Reines Blech...

Bereich für alle Themen rund ums Sammeln von Modellbahnen und alte Modellbahnen allgemein.
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Eisenbahner 2
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Re: Reines Blech...

#976

Beitrag von Eisenbahner 2 »

Knallfrosch hat geschrieben: Mo 1. Feb 2021, 22:06
Eisenbahner 2 hat geschrieben: Mo 25. Jan 2021, 10:09 Hallo zusammen,
zur Neueröffnung des damals neuen ausgelagerten Märklin-Museums am 21. Oktober 2006
habe ich einige Fotos der Prototypen/Handmuster Vitrine machen können, in der auch das
originale Handmuster des silbernen Kruckenberg - SVT zu sehen war, der 1939 auf der Märklin
Messeanlage unterwegs war.


Gruß
Hans-Gerd :)

Hallo Hans-Gerd,

war das das Museum in der Reutlinger Straße ? Also jenes das erst vor ca. 2 Jahren zugemacht hat ?


Frag nur so aus Interesse, weiß gar nicht wieviele es bisher gab ...
Hallo Wolfgang,
die Anschrift dieses 2006 eröffneten Museums kenne ich leider nicht, ich weiß nur noch, dass es an einer Straßenecke
war und man damals unter den dort anwesenden Sammlern erzählte, dass dort vorher ein Küchenstudio beheimatet war.


Gruß
Hans-Gerd :)

Knallfrosch
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Re: Reines Blech...

#977

Beitrag von Knallfrosch »

Hallo Hans-Gerd,

dann ist es das letzte Museum vor dem Märklineum gewesen, danke für die Info.
Gruß Wolfgang

Kugellager
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Re: Reines Blech...

#978

Beitrag von Kugellager »

Eisenbahner 2 hat geschrieben: Fr 29. Jan 2021, 16:08

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Hallo Hans-Gerd

Danke für deine Anregung. Seit der Veröffentlichung der Neuheitenkatalogs von Minitrix spiele ich auch mit dem Gedanken an eine Wannentender 44er.
Ich plane aber mit einem Tender der Märklin 3098.
An der 44 1143 war der Kohlenkasten gerade https://www.ebay.de/itm/303816247817
Aber an 50er hing oft der 2‘2‘T30 Wannentender mit abgeschrägtem Kohlenkasten wie z.B. hier https://bundesbahnzeit.de/bauartuntersc ... 1297184781
Die Kupplung fällt denkbar einfach aus, einfach den neuen Tender anhängen, eventuell noch die Deichsel kürzen.
Gruß Alexander

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Andreas1984
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Re: Reines Blech...

#979

Beitrag von Andreas1984 »

Hallo Alexander,

Die Deichsel muss in der Tat gekürzt werden.
Aber sonst musst du nichts ändern.
Ich habe auch schon eine umgebaut.
Basis hierfür war eine 3046 welche ich mit dem Tender der 3098 kombiniert habe.
Bei der Lokomotive habe ich dann noch die vorderen Fenster im Führerstand geöffnet und mit einem Rahmen analog zu den hinteren versehen sowie Windleitbleche an der Rauchkammer angebracht.
Bei dem Tender habe ich dem Standart der 3047 entsprechend noch eine TELEX Kupplung verbaut.
War aber sehr aufwendig und werde ich so schnell nicht mehr machen.
Bilder von der Lokomotive hat der Christian (bahngarfield) ein paar Seiten weiter vorne für mich freundlicher Weise eingestellt.

Die 44er mit Wannentender gefällt mir persönlich auch sehr gut.
Genau so wie das Modell von MiniTrix.
Ich hoffe dass die Version von Märklin in H0 auch bald kommt.

Ich wünsche dir auf jeden Fall sehr Spaß beim Umbau!

Liebe Grüße Andreas

Kugellager
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Re: Reines Blech...

#980

Beitrag von Kugellager »

Ich hab es einmal mit den entsprechenden Zutaten zusammengestellt. Einmal als Wunschvorstellungen,

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einmal so, wie es die Kupplungsdeichsel ohne Umbau vorgibt.

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Gruß Alexander

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Andreas1984
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Re: Reines Blech...

#981

Beitrag von Andreas1984 »

Kugellager hat geschrieben: Sa 6. Feb 2021, 21:04 Ich hab es einmal mit den entsprechenden Zutaten zusammengestellt. Einmal als Wunschvorstellungen,

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einmal so, wie es die Kupplungsdeichsel ohne Umbau vorgibt.

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Hallo Alexander,

das sieht schon ganz gut aus!
In der Tat ist der Abstand zwischen Tender und Lokomotive noch zu groß.
Es Reicht wenn du direkt hinter dem bestehenden Loch ein neues mit D=3,5mm bohrst.
Den Überstand mit dem alten Loch dann einfach abschneiden oder weg feilen.
Bei deiner Lokomotive ist der Schwinge (grüner Kreis) verdreht.
Dadurch stehen die Schieberstange und die Schwingenstange falsch.

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Interessant ist auch dass deine Lokomotive über ein HAMO-Fahrwerk verfügt.
Ist es eine Gleichstromlok?

Liebe Grüße Andreas

Andreas1984
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Re: Reines Blech...

#982

Beitrag von Andreas1984 »

Ich möchte euch nachstehend noch ein paar Bilder vom Bau meiner 44er mit Wannentender zeigen.
In der Hektik habe ich ganz vergessen zu erwähnen dass ich der Lokomotive natürlich auch noch das fehlende dritte Spitzenlicht in der Rauchkammertür spendiert habe.
Die Messinghülse dafür habe ich mir selbst gedreht.
Über der Hülse habe ich aus einem U-förmigen Polystyrolstreifen den Handgriff nachgebildet.

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Die beiden vorderen Fenster habe ich auf beiden Seiten angezeichnet.
Die Maße dafür habe ich von der 3027 übernommen.
Danach aufgebohrt und den Rest mit der Feile bearbeitet.
Die Fensterrahmen entstanden auch aus Polystyrolstreifen.
Die Ecken haben ich später noch abgerundet.

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Bei dem Tender wollte ich unbedingt die TELEX-Kupplung einbauen.
Das war dann leider viel aufwändiger als ich es mir zuerst gedacht habe.
Ich musste dazu in den Boden des Tender zuerst eine Öffnung schaffen welche ich nachher mit einer Polystyrolplatte wieder verschlossen habe.
Das kürzen der Deichsel habe ich ja bereits beschrieben.

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Liebe Grüße Andreas

Andreas1984
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Re: Reines Blech...

#983

Beitrag von Andreas1984 »

Zum Schluss noch mal ein paar Bilder vom fertigen Modell:

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Kugellager
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Re: Reines Blech...

#984

Beitrag von Kugellager »

Andreas1984 hat geschrieben: Sa 6. Feb 2021, 21:35 Bei deiner Lokomotive ist der Schwinge (grüner Kreis) verdreht.
Dadurch stehen die Schieberstange und die Schwingenstange falsch.


Interessant ist auch dass deine Lokomotive über ein HAMO-Fahrwerk verfügt.
Ist es eine Gleichstromlok?
Danke für den Hinweis mit der verdrehten Schwinge, hab ich gerade repariert.

Fahrwerk und Kessel stammen von zwei unterschiedlichen Loks aus meiner Bastelkiste.
Dass es ein Hamo Fahrwerk ist, weiß ich. Es ist noch jungfräulich und wartet in meiner Bastelkiste auf eine passende Verwendung. Ich hab es erst vor nicht allzu langer Zeit erworben und zusammengebaut (Steuerung und Zylinder waren noch eingeschweißt in den Tütchen verpackt). Es besitzt sogar noch den Pilzkontakt, da wo sonst ein Schleifer sitzt.

Da bei der Hamo 44 die Stromabnahme über die Tenderräder geschieht, ist unter dem Fahrwerk der Lok sonst nix.
Gruß Alexander

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Re: Reines Blech...

#985

Beitrag von bahngarfield »

Schnellverkehr ja. Reichsbahn nein:

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Mit freundlicher Genehmigung der Fa. Gebr. Märklin & Cie. GmbH

Die Geschichte der "Micky Mäuse" ist meines Erachtens eine tragische und hätte es doch nicht sein müssen. Zusammen mit dem technischen Direktor Paul Mauck hatte Georg Heise, geistiger Vater des Henschel-Wegmann-Zuges, bei der kleinen, aber feinen LBE doch noch seine Pläne für einen schnellfahrenden Zweikuppler mit angehängtem Gliederzug auf Jacobsgestell verwirklichen können, nachdem er hatte erleben müssen, wie sein Ursprungsentwurf einer St24.18 von der Reichsbahn zunächst zur Hudson und später sogar zur 2'C3' "aufgeblasen" worden war.

Die Garnituren des "H-L-Schnellverkehrs" waren ihrer Zeit weit voraus und zum Zeitpunkt ihrer Indienststellung eine Sensation. Nicht umsonst waren auch Vertreter aus England und den USA bei der Premierenfahrt dabei. Die Lokomotiven, dem Zeitgeist entsprechend stromlinienverkleidet, und die Doppelstockwagen mit Klimatisierung und Wendezugsteuerstand waren wegweisend für den Nahverkehr. Und möglicherweise hat genau das ihnen das Genick gebrochen. Es konnte kaum angehen, dass eine kleine Privatbahn der großen Reichsbahn zeigte, wo's lang geht. Natürlich bestand nach Kriegsausbruch kein Bedarf mehr an einem Schnellverkehr zwischen den beiden Hansestädten. Aber schon vorher hatte man die "Mäuse" ihres schmucken Farbkleides beraubt und sie - mit knapp zwei Meter messenden Treibrädern und 36 Tonnen Reibungslast! - in den Rangierdienst abgeschoben. Ein Verkauf an die Frankfurt - Königsteiner Eisenbahn zerschlug sich, weil bei einer Testfahrt die arme 60 mit nur noch zwei von ursprünglich 14 (!) angehängten Wagen ankam. Eine Tortour, die selbst beim Spätgeborenen nur Kopfschütteln auszulösen vermag und die man sich - Stichwort Schlepplasttafel - wohl hätte ersparen können. Die "Mäuse" verschwanden in den Tiefen der Geschichte; bereits 1942 ausgemustert, unterblieb aufgrund der Kriegsereignisse die sofortige Zerlegung, sodass 60 003 sich bis Mitte der 50er Jahre im Stralsunder, 60 002 Ende der 50er Jahre im Berliner Raum halten konnte um schließlich erst 1967 in Leipzig zerlegt zu werden. Schade! Sie hätte eigentlich in ein Museum gehört. Aber sie waren ihrer Zeit einfach voraus, und vielleicht sprach auch das und nicht nur die puren Zeitumstände gegen sie.

Die Illustration basiert natürlich auf dem 3089/ 3094-Karton, wobei sich das bildliche "Zu-heiß-Waschen" eines ebensolchen als nicht von Erfolg gekrönt herausstellte. Sicherlich ist viel oberhalb der Wasserkästen und an der Front Hannigs 03.10-Karton entliehen. Aber unterhalb? Da blieb nur die Komplettneuverblechung unter freundlicher Unterstützung der 3038. Und wer sich fragt wie das funktioniert, obwohl die 60 nun doch so gar nichts Französisches an sich habe: Man nehme ein Originalfoto der Vorbildlok und ziehe um jedes Blech eine Umrisslinie - eigentlich zweimal; einmal hin, einmal zurück. Dann übertrage man diese Umrisslinie auf die Seitenwand der BB, schneide dort das Blech in Größe und Form der Umrisslinie heraus, trage es auf die gewünschte Stelle auf dem Vorbildfoto auf und färbe es ein. So "einfach" ist das. Die Lampen steuerte als weitere Ingredienz die 3053 bei - und, nebenbei bemerkt, ist die Darstellung falsch: Die Position der beiden unteren Lampen unter den Puffern ist völlig korrekt - die beiden oberen "Lampenöffnungen" sind in Wirklichkeit die Steckdosen für die Wendezugsteuerung. Aber das dritte Spitzenlicht wurde erst 1957 eingeführt; vorher diente die obere Lampe dem Zweck, das Gegenzugsignal Zg7 (ein Sonderzug kommt in entgegengesetzter Richtung) geben zu können. Von daher müsste sie dunkel sein - so sieht's aber einfach besser aus. Ob Hannig die 60 wohl so interpretiert hätte wie ich? Ich denke nicht. Gut könnte ich mir vorstellen, dass er sie wie die 3044 in Szene gesetzt hätte, noch wuchtiger, noch dynamischer. Nur, dafür reichen meine Fertigkeiten (noch) nicht aus...

Eine letzte Bemerkung zum Vorbild. Es mag verrückt klingen, aber mit der Baureihe 60 werde ich persönlich immer "New Steam" assoziieren. Wie das? Nun, wenn ich mich einmal selbst zitieren darf:
"Diskutiert man über wirtschaftlichen Dampfbetrieb kommt man am "New Steam" Roger Wallers nicht vorbei. Die Idee ist bestechend: Man vereinbare die betriebswirtschaftlichen und betrieblichen Vorteile der Diesellok mit der Sinnesanmutung einer Dampflokomotive - fertig.

Hinzu kommen betriebliche Anforderungen wie die hohe Infrastrukturabhängigkeit einer Kohledampflok, fehlende Umsetzmöglichkeiten in Endbahnhöfen wegen zurückgebauter Gleistrassen, fehlender Drehscheiben usw., was ja auch hier schon mehrfach thematisiert wurde.

Der ökonomisch-betrieblich optimalst mögliche Dampfzug müsste also mit der bestehenden Infrastruktur der Dieseltraktion auskommen und im Einmann- wie Wendezugbetrieb gefahren werden können. Geschwindigkeitsmäßig kann er problemlos mit den aktuellen Zugverkehren "mitschwimmen"; eigene Behandlungsanlagen sind für ihn genauso unnötig wie besagte Drehscheiben oder Umsetzgleise. Wir haben es also mit einer Art Wendezug mit Dampftriebkopf zu tun - und der soll auch noch historisch aussehen?

Der Witz an der Sache ist, dass die deutschen Dampflokkonstrukteure vor über einem halben Jahrhundert schon einmal vor dem gleichen Problem standen, als sie es mit der aufkommenden Dieseltriebwagenkonkurrenz zu tun bekamen. Für oben genannte Bedingungen gäbe es tatsächlich eine "New Steam"-Lösung - und sie hätte sogar noch ein optisches Vorbild, sähe mithin auch historisch aus."


Und damit wären wir wieder bei der 60 angekommen. Innerlich New Steam auf höchstem ökonomischen (und, nebenbei, bemerkt, ökologischen, siehe hier) Standard stünde ein Zug vor uns, der äußerlich hinsichtlich der optischen, akustischen und olfaktorischen Erwartungshaltung alles erfüllt, was ein Eisenbahnfreund erwarten darf. Ich muss jetzt nur noch das Verkehrsmuseum Nürnberg dazu bringen, mir den LBE-Doppelstockwagen zu überlassen - und MacKenzie Scott etwa ein Zehntel Promille ihres Vermögens.

Last but not least soll der "Pseudo-Hannig" der legendären Schnellfahrlok auch ein Wink gen Göppingen sein. Das Kayser-Modell ist praktisch nicht zu bekommen und nicht jedem ist die Gabe gegeben, es zu montieren. Und das Lima-Maschinchen hat mittlerweile Jahrzehnte auf dem Buckel und ist erstens aus Plastik und zweitens mit seinen Pseudo-Speichenrädchen auch nicht mehr zeitgemäß. Eine "Guß-Maus" wäre längst überfällig. Und die Doppelstockgarnitur? Wie weiland der 28er-"Rheingold" natürlich in - "reinem Blech"... :redzwinker:


Grüße!


Christian
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Brumfda
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Re: Reines Blech...

#986

Beitrag von Brumfda »

bahngarfield hat geschrieben: Mo 8. Feb 2021, 21:42Schnellverkehr ja. Reichsbahn nein:...
Die Geschichte der "Micky Mäuse" ist meines Erachtens eine tragische und hätte es doch nicht sein müssen.
:hearts: :hearts: :hearts: Mit Dank aus dem Norden! :redzwinker:

Die Frage ist, ob sich irgendein Hersteller an die nie fertiggestellte 77 1001 herangetraut hätte. Zu, Beispiel Märklin die bei der LBE begonnene 1C2
Dampfmotorenlokomotive mit 3 V Motoren. Dem uns bei der 19 1001 bekannten Konzept.

https://www.facebook.com/media/set/?set ... 648&type=3


Flauschige Grüße, Fe :fool: lix
Zuletzt geändert von Brumfda am Di 9. Feb 2021, 01:31, insgesamt 2-mal geändert.
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Eisenbahner 2
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Re: Reines Blech...

#987

Beitrag von Eisenbahner 2 »

Hallo zusammen,
vor vielen Jahren habe ich mir diesen Bausatz zugelegt und zusammen gebaut.
Zur gleichen Zeit kamen auch die beiden Wagen dazu.

Hier einige Bilder der Maschine
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Einige bewegte Bilder dieses schönen Zuges


[youtube]https://www.youtube.com/watch?v=GtZvi-M ... e=youtu.be[/youtube]




Gruß
Hans-Gerd

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Re: Reines Blech...

#988

Beitrag von d3lirium »

Hallo zusammen,

es ist immer wieder eine Freude...

a) einen neuen Karton von Christian zu sehen und
b) die alten Modelle bewegt, in Farbe (und buuunt) zu sehen

Danke dafür!

Grüße
Sascha
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Brumfda
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Re: Reines Blech...

#989

Beitrag von Brumfda »

bahngarfield hat geschrieben: Mo 8. Feb 2021, 21:42[...]Innerlich New Steam auf höchstem ökonomischen (und, nebenbei, bemerkt, ökologischen, siehe hier) Standard stünde ein Zug vor uns, der äußerlich hinsichtlich der optischen, akustischen und olfaktorischen Erwartungshaltung alles erfüllt, was ein Eisenbahnfreund erwarten darf. Ich muss jetzt nur noch das Verkehrsmuseum Nürnberg dazu bringen, mir den LBE-Doppelstockwagen zu überlassen - und MacKenzie Scott etwa ein Zehntel Promille ihres Vermögens.
Nochmal zum Thema erst eine Ergänzung zum oben Geschriebenen:

Die 77 wäre dann das gleiche Konzept wie die 61 gewesen im Sinne von Schnellverkehr. Also beige mit Lila? Mit 4 Doppelstockwagons und Jakobsdrehgestellen? Auch damit hatte Märklin Erfahrung. Ist das eine Idee für ein Karton für Dich Christian :bigeek: ?

Du hast auf den Punkt gebracht,, was die LBE da geschaffen hat und im Anschluss weiterverolgt. Es kamen doch noch weitere. Dann nicht als 1b1 sondern als 1C Lokomotiven. Die 74 umgebaut? Sie wird immer wieder vergessen als Modell. Es war doch eine klasse Idee, diese noch mal aufzupeppen. Die Vorwegnahme der kastenförmigen 202, die zur UmAn und damit Stilikone mutierte. Hätte es eigentlich noch einen solchen Karton zur 202 geben können? Es ist spät. Das Hirn schlägt Kapriolen. :mrgreen:


Flauschige Grüße, Fe :fool: lix
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https://stummiforum.de/viewtopic.php?f= ... 5#p1844365

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Re: Reines Blech...

#990

Beitrag von Eisenbahner 2 »

... noch einen Blick auf den Bausatz, teilweise hatte ich die Teile
aus der Verpackung schon entnommen, einige wurden nicht gebraucht.
Dazu noch Bilder vom Innenleben der kleinen Maschine.
Es wurden nicht die Räder aus dem Bausatz genommen, sondern
breitere stabilere Ausführungen.
Für den Betrieb ist ein Uhlenbrock Relais 55 500 eingebaut, um die
Maschine für den AC Betrieb fit zu machen.
Alle Zug Räder wurden auf 13,8 mm mit der Radpresse zusammen
gedrückt, um die LBE auf den alten Märklin Schienen mit durchgehendem
Mittelleiter fahren zu können.
Auch das Fahrgestell wurde aus Messing gebaut mit einem anderen Motor.


Hier die Bilder

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Gruß
Hans-Gerd :)
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Re: Reines Blech...

#991

Beitrag von LH 1001 »

Hallo Hanz-Gerd,
danke für's Zeigen des Bausatzes. Im jugendlichen Alter hatte ich auch einmal versucht, einen Keyser Bausatz zu bauen und für das Märklin System zu ertüchtigen. Das Ergebnis war, dass der Bausatz nie fertig wurde.
Liebe Grüße
Markus
LG Markus
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Kugellager
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Re: Reines Blech...

#992

Beitrag von Kugellager »

Lange Zeit hab ich keine Unikate mehr vorgestellt. Ich hoffe, dass nun wieder regelmäßiger neue Bilder kommen.
Kürzlich hab ich wieder zugeschlagen. Aufbau, Pufferbohle, Vor- und Nachlaufdrehgestell, Bremsbacken stammen von Piko, Fahrwerk stammt von einer Märklin 3005. Die Rede ist von der 66 001.

Bild

Bild

Somit hab ich alle Neubaudampfloks der DB von Märklin.
Br 23 alt, original Märklin 3005
Br 82 alt, Märklin Fahrwerk 3047, Kessel 3005
Br 10 neu, Märklin
Br 65 neu Märklin
Gruß Alexander

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Re: Reines Blech...

#993

Beitrag von Brumfda »

Moin moin!

Habe hier noch so einen akribischen Metallbauer zum Thema SVT 137 gefunden. Bauart "Berlin":

https://svt-bauart-berlin.jimdofree.com ... 137-901-a/

Flauschigen noch, Fe :fool: lix
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https://stummiforum.de/viewtopic.php?f= ... 5#p1844365

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Re: Reines Blech...

#994

Beitrag von Andreas1984 »

Brumfda hat geschrieben: Fr 12. Feb 2021, 08:34 Moin moin!

Habe hier noch so einen akribischen Metallbauer zum Thema SVT 137 gefunden. Bauart "Berlin":

https://svt-bauart-berlin.jimdofree.com ... 137-901-a/

Flauschigen noch, Fe :fool: lix
Wow, Respekt!
Sehr gute Arbeit!

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Re: Reines Blech...

#995

Beitrag von Kugellager »

Auf meinem Zeitschriften-Regal steht eine Messing Br 94 eines unbekannten Künstlers.
Diese wirft die Frage auf: ist eine Br 94 eine 1‘D oder E gekuppte Lok?

Bild

Bild

Bild

Bild

Es ist tatsächlich eine 1‘D basierend auf dem Fahrwerk der Märklin 3032. das Fahrwerk wurde um eine Achse nach vorne verlängert; die Zylinder mitsamt Triebstangen und Steuerung wurden um eine Achse nach vorne versetzt, indem der Rahmen zersägt und verlängert wurde.
Das komplette Gehäuse wurde aus dünnem Messingblech gebaut.
Gruß Alexander

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Re: Reines Blech...

#996

Beitrag von bahngarfield »

Weder Reichsbahn noch Verkehr. Aber schnell. Verdammt schnell:

Bild
Mit freundlicher Genehmigung der Fa. Gebr. Märklin & Cie. GmbH/ https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/e/e2/Factory_and_industrial_management_%281891%29_%2814761260916%29.jpg/1280px-Factory_and_industrial_management_%281891%29_%2814761260916%29.jpg



Es gibt Dinge in der Geschichte der Eisenbahn die von einem so hohen Maß an Pioniergeist künden dass sie es nicht verdienen, in den Abgründen des Vergessens zu verschwinden. Insbesondere dann wenn dieses Verschwinden dadurch beschleunigt wird, dass niemals ein Modellbahnhersteller sich dieser Fahrzeuge angenommen hat. Etwas, was wir in unserem modellbahnerischen Paralleluniversum heute gewissermaßen symbolisch korrigieren wollen.

1899 hatte sich in Berlin die "Studiengesellschaft für Elektrische Schnellbahnen" (St.E.S.) konstituiert. Ziel war nicht Gewinnerzielung, sondern Grundlagenforschung für den elektrischen Schienenschnellverkehr. Stattfinden sollten die Höchstgeschwindigkeitsfahrten auf der Militärbahn Marienfelde - Zossen, deren Oberbau vom preußischen Eisenbahnregiment extra für diesen Zweck hergerichtet worden war. Gespeist wurden die Fahrzeuge von einer aus drei Drähten bestehenden Fahrleitung, deren höchster 7,5m über Gleisoberkante angebracht war und die etwa eineinhalb Meter neben den Gleisen stand und damit im engeren Wortsinne eigentlich keine "Ober-", sondern eine "Nebenleitung" war. Hinsichtlich der Ausbildung der Stromzuführung bei Weichen und Kreuzungen hatte man sich keine Gedanken gemacht, weil solche auf der Strecke nicht vorkamen.

An Fahrzeugen standen - neben einer vierachsigen Drehstrom-Versuchslokomotive - für die Fahrten zwei Triebwagen zur Verfügung, deren beider Wagonbauteil vom Kölner Waggonbauer Van der Zypen & Charlier ausgeführt war und die sich daher auch recht ähnlich sahen; im elektrischen Teil unterschieden sie sich, sozusagen je nach Ausstatter, jedoch erheblich: Da war einmal der AEG-Schnellbahnwagen, nach Fabrikdirektor Oskar Lasche auch "Lasche-Lok" genannt, und der Siemens-Schnellbahnwagen, in der Verantwortung von Walter Reichel entwickelt und dementsprechenden als "Reichel-Lok" bezeichnet. Offiziell trugen die beiden Schnellfahrtriebwagen - in einer Ära, in der an jedem dusseligen Rangierzweikuppler auf dem entlegensten pommerschen Dorfbahnhof ein bedeutungsschwangerer Namenszug zu prangen pflegte - die wenig hochtrabenden Bezeichnungen "Wagen A" und - nein, nicht "Wagen B" sondern "Wagen S"; entsprechend der Ausrüstungslieferanten AEG und Siemens. Eigentlich hätte man in jener germanisch überbetonten Zeit irgend etwas Pathetischeres erwartet: "Sleipnir" und "Grani", oder so...

Im Laufe der Versuche änderten die Wagen immer wieder Ihr Äußeres: So wurde nicht nur mit unterschiedlichen Stromabnehmertypen und Drehgestellbauarten experimentiert, sondern es wurde auch die aerodynamische Wirkung unterschiedlich ausgebildeter Vorbauten - keilförmig oder gerundet - vor den Führerständen getestet, was die teilweise doch erheblichen Unterschiede im Erscheinungsbild auf diversen Fotografien zu erklären vermag.

Mit diesen beiden Fahrzeugen ging man nun auf Rekordjagd - wohlgemerkt auf geschraubten 12m-Gleisen! Militärbahn hin oder her, die Versuche fanden alles andere als im Geheimen statt. Es mussten S-Bahn-Verstärkerzüge eingesetzt werden, um die Scharen interessierten Publikums nach Lichtenrade bringen zu können!

Man unternahm mehrere Schnellfahr-Serien; die erste bereits im Oktober 1901, die nächste im Herbst 1902. Immer wieder wurden die Fahrzeuge verbessert, immer wieder mussten neue Sicherheitsauflagen erfüllt werden. Doch man war sehr zuversichtlich, dass die 200er-Marke prinzipiell zu knacken sein sollte. Dann kam der 28. Oktober 1903. Bereits auf der ersten Fahrt des Tages von Marienfelde nach Zossen erreichte einer der beiden Triebwagen kurz vor dem Bahnhof Rangsdorf die Rekordgeschwindigkeit von 210,2 km/h - Weltrekord!

Was mögen sich damals für Szenen abgespielt haben? Wir wissen es nicht, es ist nicht überliefert. Und das, obwohl es nicht einmal ein Weltrekord für Schienenfahrzeuge war. Es war überhaupt absoluter Geschwindigkeitsweltrekord! Wir erinnern uns: Den Rekord für Autos hielt damals Camille Jenatzy auf "La Jamais Contente", aufgestellt am 29.04.1899 - mit quasi lächerlichen 105km/h gerademal halb so schnell wie die Triebwagen von Marienfelde - Zossen! Und der Geschwindigkeitsrekord in der Luft lag bei - naja, Null. Im Oktober 1903 hatte der "Wright-Flyer" noch nicht mal abgehoben. Will sagen: Niemals in der Geschichte des Homo sapiens hatten sich Menschen schneller voranbewegt als jene Pioniere im Triebwagen der "St.E.S." Und doch: Wer kennt ihre Namen? Geschichte ist nicht fair, Technikgeschichte schon gar nicht. So oft verschwinden hinter großen Leistungen die Menschen, die sie möglich gemacht haben. Wer damals den Triebwagen zum Rekord fuhr, wir wissen es nicht. Wer sonst noch an Bord war - wer kennt ihre Namen? Nun, vielleicht kann der ein oder andere noch etwas mit Langhans und Höhne anfangen. Die "eiligen Elektriker", wie man sie etwas despektierlich in der Literatur nannte, kennt heute kein Mensch mehr. Die Wrights und Bleriot kennt jeder. Das Verschwinden der Menschen hinter den Dingen, die sie hervorbrachten, ist eine ungerechte Konstante in der Geschichte des Fortschritts.

Und dann gibt es da noch eine zweite, recht eigenartige und anscheinend - in ihrer Gründlichkeit - typisch deutsche Konstante. Es gibt offensichtlich hierzulande ein ungeschriebenes Gesetz nach dem jedes Fahrzeug, das einen Rekord fährt, zu verschrotten sei: Der Schienenzeppelin - Schrott. Der SVT137 155 - Schrott. Die 05 002 - Schrott. 103 118 - Schrott. Der ICE-TD 5502, ehemals schnellster deutscher Dieseltriebzug - Schrott. Und die beiden Rekordwagen "A" und "S"? Schrott, natürlich. Der Literatur ist nicht einmal zu entnehmen, wann und wo diese geschichtsträchtigen Fahrzeuge in den Schredder kamen. Mal ernsthaft: Wäre es auch nur ansatzweise denkbar, dass die Briten die "Mallard" verkloppt hätten? Soviel zum Geschichtsbewusstsein deutscher Bahnen...

Sei es wie es sei: Zu einer kommerziellen Anschlussverwendung kam es nicht. Zwar wurde noch ein Projekt einer Schnellbahn Hamburg - Berlin aus der Taufe gehoben. Aber wie hätte man die Oberleitung an Weichen und Kreuzungen ausbilden sollen, wie eine Einfädelung in den Hamburger Hauptbahnhof oder eine Durchbindung in die Berliner Innenstadt ausführen? Eine Hochbahn auf der Hochbahn? Sämtliche Kreuzungsbauwerke zwischen Hamburg und Berlin hätten entweder als Unterführungen oder als Überführungen mit knapp 10 Meter lichter Höhe ausgeführt werden müssen; und dann hätte man auch noch ein Transportmittel geschaffen, das mit der bestehenden Infrastruktur weitgehend inkompatibel gewesen wäre; zu verständlich, dass daraus nichts wurde. Trotzdem erbrachten die Fahrten der "St.E.S." viel Erkenntnis, und allemal - ceterum censeo - hätte mindestens einer der Wagen in ein Museum gehört.

Genauso, wie die Wagen es verdient gehabt hätten, dass ihnen im Kleinen als Modell ein Denkmal gesetzt worden wäre. Stellen wir uns vor, der "Wagen S" hätte als "Weltrekord-Schnellbahnwagen" - in der Ausführung vergleichbar dem legendären, doch in keinem Katalog zu findenden "Rheinuferbahn"-Zug - Eingang ins Märklin-Spur-I-Programm gefunden. Später - wie andere Modelle auch - hätte es eine "Adaption in Blech" für Spur 00 gegeben, die sich im Sortiment bis in die Zeit der Bilderkartons hinein gehalten hätte. Diesem Zug, der nie war, diesem Vorbild, das - trotz dieser unglaublichen, rund 120 Jahre (!) zurückliegenden Ingenieurleistung - viel zu unbekannt ist, wollte ich zumindest ein kleines Denkmal setzen. Dabei habe ich mich - Stichwort fehlende Kupplungsmöglichkeit (wozu auch?) - mehr am Modell, denn am Vorbild orientiert.

Freilich: Weltrekord hin oder her, Pionierleistung hin oder her - warum sollte ein Modellbahnhersteller ein Modell ins Programm aufnehmen, das bestenfells für ein sehr begrenztes Anlagenthema taugt (Wer, bitte, baut die Militärbahn Marienfelde - Zossen nach? Fünf Meter Strecke im Flur, auf der man mit einem einzelnen Triebwagen hin- und herprügeln kann? Ernsthaft?). Dann muss freilich auch die Gegenfrage erlaubt sein, welcher Modellbahner denn manch anderes Fahrzeug, nicht nur aus Göppinger Fertigung, "artgerecht" zu halten vermag. Und die Oberleitung? Nun, ich stelle mir da einen Katalogbegleittext etwa in folgender Manier vor:

"Für die Aufstellung in der Vitrine sind dem Triebwagen drei Fahrleitungsdrähte und zwei Oberleitungsmasten beigelegt. Die beiden Pantographen sind eingesteckt und können, wenn das Fahrzeug im Anlagenbetrieb eingesetzt werden soll, einfach entfernt und gegen zwei beigelegte Drahtbügel vom Typ 'Lyra', wie sie viele Elektrotriebfahrzeuge jener Zeit hatten, getauscht werden."

So, fertig ist die Laube. Das hätte der Modellbahnerfreude vor einem halben Jahrhundert (und früher) keinerlei Abbruch getan. Heute, uiuiui...

Falls es jemanden interessiert: Der "St.E.S."-Wagen, der auf dem Bildkarton zu sehen ist, war mal eine 3038; die Drehgestelle "spendierte" eine 3022. Aber soviel Arbeit - man frage nicht nach Stunden - in der Grafik drinsteckt, und so sehr sie hoffentlich gefällt, sie hat einen Haken - und zwar einen gewaltigen.

Nochmal zurück zum Vorbild: Es gab zwei Wagen, den "Wagen A" von AEG und den "Wagen S" von Siemens. Und obwohl das berühmte Foto vom Wagen "S" in der Literatur bei Rossberg, Gottwaldt wie auch im Obermayer zu finden ist und fast schon so etwas wie eine "Pop-Ikone" in der Geschichte der Eisenbahnfotografie darstellt, zeigt es eben nicht den Weltrekordzug. Denn obwohl er am 25.11.1903 209km/h erreichte, fehlten dem vielfotografierten "S" noch immer 1,2km/h zu der vom "Wagen A" am 28.10. erreichten Geschwindigkeit. Und damit gebührt diesem der Titel des Weltrekordhalters.

Warum ich ihn dann nicht zum Vorbild genommen habe? Ganz einfach. Im Unterschied zum "Wagen A" gibt es vom "Wagen S" zumindest ein Modell, dem ich farbliche Authentizität unterstelle und an dem ich mich orientieren konnte, während ich mich beim AEG-Wagen komplett in die Mutmaßung hätte stürzen müssen. Von daher bitte ich um augenzwinkernde Milde im Auge des Betrachters beim Blick auf den Bildkarton eines Weltrekordfahrzeuges, das niemals eines war...


Grüße!


Christian
Zuletzt geändert von bahngarfield am Mi 17. Feb 2021, 23:35, insgesamt 1-mal geändert.

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bahngarfield
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Re: Reines Blech...

#997

Beitrag von bahngarfield »

Uuups... sollten wir etwa Auswirkungen auf den "Zeitgeist" gehabt haben...? :redzwinker:


Grüße!


Christian
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Brumfda
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Re: Reines Blech...

#998

Beitrag von Brumfda »

Moin Christian!

Deine Umsetzung ist unglaublich umwerfend.
Dynamik in Reinkultur. Kosteten aber Nerven...
die Stunden, die Du hieran gesessen-
ermessen kann man es kaum.
Dein literarische Umsetzung- ein Traum

Welches Modell meintest Du nun sacht?
Kenne nur eines- in eines zu acht. :redzwinker:

Bild

Im Berliner Verkehrsmuseum gefunden
dereinst erschaffen von Azubis Händen; unumwunden
ein Meisterwerk zum Meisterkarton.
upps, falscher Maßstab, Karton macht Waabommmmmm.

Kennen tat´s ein jedes Kind.
Mit "Was ist Was" Büchern ausgestattet,
sah man den Siemens Wagen still stehend
Und unglaublichem Text dazu. Kindsgesicht verdattert :zahnlos: .

Danke Dir wieder mal für Deine Grandiose Arbeit! Für getunte Straßenbahn auf Koks, die alles in den Schatten stellte und allzuschnell genau da wieder hineinrollte.


Flauschige Tage, Fe :fool: lix
Loks und Züge, die es niemals gab, aber teils geplant waren: :redzwinker:
https://stummiforum.de/viewtopic.php?f= ... 5#p1844365

Mein Modul mit Naturmaterialien: :mrgreen:
https://stummiforum.de/viewtopic.php?p=2024824#p2024824

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Re: Reines Blech...

#999

Beitrag von bahngarfield »

Zum Abschluss bringen möchte ich unsere "kleine" Serie über Fahrzeuge des Reichsbahn-Schnellverkehrs im Stile der Illustrationen Rudolf Hannigs mit einem Zug, dessen sich ebenfalls noch kein Modellbahnhersteller erbarmt hat: Dem SVT 137 "Berlin".

Bild
Mit freundlicher Genehmigung von Stefan Piel/ Mit freundlicher Genehmigung der Fa. Gebr. Märklin & Cie. GmbH


Seiner Entwicklung - in direkter Konkurrenz zum "Köln" stehend - lag die Idee von MAN und BBC zugrunde, statt eines schnelllaufenden Maybach-Motors als Antriebsaggregat einen langsam laufenden Schiffsdiesel als Antrieb zu verwenden. Zwar waren die beiden Züge der Bauart "Berlin" (plus einem zusätzlich fertiggestellten Triebkopf) unter den "Fliegenden Zügen" der Reichsbahn diejenigen mit dem schlechtesten Leistungsgewicht und den - prozentual gesehen - wenigsten Antriebsachsen pro Einheit. Aber: Der "Langsamläufer" - womit wohlgemerkt der Motor und nicht der Zug gemeint ist - brachte etliche Vorteile mit sich: Er war robust, zuverlässig im Betrieb und seine Unterhaltungskosten waren niedrig. Die Trennung von Fahrgasträumen und Antrieb bescherte der Reichsbahn mit dem "Berlin" den vibrationsärmsten "Fliegenden" mit der besten Laufgüte und dem ruhigsten Innenraum. Zudem verhinderte das Triebkopfkonzept, dass - bei Ausfall der Antriebseinheit - der gesamte Zug nicht mehr zur Verfügung stand, sondern vielmehr mit einem Ersatztriebkopf weiterbetrieben werden konnte. Wobei - ein Wendezug im klassischen Sinne war der "Berlin" nicht, hatten die Tüftler von MAN und BBC im "Steuerkopf" doch noch zwei Motoren untergebracht. Und, last but not least, der Zug war günstig: Mit 3,45RM/kg war er der in der Beschaffung wirtschaftlichste aller "Fliegenden" (Anm.: Fast hätte ich geschrieben "aller 137er". Das jedoch wäre komplett sachfalsch gewesen, umfasste die Reichsbahn-Nummerreihe 137 einen "Fliegenden Hamburger" genauso wie die BBÖ-Schmalspurtriebwagen der Reihe 2041 und führte sich damit selbst ein Stück weit ad absurdum).

Außer durch ihre Konfiguration waren die beiden "Berlin"-Züge leicht durch ihre abweichend ausgeführte Lackierung - der obere violette Zierstreifen war nicht an den Wagenenden zur Brüstung der Führerstandsfenster bogenförmig, sondern im rechten Winkel heruntergezogen - erkennbar.

Der Rest der Geschichte ist schnell erzählt: Trotz sehr erfolgreicher und vielversprechender Testfahrten im süddeutschen Raum, z.B. auch auf der Schwarzwaldbahn, ist nicht einmal dokumentiert, ob die beiden Züge jemals im regulären Betriebsdienst standen. Die Dieseltriebköpfe wurden zu Kriegsbeginn an die Marine abgegeben und fanden sich, als fahrbare Notstromaggregate eingesetzt, in La Palice, Paris und Bordeaux wieder. Der SVT137 901a wurde im Krieg zerstört, der 903a gilt bis heute als verschollen. Der 902a fiel 1945 im RAW Wittenberge in russische Hand. Lange Zeit hatte die DR für ihn keine Verwendung, bis sie aus ihm - unter Verwendung von niederländischem Mat'36-Wagenmaterial - 1956 einen neuen SVT137 902 a/b/c/d aufbaute, der jedoch nur bis Sommer 1957 zwischen Berlin und Erfurt als FDt143/ 144 verkehrte. Danach sind nur sporadische Einsätze als "Saßnitz-Express" bekannt, der 137 902 wurde am 11.02.68 zerlegt. Falls die "Berlin"-Züge überhaupt so etwas wie eine Blüte erlebt haben, dann als Umbau-Schnelltriebwagen mit neuen Triebköpfen als VT07 501 und 502 in der Bundesrepublik der Adenauer-Ära. Unter der Flagge der jungen Nachkriegs-Bundesbahn waren sie in hochwertigsten Schnellverkehrsdiensten - unter anderem in der "Rheinblitz-Gruppe" - eingesetzt und kamen sogar zu TEE-Ehren. Doch das ist eine andere Geschichte...

Dem Bildkarton lag - einmal mehr - zugrunde eine der wunderbaren Illustrationen von Stefan Piel, nämlich die eines SVT "Hamburg". Für die Erlaubnis, das Bild verwenden zu dürfen, ein herzliches Dankeschön! Die Drehgestelle stammen von der 3038, die Lüfter von der 3022. Nun, und da wir hier bei "Reines Blech" sind, habe ich mir selbstverständlich auch meine Gedanken über die Realisierungsmöglichkeiten eines "Retro-Berlin" gemacht. Doch obwohl mein Hirn in dieser Beziehung gerne Gassi geht - der "Berlin" hat sich bislang sämtlichen kognitiven Kapriolen im Stile von "Man nehme das Fahrgestell einer 3011, das Gehäuse einer 3024 und drei 346er..." erfolgreich widersetzt.

Und das ist gut so. :wink:


Grüße!


Christian

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bahngarfield
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Re: Reines Blech...

#1000

Beitrag von bahngarfield »

Weil's so schön war: Als "Nachzieher" der VT04.5 im Kleid der Deutschen Bundesbahn:

Bild
Mit freundlicher Genehmigung von Stefan Piel/ Mit freundlicher Genehmigung der Fa. Gebr. Märklin & Cie. GmbH


Grüße!


Christian
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