HLA und mSD3 für Märklin 34882 (BR 043 / Öl-44er, Delta)

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netztier
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HLA und mSD3 für Märklin 34882 (BR 043 / Öl-44er, Delta)

#1

Beitrag von netztier » So 28. Apr 2019, 22:07

Hallo zusammen

Für eine Märklin 34882 (Modell der Lok 043 903-4, die Delta-Version einer Öltender-BR 44) standen HLA-Umbau und Soundeinbau an.

Ich will an dieser Stelle nicht jeden Handgriff zeigen, sondern auf die eine oder andere Besonderheit hinweisen; vieles davon dürfte auf die meisten Varianten der Knickrahmen-44er-Baureihe (3488x, 3788x) zutreffen.

Ich hatte zuvor den Thread hier im Forum gefunden, und hatte Tenderplatinen besorgt, vom dort erwähnten Verkäufer in der Bucht. Das lief absolut problemlos ab.

Dazu gesellten sich dann ein HLA-Umbausatz für Trommelkollektor-Motoren (60941) und ein mSD/3 mit Dampfsound (60975), und letzteren hatte ich bereits mit dem mDT3 und dem Programmer 60971 mit dem Soundfile für eine BR44 bespielt.

Wie der Verkäufer der Tenderplatine schreibt, muss man etwas Material abtragen am Tendergewicht, damit der 3polige Stecksockel Platz findet. Ich hab das mit Feilen gemacht, und es war eine Plackerei. Ein Fräs-Aufsatz auf einem Dremel o.ä. wäre hier ist hier sicher besser und vor allem schneller. Den nächsten Umbau mache ich auf jeden Fall mit etwas Fräsendem.

Am meisten Freiraum ist im Bereich der roten Markierungen schaffen - ich hab's nicht gemessen, aber es dürften beiderseits ca je 1mm sein. Die Aufweitung braucht nicht zwingend bis ganz zum Rand zu gehen. Je nach gewähltem Werkzeug macht das womöglich einen Unterschied.

Bild

So passt auch die Platine bestens und ohne Spannungen drauf.

Bild

Dann begann die Knobelei mit dem Motorschild und dem Arrangieren aller Teile, die sozusagen "in die Feuerbüchse" passen müssen.

Es stellte sich heraus, dass oberhalb der Motorachse (blaues Viereck) für gar nichts Platz bleibt, weder für den bereits montierten Kondensator und die Halter für die Bürsten-Federn (also muss der Motorschild auf dem Kopf eigebaut werden), noch für die Lötfahne für die Masse-Anbindung; zuvor hatte ich diese oben rechts probiert, aber nun sitzt sie unten links.

Auch sollte wirklich nichts weiter herausragen als die Spitze der Ankerwelle. Das zwingt einen auch, den recht grossen linsenförmigen Körper des Kondensators so zu biegen, dass er neben/unter der Kollektor-Haube liegt.

Noch nicht einmal auf der Plastikfläche am Stator konnte ich die beiden Drosselspulen befestigen; sobald der hintere Teil des Knickrahmens auslenkt, bleiben kaum 2mm Platz.

Mit etwas Sekundenkleber fixierte ich dann einige der Schrumpfschlauch-Stücke auf Lokseite, und somit auch die Kabel. Das geht gut so, auch ohne die Schläuche tatsächlich schrumpfen zu lassen.

So sah dann die Zusammenstellung am Schluss aus.

Bild

Ganz ging sich das noch nicht aus, weil der Zinntropfen der Lötstelle des Kondensators das Rad berührt, wenn man den Kondensator dorthin biegt, wo man ihn haben muss (vgl. oben).

Es blieb also nichts anderes, den Kondensator nicht nur neben die Kollektorhaube zu biegen, sondern seine Drähtchen auch noch auf die andere (nunmehr obere) Seite seiner Lötfahnen umzulöten. Damit bleibt dann genügend Freiraum zu den Laufkränzen der hintersten Antriebsachse.

Bild

Zur Illustration: Ein unmodifizierter Motorschild aus dem Umbausatz (links) und der modifizierte (rechts) mit umgelötetem Kondensator (ist das linsenförmige Ding überhaupt ein Kondensator?)

Edith wies mich auf folgenden Umstand hin:
Natürlich ist der unmodifizierte Motorschild nicht unmodifiziert. Kugellager sind ab Werk dort nicht eingebaut. ;-)

Bild

So wanderten die Drosselspulen halt in den Tender. Ich "stellte" sie neben den Decoder auf ihre Lötpads und legte mit den anderen Kabel jeweils eine Schlaufe.

Bild

Den grösseren der beiden Standard-Lautsprecher aus dem Lieferumfang klebte ich einfach mit doppelseitigem Klebeband hinauf in den Tender, der passt schön in den Aufsatz des Öltenders.

Bild

Was noch zu tun bleibt:
  • (vielleicht) Telex am Schlepptender, praktischerweise hat die Platine gleich Lötpads für AUX4 und U+ im hinteren Bereich.
  • Einmessfahrt (wobei - das wirkt schon mal nicht schlecht, wie's jetzt ist)
  • Rangiergang noch auf eine Funktions-Taste legen.
  • am Sound etwas drehen, bis (wenigstens bei niedrigen Geschwindigkeiten) 3 Auspuffschläge pro Radumdrehung zu hören sind.
  • noch etwas mehr Schräubeln am Sound (Rost-Rütteln und Kohleschaufeln gehören wohl nicht unbedingt in eine Öl-Lok).


cheers
Marc
Zuletzt geändert von netztier am Mo 29. Apr 2019, 12:01, insgesamt 5-mal geändert.


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Re: HLA und mSD3 für Märklin 34882 (BR 043 / Öl-44er, Delta)

#2

Beitrag von 3047 » Mo 29. Apr 2019, 09:13

Hallo Marc,
Was es noch an dieser Platine zu beachten gibt: Die Steckbrücken (Neudeutsch: Jumper) richtig zu setzen.

Die Platine ist sehr universell gestaltet und erlaubt sowohl ältere Dekoder wie auch neuere Dekoder einzusetzen die selbst Aux3 und Aux 4 verstärken oder nicht. Das muss mit den Jumpern eingestellt werden. Standardmäßig ist Verstärkung aktiviert. Nutzt man einen mld oder mld3 so ist das dann falsch und die Jumper müssen umgesteckt werden laut Anleitung so dass die AUX Ausgänge nicht verstärkt werden auf der Platine. Das machen die Märklin Dekoder nämlich schon selbst.

Die Standardkonfiguration der Platine ist also eher für ältere ESU Dekoder gedacht die selbst nicht Aux 3 und Aux 4 verstärken, sondern diese Verstärkung auf der Platine benötigen.

Das muss beachtet werden sonst ist sowhl Platine oder Dekoder hinüber.

Außerdem könntest du auf der Platine statt des Glühbirnchens eine Duo LED weiss/rot einstecken die dann bei Alleinfahrt rote Schlusslichter am Tender zeigt. Hierzu kann ebenfalls ein Jumper gesetzt werden der AUX 2 dafür nutzt, dann muss man kein extra Kabel an das Lötpad von Aux 2 legen und löten.

Das Problem mit den Kabeln hatte ich auch und wunderte mich dass die Lok auf Weichen stockte wenn sie nach links fuhr. Bei der Fehlersuche kam ich sehr schnell auf die Einschränkung der Bewegenung durch die Kabel.

Meine Kabellängen waren allerdings lang genug um alle Kabel über den Motor hinweg zu verlegen, dort mit Isolierband fixiert hatten sie Platz, dann nach unten verlegt, dort wieder mit Isolierband fixiert in den Tender. Durch das schwarze Isolierband unten sind die farbigen Kabel dann auch nicht mehr ganz so auffällig. Ich hatte hierzu auch nciht die original Märklin Kabel genommen die mir einfach zu dick sind, sondern Litze von ESU und mal von TAMS bestellt, die sehr viel flexibler und feiner sind, das kann ich empfehlen.

Ich habe übrigens das Tendergewicht nicht ausgefräst, sondern dort ein Stück Isolierband eingeklebt damit die dort eingesteckte LED und ihr Steckplatz keinen Kontakt zur Masse des Gewichtes bekommen kann. Der Platz hat gereicht. Aber wenn man ausfröst hat man links und rechts Freiraum sodass die LED bezw. Der Steckplatz der LED nicht in Kontakt kommt mit dem Gewicht und somit zur Masse. Dies deshalb, weil der Steckplatz mit den 3 Kontakten schon vom Platinenhersteller so stark abgefräst wurden, dass sie an den Seiten teilweise blank sind. Deshalb hilft bereits das Isolierband in die Ausbuchtung des Gewichts einzukleben.

Ansonsten gratuliere ich Dir bis dahin sauber gearbeitet und super dokumentiert. Ich habe nichts dokumentiert, jednefalls nciht mit Bildern, sodass ich hier leider nichts mit Bildern beitragen kann, sondern nur mit guten Worten.
kollegiale Grüße

Gustav


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Re: HLA und mSD3 für Märklin 34882 (BR 043 / Öl-44er, Delta)

#3

Beitrag von netztier » Mo 29. Apr 2019, 10:48

Hallo Gustav
3047 hat geschrieben:
Mo 29. Apr 2019, 09:13
Hallo Marc,
Was es noch an dieser Platine zu beachten gibt: Die Steckbrücken (Neudeutsch: Jumper) richtig zu setzen.

Die Platine ist sehr universell gestaltet und erlaubt sowohl ältere Dekoder wie auch neuere Dekoder einzusetzen die selbst Aux3 und Aux 4 verstärken oder nicht. Das muss mit den Jumpern eingestellt werden. Standardmäßig ist Verstärkung aktiviert. Nutzt man einen mld oder mld3 so ist das dann falsch und die Jumper müssen umgesteckt werden laut Anleitung so dass die AUX Ausgänge nicht verstärkt werden auf der Platine. Das machen die Märklin Dekoder nämlich schon selbst.

Die Standardkonfiguration der Platine ist also eher für ältere ESU Dekoder gedacht die selbst nicht Aux 3 und Aux 4 verstärken, sondern diese Verstärkung auf der Platine benötigen.
Die Jumper-Settings hatte ich ausführlich studiert vor dem Einbau, und die Verstärkung für AUX3/AUX4 deaktiviert, weil mir vertraut war, dass AUX3/AUX4 bei den m*D3 standardmässig verstärkt sind. Ebenso hatte ich den per Jumper Vorwiderstand R5 für die hintere Beleuchtung "ausgeschlauft" - den braucht es nicht, wenn man die Glühlampe weiterverwendet. Grad für diese macht sich ein Dimmen recht gut - hier habe ich den Wert auf 224 (von 255) reduziert, damit es nicht gar so hell leuchtet.
3047 hat geschrieben:
Mo 29. Apr 2019, 09:13
Das Problem mit den Kabeln hatte ich auch und wunderte mich dass die Lok auf Weichen stockte wenn sie nach links fuhr. Bei der Fehlersuche kam ich sehr schnell auf die Einschränkung der Bewegenung durch die Kabel.
Wenn's alleine die Kabel wären! Alles was bei anderen Loks gerne auf/um den Motorschild platziert ist bzw üblicherweise werden soll (Drosselspulen, Drossel zwischen den Bürsten, Lötfahnen für Masse, ja der Motorschild selbst), muss genau geprüft werden, ob's beim Auslenken des Knickrahmens auf beide Seiten nicht klemmt oder gar "kürzelt".
3047 hat geschrieben:
Mo 29. Apr 2019, 09:13
sondern Litze von ESU und mal von TAMS bestellt, die sehr viel flexibler und feiner sind, das kann ich empfehlen.
Die kenne ich auch, und hätte auch welche da gehabt. Gestern siegte aber die Bequemlichkeit, und ich liess die Hälfte der schon verlegten Kabel drin (z.B zum Rauchgenerator und der vorderen Beleuchtung), und vervollständigte das Setup mit gleichartigen Kabeln. Beim noch anstehenden Umbau einer BR41 wird aber das meiste neu, und damit dünner werden.
3047 hat geschrieben:
Mo 29. Apr 2019, 09:13
Ansonsten gratuliere ich Dir bis dahin sauber gearbeitet und super dokumentiert. Ich habe nichts dokumentiert, jednefalls nciht mit Bildern, sodass ich hier leider nichts mit Bildern beitragen kann, sondern nur mit guten Worten.
Danke für die Blumen und das Feedback überhaupt!

Gruss
Marc


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Re: HLA und mSD3 für Märklin 34882 (BR 043 / Öl-44er, Delta)

#4

Beitrag von Erich Müller » So 5. Mai 2019, 16:51

Hallo Marc,

vielen Dank für die ausführliche Dokumentation. Da kann ich ja froh sein, dass es bei der ganz alten 44 mit LFCM einfacher ging...

Eine Korrektur habe ich:
netztier hat geschrieben:
So 28. Apr 2019, 22:07
am Sound etwas drehen, bis (wenigstens bei niedrigen Geschwindigkeiten) 3 Auspuffschläge pro Radumdrehung zu hören sind.
Das müssen sechs Schläge sein: jeder der drei Zylinder arbeitet ja einmal vorwärts und einmal rückwärts.
Deshalb (und wegen der ziemlich kleinen Räder) ist die Schlagfrequenz der 44 auch bei niedriger Geschwindigkeit schon ziemlich hoch (wenn ich richtig gerechnet habe, 12 Schläge auf der Strecke, wo die 41 gerade mal 7 gibt).
Freundliche Grüße
Erich

„Es hat nie einen Mann gegeben, der für die Behandlung von Einzelheiten so begabt gewesen wäre. Wenn er sich mit den kleinsten Dingen abgab, so tat er das in der Überzeugung, daß ihre Vielheit die großen zuwege bringt.“
Friedrich II. über Fr. Wilhelm I.


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Re: HLA und mSD3 für Märklin 34882 (BR 043 / Öl-44er, Delta)

#5

Beitrag von netztier » Di 7. Mai 2019, 06:14

Erich Müller hat geschrieben:
So 5. Mai 2019, 16:51
Das müssen sechs Schläge sein: jeder der drei Zylinder arbeitet ja einmal vorwärts und einmal rückwärts.
*sich rausred* 3 pro Seite, ich meinte 3 pro Lok-Seite für jede Radumdrehung! :wink:

Danke für den Hinweis. Irgendwie hatte sich das im Kopf festgesetzt, wenn man immer wieder dasselbe Satzfragment von "3 Schläge pro Radumdrehung" aufschnappt. Und dann passiert das ausgerechnet mir, der jede Verbennungsmotor-Kurbelwelle (für Motoren mit mehr als 2 Zylindern) für ein Fehlkonstrukt hält, wenn sie nicht 120°Hubzapfen-Versatz hat... ich glaub' ich werde alt.

cheers
Marc

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