Reines Blech...

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bahngarfield
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Re: Reines Blech...

#451

Beitrag von bahngarfield » So 10. Mär 2019, 18:45

Aktuell bin ich mal wieder in einer „Hannig-Phase“. Je mehr ich seine Werke studiere, umso tiefer ich versuche mich hineinzudenken in die Genese seiner Grafiken, umso größer wird mein Respekt vor dem Genius dieses Mannes, der für unzählige Eisenbahnfreunde Märklin ikonographisch unsterblich gemacht hat. Und umso größer wird der Respekt wenn man sich vergegenwärtigt, dass ihm vor einem halben Jahrhundert weder Paint noch Photoshop oder GIMP zur Verfügung standen. Wenn ich nun mit den digitalen Mitteln und Möglichkeiten unserer Zeit den Versuch unternehme mich seinem Werk anzunähern, dann ist dies – und so bitte ich es auch ausdrücklich zu verstehen – die Erweisung einer Reverenz. Ob man das für den Retro-Bildkarton eines „Capitol“ 28590 oder einer 26495 „Montreal Limited“ auch behaupten kann, überlasse ich dem Leser.

Dabei kann ich nicht einmal malen wie Hannig. Ich kann komponieren, collagieren, digital modifizieren, doch wäre ich nicht im Ansatz in der Lage, annähernd Gleichartiges mit dem Pinsel in der Hand neu zu erschaffen. Zwei andere können es – zu ihnen komme ich später.

So viel gab es, was Märklin im Programm hatte und Hannig illustrierte. Und es gab so viel mehr, was ich mir schon als kleiner Junge von den Göppingern gewünscht hatte, doch nie erschien – und dementsprechend auch vom Meister der Grafik unportraitiert blieb.

Zum Beispiel der „Rheingold“ von 1962. Damals hatte Märklin weder eine Bügelfalten-E10 noch – zu meinem Leidwesen bis heute – einen zu den 1966 erschienenen 24cm-Blech-TEE-Wagen passenden Buckelspeisewagen im Programm.

So habe ich einmal mehr beschlossen mir ein Stückchen Märklin-Welt zu erschaffen, das so nie war. Aber wie?

Einmal mehr war es der hervorragende Marineillustrator Stefan Piel, der freundlicherweise weiterhelfen konnte indem er mir gestattete, seine Zeichnung der 110 271 aus seinem Bilderfundus zu verwenden. Wenngleich auch kein zweiter Künstler, den ich kenne, so nah an Rudolf Hannig herankommt wie Stefan, bemerkte ich doch sehr schnell, dass ich mich ausgerechnet mit der Lok, die Stefan „Modell stand“, etwas verhoben hatte. Bei Lokkennern klingelt es angesichts dieser Nummer sofort, war sie doch jene Kasten-E10, die nach einem Brand 1971 als Bügelfalte neu aufgebaut worden war. Soll heißen: Bis auf die Grundform des Lokkastens stimmte an der Maschine praktisch nichts. Nix mit „mal schnell umfärben“.

Also bekam die 110 271 Schürzen, neue Aufstiegstritte, ein durchgehendes Lüfterband, Pufferverkleidungen und, natürlich, einen ordentlichen „Gusskeks“. Umgekehrt verschwand die Verschleißpufferbohle wie auch Klattelüfter, Maschinenraumfenster, UIC-Steckdose, Rangierertritt und –griff sowie der „Dürr-Keks“. Ganz zum Schluss erst bekam die so zur „E10 1310“ mutierte 110 271 eine neue Lackierung und „richtige“ Schilder.

Die – umcolorierte und, leider nur schwach erkennbar, um „Dome-Car“ und Buckelspeisewagen erweiterte – Wagengarnitur stammt vom Deckblatt der Märklin-Broschüre 0380. Das „Rheingold“-Flair perfekt macht die das imaginäre Rheintal dominierende, nur schemenhaft dargestellte Marksburg im Hintergrund, die freundlicherweise Robin Barnes zur Verfügung stellte. Mein Gott, wie gerne hätte ich diesen Karton vor einem halben Jahrhundert in Händen gehalten…


Bild
Mit freundlicher Genehmigung der Gebr. Märklin & Cie. GmbH., Göppingen, Robin Barnes und Stefan Piel


„Moooooooooment!“ mag man an dieser Stelle in bester Loriot’scher Manier die Kritiker rufen hören: „Das gab es doch – das Zugset 28503 von 1996!“ Ja nun – ob eine schürzenlose Kunststoff-3033 mit Klattelüftern und 111-Drehgestellen die Erwartungshaltung des Modellbahners zu befriedigen vermag, muss jeder selbst entscheiden.

Doch bekanntlich stirbt die Hoffnung zuletzt. Als ich 2017 von einer Neuheit „Rheingold-Set 1962 Tin plate“ las, machte mein Herz einen regelrechten Hüpfer vor Hoffnung: Sollte womöglich der Blech-Buckelspeisewagen nach einem halben Jahrhundert als Formneuheit Eingang ins Märklin-Programm gefunden haben? Das Bild zur Neuheit belehrte mich eines besseren: Ein Steildach-WR, erstes Baujahr 1964 als Speisewagen für den 62er-„Rheingold“, meiomei. Zuletzt stirbt die Hoffnung. Aber sie stirbt.

Obwohl: Werfen wir doch einmal einen Blick auf den Kalender. 2022 und damit das Jubiläum „60 Jahre ‚Rheingold’“ ist nicht mehr allzu fern. Vielleicht unternimmt die Tante in Göppingen dann noch mal einen Anlauf. Mit einer Wechselstromversion der legendären Trix-112 (53 2248 00) als Zuglok. Und endlich, endlich, endlich dem „Buckelwal“ in Blech.

Der Deckel für den Bildkarton wär’ schonmal fertig. :wink:


Grüße!


Christian

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Re: Reines Blech...

#452

Beitrag von Brumfda » So 10. Mär 2019, 23:52

Moin Christian!

:gfm: :gfm: :gfm:

Ganz nordisch zu all Dien Ausführungen: Wo der Jung recht hat, hat er recht. Ich hoffe mit Dir mit.

Schönen Wochenanfang, Felix


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Re: Reines Blech...

#453

Beitrag von bahngarfield » Mo 25. Mär 2019, 20:19

In der Ära, in der bei Märklin die Lokomotiven der 3000er-Serie vom Band liefen, hatten die Göppinger noch keine 85er im Programm. Wie sie hätte aussehen können zeigt eindrucksvoll das Modell der Firma Scholz/ Heidenheim auf Basis der Märklin 3047, welches im Märklin-Magazin 2/ 73 vorgestellt wurde. Und dies hätte der passende "Hannig" dazu sein können:


Wissend, dass solche Bildelemente nie auf den berühmten Lokkartons jener Zeit zu sehen waren, habe ich - um etwas Flair zu verbreiten - den Zwölfender vom "Hirschsprung", in Bronze gegossenes Jägerlatein, ins Motiv mit aufgenommen. Und die Bezeichnung sollte es auch dem Letzten erlauben - wenngleich die Höllentalbahn nie eine eigene Bahngesellschaft bildete - den Kraftprotz lokal korrekt zu verorten.

Bild
Mit freundlicher Genehmigung der Gebr. Märklin & Cie. GmbH., Göppingen

A propos "Höllental": Natürlich habe ich mich über die Wiederauflage der 3011, wie über jede Wiederauflage eines alten Märklin-Klassikers - gefreut. Aber einfach so, mit drei unveränderten 4037ern, die es als Dutzendware in der Bucht gibt? Da hätte ich mir einen Schuss mehr Einfallsreichtum gewünscht. Nun ja, immerhin ist es die erste mir bekannte 3011-Variante aus Göppinger Produktion ohne diese unsägliche rote Pufferbohle, welche wohl niemals eine Bundesbahn-144 je zierte. Aber, liebe Göppinger Tante: Hättest Du...

Bild
Mit freundlicher Genehmigung der Gebr. Märklin & Cie. GmbH., Göppingen


... die Loknummer nur um eine Ziffer ergänzt...
... der so entstandenen "E44W" drei blaue 4051er beigegeben...
...von denen jeder die Blechschürze vom 4029 untergehängt bekommen hätte...
...sie mit "Touropa" beschriftet...
...und womöglich sogar noch die Längsträger grau lackiert...

...dann wäre das - ohne die Notwendigkeit irgend eine Form ändern zu müssen - eine Traum-Retropackung "Reisebürosonderzug Höllentalbahn" geworden. :hearts: Seufz!

Aber mich fragt ja keiner. Alles muss man selber machen. :roll: Doch halt, wahrscheinlich greife ich nur vor. Diese Packung kommt sicher 2020 zur Inbetriebnahme der E44 1170 - mit passender Loknummer - in den Handel. Ganz sicher. :wink:


Grüße!


Christian


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Re: Reines Blech...

#454

Beitrag von Eisenbahner 2 » Mo 25. Mär 2019, 23:40

bahngarfield hat geschrieben:
Mo 25. Mär 2019, 20:19



Bild
Mit freundlicher Genehmigung der Gebr. Märklin & Cie. GmbH., Göppingen

Hallo Christian,
ob die nachfolgende Lok in den obigen Karton passen würde? Nicht ganz, denn sie ist auf Basis der 3047 umgebaut worden.
Diese Maschine war meine erste umgebaute Maschine, die ich mir vor fast 40 Jahren gekauft habe, sie hat mich damals im
An- und Verkauf Laden 35,- DM gekostet:

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Gruß
Hans-Gerd :D


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Re: Reines Blech...

#455

Beitrag von bahngarfield » Di 26. Mär 2019, 18:54

Hallo Hans-Gerd!

Da hast Du nicht nur ein wunderschönes Stück Guss erworben, sondern auch noch ein echtes Schnäppchen gemacht. Die vergleichbare Scholz-Lok war im Märklin-Magazin 1973 mit 297,-DM angegeben..!

Grüße!


Christian

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Re: Reines Blech...

#456

Beitrag von LH 1001 » Mo 8. Apr 2019, 10:39

Hallo zusammen,

die Idee ist sicherlich nicht neu. Der vierachsige 4511 war als Prototyp, wenn ich mich richtig erinnere, in den 80er Jahren im Märklin Museum ausgestellt. Hin und wieder wird auch ein solches Eigenbaumodell in Onlineauktionshäusern angeboten. Diese dann meist auf Basis des 4 achser Niederbordwagens 4514

Darum habe ich mich an den Selbstbau gemacht und war überrascht, dass dies eine Nachmittagsbastelei ist. Mehr nicht.

Also erstmal die Teile besorgt:

2 gut erhaltene Braunkohlestaubwagen 4511 idealerweise mit gedruckter Beschriftung
1 Rungenwagen 4516 ( es durfen Rungen fehlen )

An Werkzeug wird benötigt:

Sägelade, Puksäge, Schhaubendreher, Pinzette.

Bild

Wir beginnen mit der kompletten Demontage aller Fahrzeuge. An dem Rungenwagen 4516 sind alle Rungen durch Aufbiegen der Metalllaschen zu entfernen.
Alle Teile mit Spüliwasser reinigen und trocknen.

Die Trägerbleche der Braunkohlestaubbehälter auf den Wagenboden des Rungewagen legen. Sie dienen als Basis für die Braunkohlebehälter auf dem Rungenwagen und als Träger der Wagenschilder. Diese können an der Stelle, die für das Trittbrett ausgespart sind, übereinander gelegt werden. Wir beginnen an der Bühnenseite. Das 2. Blech muß dann abgelängt werden. dies geschieht am besten bündig mit der Pufferbohle. Die Länge markieren und in der Sägelade absägen.

Nun können die Trägerbleche als Bohrschablone für die Befestigungsschrauben der 4 Braunnkohlebehälter genommen werden. Also auf den Wagenboden des 4516 auflegen und die Bohrungen markieren. danach 3 mm Löcher an den 4 markierten Stellen bohren.
Der Rest ist Montagearbeit.

Bild

Bild
Mit schwarzer Farbe sind die Sägekanten noch zu kaschieren.

Hier ist das fertige Modell:

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Hier noch einmal der Wagen auf einer Eigenbau Retroverpackung.

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LG Markus
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Re: Reines Blech...

#457

Beitrag von Eisenbahner 2 » Mo 22. Apr 2019, 12:40

Hallo zusammen,
auch zu Ostern gibt es "reines Blech" ...


Bild


Gruß
Hans-Gerd :D


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Re: Reines Blech...

#458

Beitrag von bahngarfield » Mo 22. Apr 2019, 18:49

OH! Sehr, sehr schön! :hearts: :hearts: :D :D :D

:gfm:

Grüße!


Christian

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Re: Reines Blech...

#459

Beitrag von LH 1001 » Mo 29. Apr 2019, 16:31

Abschluß des Projektes und Zusammenfassung
LH 1001 hat geschrieben:
Do 7. Feb 2019, 17:38
LH 1001 hat geschrieben:
Do 11. Jan 2018, 18:59
LH 1001 hat geschrieben:
Mi 20. Sep 2017, 13:58
Hallo Christian und Achim,
Hallo zusammen,

den Blechbeitrag verfolge ich schon länger und habe im Mai mit Bahngarfield Kontakt aufgenommen. Der 4-achsige Preußenwagen hat es mit angetan. Anfänglich war ich nicht sicher, ob dieser aus Blech ( Märklin Grundmodelle 4004/4005 ) oder aus Kunststoff ( Märklin 42xx ) entstehen soll. Nachdem die Entscheidung zu Gunsten von Blech fiel, war nach einem Börsenbesuch schnell das Bastelmaterial gefunden. 2 x Märklin 4004, 1x Märklin 4005 und ein defekter Flachwagen mit den Drehgestellen des Märklin 4514. Damit hatte ich genügend Bastelmaterial. Wichtig ist, dass die Trittbretter noch halbwegs in Ordnung sind, die Lackierung nicht zu sehr verkratzt ist und an den Dächern mindestens 2 Ecken unversehrt sind.
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Diese Wagen wurden dann zerlegt und gereinigt.
An den Personenwagenwänden wurde dann der Trennschnitt angezeichnet. Die Aufteilung der Abteile ist von links nach rechts ist 4/3/2 die Trennung immer die Toilettenfenster. Daraus ergibt sich eine Wagenkasteninnenlänge von ca. 175 mm, je nach Stärke des Trennschnittes.
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In einer Sägelade wurden dann die vier Wandteile mit einer Puksäge mit feinem Sägeblatt rechtwinklig jeweils in der Mitte eines Fenstersteges ( !! ) in die benötigten Teile gesägt. Die Säge wurde von außen angesetzt, daher ist wegen der Lackierung besondere Vorsicht geboten.
Die Seitenteile wurden anschließend von innen mit der 50 Watt Lötstation und einer breiten Lötspitze verlötet. Kleine 0,3 mm Messingbleche dienen als Stabilisierung. Das Lot hat die Spalten gut ausgefüllt und die Lackierung hat dabei kaum gelitten. Ein schnelles Arbeiten mit 400 °C ist nötig. Um die Teile zu fixieren, habe ich sie mit Kreppklebeband ( kann warm werden ) an ein Stahllineal ausgerichtet.

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Nach dem Zusammenlöten der Seitenteile und dem genauen Vermessen der Innenmaße kommt das probeweise Zusammenbauen des Wagenkastens. Vorher sind die Kunststoffbodenteile abzulängen und zu verkleben. Ich habe an der Innenseite zur Stabilisierung ein Messingblech im Bereich der Schnittstelle aufgeklebt.

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Nun sind alle Seitenwände aufgesteckt, die Biegeösen, die durch das Fahrgestell ragen bleiben noch nicht umgebogen.
Das Metallteil mit den Trittbrettern wird aufgelegt und jeweils so gekürzt, dass es die korrekte Länge hat, um mit den Originalschrauben am Wagenboden befestigt werden kann. An einer Stelle muß für die Biegeösen des Wagenkastens ein Ausschnitt gemacht werden. Dies ist mit der Diamanttrennscheibe schnell und präzise erledigt.

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Danach wird das Trittbrett, samt seiner Halterung am Wagenboden angeschraubt. Die Halterung stabilisiert den Wagenboden deutlich und gibt ihm einen Metallboden und damit auch genügend Masse.
Die Fensterwerden in die Wandteile eingebaut, dazu ist eine Seite mit der Schere zu kürzen. Dann den Wagen zusammenbauen und die Ösen am Wagenboden umbiegen.
Ich habe ein Dachteil probeweise montiert, um die Sägeschnitte festzulegen. Nach Zusägen des 2. Teils kann auch dieses verwendet werden. Das Dach muß noch miteinander verklebt und gespachtelt werden.
Nach Achims Bericht gestern wurden dann die Drehgestelle probeweise montiert. Die Bohrung dazu ist 32 mm hinter der Puffervorderseite in Wagenmitte. Dazu verwendet wurde ein 2,5 mm Bohrer. Die Drehgestelle werden mit den übrigen Blechschneidschauben der Spenderwagen verschraubt.

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Jetzt kommt die Überraschung, das Drehgestell kann nicht genug ausschwenken. :oops:
Es gibt mehrere Überlegungen:
• Neukonstruktion des Drehgestelles
• Ausfräsen der Trittbretter von Innen im Drehbereich
• Neukonstruktion der Trittbretter

Schauen wir mal...wird fortgesetzt.
.....Fortsetzung
Nach einigen Schiebeversuchen auf geraden und gebogenen C-Gleisen war klar, dass es nur mit der Neukonstruktion der Drehgestelle und des Wagenbodens zu einen brauchbaren Ergebnis kommen kann.
Folgende Minima sollten erfüllt sein:
Volle R1 Tauglichkeit, nach Möglichkeit keine ausgeschnittenen Trittbretter ( ob einzuhalten wird sich herausstellen )

Das bedeutet die komplette Neukonstruktion von Drehgestellen mit innengelagerten Achsen , wenn möglich unter Erhaltung der Märklin Drehgestellblenden. ( Inzwischen verworfen und nicht mehr umgesetzt )
Nach Anfertigung einer Skizze wurden 2 Drehgestelle aus 8x8 MS U Profil gebaut. Die Lagerung besteht aus 3 mm Messingrohr, Innendurchmesser 2 mm. Damit perfekt für die Aufnahme der Märklin Achsen, deren Spitzen abgefeilt wurden.
Hier das grob abgelängte Material:
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Hier nun das auf Maß gefeilte Material vor dem Verlöten:
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Und das "Rohdrehgestell":
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Der Drehgestellblendenträger wurde aus einem 0,3 mm Messingblech ausgeschnitten und auf dem Drehgestell mit M 1,6 mm Schrauben verschraubt. Die Drehgestellblenden können daran angebracht werden. Dazu später mehr
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Die Kupplung der Märklin 4004 wurde angepasst und mit dem Drehgestell mit M2 Senkschrauben verschraubt.
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Als Drehpunkt wurde auf den Drehgestellen noch eine Messingrosette aufgelötet.

Nach dem Test mit den Drehgestellblenden von Märklin, angepasst an die neuen Drehgestellmaße, stellte ich fest, dass dies so auch nicht funktioniert, sie tragen einfach zu stark auf und behindern den Ausschlag des Drehgestelles. Also habe ich noch 4 Drehgestellblenden aus 0,3 mm MS entworfen und hergestellt. Die Federn wurden aus 0,3 mm Messingdraht gewickelt. Die Drehgestellblenden sind völlig vorbildfrei, passen aber schön zum Wagen.
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Die neuen Blenden am Blendenträger wurden per Verlötung montiert. Hier ein paar Bilder der Arbeitsschritte. Da alle Lötstellen mit der Flamme gelötet wurden, war gerade bei der Montage/Verlötung besondere Vorsicht und Eile geboten, damit die Drehgestellblenden nicht auseiander fallen. Dies konnte mit Kühlung durch einen feuchten Stofflappen erreicht werden.
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Ebenso muss der Wagenboden auch neu konstruiert werden. Dazu kommt 0,5 mm Messingblech in 20 mm Breite zum Einsatz. Die Trittbretter werden mit 0,8 mm Messingstab neu befestigt und bestehen aus MS L Profil 3 x 1 mm.
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In der Zwischenzeit konnte auch das Dach aus den beiden Dachteilen zugesägt, verklebt und gespachtelt werden. Dies gefällt mir so noch nicht und wird weiter überarbeitet, neu gespachtelt und endgültig in einem dunkleren grau lackiert.


So sieht der fertig montierte Wagen aus. Die Lackierung des Fahrgestelles und der Drehgestellblenden fehlt noch. Da ich plane noch 1 bis 2 weitere Exemplare zu bauen, warte ich mit dem Lackieren, bis die komplette Serie lackiert werden kann. Ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden.

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Hallo zusammen,

nach einer ruhigen Zeit um das 4 achser Preussenprojekt möchte ich gerne den Beitrag mit den Blech-4-achser Preussenwagen wieder "nach oben " ziehen. Das Projekt ist in vollem Gange, allerdings brauche ich dafür einen langen Atem und viel Zeit. Aber gut Ding will Weile haben. Der 2. Wagen - auch ein Wagen mit Bremserhaus- ist im Rohbau fertig gestellt und hat in Kombination mit dem ersten Wagen seine Probefahrten hinter sich. Die Fahrzeuge sind, wie es sich für Blechfahrzeuge gehört - auch auf R1 einsetzbar.

Im Folgenden zeige ich ein Paar Bilder vom Bau:

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Der erste Wagen und einige Einzelteile des zweiten Wagens. Das Fahrgestell muß gebaut werden, dafür werden die originalen Kunststoffwagenböden der Märklin 4004 / 4005 zersägt und wieder zusammengebaut. Ein selbstgebauter Blechboden aus 0,3 mm Messing verstärkt die Konstruktion und ist der Träger der Trittbretter und Drehgestelle.

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Insgesamt 4 Seitenteile von 2 Wagen 4004 werden für einen 4 achser Wagen benötigt. Diese werden an einer Stelle im Fenstersteg zersägt und vorsichtig wieder miteinander verlötet. Der Lack leidet dabei kaum.

Die Zusammengelöteten Teile werden probehalber auf den zusammengebauten Kuststoffahrgestell montiert. Der Wagenkasten nimmt Gestalt an.

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Das Messingfahrgestell wird eingepasst und die Bohrungen für die bereits vorbereiteten Drehgestelle 32 mm hinter der Pufferbohle gebohrt. Die Drehgestelle werden montiert. Jetzt steh der Wagen das erste Mal auf eigenen Drehgestellen.

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Hier beide Wagen nebeneinander

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Nun wird das Blechfahrgestell wieder ausgebaut und die Haltestreben für die Trittbretter angelötet. Diese müssen dann noch jeweils 2 x gebogen werden, um das Trittbrett zu montieren. Nach der Trittbrettmontage erfolgt der Einbau des Sprengwerkes.

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Hier findet eine erfolgreiche Probefahrt statt. Das hat richtig Spaß gemacht und schafft die Motivation zum Weiterbauen.

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Nun startet der Bau von Wagen 3. Die Drehgestelle werden vorbereitet. Der Zuschnitt der Blechteile.

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Hier sind die Drehgestellblenden schon fast fertig:

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Das Projekt macht viel Spaß, erfordert allerdings auch viel Zeit und Geduld. Mein Ziel ist nach wie vor ein Set mit 3 Wagen. Ich berichte über den weiteren Baufortschritt und wünsche viel Spaß beim Lesen.
TEIL 3

Hallo zusammen,

es geht weiter mit dem 3. Wagen. Diesmal wird es ein Modell ohne Bremserhaus sein. Wichtig ist hier die Verwendung von 2 Wagen 4004 ohne Bremserhaus, wegen der Dachform.

Die Drehgestelle werden vorbereitet, ansonsten entspricht der Aufbau dem anderen beiden Wagen. Mittlerweile geht der Bau deutlich schneller von der Hand. Hier sind noch einige Arbeitsschritte zu sehen:

Die Einzelteile der Drehgestelle liegen bereit und werden miteinander mit der Flamme verlötet:

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Hier die beiden fertigen Drehgestelle:

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Nun kommen die Wagenkästen an die Reihe. Die Seitenteile werden zum Sägen vorbereitet und markiert. Danach werden die 4 Seitenteile gesägt und anschließend mit dem Lötkolben bei 400 °C
miteinander verlötet. Dazu werden die Teile ausgerichtet und mit Klebeband fixiert. Die Sägeschnitte gehen genau durch den Fenstersteg.

Bild "20190220_104328rdj0i.jpg" anzeigen.

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Die Wagenböden werden ebenfalls zersägt und wieder miteinander verklebt. Zur Stabilisierung der Klebestellen werden Messingbleche im Inneren mit verklebt.

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Nachdem der Klebstoff getrocknet ist, wird der Wagenkasten probeweise auf dem Wagenboden montiert.

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Einer der aufwändigsten Bauabschnitte ist das Fahrgestell. Ein 0,3 mm Messingblech wird zugeschnitten und probeweise im Wagenboden eingelegt. Die Bohrungen zur Befestigung des Fahrgestells und der Drehgestelle werden gebohrt

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Nun werden die Halterungen der Trittbretter mit der Flamme angelötet und anschließend gebogen. Sie bestehen aus 0,8 mm Messingdraht

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Die Trittbretter werden mit dem Lötkolben verlötet. Die Trittbretter bestehen aus MS L-Profil 3x1 mm
Im Anschluß wurde ein Sprengwerk konstruiert und mit dem Wagenboden verlötet.

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Um auch mal mit anderen Materialien zu arbeiten habe mich mir nochmals alle 3 Dächer vorgenommen. Da Spachteln nicht meine Stärke ist habe ich sie nochmals mit Presto Feinspachtel bearbeitet und geschliffen. Sie sehen jetzt besser aus und können lackiert werden.

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Im Rohbau sind alle drei Wagen fertig. Es fehlt die Lackierung der Fahrgestelle und Dächer. Dazu werden alle 3 Wagen zerlegt und die Messingteile, sowie Dächer für das Lackieren mit Reinigungsbenzin entfettet.
Hier sind die Einzelteile zu sehen.

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Ein Fahrwerk nach der Lackierung. Es wurde mit Haftgrund und Schwarz RAL 9005 lackiert.

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Auf dem folgenden Bild sind Teile der Drehgestelle beim Lackieren zu sehen. Wichtig ist vor der Montage der Achsen, dass die Achslager frei von Farbe sind.

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Die Dächer wurden mit RAL 9007 Graualuminium lackiert. Alle Lackierungen wurden mit der Airbrush und Vallejo und Elitafarben durchgeführt. Da ich die Airbrush neu habe, war dies ein Erstlingswerk.
Die Lötstellen an den Wagenkästen habe mit einem 1er Haarpinsel mit einem passenden Revell Grünton überlackiert.

Nun sehen wir alle Teile lackiert und fertig zur Endmontage:

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Und hier......das Resultat: Alle drei Wagen vereint als Set

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Nochmal alle Einzelwagen:

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Und hier mit ihren Retroverpackungen:

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Abschließend fand ich dieses Projekt sehr interessant und lehrreich. Alte Verfahrenstechniken hatte ich wieder präsent, die ich ca. 30 Jahre nicht genutzt hatte, wie die Blechbearbeitung. Neue Verfahrenstechniken habe ich versucht, wie z.B. das Löten mit der Flamme und das Lackieren mit der Airbrush. Mir gefällt das Ergebnis sehr gut und gebe ein herzliches Dankeschön an die Begleiter des Projektes und die Tippgeber
LG Markus
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Re: Reines Blech...

#460

Beitrag von bahngarfield » Mo 29. Apr 2019, 18:16

Ein wunderbarer Baubericht über eine herrliche Retro-Preußengarnitur. Danke für die Dokumentation, und meinen Glückwunsch zu den Wagen. :D Das Schlussbild mit den Retro-Packungen ist natürlich noch das Tüpfelchen auf dem I. :gfm: :gfm: :gfm:

Jetzt noch eine 3303 davor und Du hast den perfekten Preußenzug in Blech, den Märklin nie hatte...


Grüße!


Christian


klein.uhu
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Re: Reines Blech...

#461

Beitrag von klein.uhu » Mo 29. Apr 2019, 19:05

Moin Markus,

Mann o Mann, was für eine Arbeit! Super! Und hervorragend dokumentiert!
Da kann ich nur den Hut ziehen (den ich nicht besitze nie trage :lol: )

Gratuliere, toll geworden! Und auch noch die Karton dazu ... :lol:
| : | ~ analog

Gruß von Bild klein.uhu
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Re: Reines Blech...

#462

Beitrag von andré chapelon » Mo 29. Apr 2019, 20:32

Hallo, Markus,

Superbeschreibung, und das Ergebnis auch noch im Dreierpack!!!
:sabber: , :sabber: , :sabber: ,

Jetzt werde ich, Deine Erlaubnis vorausgesetzt, die Drehgestelle für die italienische Variante nach Deiner Methode schmieden.

Bilder aus Arezzo, Sommer 2018:

Bild

Bild

;-)

Herzliche Grüße,

Achim

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Re: Reines Blech...

#463

Beitrag von LH 1001 » Di 30. Apr 2019, 17:29

Hallo zusammen,
vielen Dank für die vielen positiven Feedbacks und Danksagungen. Es freut mich sehr, dass die Wagen gefallen. Der Bau wäre ohne das Forum nicht möglich gewesen. Daher noch einmal herzlichen Dank an alle Beteiligte.

@ Achim: Ich kann Dir gerne die Skizzen der Drehgestelle schicken.
LG Markus
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Re: Reines Blech...

#464

Beitrag von Eisenbahner 2 » Mo 6. Mai 2019, 18:52

Hallo zusammen,
hier wieder reines Blech ...
Drei E 91 im Tinplate Stil der 1930er Jahre.


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Gruß
Hans-Gerd :D


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Re: Reines Blech...

#465

Beitrag von Eisenbahner 2 » Fr 17. Mai 2019, 10:35

Hallo zusammen,
wieder etwas "reines Blech", zwei Eigenbauten aus der direkten NK-Zeit im Maßstab 1:75.

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Die älteste mir bekannte Ausführung der E 44 in 00/H0, zu der es damals noch keine Modell Vorlage gab.
Der Erbauer hat alle Teile außer Pantos und Kupplung selbst gebaut.





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Der Größen Vergleich zu einer Märklin HAMO Version in WS aus Mitte der 1960er Jahre.





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Eine österreichische E 18 mit 2 Frontfenstern, das Original E 18 204 steht im Eisenbahn Museum Prora/Rügen.




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Die Maschine besteht auch fast nur aus Messing- und Weißmetalleigenbauteilen.


Beide Maschinen wurden von mir von Grund auf restauriert, die E 18 war ursprünglich ohne Lack,
die E 44 hatte ursprünglich eine dunkelrotbraune abblätternde schlechte NK Farbe.
Ich habe beide Maschinen in Reichsbahn graublau der 1930/40er Jahre lackiert.
Die E 18 wurde in dieser Farbe von der Lokomotivfabrik Wien-Floridsdorf 1940 ausgeliefert.



Gruß
Hans-Gerd :D

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LH 1001
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Re: Reines Blech...

#466

Beitrag von LH 1001 » Fr 17. Mai 2019, 16:41

Hallo zusammen,

was für eine handwerkliche Meisterleistung. Die beiden Loks sehen aus, als wären sie in Serie entstanden. Schön von Dir lackiert und restauriert.
Viel Spaß damit und
LG Markus
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steve1964
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Re: Reines Blech...

#467

Beitrag von steve1964 » So 19. Mai 2019, 06:46

Eisenbahner 2 hat geschrieben:
Mo 6. Mai 2019, 18:52
Hallo zusammen,
hier wieder reines Blech ...
Drei E 91 im Tinplate Stil der 1930er Jahre.


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Gruß
Hans-Gerd :D
Guten Morgen Hans Gerd,
diese Maschinen finde ich großartig,
kannst du Näheres zur Entstehung erzählen ?
Erbauer, Zeitraum, Material, evtl. verwendete Grundmodelle
oder kompletter Eigenbau sowie Fertigungstechniken ?
Danke
Grüße Steve
Ich baue , also bin ich .


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Re: Reines Blech...

#468

Beitrag von Asterix07 » So 7. Jul 2019, 13:59

Hallo zusammen,
nachdem ich freundlicher Weise von der Fa. Gebr. Märklin & Cie. GmbH die Info bekommen habe, dass man keine Einwende gegen eine Veröffentlichung meiner Karton Bilder mit Motiven der Fa. Märklin hat solange Sie dem Firmen Image nicht schaden (Vielen Dank hierzu noch einmal), würde ich gerne einmal auf den Eintrag #142 bzgl. des Dm3 Kartonentwurfes in diesem Forum zurückkommen.

Ich hatte vor einiger Zeit das Glück eine Dm3 gebaut nach der Anleitung im MM3/78 und zusätzlich noch auf 2ltr. DC umgerüstet zu erwerben.
Nach der Instandsetzung stellte sich die Frage bzgl. einer adäquaten Verpackung.
Bei meinen Nachforschungen bin ich dann auf diesen Themen Beitrag im Forum gestosen.
Von da an war klar, es muss ein Bilderkarton sein.
Nachdem mir dann Christian freundlicher Weise seinen Entwurf der Dm3 im Hannig Stil zur Verfügung gestellt hat (Danke nochmals), welcher allerdings von mir entsprechend abgewandelt werden musste um Ihn letztendlich für den Karton verwendbar zu machen und er mich zudem gebeten hat Bilder von dem fertigen Karton in diesem Forum einzustellen, möchte ich euch nun einmal einige Bilder des entstandenen Kartons im Hannig Stil zeigen.

LG Asterix07


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Re: Reines Blech...

#469

Beitrag von bahngarfield » So 7. Jul 2019, 17:16

Hallo "Asterix"!

Was für ein Traum. Herrlich! :hearts: :hearts: :hearts: Glückwunsch zu diesem Prachtstück, danke für die Vorstellung im Forum - und schön, dass ich zu diesem Gesamtkunstwerk etwas beitragen konnte. Wieder eine mehr aus "Märkronomicon", die wahr wurde...! :D :D :D :gfm:


Grüße!


Christian


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Re: Reines Blech...

#470

Beitrag von bahngarfield » So 14. Jul 2019, 12:26

Den Link zu diesem absoluten Sahnestück wollte ich Euch nicht vorenthalten haben. Unglaublich, was möglich ist...


Grüße!


Christian


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Re: Reines Blech...

#471

Beitrag von bahngarfield » So 28. Jul 2019, 11:56

Nur ein Schelm könnte vermuten, dass dieser Beitrag und der vorangehende in irgendeinem Kontext stünden... :mrgreen:


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Mit freundlicher Genehmigung der Gebr. Märklin & Cie. GmbH., Göppingen

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Grüße!


Christian

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Re: Reines Blech...

#472

Beitrag von Silbergräber » Mo 29. Jul 2019, 07:10

Ausgerechnet die 501! Ich kenne keine Lokomotive, die so oft entgleiste und umkippte wie diese Maschine. In 1:1 jedenfalls. Aber vielleicht ist sie es gerade deshalb geworden, denn mit den GG (Göppinger Gußklumpen) kann man bekanntlich Nägel in die Wände schlagen :lol:

LG

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Brumfda
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Re: Reines Blech...

#473

Beitrag von Brumfda » Mo 29. Jul 2019, 08:09

Moin Leude! 8)


ALLES, was ich hier sehe, ist einfach nur unglaublich genial. :gfm: :gfm: :gfm: . Diese Umbauten und Lackierungen gehören an die Öffentlichkeit, auf Ausstellungen, fahrend auf Anlagen. Ich schätze mal, dass sie alteingesessenen Prinzipalen des reinen Originalblechs, die inneren Werte verschieben lassen und sie können nichts dagegen tun außer... nach außen hin etwas anderes behaupten.

Mir jedenfalls fehlt die Fähigkeit, hier einen Favoriten zu finden. Bin da maßlos überfordert :fool:


Schönen Wochenenanfang, Felix
Loks und Züge, die es niemals gab, aber teils geplant waren:
viewtopic.php?f=27&t=160370&p=1844365#p1844365

Mein Modul mit Naturmaterialien:
viewtopic.php?p=2024824#p2024824


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Re: Reines Blech...

#474

Beitrag von bahngarfield » Mo 29. Jul 2019, 09:27

Brumfda hat geschrieben:
Mo 29. Jul 2019, 08:09
Diese Umbauten und Lackierungen gehören an die Öffentlichkeit, auf Ausstellungen, fahrend auf Anlagen.
Völlige Zustimmung. Ich habe hier einen alten Schnabel-Katalog liegen, den mir ein sehr nettes Forums-Mitglied, das an dieser Stelle herzlich gegrüßt sei, vor einiger Zeit dankenswerterweise zugehen ließ. Diese Schätze von damals wie die 61 002, die 82, die Hz oder die 10, in bester Märklin-Bauweise ausgeführt - wo sind die heute? Ich mag nicht fürchten müssen, dass sie in irgendwelchen Pappkartons auf verstaubten Speichern vor sich hingammeln... :(


Grüße!


Christian

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LH 1001
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Re: Reines Blech...

#475

Beitrag von LH 1001 » Do 3. Okt 2019, 18:36

Bau eines Blech-Gepäckwagens "Dye" ( Projekttitel ) später Pw4ü

Hallo zusammen,

in der Reihe "Reines Blech" wurde schon lange und viel über den Bau und Planung von Blechwagen gesprochen und geschrieben, die Märklin aus welchen Gründen auch immer, nicht im Programm hatte. So steht auch der D-Zug Wagen älterer Bauart 4037 im Fokus. Dieser Wagen wurde von Märklin lediglich als 2. Klasse Wagen, angelehnt an das Vorbild eines Eilzugwagens, relativ vorbildfrei angeboten. Dennoch stimmen die Proportionen und für viele Modellbahner der 60er und 70er Jahre war dies ein glaubhaftes Modell. Er wurde u.a. auch als FS-Modell angeboten. Später, im Primex Sortiment, kamen Varianten als 1. und 2. Klasse Eilzugwagen in Ep. IV hinzu. Als Krönung gab es die Waggons in einer fiktiven Orient-Express-Lackierung. 2019 erschien ein Retroset mit der alten, neuen E44 mit 3 Eilzugwagen.
Leider gab es nie einen passenden 4 achsigen Gepäckwagen. Diesen hätte Märklin sicher einfach aus dem im Hobbysortiment erschienenen württembergischen Gepäckwagen 4186 bauen können, doch auch das unterblieb. Mir war ein 4 - achser Gepäckwagen mit beweglichen Blechschiebetüren wichtig. So blieb nur der Eigenbau aus dem Fahrgestell eines 4037 und 2 Gepäckwagen 4003. Diese hatten bewegliche Schiebetüren, wie von mir gewünscht. Forumsmitglied " bahngarfield" veröffentlichte dazu ein GIMP-Bild, das mich anfeuerte den Wagen zu bauen. Ein recht früher Kontakt zu "andrè chapelon" ergab noch einige sehr hilfreiche Tipps zum Bau des Wagens.

Hier sind die Wagen des Bastelmaterials vor der Zerlegung zu sehen. Sie wurden auf einer Börse gekauft. Mir war ein passabler Zustand wichtig.

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Die beiden Gepäckwagen wurden zuerst zerlegt. Im folgenden Bild sieht man eine erste Stellprobe. Da die Wagen je ein Paar bewegliche Schiebetüren besitzen und das andere Türpaar lediglich ins Blech geprägt ist, möchte ich auch nur die Teile mit den beweglichen Türen nutzen. Somit war klar, dass die gewünschte Wagenlänge von ca. 220 mm nicht ausschließlich mit den Märklin-Teilen zu erreichen ist. Daher ist die Anfertigung eines Füllstückes nötig. Dazu später mehr.

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Die Wagenaufbauten der Gepäckwagen bestehen aus 4 Wandteilen, die geschickt ineinander verbaut sind. Sie wurden komplett zerlegt und alle Schiebetüren und die Führungen der Türen entfernt. So werden Beschädigungen vermieden und die Teile lassen sich besser bearbeiten.

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Erstmalig kommt auch das Fahrgestell des 4037 mit den Drehgestellaufnahmen ins Spiel. Da der Wagenaufbau zurückgesetzte Türen und Eingangsbereiche hat, muss das Fahrwerk angepasst werden. Durch Absägen der Pufferbohlen und Einstiegsbereiche der Gepäckwagen konnte ich die Pufferbohlen und passende Bodenbereiche der Einstiegsbereiche gewinnen. Diese messen 11,5 mm ab der Pufferbohle. Somit ist das Fahrwerk des 4037 an beiden Enden um genau dieses Maß ( 11,5 mm ) zu kürzen und die beiden Bodenbereiche des 2 -achser Gepäckwagen dort anzulöten. Dies geschieht mit der Lötstation bei 400°C und breiter Lötspitze. Hier noch einmal eine Stellprobe mit dem kompletten 4037 er Fahrgestell.

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Hier bereits der Umbau des Fahrwerks:

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Hier die drei Teile des "neuen" Fahrwerks: Pufferbohlen mit Tritten der 4003er Gepäckwagen, Mittelteil aus dem Fahrwerk des 4037 jeweils um 11,5 mm an den Enden gekürzt.

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Auf dem folgenden Bild ist die Lötnaht zu sehen. Wichtig ist sorgfältiges arbeiten. Die Stabilität der ganzen Konstruktion hängt davon ab.

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Nachdem das Fahrwerk zusammen gelötet wurde können die Stirnwände eingehängt werden. Dies geschieht mit der originalen Aufnahme in der Pufferbohle, die erhalten geblieben ist. Bitte nicht die Lasche umbiegen. Die Teile müssen noch mehrfach wieder demontiert werden.

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Die Wandteile werden provisorisch eingehängt. Sie müssen noch abgesägt werden, da die geprägten Schiebetüren nicht verwendet werden sollen.

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Der Gesamteindruck ist schon einmal sehr positiv. Die spätere Befestigung des Wagenkastens wird mit M2 Schrauben und Muttern vorgenommen. Dazu werden die Befestigungslaschen der Seitenteile
herangezogen. In diese werden 2,5 mm Bohrungen eingebracht.
Bei jeder Arbeitspause werden alle Teile sorgfältig in dieser Holzbox verstaut:

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Gestaltung der Stirnwände mit den Faltenbalgen.
Die Stirnwände wurden von den beiden 2-achser Gepäckwagen genommen. Sie Erhalten die Faltenbälge des 4037. Daher sind am Gehäuse des 4037 die beiden Faltenbälge zu entfernen. Dies geschieht durch vorsichtiges Aufbiegen der Befestigungslaschen. Nachdem die Faltenbälge sicher gestellt sind, können sie an die Stirnwände der 4003 angehalten werden. Mit einem Feinliner sind die Lagen der Befestigungslaschen markiert. Diese können nur durch vorsichtiges Aufbohren mit einem 0,8 mm Bohren im Stiftkloben zu Langlöchern gemacht werden.
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Auch wenn es jetzt verlockend ist, die Faltenbälge fest zu montieren, ist Geduld angesagt. Die Bohrungen werden später noch mit grüner Farbe nachlackiert. Dies lässt die Bohrspuren verschwinden und sorgt für Korrosionsschutz. Immerhin handelt es sich um reines Blech :)

Bau der Seitenwände:
Die Seitenwände bestehen aus 4 Teilen, die später durch je Seite ein anzufertigendes Blechfüllstück aus 0,15 mm Messingblech ergänzt werden. Zunächst müssen die originalen Seitenwände zugesägt werden. Da die geprägten Türen unerwünscht sind, wird neben der Türe, an einer günstigen Stelle neben einer Nietreihe jedes der 4 Seitenteile abgesägt. Des genaue Maß ergibt sich durch Stellproben. Die abgesägten Teile waren später bei der Farbbestimmung und Testlackierungen wichtig.

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Hier noch einmal eine Stellprobe mit den bereits abgesägten Seitenteilen einer Seite:

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Es empfiehlt sich jedes Teil zu nummerieren und die Position auf dem Fahrwerk eindeutig zu bestimmen. So gibt es später beim Zusammenbau kein Rätselraten, welches Teil an welche Stelle kommt. Trotz sorgfältigem Arbeiten kommt es immer wieder zu kleinen Ungenauigkeiten.

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Das Absägen des 2. Wandteilepaares:

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Hier werden die bereits angesprochenen Bohrungen in die Befestigungslaschen gebohrt. Dazu sind die Laschen im exakten 90 ° Winkel zu biegen und die Bohrungen mit dem Stiftkloben zu bohren.

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Alle vier Wandteile sind in die Stirnseiten eingehängt. Die Bohrungen der Befestigungslaschen der Wandteile werden auf das Fahrwerk übertragen. Das Fahrwerk kann gebohrt werden. Dazu verwende ich ebenfalls den Stiftkloben und einen 2,5 mm Bohrer. An der Unterseite des Fahrwerkes werden die Bohrungen angesenkt, da zur Montage Senkkopfschrauben M2 x 4 mm zu Einsatz kommen.

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Hier ist bereits ein Seitenteil montiert.

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Das eine Wagenende mit den fixierten Wandteilen:

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Und jetzt auch die andere Seite:

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Die Schrauben sind noch nicht ganz angezogen. Das ist wichtig, um die Wandteile genau auszurichten. Wenn alle Wandeile richtig sitzen, werde alle Schrauben angezogen.

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Der nächste Arbeitsschritt behandelt die Anfertigung der Füllstücke aus 0,15 mm Messingblech. Dies wird mit dem Stahllineal und dem Cutter geschnitten. Die weitere Bearbeitung wird hauptsächlich mit der Trumpeter Biegemaschine erledigt. Ein genaues Abmessen ist wichtig, damit später keine Lücken in der Wagenwand entstehen.

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Ein passendes Stück 0,15 mm Messingblech wird maßgerecht zugeschnitten. Beide Lücken haben leicht abweichende Maße. Daher sind beide Teile einzeln anzufertigen. Die Breite ergibt sich aus der Lücke zwischen den Wandteilen. Die Höhe ergibt sich aus der Wandhöhe, dem Zuschlag für die Abkantung oben ( 5mm ) und die Abkantung unten ( 6 mm ).

Bild "dscn3055c9j44.jpg" anzeigen.

Das zugeschnittene Blech kommt in die Biegemaschine. Wichtig ist das rechtwinklige Einspannen, damit die Seitenwand auf der rechten und linken Seite gleich hoch ist.

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Das Abkanten geht dann ganz einfach. Die Biegekante ist dann schön gerade. Das dünne Blech gewinnt an Stabilität.

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Eingesetzt sind es dann so aus:

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Die Wandsicke soll natürlich weiter geführt werden. Sie wird aus 0,5 MS Draht hergestellt und aufgelötet. Die Lage der Sicke wird markiert.

Bild "dscn3059a7bjd5.jpg" anzeigen.

Jetzt geht`s ans Löten. Bei diesem Teil mit der Flamme des Gasbrenners. Festgehalten werden die Teile mit selbsthaltenden Pinzetten.

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Anschließend wird Sie Sicke noch beigefeilt.

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Nachdem zwei Befestigungsbohrungen an der unteren Abkantung gebohrt wurden, kann das Wandfüllstück eingebaut werden.

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Seitlich wird das Füllstück von der Innenseite mit den Märklin Wandteilen von innen verlötet. Dazu kommt wieder die Lötstation mit 400 °C zum Einsatz. Vorsicht ist angesagt, wenn der originale Lack auf der Außenseite erhalten bleiben soll.
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Die Stellprobe mit einem Dachteil:

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Dacharbeiten:
Das Dach wird aus den beiden Dächern der Gepäckwagen 4003 zusammengebaut. Eine Dachkanzel soll erhalten bleiben. Daher wird Maß genommen und ein Dach passend abgesägt. Eine Dachkanzel bleib übrig und wandert in die berühmte Bastelkiste. Die Blechteile zeigen unterschiedliche Biegeradien und müssen durch Nachbiegen auf den richtigen und gleichmäßigen Radius gebracht werden.

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Nachdem die beiden Dachteile zueinander passen, werden sie von der Innenseite miteinander verlötet. Auch dafür kommt die Lötstation mit 400 °C Temperatur und der breiten Lötspitze zum Einsatz.

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Nachdem die Dachteile verlötet sind, wird die Außenseite mit Presto fein gespachtelt. Da spachteln nicht meine Stärke ist, habe ich hier besonders sorgfältig gearbeitet und insgesamt 4 x nachgespachtelt und immer wieder geschliffen, um eine homogene Oberfläche zu erhalten.

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Mal wieder eine Stellprobe mit dem Wagenkasten....und weiter gespachtelt....

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Nachdem das Dach meinen Qualitätsanforderungen entsprach, wurden alle Teile sorgfältig zusammen gestellt.

Bild "dscn30718zj3d.jpg" anzeigen.

Das Dach sieht man von innen, es wurde zusätzlich noch verklebt. Die Teile sind noch nicht fertig, denn am Fahrwerk sind noch einige Stellen am Wagenrahmen offen, die ich mit kleinen eingelegten Blechwinkeln verdecken werde.
Als Schablone für die kleinen und feinen Messingblechwinkel entstand diese Kartonschablone, um zum einen die Maße zu ermitteln, zum anderen die Wirkung der Maßnahme zu testen. Das Ergebnis war positiv, also sind 4 Winkel aus 0,15 mm MS Blech herzustellen.

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Die Winkel entstehen mit den ermittelten Maßen an der Blechbiegemaschine:

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Hier ist einer der Winkel einbaubereit zu sehen:

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Der fertige Winkel wird mit der selbsthaltenden Pinzette in Position gebracht, festgehalten und angelötet.

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Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Der Rahmen ist geschlossen.

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Hier ist das fertige Fahrgestell von oben zu sehen:

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Lackierarbeiten:
Der Lack am Wagenkasten war nach der Bearbeitung nahezu unbeschädigt. Ursprünglich plante ich die komplette Neulackierung des Fahrzeuges. Dazu hätte dann auch eine Beschriftung erstellt werden müssen. Da mir die originale Märklin Beschriftung gut gefällt und von seiner Art auch gut zum Fahrzeug passt, kam die Idee den Wagenkasten im Bereich der Eingesetzten Wandteile nachzulackieren. Dazu muss eine passende grüne Farbe angemischt werden. Dies stellt für mich eine Herausforderung dar, weil ich dies noch nie getan habe.
Also kurz das Forum unter
https://stummiforum.de/viewtopic.php?f= ... 3#p2006870
befragt und schon kamen auch eine Menge hilfreicher Antworten.
In jedem war mir klar, dass mit einem Blechrest erste Lackierungsversuche zur Farbanpassung vorzunehmen sind. Dies war goldrichtig, denn die Verdünnung an der aus RAL 6020 und schwarz gemischten Farbe hat den gedruckten Decklack von Märklin angegriffen, sodass dies starke Wellen schlug. Grundierung von Elita ist offensichtlich chemisch anders zusammen gesetzt und verträgt sich mit der alten Farbe. Jeder Lackierungsschritt wurde am Testblech zunächst probeweise mit der Airbrush lackiert und später erst an den Bauteilen.

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Die grün bei lackierten Wandteile erhielten einen glänzenden Überzug als Basis für die DB Logos. Nachdem die Logos aufgebracht waren, kam noch ein matter Klarlacküberzug über die Farbschichten.

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Das Dach wurde mit silber, passend zu den originalen Wagendächern von Märklin, lackiert.

Hier sind dann alle Teile zur Endmontage bereit gelegt:

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Die Montage ist dann ein Kinderspiel. Alle Teile passen. Der Wagen ist innerhalb kürzester Zeit zusammen gebaut.

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Die Drehgestelle werden an den originalen Drehzapfen montiert.

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Cellon-Scheiben:
in alten Märklin Katalogen heißt es oft: Durchbrochene Fenster mit hinterlegten Cellon-Scheiben. So soll es auch beim Pw4ü sein. Die Scheiben wurden aus einer durchsichtigen Verpackung ausgeschnitten und im Wagen mit einem Tropfen Uhu Endfest hinter den Fensterdurchbrüchen fixiert.

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Danach wird das Dach aufgesetzt.

Verpackung:
Eine adäquate Verpackung soll der Wagen auch bekommen. Es soll eine Verpackung mit dem Wagenmotiv im Hanning Stil sein. Die Decorseite und ein Bild für die Laschen wurde mir von " Bahngarfield " freundlicherweise zur Verfügung gestellt. Als Muster zum Entwurf der Abwicklung für eine Faltschachte stand die OVP eines Märklin 4037 zur Verfügung. Die Abwicklung wurde auf ein 0,8 mm Karton gezeichnet und ausgeschnitten.

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Die Faltschachtel wird gefaltet und geklebt.

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Die "Märklin" Schriftzüge der Seiten und die Laschen wurden eingescannt und mit einem Bildbearbeitungsprogramm bearbeitet. Danach werden die Decorteile mit dem Farblaserdrucker ausgedruckt und überlappend auf die Faltschachtel geklebt.

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Der Wagen mit seinem neuen "Zuhause".

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Abschließend noch ein paar Bilder des fertigen Wagen mit seiner Verpackung.

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In Kombination mit dem Märklin Wagen 4037:

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Auch dieser Umbau hat wieder viel Spaß gemacht. Es gab einige technische Hürden, die zu überwinden waren. Das Lackieren und die Decalbearbeitung sind Neuland. Ich freue mich einen passenden vierachsigen Gepäckwagen zu den Wagen 4037 zu besitzen. Dieser ist dann mit der alten E44 in einer Garnitur unterwegs.
Im Märklin Katalog könnte es geheißen habe:
D-Zug Gepäckwagen . ältere Bauart . Modell der Deutschen Bundesbahn Pw4ü . 4-achsig . abnehmbares Dach . Fenster mit Cellonscheiben . grün . Dach silbern . an den Kopfenden Faltenbalgimitationen . Länge 22 cm

Und übrigens: Es heißt nicht Packwagen, sondern Gepäckwagen, denn das Pack reist im Sitzwagen :-)

Herzlichen Dank an die Unterstützer und Tippgeber
Zuletzt geändert von LH 1001 am Mo 7. Okt 2019, 13:24, insgesamt 1-mal geändert.
LG Markus
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