Cavembourg: Guillaume ist wieder zuhause. Danke an Toni aus Müselbach!

Bereich zur Vorstellung der eigenen Modellbahnanlage.

Gewünscht sind insbesondere Fotos, technische Daten, Gleispläne und evtl. auch Berichte über die Entstehung. Die Anlage sollte in einem "vorzeigbaren Zustand" sein, für reine Rohbauberichte ist das Forum "Anlagenbau".

Bitte startet in diesem Bereich für jede Anlage einen eigenen Thread!
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Re: Die Geschichte CAVEMBOURGs - Die Luxembourgkrise 1867

#26

Beitrag von greg » Do 15. Jun 2017, 07:45

Hallo Freunde Cavembourgs!

Cavembourg gibt es jetzt auch auf FACEBOOK. Einfach, weil auch Freunde ausserhalb des Stummiforums gerne die Geschichten lesen möchten.

https://www.facebook.com/Cavembourg

Das Praktische daran: Hier gibt es die "Making of"-Kapitel in den Kommentaren zur jeweiligen Episode. Der Baubericht und die Geschichte also kompakt zusammengefasst..... :mrgreen:

Hier geht es natürlich auch weiter!

Viel Spass wünscht euch

gregor 8)
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Re: Die Geschichte CAVEMBOURGs - Die Luxembourgkrise 1867

#27

Beitrag von Miraculus » Do 15. Jun 2017, 08:57

Guten Morgen Gregor,

eigentlich hatte ich ja schon was geschrieben, aber wahrscheinlich vergessen abzusenden :oops: . Deshalb nochmals kurz ein Statement.

Die historischen und aktuellen Aufnahmen der königlichen Höhlen erinnern mich an das

Bild
Quelle: http://www.visitluxembourg.com/de/luxemburg/luxemburg
und das
Bild
Quelle: http://www.visitluxembourg.com/de/luxemburg/luxemburg
hier.

Kennst Du eigentlich J.R.R. Tolkien?

„In einem Loch im Boden, da lebte ein Hobbit. Nicht in einem feuchten, schmutzigen Loch, wo es nach Moder riecht und Wurmzipfel von den Wänden herabhängen, und auch nicht in einer trockenen, kahlen Sandgrube ohne Tische und Stühle, wo man sich zum Essen hinsetzen könnte: nein, das Loch war eine Hobbithöhle, und das heißt, es war sehr komfortabel.“

Wenn ich mich jetzt recht an die Körpergröße Napoleons, und sofern vererbbar an Napoleon III., erinnere, so bin ich mir nicht sicher, ob sich hier nicht die verschiedenen Realitäten und Welten vermischen :wink: :lol: . Wie groß war König Heinrich von Cavembourg? Waren König Heinrich, Napoleon oder Napoleon III. etwa Hobbits? J.R.R. Tolkien unterstellte man ja immer, in seinen Büchern um die Hobbits Bilbo & Frodo Beutlin (Engl. Baggins) der unerwarteten Reise (Flucht in die Cavembourg'schen Höhlen?) und dem großen Ringkrieg das Trauma des 1. und 2. Weltkrieges verarbeitet zu haben.

Bei dem Kunstmaler vor den königlichen Höhlen handelt es sich sicher um John Howe (Link: http://www.john-howe.com/portfolio/gallery/), dem kongenialen und großartigen Maler rund um das Tolkien'sche Werk

Bild
Quelle: http://www.tolkienwelt.de/bildende-kuns ... -howe.html

Wie sich doch die Bilder und Eindrücke von Luxembourg, Cavembourg und Mittelerde (Mitteleuropa??) gleichen.

Unzweifelhaft hat Cavembourg, trotz der geringen Flächenausdehnung eine große, wenn auch weithin unbekannte Rolle in der Geschichte Europas gespielt.

Bin gespannt wie es in Cavembourg weitergeht und lese immer interessiert mit.

Feiertagsgrüße
Zuletzt geändert von Miraculus am Do 15. Jun 2017, 20:27, insgesamt 1-mal geändert.
Peter

Anlage im Bau: Baubericht! "Klostermühl 1.0 - Neuordnung im Oberstübchen"

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Re: Die Geschichte CAVEMBOURGs - Die Luxembourgkrise 1867

#28

Beitrag von greg » Do 15. Jun 2017, 10:09

Hallo Peter!

wieder ein herzliches Dankeschön für deinen Beitrag! :gfm:

Zugegeben: Ich war noch nie in Luxembourg (ausser dass ich mal auf dem Weg in die Bretagne durchgefahren bin, aber ich war nicht in der Stadt). Interessant daher die mir unbekannte Analogie deiner Fotos zu den Königlichen Höhlen :bigeek:

Ja, ich kenne den HdR. Bin mit ihm aufgewachsen und noch heute lese ich alle paar Jahre die Buchreihe (inklusive den Geschichten um die Elben im Silmarillion und den Nachrichten). Ich war schon "Fan" als es noch unmöglich schien, diese Romane zu verfilmen...... du hast alo einen Nerv getroffen! :mrgreen:
Andere Fantasy-Welten sind mir natürlich auch bekannt, wobei Mittelerde schon etwas besonderes ist. Das ist schon spaßig selbst eine Fantasywelt zu entwickeln - aber ich will es in der wirklichen Welt verankern und daher wird es zwar keine Zwerge oder Elben geben, aber eine europäische Märchen-Gestalt wird noch eine gewisse Rolle spielen! Ich möchte nicht zu viel veraten.....

Zur Zeit versuche ich auch eine Landkarte Cavembourgs zu erstellen. Da hilft mir Photoshop enorm.... :oops:

Die Weltkriege sind noch weit in der Zukunft - ehrlicherweise habe ich noch keine Ahnung wie Cavembourg die überstehen wird.

Ja, Mister Howe ist öfter mal in Cavembourg und lässt sich von der Landschaft, den Burgen und Ruinen inspirieren.... :fool:

Viele herzliche Grüsse aus Cavembourg!

gregor 8)
Zuletzt geändert von greg am Sa 17. Jun 2017, 19:54, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Die Geschichte CAVEMBOURGs - Die Luxembourgkrise 1867

#29

Beitrag von greg » Do 15. Jun 2017, 19:54

Der Vollständigkeit wegen: Habe noch das Filmplakat zu "Trainspotting" in die Geschichte des Adlers in "Erste Staatskrise und die französischen Jahre" eingefügt..... 8)
viewtopic.php?f=64&t=148757#p1693558

Bild
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Re: Die Geschichte CAVEMBOURGs - Deutsch-Französischer Krieg, Kartographie & Krise des metrischen Systems

#30

Beitrag von greg » Fr 23. Jun 2017, 16:51

Deutsch-Französischer Krieg 1870 - 1871

Die in den Londoner Verträgen 1867 festgeschriebene Neutralität Luxemburgs garantierte bereits im deutsch-französischen Krieg, daß Cavembourg von Kampfhandlungen auf seinem Staatsgebiet verschont wurde, auch wenn einer der größten französischen Garnisonen hier stationiert war.
Nach Geheimverhandlungen Frankreichs mit Wilhelm III. ,der nicht nur König der Niederlande, sondern auch Großherzog von Luxemburg war, konnte Frankreich seine Soldaten über luxembourger Gebiet abziehen und an den Kampfhandlungen beteiligen. Wilhelm III. spekulierte nach dem Abzug der französischen Streitmacht und der absehbaren Niederlage Frankreichs selbst auf eine Annexion Cavembourgs. Dies verhinderte jedoch der rechtmäßige König Heinrich I., der im September 1870 unter großem Beifall und zur Freude der Bevölkerung in die Heinrichsburg zurückkehrte. Um seinen Machtanspruch notfalls auch militärisch durchsetzen zu können, hatte er zwei Dutzend ausländische Söldner rekrutiert, die unter dem Kommando des Abenteurers Karl Napf standen. Es waren ausnahmslos alle französischen Soldaten abgezogen worden, so kam es zu keinerlei Widerstand bei der Rücknahme Cavembourgs.

Napoleon wurde 1870 gefangen genommen, die französische Armee besiegt, in Frankreich wurde die 3. Republik ausgerufen und die Monarchie endgültig abgeschafft. Frankreich verlor Elsaß-Lothringen an das 1871 in Versailles ausgerufene Deutsche Reich, Cavembourg erlangte seine vollständige Souveränität zurück und Heinrich I. residierte wieder in der Heinrichsburg.



Bild

Cavembourgs Kartographie und die Krise des metrischen Systems

In dem Kartenwerk „Adolf Stiehler's Hand Atlas Über Alle Theile Der Erde Und über das Weltgebäude“ von 1879 wurde Cavembourg erstmals auch kartographisch festgehalten. So findet man Cavembourg zusammen mit den Niederlanden, Belgien und Luxemburg auf Blatt 33.


Bild

Es zeigt schon hier die besondere Streckendichte im Eisenbahnnetz des Landes. Das älteste Teilstück zwischen Bhf. Heinrichsburg über Roodt nach Grevenmacher, dann der Anschluss von Cavembourg/Stadt an Bhf. Heinrichsburg und schließlich die zweigleisige Verbindung zwischen Cavembourg/Stadt und Luxembourg/Stadt mit der Fortführung nach Paris Gare de l´Est, die unter Napoleon III. gebaut wurde.

Der Fehler in der Landesvermessung im Vorfeld des Wiener Kongresses 1814, der ja zur Gründung Cavembourgs führte, war nicht nur eine große Herausforderung an die Geodäsie (der Ausmessung der Erdoberfläche), sondern bedeutete auch eine Krise des metrischen Systems. So „wuchs“ mitten in Europa ein Stück Land aus dem Nichts, das alle bisherigen Vermessungen obsolet zu machen drohte. Der bisher gültige „Urmeter“ von 1791, der als der Zehnmillionste Teil des Erdmeridianquadranten (die Strecke vom Pol zum Äquator) definiert war, war noch ungenauer geworden.

So wurde zwar sein Nachfolger von 1799 während der „Internationalen Generalkonferenz für Maß und Gewicht“ 1889 übernommen, aber das wissenschaftliche Komitee der Konferenz ergänzte ihn um den Quotienten 1:87. Rechnerisch konnte so die Ungenauigkeit weitestgehend ausgeglichen werden. In der Geodäsie spricht man vom H0-System (sprich: „Ha-Null“, benannt nach dem Leiter des wissenschaftlichen Komitees Dr. Harald Nullinger 1830 - 1912). Noch heute ist dieser formale Rechenschritt bei Fachleuten sehr umstritten, da es in einzelnen Fällen zu Abweichungen des Quotienten kommt (z.B. 1:93,5 oder 1:100).

Bild

Cavembourg heute

1930 gab es auf Grund des Flughafenbaus im Süden des Landes eine große Landreform. Die Landesteile, die unter anderem für den Flughafen bebaut werden sollten, wurden an Luxembourg abgegeben. Als Kompensation bekam Cavembourg die Gebiete westlich der heutigen Autobahn 7. Cavembourg beteiligte sich an der Finanzierung des Flughafens und sicherte sich bis heute die entsprechenden Namensrechte: International Aéroport de Luxembourg et Cavembourg. Im Zuge des Neubaus des Terminal A im Jahr 2008 war eine Zugverbindung von Luxemburg/Stadt und Cavembourg/Stadt zum Flughafen geplant. Luxembourg stieg aber aus finanziellen Gründen während der Bauarbeiten des Flughafenbahnhofs aus, so dass der Flughafen heute mit dem Zug nur über Cavembourg/Stadt erreichbar ist. Auch die alte Eisenbahnstrecke zwischen Luxembourg/Stadt und Cavembourg/Stadt wurde wegen des Flughafens verlegt. Sie führt heute durch den 4 Kilometer langen „Tunnel ferroviaire de roi“.

Fortsetzung folgt...
Zuletzt geändert von greg am Do 9. Aug 2018, 17:10, insgesamt 8-mal geändert.
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Re: Die Geschichte CAVEMBOURGs - Deutsch-Französischer Krieg + Kartographie

#31

Beitrag von d021384 » Fr 23. Jun 2017, 18:30

Ich bin sprachlos :gfm: :fool: :bigeek:

Wenn 1:87 1870 losging, könnte im milimetrischen system sogar von 1:870 sprechen
Grüße aus'm Kraichgau,
Frank

Bild
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Re: Cavembourg: Deutsch-französischer Krieg, Kartographie & Krise des metrischen Systems

#32

Beitrag von Miraculus » Fr 23. Jun 2017, 22:22

Hi Gregor,

deine Geschichtsschreibung um Cavembourg mit Einbindung in den europäischen Gesamtkontext ist einfach wunderbar.

Es zeugt von Phantasie, guten Geschichtskenntnissen mit entsprechender Prise Humor :lol: . Grandiose Verbindung.

Deine Landkarten sind superb. Nun kann man sich noch die Lage Cavembourgs gut anschauen.
Die Idee mit 1:87 ist ja sowas von famos :fool: . Da drauf muss man erst mal kommen.

Freu mich auf die Fortsetzung.

Grüße
Peter

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Re: Cavembourg: Der erste europäische Staatsmann

#33

Beitrag von Mornsgrans » Sa 24. Jun 2017, 21:31

Hallo Grogor,
greg hat geschrieben:
Fr 23. Jun 2017, 16:51
die unter dem Kommando des Abenteurers Karl Napf standen.
leider sind in den Kriegswirren 1870/71 einige wichtige Unterlagen aus dem Staatsarchiv verschollen, die noch einiges zum heroischen Feldherrn Karl Napf ans Tageslicht hätten bringen können. Glücklicherweise gibt es noch eine Familienchronik, die erst vor einigen Monaten von Jolanda Napf-Kuchen, einer Nachfahrin Karl Napfs, an das Bundesarchiv in Koblenz übergeben wurde.

Karl Napf war der ältere Bruder von Blech Napf, einem Entwickler von Kochgeschirren für das Militär. Blech Napf lebte damals in Idar-Oberstein, also nur wenige Reitstunden von Cavembourg entfernt, und arbeitete in dem 1845 von Carl Philipp Fissler gegründeten Fissler-Werk. 1892 schrieb das Unternehmen deutsche Kulturgeschichte mit Blech Napfs Erfindung einer fahrbaren Feldküche, der so genannten „Gulaschkanone“, anfangs auch "Riesen-Blech-Napf" genannt.

Durch die Geschäftsbeziehungen von Blech Napf zum Cavembourgischen Kriegsministerium konnte Karl Napf als Oberkommandierender der Cavembourgischen Streitkräfte verpflichtet werden. Karl Napfs Ruf hatte in der damaligen Zeit ein so bedeutendes Gewicht, dass er nur zwei Dutzend Söldner benötigte, um Cavembourgs Grenzen erfolgreich zu sichern.
Dass König Heinrich I. 1870 durch seine Rückkehr nach Cavembourg einer Annexion durch fremde Mächte zuvor kam, war ein Geniestreich Karl Napfs, der König Heinrich I. zur Rückkehr in sein Königreich bewegen konnte.

Karl Napf war seinerzeit zwar als "Abenteurer" verschrien, doch zeigt die Geschichte, dass beispielsweise die Bevölkerung der Schweiz ihn ob seiner Taten für die Eidgenossenschaft ein Denkmal setzte, indem sie im Kanton Bern einen Bergzug und dessen höchsten Berg nach ihm benannten. Grund hierfür war, dass durch Vermittlung Karl Napfs im Jahre 1847 der Sonderbundskrieg bereits nach knapp vier Wochen beendet wurde. Seine Vermittlungsarbeit war dermaßen nachhaltig, dass es die letzte militärische Auseinandersetzung auf Schweizer Boden war.

Auch das Großherzogtum Baden war Karl Napf wegen seiner Leistungen dankbar und benannten einen Bannwald im heutigem Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald nach ihm, nachdem er im Jahr 1848 einen republikanischen Umsturzversuch niederschlagen helfen konnte, jedoch im Mai 1849 (also bevor die Württemberger und Preußen in Baden einmarschierten) seinen Posten als Berater des Generalstabs niederlegte.

Karl Napf siedelte nach Östereich um und hatte als Berater Kaiser Franz-Josephs I. einen entscheidenden Anteil am Zusammenschluss von Österreich und Ungarn zur K.u.K-Monarchie, der im Jahr 1867 vollzogen wurde. Kaiser Franz-Joseph I. benannte in Andenken an Karl Napf einen Berg im Tennengebirge nach ihm.

Noch im gleichen Jahr ereilte Karl Napf der Ruf nach Cavembourg, dem er jedoch erst im Jahr 1870 Folge leistete, nachdem er König Heinrich I. in dessen Exil besucht hatte und ihn nach drei Jahren endlich zur Rückkehr auf seinen Thron bewegen konnte. In diesen drei Jahren reiste er im Auftrag der Cavembourgischen Regierung zwischen Berlin und Paris hin und her, um die Neutralität von Cavembourg zu sichern.
Leider waren Deutschland und Frankreich zu jener Zeit noch nicht so weit, dass sie kooperieren wollten - das sollte erst 80 Jahre später funktionieren - weshalb es 1870 doch zu bewaffneten Auseinandersetzungen kam. Aber die Saat war damals in Cavenbourg gesät worden. Manche Pflänzchen brauchen eben etwas länger, bis sie erste Früchte tragen.

"Feuerwehrmann im Herzen Europas" wäre ein passenderer Titel für Karl Napf gewesen. Er war eigentlich der erste "Europäische Staatsmann" - über 120 Jahre vor Helmut Kohl.
-----------
Nicht zu verwechseln mit Fress Napf, einem Futtermittel-Händler für Kleintiere, dessen Familienzweig sich beim Ur-Ur-Ur-Urgroßvater Futter Napf (etwa Ende des 17. Jahrhunderts) abspaltete und sogar als Namesgeber eines Unternehmens in Krefeld dient - eine Ehre, die Blech Napf übrigens nie zuteil wurde.

Karl Napp, der abwaschbare ist weder verwandt noch verschwägert mit den "Napfs", sondern entstammte einer Wäscherei-Dynastie.

Grüße aus Idar-Oberstein

Erich
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Re: Cavembourg: Deutsch-französischer Krieg, Kartographie & Krise des metrischen Systems

#34

Beitrag von greg » Sa 24. Jun 2017, 23:41

Hallo Freunde Cavembourgs

Danke für eure Kommentare :D

@Erich: Deine Quellen über Napf und über die Geschichte im europäischen Kontext sind mir wieder völlig verborgen geblieben. Umso dankbarer bin ich, dass du sie hier mit uns teilst!

Zu deinen Quellen, die sich von denen, die mir vorliegen in grundlegenden Dingen unterscheiden, habe ich drei mögliche Erklärungen: 1. Es muss in dieser Epoche mehrere Karl Napfs gegeben haben. Denn die mir vorliegenden Schriften und Einträge besagen, dass es sich um Karl Napf aus Dapfen handelte. Dapfen ist ein kleines Dorf auf der Schwäbischen Alb, wo auch Heinrich seine Kindheit und Jugend verbrachte.
2. Napfs Leben inspirierte die damalige Kunstszene, insbesondere Schriftsteller, die den Blick auf die Fakten durch Romantisierungen, Ausschmückungen und Heroisirung verdecken. Darauf werde ich im nächsten Kapitel eingehen und Belege zeigen.
3. Ich möcht nicht zu viel verraten, aber Napf aus Dapfen hielt sich längere Zeit in Amerika und Asien auf. Denkbar ist darum auch, dass es sich um einen Identitätsdiebstahl handelt. Dass ein Dritter die Identität Napfs in Europa angenommen hat. Das wäre eine historische Kriminalgeschichte ersten Ranges! Es lohnt sich also da genauer hinzuschauen und weiter zu recherchieren.

Ich werde von Heinrichs Jugend und seiner Beziehung zu Napf, so wie sie sich für mich darstellt, im nächsten Kapitel berichten. Vielleicht bekommen wir den Knoten dann irgendwie auseinander.....

Viele liebe Grüsse und bis bald
8)
gregor
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Re: Cavembourg: Heinrichs Jugend und Old Dapferhand

#35

Beitrag von greg » So 9. Jul 2017, 09:09

Da die Geschichte Cavembourgs im 19. Jahrhundert eng mit der Person König Heinrichs I. verbunden ist, soll im folgenden auf seinen Lebensweg (soweit bekannt), dann die genauen Umstände seiner Flucht aus Cavembourg 1864, das Exil in der Schweiz, den Aufenthalt in Rumänien, seine Rückkehr nach Cavembourg 1870 und die Beziehung zu Karl Napf eingegangen werden.


Rückblick Teil 1:

Heinrichs Kindheit und Jugend


Heinrich wurde als Pfarrersohn unter dem Namen Heinrich Mehrklin 1825 in Eglingen, einem 100-Seelen-Nest auf der rauen Alb in Schwäbisch-Sibirien, Gemeinde Gomadingen, geboren.
Im 19. Jahrhundert ein jämmerlicher, von Kartoffelkäfern und Hungersnöten heimgesuchter Landstrich, dem nur solidere schwäbische Gemüter standhalten konnten und weniger gut Besaitete nur die Auswanderung nach Amerika blieb. Hier zwischen Kalksteinen auf dem Acker und dem scharfen Wind aus Osten verbrachte er seine Kindheit und Jugend. Es ist davon auszugehen, dass Heinrich bereits damals mit Karl Napf aus Dapfen (einem Nachbarort Eglingens) bekannt war.

Karl Napf erlangte rund um die Schwäbische Alb zweifelhafte Berühmtheit, da er als Hasardeur und Krimineller mit einer Schar Gleichgesinnter in den Städtchen am Fuße der Alb sein Unwesen trieb. Napf und seine Bande hielt sich seinerzeit mit Erpressung, Raubzügen und Überfällen über Wasser. Wobei er durch seinen Charme und schwäbischen Wortwitz auffiel mit dessen Hilfe er vor allem anwesende Damen zu besänftigen suchte. Bei Rhabarberkuchen und Kaffeekränzchen bot dies Anlass für vielerlei Ausschmückungen und Übertreibungen, Grundlage für die Mystifizierung Napfs als schwäbischer Robin Hood und Schwerenöter.

Als Napf bei einem spektakulären Postkutschenüberfall in Reutlingen nicht nur Wertgegenstände, sondern auch das Herz der Tochter des brandenburgischen Konsuls Ernst Lehmann entwendete, lobte dieser eine Belohnung für Napfs Ergreifung in Höhe von 1500 Taler aus, ein Betrag der unerhört hoch und auch bei Wohlgesinnten Zweifel pflanzte. Paula Lehmann erlag des Räubers Charme, dass sie sich nicht nur spontan seiner Bande anschloss, sondern ihn auch kurz darauf heiratete. Verständlicherweise spornte dies alles auch die Mitarbeiter der württembergischen Polizeibehörden an. Der Verfolgungsdruck auf Napf stieg entsprechend.

Heinrich plante seine Auswanderung nach Amerika mit seinem Freund Napf und dessen Frau ab Rotterdam. Von hier aus war die Passage nach Halifax gebucht mit der „Britannia“, einem Raddampfer mit Segeltakelage der Cunard-Linie. Heinrich verpasste seine Überfahrt aus bekannten Gründen, aber Napf und seine Frau gelang die Flucht in ein neues unbescholtenes und umso abenteuerliches Leben.

Als Cavembourg gegründet und die ersten Postwege erschlossen waren nahm Heinrich I. brieflich Kontakt mit Napf in Amerika auf und tauschte sich mit ihm rege über die Regierungsgeschäfte aus. Heinrich konnte nicht ahnen, dass das Wiedersehen mit seinem alten Freund sein eigenes Schicksal besiegeln sollte.


Der Schriftsteller Karl Mai erschuf Karl Napf aus Dapfen ein literarisches Denkmal mit seinen Romanen „Winnipou 1-3“, die das Leben Napfs als „Old Dapferhand“ im Wilden Westen und als Kara Ben Napfi mit der Erzählung „Im Reich des goldenen Tigers“ seine Zeit in Persien nachzeichnen. Auch Napfs Abenteuer in Cavembourg wurde von Mai literarisch mit dem biografischen Roman „Old Dapferhand und das Wolfstier von Cavembourg“ bearbeitet. Grundlage für diesen Roman waren Napfs umfangreiche Tagebücher, die auch während seines Aufenthalts in Cavembourg entstanden sind und Karl Mai bei einer Auktion in London erwerben konnte.
Diese Tagebuchaufzeichnungen inspirieren die Kunstwelt bis heute. Bran Stoker übernahm große Teile der Flucht Heinrichs I. sowie das Wolfsthema in seinen Roman „Dracula“ und George Lucas, ein großer Verehrer der Romanfiguren Karl Mais und Erfinder von „Indiana Jones“ und „Star Wars“, soll zu einem mittelbegabten Drehbuchschreiber geäußert haben: „Mai´s words be with you“ –ein Satz, der in seinen Filmen und bei seinen Fans in vielen Variationen Verbreitung fand ....


Bild


Auszüge aus den Tagebüchern Napfs, welche die Geschehnisse um das cavembourgische „Wolfstier“ beschreiben und die Grundlage für Karl Mais biografischen Roman „Old Dapferhand und das Wolfstier von Cavembourg“ sind, werde ich später im Original dokumentieren.


Fortsetzung folgt.....
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Re: Cavembourg: Heinrichs Jugend und Old Dapferhand

#36

Beitrag von garti62 » So 9. Jul 2017, 10:01

Hi Gregor,

Bild

so macht Sonntag vormittag Stummi lesen erst richtig Spaß. Bitte weiter so!

Schöne Grüße
Ulli
aktuelles Projekt:Bahnhofsmodul(ruht z.Zt.)
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Re: Cavembourg: Heinrichs Jugend und Old Dapferhand

#37

Beitrag von Miraculus » So 9. Jul 2017, 10:11

Hi Gregor,
wusst ich's doch, dass der Karl Mai auch noch zu Ehren kommt :fool: :gfm: .

Eine wirklich einmalige Geschichte. Ich bleib dran :lol: .

Ach ja, da fällt mir ein, ist der Karl Napf auch mit deeem Karl Napf, dem abwaschbaren verwandt, oder verschwägert :shock: :mad: :wink:

Sonntagsgrüßle
Peter

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Re: Cavembourg: Heinrichs Jugend und Old Dapferhand

#38

Beitrag von HenrikN » So 9. Jul 2017, 12:53

Moin Gregor,

nun bin ich mal grob durch Cavembourg gestöbert. Interessante Geschichten zur Modellbahn, sowas sieht man nicht alle Tage, :gfm: aber! Ich werde mal öfters reinschauen :wink: .

Gruß, Henrik

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Re: Cavembourg: Heinrichs Leben Teil 2 - Flucht aus Cavembourg

#39

Beitrag von greg » So 16. Jul 2017, 05:08

Rückblick Teil 2:

Heinrichs Flucht aus Cavembourg 1864


Als 1864 im Zuge des aufbrechenden Konflikts zwischen Frankreich und dem Deutschen Bund die Notwendigkeit politischer Bündnisse zwischen Heinrich I. und Ministerpräsidenten Esuh diskutiert wurde und der Konflikt bei der Frage ob das Land politisch neutral blieb oder sich auf ein militärisches Bündnis mit Frankreich einlassen sollte, eskalierte, kam es am 10. März 1864 zu einer folgenschweren Handgreiflichkeit zwischen dem König und seinem Ministerpräsidenten auf der Heinrichsburg.

Der Ministerpräsident sandte noch am selben Morgen einen Boten zu Napoleon III. mit der Bitte um militärische Hilfe um den König festzusetzen. Gleichzeitig wurden die Grenzen zu Luxembourg geschlossen. Heinrich I. wurde gewarnt und konnte, bevor die französischen Soldaten eintrafen, in die Wälder unterhalb der Heinrichsburg fliehen. Nach zwei Nächten in den Wäldern fand er Unterschlupf bei einem königstreuen Kalkbrenner. Zusammen mit wenigen Getreuen wurde seine Flucht außerlandes geplant. Für die Flucht wurde eine Holzkiste gefertigt, in die der König zunächst mit der Feldbahn des Kalkofens, dann mit der Eisenbahn in die Schweiz gelangen sollte, sobald der Bahnbetrieb wieder planmäßig funktionierte.

Empfänger der Kiste war Georges Jouef, ein befreundeter Spielwarenhändler aus Basel. Deklarierter Inhalt waren 120 kg Holzwolle. Am 29. März 1864 verließ die Kiste mit der königlichen Fracht das Land mit dem 5 Uhr-Zug Richtung Grevenmacher. Sie wurde umgeladen in den Zug nach Luxembourg/Stadt, dann nach Metz, über Frouard und Strassbourg gelangte sie drei Tage später nach Basel (Franz. Bhf).
Als die Kiste den Bahnhof Heinrichsburg verließ machte sich ein berittener königstreuer Bote auf den Weg zu Jouef, um ihn über den Inhalt der kommenden Kiste aufzuklären. Leider war der Zug um einen Tag schneller – die Kiste verblieb in der Güterabfertigung des Baseler Bahnhofs, bevor Heinrich I. gerädert von den Strapazen aber glücklich wegen des gelungenen Fluchtplans, daraus befreit werden konnte.

Bild

Das Foto zeigt den Kalkofen, in dem Heinrich Unterschlupf fand, fast hundert Jahre später - im Jahr 1963. Der Ofen und die Feldbahn waren noch bis ins Jahr 1965 in Betrieb. Der Kalkofen existiert noch, die Feldbahn wurde abgebaut. Im Gebäude befindet sich heute ein kleines Museum über die Flucht und das Exil König Heinrichs.

Das Museum zeigt die Kiste, in der Heinrich die Flucht aus Cavembourg gelang.
Diese Kiste wurde 1901, nachdem sie jahrelang in Jouefs Baseler Haus im Keller stand, von den Erben Georges Jouefs an eine dresdner Akrobaten- und Clownerietruppe verkauft. In Dresden fand sie dann den Weg in ein Varieté, wo sie Harry Houdini als Requisit in seinen Entfesselungsshows diente. Er veränderte die Kiste zwar (der „Deckel“ der Kiste geht nun besser einsehbar Richtung Publikum auf), aber wichtige Originalteile blieben erhalten. Nach Houdinis Tod 1926 lagerte die Kiste auf dem Dachboden eines Theaters in Detroit. Es ist einem glücklichen Zufall zu verdanken, dass 1929, bevor das Theatergebäude abgerissen wurde, ein Bühnenarbeiter die Kiste entdeckte, eine Inschrift auf einer der Innenseiten entziffern konnte und deren Bedeutung erkannte. König Heinrich hatte 1864 im Bahnhof Basel, als er einen Tag und eine Nacht auf seine Befreiung wartete, ein paar Sätze auf eine Innenwand geschrieben:

„Hier sitze ich, König Heinrich aus Cavembourge,
dem Reiche entmächtigt,
gefangen und flüchtig;
verbannt von einem Schurken
den Verrätern niemals gnädig!
Basel Bahnhof, am 31. Märzen 1864“

Außerdem zeigt das Museum Heinrichs Postkarten aus Rumänien, die Tagebücher Napfs und andere Originalschriftstücke.
Foto: Der Ausstellungsraum mit einer Wachsfigur König Heinrichs neben seiner von Houdini veränderten Fluchtkiste.

Bild

Das Museum hat samstags und sonntags von 13 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 2 Euro, Kinder bis 16 Jahre frei.

Abendstimmung am Bahnhof Heinrichsburg
Bild

Von hier aus wurde König Heinrich in seiner Kiste in den Zug Richtung Basel verfrachtet. Bahnhof Heinrichsburg war bis 1872 der einzige Bahnhof Cavembourgs und zentrales Nadelöhr für den gesamten Schienenverkehr. Heute gehen noch Regionalzüge nach Grevenmacher und in die Hauptstadt ab. Sie werden fast nur noch touristisch genutzt. Zahlreiche idyllische Wanderwege beginnen hier, wie hoch zur Ruine Heinrichsburg, zur Neuen Burg (im Hintergrund zu sehen), in das Tal nach Napfen oder auf den Höhenwanderweg. Auch der Zugang zum Tierpark Wolfspark ist von hier zu erreichen.

Fortsetzung folgt...
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Re: Cavembourg: Heinrichs Flucht und Houdinis Kiste

#40

Beitrag von Miraculus » So 16. Jul 2017, 08:25

Ohooo,

ich will ja nicht unken, aber mir Schwan(t) etwas. Verschwörungstheoretiker aufgepasst. Greift hier

Bild

der Märchenonkel, ääähem, Märchenkönig, König Luwig II. von Bayern,

Bild
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_II._(Bayern)

ein Wittelsbacher ins Geschehen ein :bigeek: . Hat er sich nun tatsächlich selbst im Würmsee (heutiger Starnberger See) ertränkt, oder.... :mad: :mad:
Mir NeuSchwan(t)stein etwas, rund um den HohenSchwan(t)gau. Da ist der Würm drin :fool: . Das ist und bleibt, um es aus Ludwigs Sicht zu sagen, waaaaahnsinnig spannend :lol:

Mit Blick auf die Ahnentafel

Bild

erschließt sich mir nicht, wie der Ludwig mit "unserem" Heinrich

Bild

verwandt sein könnte. Von den Bildern her könnte es sich auch um Zwillinge handeln.

Zu guter Letzt kommt noch dabei raus, dass die beiden noch mit diesem hier verbandelt sind

Bild
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Kaspar_Hauser

Wurden die in der Kiste vertauscht, oder gar auch schon in der Kindheit. Wenn Houdini das seine Finger im Spiel hatte, ist ja alles möglich. Die jahrhunderte alten Intrigen und Machtspiele des europäischen Hochadels erinnert ja irgendwie an GoT (Game of Thrones), bzw. das Lied vom Feuer und Eis :lol: des Herrn Martin.

Also ich glaube das hinter dem Putschversuch, bzw. der Holzkistenflucht unseres "geliebten" Heinrich weitaus geheimnisvollere und größere Interessen gibt, als auf den ersten Blick zu sehen und zu erkennen.

Die Ähnlichkeiten zwischen den Protagonisten, die Parallelitäten der Ereignisse, auch und gerade um Kaspar Hauser, das alles spricht doch sehr für ein von langer Hand geplantes Komplott. Wenn ich mir nun die Zeitschiene, das Geburtsdatum von Ludwig II. am 25. August 1845 und dem Erscheinen Heinrichs I. auf der europäischen Bühne im Jahr 1848 so anschaue, könnt sich's bei Ludwig ja fast um einen Sohn Heinrichs I. auf dem bayrischen Thron handeln. Was wiederum ja neue Nahrung rund um den misteriösen Tod Ludwigs II. im Würmsee liefern würde.

Und wenn wir schon bei den Verschwörungstheorien gelandet sind, wie kommt die Fluchtkiste Heinrichs gerade eben in das Land der unbegrenzten Verschwörungen und neuerdings auch Fake News???

Fragen über Fragen. Hoffentlich geht's bald weiter und das Rätsel wird gelöst.

Gespannte Grüße
Peter

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Re: Cavembourg: Heinrichs Flucht und Houdinis Kiste

#41

Beitrag von greg » Mo 17. Jul 2017, 09:19

Hallo Hobby-Historiker und Hobby-Historikerinnen! Liebe Aluhutträger!

@Peter
ich kann diese Theorien anhand der mir vorliegenden Quellen NICHT widerlegen.
Die frappierende Ähnlichkeit Heinrichs mit dem bayrischen Ludwig ist nicht von der Hand zu weisen. Berücksichtigen muss man allerdings auch die glaubwürdige Spekulation, dass Heinrich wohl ein Nachfahre Karls des V. und damit ein Habsburger war - und hier gibt es bekanntlich Dokumente, die darauf hindeuten.
Andererseits gibt es bayrische Herrscher aus dem Hause Luxemburg, z.B. Heinrich VII. von Bayern, in dessen Tradition hätte sich Heinrich I. von Cavembourg sehen können (Namensgebung).

Wie Kaspar Hauser da noch reinpassen will, wissen wirklich nur die richtigen Aluhutträger :mrgreen: , da die Prinzenlegende um das badische Fürstenhaus wissenschaftlich widerlegt wurde. Zudem starb Hauser bereits 1833 - da war Heinrich gerade mal 8 Jahre alt und mit seiner schweren, entbehrungsreichen, schwäbischen Kindheit beschäftigt..... :zahnlos:

Die Frage um Houdinis Kiste ist da schon einfacher zu beantworten: Houdini letztes Engagement war in besagtem Garrick Theater in Detroit. Hier starb er auf Grund eines Blinddarmrisses und einer resultierenden Bauchfellentzündung. Er hatte die Kiste bis zuletzt in seinem Besitz. Ob er die Inschrift und ihre Bedeutung kannte ist nicht überliefert....

Bild
Houdini 1920 - Kannte er die Geschichte seiner Kiste?
Quelle: Wikipedia, Foto gemeinfrei


Kommt gut durch die Woche und bis bald

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Cavembourg: Heinrich und die Gründung des Französischen Geheimdienstes

#42

Beitrag von greg » So 23. Jul 2017, 06:55

Rückblick Teil 3:

Heinrich in der Schweiz und die Gründung des französischen Geheimdienstes

Bisher fanden die Staatsgeschäfte Cavembourgs in der schweizerischen bzw. europäischen Öffentlichkeit kaum Beachtung.
Das änderte sich, als mit Unterstützung Frankreichs die cavembourgische Interimsregierung am 1. November 1865 eine Belohnung über 500 Thaler für Hinweise über den Aufenthaltsort des flüchtigen Königs auslobte und entsprechende Suchanzeigen in allen großen europäischen Zeitungen annoncierte.
Plötzlich war der Kleinstaat Cavembourg in der Presse und Tagesgespräch in ganz Europa. Man wunderte sich über diesen unorthodoxen Schritt einer kaum bekannten ausländischen Regierung und es kam die berechtigte Frage auf wie weit der Arm Cavembourgs wohl reichen würde....
Es gab in der Folge mehrere Zeitungsartikel, die sich mit der Geschichte Cavembourgs befassten und das Geheimnis hinter der mysteriösen Suchanfrage lüfteten. Die meisten der Reportagen und Artikel solidarisierten sich mit dem legitimen König und verurteilten das unverkennbare Ränkespiel Napoleons. Preußen, aber auch England mussten sich unter dem Druck des öffentlichen Interesses positionieren. Es erfolgte im Jahresverlauf 1866 die Anerkennung Cavembourgs als souveräner Staat durch die meisten europäischen Monarchien – nicht zuletzt aus dem politischem Kalkül Napoleon III. in die Schranken zu weisen. Für Napoleon III. wurde diese Suchaktion zu einem peinlichen PR-Desaster mit erheblichen politischen Imageschaden.

Trotzdem stieg die Gefahr der Aufdeckung für Jouef und seinen Gast, der dieser neuen pro-cambourgischen Stimmung misstraute, und so entschied man sich das Exil im Fürstentum Rumänien fortzusetzen. Ein entfernter Verwandter des Königs lebte als Nachfahre donauschwäbischer Auswanderer in Siebenbürgen. Am 1. Januar 1866 reiste Heinrich I mit dem Zug unter dem falschen Namen Jonas Harker über Wien und Budapest nach Schäßburg.

Von Basel aus schrieb Heinrich seinem Freund Karl Napf ins ferne Amerika und bat ihn um Rat und Beistand bei der Rückeroberung seines Landes. Napf bekam diesen Brief zehn Wochen später, als er gerade im Begriff war mit dem persischen Gelehrten Dschafar Mirza nach Bagdad aufzubrechen. Napf beschloss bei seiner Rückreise in Europa Halt zu machen und seinen Freund Heinrich im Exil zu besuchen.

Bild
Die Annonce oben links wurde in allen großen Zeitungen geschaltet. Hier ist es die "Heidelberger Zeitung" vom 1. November 1865.

Die Gründung des französischen Geheimdienstes


Im Rückblick bedeutete die Suche nach Heinrich die Geburtsstunde des französischen Geheimdienstes.
Cavembourg war für Napoleon III. von herausragender, militärischer Bedeutung. Um die französische Besatzung zu sichern, drängte Napoleon III. darauf, die legitimen Machtansprüche Heinrichs mit allen Mitteln zu unterbinden. Der französische Generalstab organisierte darum eine spezielle Abteilung, die sich mit der Suche nach Heinrich und der Eliminierung dieser Ansprüche befassen sollte.
Die Abteilung operierte von Cavembourg, mit Beginn des Deutsch-französischen Krieges dann von Paris aus. Das Aufgabenfeld der Abteilung erweiterte sich bereits im Vorfeld des Krieges erheblich, so dass die Suche nach Heinrich auch auf Grund der aufmerksam gewordenen internationalen Öffentlichkeit bereits 1867 eingestellt wurde.

Nach der Abdankung Napoleons und der Gründung der 3. Republik Frankreichs trat diese Abteilung als „Deuxième Bureau“ („Zweites Büro“) auch offiziell in Erscheinung. „Deuxième“, weil es nach der cavembourger Zeit das zweite Büro dann in Paris war. Es sollte über militärische Gegner aufklären und Informationen über Staatsfeinde sammeln.
Etwas später wurde auch ein „Premier Bureau“ („Erstes Büro“) gegründet. Die Namensgebung "Premier" sollte helfen das gescheiterte Engagement des tatsächlich ersten Büros in Cavembourg zu verschleiern. Seine Aufgabe war den Generalstab über den Status der eigenen französischen und verbündeten Truppen zu informieren.
Das „Deuxième Bureau“ schreckte, trotz des desaströsen Ausgangs ihrer ersten Aktion, auch später nicht vor unkonventionellen Methoden zurück (wie z.B. in der Dreyfus-Affaire, die am Ende die Auflösung des Bureaus bedeutete).

Fortsetzung folgt...
Zuletzt geändert von greg am Sa 27. Jan 2018, 15:28, insgesamt 4-mal geändert.
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Re: Cavembourg: Heinrich in der Schweiz und der französische Geheimdienst

#43

Beitrag von Miraculus » So 23. Jul 2017, 08:44

Guten Morgen Gregor,
sag ich doch. Ist eine Kiste (evtl. auch und gerade Houdinis?) der Geheimdienste. Gaaaanz große Verschwörung :bigeek: :fool: , machtpolitischer Interessen innerhalb und außerhalb Europas.

Hat sich wohl nicht viel geändert seit damals :wink: .

Bin gespannt auf die Fortsetzung.

So, jetzt noch schnell nen Beitrag bei mir ergänzen und ab in den MoBa-Keller.

Grüße
Peter

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Re: Cavembourg: Heinrich in der Schweiz und der französische Geheimdienst

#44

Beitrag von Erich Müller » Di 25. Jul 2017, 21:06

Ui ui ui.

Bei einem Stück Napf-Kuchen denke ich darüber nach, in welchen der Basler Bahnhöfe es der König wohl geschafft hat... den Badischen? den Französischen? den Central-Bahnhof?
Freundliche Grüße
Erich

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Re: Cavembourg: Heinrich in der Schweiz und der französische Geheimdienst

#45

Beitrag von greg » Di 25. Jul 2017, 22:24

Heinrich kam ja in einer Kiste aus Straßbourg. Es muss also der alte französische Bahnhof gewesen sein. Es wird da wohl auch einen kleine Güterabfertigung gegeben haben, der Güterbahnhof Wolf wurde erst 1872 eröffnet.
(Hoffentlich trete ich jetzt nicht in den Basler Bahnhoffettnapf. :mrgreen: )

Grüssle

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Re: Cavembourg:Heinrichs Aufenthalt in Rumänien und ein Wappen für Cavembourg

#46

Beitrag von greg » Sa 5. Aug 2017, 16:52

Rückblick Teil 4:

Heinrichs Aufenthalt in Rumänien und ein Wappen für Cavembourg

Heinrichs Verwandter hatte sich in den rumänischen Adelsstand eingeheiratet und war früh verwitwet. Seine verstorbene Frau, eine direkte Nachkomme des Grafen Vlad III. der Woiwode, brachte ihrem Gatten nicht nur Titel und Privilegien, sondern als Alleinerbe auch ein beträchtliches Vermögen ein. So trug dieser nun den Titel Graf Vlad IV. von Bran der standesgemäß auf Schloss Bran bei Schäßburg residierte.

Heinrich wurde im Schloss einquartiert, einer protzigen und opulenten Festung mit düstere Atmosphäre, Nebelschwaden umjagt von schwärmenden schwirrender Fledermäusen über den Zinnen der Türme und Wehrmauern, die Nächte verdunkelnd.

Er blieb insgesamt sechs Jahre auf Schloss Bran. Diese Zeit entschwindet im Nebel der Geschichte, nichts zeugt von seiner Anwesenheit und nichts streitet sie ab. Bemerkenswert aber ist, dass um diese Zeit Sagen und rumänische Volksmärchen entstanden, die von mysteriösen Zwischenfällen in der Gegend von Bran handeln: Die bekanntesten Geschichten sind „Die verschwundenen Bauerskinder“ und „Der Wolfmann“. Hier verwandelt sich der zum Werwolf gewandelte Mensch nach seinem Tod in einen Vampir, ein blutdürstender Wiedergänger aus den Vorhöfen der Unterwelt...

Erst Jahre später niedergeschrieben, lassen sie sich zeitlich und räumlich in Bran um 1865 verorten. Insbesondere die Geschichten um den „Wolfmann“ befeuert die Fantasie der europäischen Kunstwelt bis heute. Berühmtester Vertreter ist „Dracula“ von 1897 aus der Feder des irischen Schriftstellers Bram Stoker.

Trotz fehlender Quellen aus der Zeit in Rumänien, gilt es als gesichert, dass sich Heinrich auf Schloss Bran mit Heraldik beschäftigt haben musste. Bei seiner Rückkehr nach Cavembourg hatte er eine Staatsfahne und ein Staatswappen für Cavembourg dabei.

Bild

Das Wappen:

Heinrich missachtete die Regeln der Heraldik gekonnt, in dem er die Sehnsucht an seine Heimat auf dem Wappen Ausdruck verlieh (die auf dem Wappen abgebildete Silhouette eines Berges kann einem Berg in Cavembourg zugeordnet werden). Am Anfang rätselte man noch über das gewählte Wappentier. Die Ereignisse, die bald Cavembourg erschüttern würden, verliehen ihm dann aber Bedeutung


Bild

Die Fahne:

Auch die von Heinrich entworfene Staatsfahne gab und gibt Rätsel auf. Der lateinische Spruch "Ferrum agmen exemplum", das soviel bedeutete wie "Eisen Zug/Bahn/Marsch Modell", entzieht sich bis heute einer einheitlichen und wissenschaftlichen Deutung. Heinrich, der dem Lateinischen nicht mächtig war, erfreute sich wohl an der Euphonie (dem Wortklang) der Wörter, ohne ihnen Sinnhaftigkeit beizumessen

Fortsetzung folgt.....
Zuletzt geändert von greg am Mi 11. Okt 2017, 18:27, insgesamt 3-mal geändert.
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Re: Cavembourg: Heinrichs Aufenthalt in Rumänien und ein Wappen für Cavembourg

#47

Beitrag von Miraculus » So 6. Aug 2017, 10:40

Morgen Gregor,

interessante Entwicklungen zeichnen sich ab.

War Heinrich ein blutrünstiger Werwolf oder untoter Wiedergänger wie Graf Vlad Dracul, genannt "Der Pfähler" :bigeek: . Oder doch eher ein rüstiger "Wolf im Schlafpelz" :mad: :mrgreen:

Was hat es mit der phonetischen Ähnlichkeit zwischen der rumänischen Ortschaft Bran und Bram (Stoker) auf sich?

Erscheint Mary Shelly (Autorin von Frankenstein) auch noch auf der Bildfläche?
Oder sind wir doch wieder in die Geschehnisse rund um Ludwig II. involviert, da das Wappen von Heinrich doch sehr dem Wappen von Wolfratshausen
Bild

Quelle: http://www.wolfratshausen.de/bekanntmac ... atshausen/

im bayrischen Oberland im Landkreis Bad Tölz ähnelt. Stammt die verstorbene Frau des Verwandten gar von dort ab?

Fragen über Fragen?

Grüße
Peter

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Re: Cavembourg: Heinrichs Aufenthalt in Rumänien und ein Wappen für Cavembourg

#48

Beitrag von greg » So 6. Aug 2017, 17:48

Hallo miteinander!

Hallo Peter!

ich möchte dir nicht die Spannung nehmen.....das letzte Kapitel Heinrichs ist geschrieben und im wahrsten Sinne des Wortes abgedreht :wink: es gibt ein Grande Finale! :fool:
Und wenn du den Baubericht verfolgt hast, weißt du auch, warum die Geschichte nur so enden können wird......aber halt! Jetzt nicht nachgucken!!!! Lass dich einfach überraschen :mrgreen:

Wie du schon so schön geschrieben hast: "Die Moba ist wie eine Pralinenschachtel. Du weißt nie.. "

:fool:

Ja, das Wappen von Wolfratshausen stand ein wenig Pate für das Cavembourger Wappen. Ich brauchte einen schönen Wolf und der gefiehl mir am besten.

Ich habe gerade gesehen, dass auch deine Anlage Fortschritte macht! Da werde ich gleich mal einen Besuch machen.


Viele Grüße und viel Spass mit meinem Urlaubsgruß von der Brokenbahn (im Baubericht)

wünscht
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Cavembourg: Rückkehr nach Cavembourg

#49

Beitrag von greg » Sa 12. Aug 2017, 14:14

Rückblick Teil 5:

Rückkehr nach Cavembourg


Am 25.9.1870 erreichte eine Holzkiste die kleine Güterabfertigung am Bahnhof Heinrichsburg. Der Adressat war König Heinrich, den man aber im Exil wähnte und so fühlte sich vorerst keiner zuständig weitere Schritte einzuleiten. Die Kiste verblieb im Abfertigungsgebäude und verschwand in der Nacht zum 27.9.1870 als Karl Napf mit zwei dutzend orientalisch gekleideter Männer mit dem Zug aus Trier die Stadt erreichte.

Die französischen Besatzungssoldaten waren ausnahmslos abgezogen um im Krieg gegen Preußen zu kämpfen und der französische Statthalter Esuh konnte Richtung Frankreich fliehen. Es gab keinerlei Widerstand, als Napf mit seinem kleinen Trupp in dieser Nacht die Heinrichsburg bezog.

Woher Heinrich plötzlich auftauchte bleibt bis heute ein Rätsel, da er nicht mit Napf gekommen war: War er zu Fuß über die grüne Grenze nach Cavembourg gekommen? Oder war er in der Holzkiste eingereist, die in der Güterabfertigung des Bahnhofs stand? So hatte er ja schließlich auch seine Flucht begonnen….

Am Morgen des 28. Septembers 1870 fuhr Heinrich unter dem Jubel der Bevölkerung durch die Straßen der Hauptstadt. Er wirkte alt und gebrechlich. An seiner Seite schritt Napf, besorgt und beunruhigt. Das Wiedersehen mit seinem alten Freund hatte ihn erschüttert, da er erkennen musste, dass Heinrich einen seltsamen Wesenswandel vollzogen hatte. So schlief Heinrich tagsüber hinter verschlossener Tür und wandelte nachts durch die Wälder oder die leeren Straßen der Hauptstadt. Er schien hungrig zu sein, rührte aber kein Essen an.

Ein paar Tage später traf auch Napfs Frau Paula Lehmann aus Amerika ein. Sie war mit dem Liniendampfschiff Cimbria der HAPAG aus New York über den Atlantik und von Hamburg mit dem Zug angereist.

Im November desselben Jahres wurden Wölfe in den Wäldern Cavembourgs gesichtet.

Bild

Foto: Unter dem Jubel der Bevölkerung fährt der König durch die Straßen der Hauptstadt. Kaum jemand bemerkt die schlechte Verfassung Heinrichs. Neben der Kutsche geht Karl Napf.

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Zuletzt geändert von greg am Mo 28. Aug 2017, 10:50, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Cavembourg: Rückkehr nach Cavembourg

#50

Beitrag von robdocbirgit » So 13. Aug 2017, 10:46

Hallo Gregor,
deine geschichtsträchtige Anlagenvorstellung ist ja wohl ziemlich einzigartig. Der Schienenbus im nebligen Halbdunkel - klasse. Hast du die Mühle selbst gebaut? Gegen die sind meine bisherigen Gebäude dann doch nur "süß" - auch wenn es deine Frau mit dieser Bezeichnung gut mit meinen Gebäuden gemeint hat.
Ich behalte dich im Auge.
Gruß Birgit
Meine bescheidenen Anfänge:
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