ... grrr ... nee jetzt ... :banghead: Es hilft nix, da muss ich durch. Das dumme Ding lässt nicht mit sich diskutieren sondern wartet geduldig auf die Beseitigung aller Fehler ... seufz.

N Bahnwurfn hat geschrieben:
So 25. Aug 2019, 17:30
... wie ich sehe, biste wieder mal als Hans Dampf in allen Gassen unterwegs.
Eben noch Gleisbau schon wird sprunghaft zu den Oberleitungsmasten gewechselt. ...
@Peter
Keine Sorge. Ich bereite nur die nächsten Schritte vor. Beim Einschottern der Bahnhofsgleise möchte ich möglichst die Standorte der Masten kennen, damit ich hinterher nicht zu viel Schotter weg kratzen muss. Erst werden die Gleise fertig werden.
Wie Du weiter unten nachlesen kannst, hatte Mein Fingerwerkzeug heute nochmal einen besonderen Auftritt.
Frank K hat geschrieben:
So 25. Aug 2019, 21:49
... Die meisten Strecken, insbesondere solche mit Holzschwellen, haben doch eher gealterten Schotter. Vielleicht probierst Du auch mal eine Nachbearbeitung mit Pigmenten (Umbra/Schwarz - siehe Grainitz II ab S. 23). Auch Lokhalteplätze lassen sich mit Pigmenten gut nachschwärzen. ... Was die OL-Masten betrifft, folge ich Deiner Auswahl. Machst Du dann das Quertragwerk und die Fahrdrähte selber? Bin schon gespannt, was Du uns da zaubern wirst. :bigeek: ...
@Frank
Danke für Dein Lob. Ich gebe Dir recht ... bei der Farbe muss ich noch nacharbeiten. Das Schotterbett ist noch nicht fertig. Ich werde wohl wie von Dir vorgeschlagen Pigmentfarben einsetzten und mit einem Fixativspray übernebeln. Schließlich brauche ich die Pigmente nicht in den Lokgetrieben.

Ja, der Plan lautet, Quertragwerke und Fahrdrähte selbst zu bauen. Weiter oben oben ab Seite 80 hatte ich bereits angefangen, meine Ideen vorzustellen. Der Fahrdraht wird mit Angelschnur nachgebildet und das Tragseil mit einem flexiblen Latexfaden. Das Quertragwerk wird wohl aus dünnem Stahldraht gebastelt. Die Stromabnehmer werden in der Höhe begrenzt und sie berühren den Fahrdraht nicht. Der Fahrdraht selbst wird flexibel abgespannt. Die zugehörigen Abspannwerke werde ich wohl wieder selbst basteln. Die Teile von Viessmann sind zwar ganz schön, aber der aufgerufene Preis ist mit meiner Bastelkasse nicht kompatibel. Die Abspannmasten werden ebenfalls aus meiner Werkstatt stammen, da es am Markt nichts gibt, was mir richtig zusagt. Wie ich schon festgestellt hatte, sind die Viessmann-Abspannmaste zu hoch.
Andy_1970 hat geschrieben:
Mo 26. Aug 2019, 17:56
... wie bei meinen Vorrednern würde auch meine Entscheidung -trotz der damit verbundenen Kosten- zu Gunsten der Viessmann-Lösung fallen. ...
@Andy
Danke auch für Deine Einschätzung. Ich denke, es wird tatsächlich bei meiner Rangfolge bleiben.
Der Bau der Oberleitung geht allerdings noch nicht sofort los. Du musst Dich noch etwas gedulden. Hoffentlich wird Dieses von Dir erwartete "Modellbahn-Kino" keine Slapstick-Komödie wie mein heutiger Weichenbau ... :D

@All
Wie bereits oben beschrieben, zogen sich die Gewitterwolken nicht nur über, sondern auch auf dem Dachboden zusammen. Es fing mit dieser vertrackten Federzunge an:

Bild

Obwohl die Zungenschiene mit Hilfe der unten noch hervorlugenden Pinzette fest angedrückt war, sprang mein Testwagen über den Abzweig hinweg und fuhr bei jedem dritten Mal einfach geradeaus. Ich habe nach der Ursache gesucht und gesucht und konnte sie einfach nicht finden. Ich spürte schon die Halsschlagadern anschwellen, bis ich das richtige Diagnoseinstrument in Anschlag brachte ... meine Kamera mit Makrolinse. Ich fotografierte die Stelle von allen Seiten und stellte fest, die Zunge war vorn nicht ganz rechtwinklig aufgelötet worden. Durch die leicht gekippte Schiene, lag die Zunge oben zwar sauber an, aber nicht unten. Der Spurkranz zog sich bevorzugt an dieser Schräge hoch, wenn ich ein Fahrzeug mit dem nötigen Schwung auf die Reise schickte. Dann hopst er wie von einem Katapult abgeschossen über den Abzweig hinweg. Diese winzige Abweichung war meinem bloßen Auge glatt entgangen.

Dann wollte die Herzstückspitze einfach nicht mit beiden Flügelschienen fluchten und saubere Rillen für den Spurkranz bilden. Auf der Nachbarweiche sah alles gut aus;

Bild

Hier kann man den Rillen entlang schauen und die Herzstückspitze ragt für beide Abzweige nicht in den Weg des Spurkranzes. Fährt ein Zug gegen die Spitze über die Weiche und das Herzstück ist nicht perfekt ausgerichtet, läuft das Rad u.U. gegen die Spitze und die Fuhre entgleist. Gerade die Vorlaufachsen der Dampfer suchen nach solchen Nachlässigkeiten. Ich weiß nicht, wie oft ich mein Testdrehgestell über das Herzstück geschoben habe, bis alles ohne zu ruckeln lief:

Bild

Nun galt es, Unebenheiten zu entdecken und auszugleichen. Hier seht Ihr mein bestes Messwerkzeug bei der Arbeit ... wieder ein alter Bekannter:

Bild

Halt ... halt ... laaaangsaaaam, sonst seht Ihr ja nix:

Bild

Ahhh, jetzt ist es besser. Es geht bei diesem Beispiel um die Schienenstöße zwischen zwei Weichen. Elektrisch und mechanisch sind sie von unten durch einen untergelegten und verlöteteten Streifen Messingblech miteinander verbunden. aber hier bildet sich erfahrungsgemäß gern ein kleiner "Huppel". Das Testdrehgestell wird einfach mit aufgelegtem Finger schnell über diese zu untersuchende Stelle hin- und herbewegt. Und wieder bewährt sich die unvergleichliche Sensorik der Wetware. Was mit dem Auge kaum zu erkennen ist, offenbart sich dem Finger sofort. Keine noch so kleine Unebenheit entgeht dem Messfühler.
Dann wird so lange geklopft bzw. hoch gehebelt, bis nur noch ein leises Klacken zu hören aber sonst nichts mehr zu spüren ist. Dieses Verfahren ist m.E. kaum ungenauer als der Lichtspalttest mit Hilfe eines aufgesetzten Stahllineals ... im Gegenteil. Gerade an Stellen, wo der potentielle Lichtspalt nur mit Verrenkungen zu erkennen ist, hat mein Finger mit untergeschobenem Drehgestell die Arbeit flott erledigt. Was dann an Unebenheiten übrig bleibt ... dass ... ja dass ... bleibt eben übrig. Damit werden die Loks sicher fertig.

So, das war's für heute. Demnächst mehr ...

LG
Hubert
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Re: Die Mark Michingen in N - Bauberichte

#2264

Beitrag von Darius »

Guten Morgen Hubert,

anfangs hatte ich schon Angst, dass es ein unüberwindliches Problem wäre, aber dann folgte schnell die Erleichterung :mrgreen:
Deine Geduld und Ausdauer ist bewundernswert.
Ich kämpfe gerade mit meinem inneren Schweinehund, endlich die Verkabelung durchzuziehen. :bigeek:

Und dieses faszinierende Messinstrument ist natürlich unverzichtbar 8)

Schön, dass es so gut voran geht.

Viele Grüße,
Daniel
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Re: Die Mark Michingen in N - Bauberichte

#2265

Beitrag von Miraculus »

Guten Morgen Hubert,
deine Arbeiten am offenen :hearts:Stück sind eines Sauerbruchs (https://de.m.wikipedia.org/wiki/Ferdinand_Sauerbruch) würdig. Wie hast Du letztendlich das schräg stehende Teil des Herzstückes gerade gerichtet? Hast Du nochmals gelötet, oder gefeilt, gebogen und gedengelt?

Bei den Schienenstößen hast Du es schön beschrieben. Das war bei mir damals zu Lehrzeiten als Kfz-ler genauso. Im Karosseriereparaturgewerbe geht nix über die Sensorik der Finger und Hände. Beim Drüberstreichen erfühlt man jede noch so kleine Unebenheit, auch wenn man nichts erkennen konnte.


Grüße
Peter

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Re: Die Mark Michingen in N - Bauberichte

#2266

Beitrag von Jürgen »

Hallo Hubert,

meinen großen Respekt für Deine Arbeiten sind Dir gewiss. Ich habe auch schon des öfteren festgestellt, dass unsere eingebauten Messsensoren wahrhaft großartig sind. Früher dachte ich die Lippen seien noch sensibler. Dem ist aber nicht so. Es sind die Fingespitzen, die diese feine Sensorik besitzen.

Und das ist das Geheimnis des Erfolgs:
Es hilft nix, da muss ich durch.
Schlichter Satz, aber er beinhaltet so viel Weisheit. Wer sich bei Problemen an diesen Satz erinnert, wird sein Ziel erreichen. Du weißt, dass ich das nicht nur auf die Moba beziehe ...

Grüße
Jürgen
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Re: Die Mark Michingen in N - Bauberichte

#2267

Beitrag von Darius »

Jürgen,
Jürgen hat geschrieben:
Di 27. Aug 2019, 07:31
Es hilft nix, da muss ich durch.
Schlichter Satz, aber er beinhaltet so viel Weisheit. Wer sich bei Problemen an diesen Satz erinnert, wird sein Ziel erreichen. Du weißt, dass ich das nicht nur auf die Moba beziehe ...
Wie wahr :shock: erlebt man täglich, sowohl im wirklichen Leben als auch in der Moba-Welt.

Vielen Dank für die philosophische Erinnerung an das Unvermeidliche 8) :mrgreen:

Viele Grüße,
Daniel
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Re: Die Mark Michingen in N - Bauberichte

#2268

Beitrag von N Bahnwurfn »

Hallo Hubert,

kann mir gut vorstellen wie solch Fehlersuche nervt. Zumal wenn die Fehlerquelle einfach nicht sichtbar wird und man gerade in unserer Spur auf fehlerfreie Gleisverlegung angewiesen ist. Die Fans der großen Spuren habens da sicher leichter, was nicht heißt das sie beliebig schludern können. Dank deines göttlich angeborenen Messinstruments hast du das Problem ja zum Glück beheben können.
hubedi hat geschrieben:
Mo 26. Aug 2019, 22:09
Was mit dem Auge kaum zu erkennen ist, offenbart sich dem Finger sofort. Keine noch so kleine Unebenheit entgeht dem Messfühler. Dieses Verfahren ist m.E. kaum ungenauer als der Lichtspalttest
Genau ! Und um`s mal mit den Worten von uns Quantenbahnern auszudrücken, ist es außerdem noch der vielfältige Gebrauch dieses Meßinstrruments, der dafür sorgt, das man alle die Finger auch miteinander verschränken kann. :wink:

Spaß bei Seite. Wünsche Dir noch viel Erfolg bei der weiteren Gleisverlegung. :D


MfG Peter

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Re: Die Mark Michingen in N - Bauberichte

#2269

Beitrag von hubedi »

Hallo werte Freunde und Begleiter meiner Basteleien,

boh ... oben auf dem Dachboden ist trotz meiner "Kühlanlage" das Arbeiten fast unmöglich ... tropf ... tropf ... tropf. Bevor ich noch komplett auslaufe, habe ich mich in den kühlen Keller zurückgezogen und nehme nun die letzte Weiche der nördlichen Einfahrt in Angriff. Immerhin ist meine Problemweiche glücklich fertig geworden.

Heute möchte ich Euch noch ein paar Feinheiten des Weichenbaus mit C40-Profilen zeigen. Aber erst die Post:
Darius hat geschrieben:
Di 27. Aug 2019, 05:49
... anfangs hatte ich schon Angst, dass es ein unüberwindliches Problem wäre, aber dann folgte schnell die Erleichterung ... Ich kämpfe gerade mit meinem inneren Schweinehund, endlich die Verkabelung durchzuziehen. ...
@Daniel
Danke für`s Mitfiebern ... nee, unüberwindlich sind die Probleme nicht. Aber ich will nicht verschweigen, der Bau mit den kleinen Profilen fordert mich mehr und bietet andere Herausforderungen als die bisherigen Konstruktionen. Aber ich beginne mich daran zu gewöhnen und lerne die Besonderheiten zu berücksichtigen.
Und wer gewinnt ... der Schweinehund oder Du ... :D
Miraculus hat geschrieben:
Di 27. Aug 2019, 06:20
... Wie hast Du letztendlich das schräg stehende Teil des Herzstückes gerade gerichtet? Hast Du nochmals gelötet, oder gefeilt, gebogen und gedengelt? ...
@Peter
Von allem ein wenig. Ich habe das Herzstück nochmal abgelötet, die Spitze etwas nach hinten verschoben und neu ausgerichtet. Den Rest erledigte eine Feile. Bei den kleinen Herzstückwinkeln gilt es aufzupassen, dass die obligatorische Lücke nicht zu groß wird. Dann könnten die Räder in diese Lücke fallen und der Lauf der Fahrzeuge wird ziemlich holprig und unansehnlich. Schiebt man die Herzstückspitze allerdings etwas zu weit nach vorn, ragt sie in zumindest eine der Rillen. Da in dieser Einfahrt jede Weiche mit anderen Radien konstruiert werden musste, besaß ich keine Erfahrungswerte. Immerhin sieht die Einfahrt auf diese Weise für mich ziemlich elegant und schwungvoll aus.

Wenn man die Treppe zum Dachboden hochkommt, fällt der Blick direkt auf diese Einfahrt. Daher werde ich mir für diese "Visitenkarte" bei der Ausgestaltung noch etwas besonderes einfallen lassen ... ich habe schon ein paar Ideen ... auch wenn in der Praxis des Vorbildes solche Konstruktionen wohl eher selten bis gar nicht zur Anwendung kamen. Aber ein wenig Show muss sein. :D
Jürgen hat geschrieben:
Di 27. Aug 2019, 07:31
... Ich habe auch schon des öfteren festgestellt, dass unsere eingebauten Messsensoren wahrhaft großartig sind.
Und das ist das Geheimnis des Erfolgs:
Es hilft nix, da muss ich durch.
Schlichter Satz, aber er beinhaltet so viel Weisheit. Wer sich bei Problemen an diesen Satz erinnert, wird sein Ziel erreichen. Du weißt, dass ich das nicht nur auf die Moba beziehe ...
Darius hat geschrieben:
Di 27. Aug 2019, 09:31
... Wie wahr :shock: erlebt man täglich, sowohl im wirklichen Leben als auch in der Moba-Welt. ... Vielen Dank für die philosophische Erinnerung an das Unvermeidliche ...
@Jürgen und nochmal Daniel
Ja, es ist erstaunlich, wie wir von der Natur ausgestattet wurden. Einerseits sind unsere Körper ziemlich zerbrechlich und auf eng definierte Umweltbedingungen angewiesen, dann aber funktionieren sie (meistens) auf bemerkenswerte Weise. Dafür bin ich sehr dankbar.
Und als Modellbauer können wir alle ein Lied davon singen, wie hilfreich sich eine gewisse Hartnäckigkeit bzw. Geduld mit dem Material und nicht zuletzt auch mit sich selbst auf das Ergebnis auswirkt.
N Bahnwurfn hat geschrieben:
Di 27. Aug 2019, 11:43
... kann mir gut vorstellen wie solch Fehlersuche nervt. Zumal wenn die Fehlerquelle einfach nicht sichtbar wird und man gerade in unserer Spur auf fehlerfreie Gleisverlegung angewiesen ist. Die Fans der großen Spuren habens da sicher leichter, was nicht heißt das sie beliebig schludern können. Dank deines göttlich angeborenen Messinstruments hast du das Problem ja zum Glück beheben können. ...
@Peter
Tja, wer kennt das nicht.
Bei den größeren Spuren wirken sich Ungenauigkeiten allein deshalb nicht so sehr aus, weil sie im Verhältnis weniger ins Gewicht fallen. Ist das Schienenprofil selbst nur einen Millimeter hoch, bewirkt eine Abweichung von einem Zehntel durchaus den Unterschied zwischen Funktion und Tonne. Aber daran kann man sich und seine Arbeitstechniken gewöhnen.

Ein paar Beispiele seht Ihr in meinem heutigen Bericht:

Ist das jetzt nicht eine elegante Überleitung ... :fool:

@All
Ich möchte an meinen Bericht von Gestern anknüpfen und auf die Schwierigkeiten beim Umlegen der Weichenzungen eingehen. Diesmal habe ich keine durchgehenden Federzungen eingebaut, sondern das Herzstück von den Zungen getrennt. Die Zungen besitzen nach wie vor kein Gelenk sondern sie werden federnd umgelegt. Sie sind also an einem Ende hinter der Trennung zum Herzstück fest angelötet, während der vordere Teil frei beweglich hin und her geschoben bzw. gezogen werden kann.

Wenn man die Zungen an der Herzstückseite auflötet, ist es wegen der Längenverhältnisse unmöglich sie so auszurichten, dass sie auf der anderen Seite an der Kontaktstelle zur Backenschiene exakt auf gleicher Höhe liegen. Allein die Statistik spricht dagegen, dieses Kunststück gelingen zu lassen ... gibt es doch unendlich viele Möglichkeiten es falsch zu machen aber nur eine einzige richtige Höhe. :fool:

Moment mal ... ich höre gerade eine innere Stimme ... Stimmen hören ... das ist nicht gut ... was sagt sie:

"Hubert, das versteht so kein Mensch ... zeig endlich ein Bild!"

Boh nee, diesmal hat sie recht:

Bild

Die Lösung lautet, wenn man es nicht richtig machen kann, macht man es gezielt falsch ... Ha, das kann ich. Und schon harmoniert die Wahrscheinlichkeit prima mit meiner Unfähigkeit. Ich muss bei meiner Methode des Auflötens nur sicher stellen, dass die Zungen hinten nicht zu hoch über die Backenschienen hinausragen. Auch dem kann ich vorbeugen, indem ich die Zungen leicht nach unten ausrunde.

Wird die Zunge dann umgelegt, muss sie automatisch nur auf die richtige Höhe gehoben werden. Dafür sorgt eine Art Rampe, die aus dem Kopf des Messingnagels gefeilt wird, auf dem die Backenschiene sowieso ruht. So sieht die Sache in der Praxis aus:

Bild

Im roten Kringel ist diese Schräge zu sehen. Zusätzlich wird die Zunge an der unteren Kante ebenfalls etwas schräg angefeilt. Das nächste Bild zeigt die gleiche Zunge im angelegten Zustand ... sieht doch nicht schlecht aus, nicht wahr ... :D

Bild

Die Höhe stimmt, die Statistik kann nun machen was sie will und meine Testwagen laufen brav in die richtige Richtung.

Tja, das ist ein typisches Beispiel, wie ich meinen Weichenbau an den Tanz auf der Kante der Möglichkeiten anpassen musste. Bei den höheren Profilen konnte ich ohne Probleme oben etwas von den Zungenprofilen abfeilen, wenn sie mal ein Zehntel zu hoch standen. Das geht bei dem C40er Profil gar nicht denn jedes fehlende Höhenzehntel lässt die Spurkränze unten auflaufen. :shock:

Die Optik der feinen Profile lässt die NEM-Norm ziemlich grob aussehen:

Bild

Schaut Euch nur mal die Rillenbreite beim Herzstück oder den Radlenkern an. Sie rangieren am unteren Ende der NEM-Norm. Eigentlich wäre hier Finescale angemessen, aber dann müsste ich alle Räder anpassen und es gäbe keine Möglichkeit, normale Fahrzeuge auf der Anlage zu bewegen. Irgendwelche Kompromisse gilt es immer zu schließen.

Das Anlöten der kleinen Drähtchen zur elektrischen Verbindung zwischen Backenschiene und Zunge ist als Abschluss des Weichenbaus der letzte spannende Akt. Hier gilt es aufzupassen, dass die eben ausgerichtete Zunge nicht gleich wieder abgelötet wird. Also wird das Drähtchen so gut es geht zurechtgebogen und von unten unter die Schienen geklemmt:

Bild

Alles was gerade passt, kommt dabei zum Einsatz. Hier ist es ein Zahnstocher oder dann eine etwas abgeflachte Schwelle:

Bild

Auf dem letzten Foto ist mein Abstandshalter zudem als Kühlkörper im Einsatz, der die bisherigen Lötstellen vor dem Aufschmelzen schützen soll. Das Anlöten der Drähte muss so flott wie möglich erfolgen, muss aber trotzdem eine sichere Verbindung gewährleisten. Ist auch diese Hürde genommen, ist der mechanische Teil des Weichenbaus abgeschlossen ... Puh.

Ich hoffe, ich langweile Euch nicht mit der ausführlichen Beschreibung meiner speziellen (oder gar seltsamen) Methoden. Es geht sicher auch anders ...

Jedenfalls ... noch eine Weiche und dann sind die Antriebe an der Reihe ... demnächst mehr dazu.

LG
Hubert
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Re: Die Mark Michingen in N - Bauberichte

#2270

Beitrag von Darius »

Hallo Hubert,

es ist spannend zu sehen, wie Du das alles baust und welche Hürden Du meisterlich nimmst dabei. Da kommt definitiv keine Langeweile auf.
hubedi hat geschrieben:
Di 27. Aug 2019, 15:30
Und wer gewinnt ... der Schweinehund oder Du ...
Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich heute das späte Heimkommen von der Arbeit zum Anlass genommen habe, dem Schweinehund eine kleine Schlacht zu überlassen..... :? :oops:
Ich probier´s morgen nochmal... :roll:

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Daniel
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Re: Die Mark Michingen in N - Bauberichte

#2271

Beitrag von Ralf Franke »

Hallo Hubert,
da bin ich aber froh, das ich in 1:87 baue, Deine Fieselarbeit würde mich in den Wahnsinn treiben.
Ich währe mit Sicherheit nich auf die Idee gekommen Gleisbau mit solch winzigen Profilen zu betreiben.
Aber Du meisterst das Super!

MfG
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Re: Die Mark Michingen in N - Bauberichte

#2272

Beitrag von Mausebär »

Hallo Hubert,

vielen Dak für die super interessanten Berichte über den Weichen- und Gleisbau. Wenn man bedenkt, daß Gleisselbstbau schon in H0 eine riesige Herausforderung ist, mag man erahnen, welch Leistung das in Spur N ist. Da kann ich Dir nur großen Respekt zollen. In diesem Zusammenhang finde trotz großer Hürden die Worte "meine Unfähigkeit" als Understatement des Jahres :)

Wie schon oft bei Dir gesehen findest Du irgendwie immer wieder Lösungen, hast Ideen, die Umsetzung und Aufbau erleichtern (z.B. "Schwellenlegerpatrone").

Hier entsteht was ganz Feines :)

Achso - Speicher und Schwitzen an der Moba, das kenne ich :?

Viele Grüße

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Re: Die Mark Michingen in N - Bauberichte

#2273

Beitrag von reinout »

Ralf Franke hat geschrieben:
Mi 28. Aug 2019, 04:46
da bin ich aber froh, das ich in 1:87 baue, Deine Fieselarbeit würde mich in den Wahnsinn treiben.
Obwohl ich auch geseufzt habe bei einige Fieselafbeiten in die Mark Michingen und durchaus auch vollem Respekt bin... dennoch erlaube ich mich die Frage ob es echt so schlimm ist.

Ich vermute, viele Leute bauen in h0, doch? Aber wie ist es dann mit Spur 0? Das ist doch einfach, das ist so groß, da kann man doch mit eine Nietpistole die Gleise bauen? :D Eher nein. In so eine großere Spur ist viel mehr Detail gefragt. Also viel mehr aufwand.

Es ist vielleicht ein bisschen so wie mit ein Liegerad. Manch einer ruft laut "hilfe": das ist doch viel zu niedrig, dann kann man sein Gleichgewicht doch kaum behalten?!? Man ist einfach an seine normale Drahtesel gewohnt. Konfrontiert mit ein Hochrad werden es dieselbe Leute wahrscheinlich auch ungemütsam. Wieso? Höher ist doch besser? :D

Also.... Hubert zäubert wunder. Aber er zäubert Wunder weil er Wunder zäubert. Nicht weil er Wunder zäubert in N. Hätte er mit LGB gebaut hätte er auch Wunder gezäubert.

Reinout (der Liegerad fahrt, und ja, es ist einfach das Gleichgewicht zu behalten: ja, man hat weniger Raum um zu bewegen um das Gleichgewicht zu behalten, aber deine Masse ist auch niedriger, also bist du gleich stabiler. Im großen ganzen: eigentlich keine Unterschied).
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Ich erzähle auch Eifeler Geschichten über meine Eifelburgenbahn! 10-teilige Weihnachten-Spezial 2018: Christgeburt in der Eifel, 1970

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Re: Die Mark Michingen in N - Bauberichte

#2274

Beitrag von Miraculus »

Salü Hubert,
wird das deinem Schweinehund nicht langweilig, ständig den Kürzeren zu ziehen :?: :fool: :fool:

Dem hast Du's aber ordentlich gegeben. Der kommt hoffentlich so schnell nicht wieder :wink: .

Bei den Makroaufnahmen vergisst man schnell, in welcher Baugröße du jonglierst.

Aber mal ne andere Frage by the way. Wenn Du jetzt so an den Schienen herumfeilst, führt das nicht früher, oder später zu Kontaktschwierigkeiten, wenn sich in die Riefen Schmutz ablagert?

Grüße
Peter

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Re: Die Mark Michingen in N - Bauberichte

#2275

Beitrag von 211064 »

Hallo Hubert,

beinahe wäre es mir untergegangen. Aber diese Aktion fände ich genial:
hubedi hat geschrieben:
So 25. Aug 2019, 16:44

Manchmal juckt es mich schwer in den Fingern, den Beweis meiner Aussage anzutreten. Da bricht sich der Pädagoge in mir seine Bahn. Zudem ist meine Frau wohl nicht von meiner Ansicht zu überzeugen, wenn ich sie nicht belege. :D
Es wollten sich ja schon einige die Gleise vor Ort ansehen. Bitteschön, da ist es doch naheliegend, zusammen mit Interessierten eine Weiche oder einen Gleisabschnitt zu bauen. Ich stelle mir vor, es könnte sehr interessant werden, wenn man einen Samstag zusammen hockt, und nach der Fachsimpelei fährt jeder mit einer selbstgebauten Weiche heim. Ich habe keine konkreten Vorstellungen, wie das genau gehen könnte, denn in meiner Bastelbude ist höchstens für eine weitere Person Platz. Ich behaupte, meine Technik ist für jeden, der schon mal eine Feile und einen Lötkolben in der Hand hielt, mit etwas Anleitung zu schaffen ... Punkt! Mal sehen ...
Also, falls Du den Pädagogen in dir noch nicht ganz in den Ruhestand schicken möchtest, ich wär' dabei :D .

Schönes Wochenende!
Viele Grüße
Christoph

Bekennender Marzibahner :sabber:

Meine kleine Segmentanlage
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Außerdem:
Bü Jägerruh

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