Reines Blech...

Bereich für alle Themen rund ums Sammeln von Modellbahnen und alte Modellbahnen allgemein.
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andré chapelon
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Re: Reines Blech...

#701

Beitrag von andré chapelon »

Hallo, Enrico,

gute Umsetzung einer Idee, die auf der Hand (ääh: auf dem Werktisch) liegt.
Versuch doch bitte, zwischen Tendergrundplatte (Chassis) und Tendergehäuse einen halben bis einen Millimeter "Futter" unterzubringen, damit der Tender etwas an Höhe gewinnt.

Grüße,
Achim
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Hamsterrad
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Re: Reines Blech...

#702

Beitrag von Hamsterrad »

andré chapelon hat geschrieben: Fr 11. Sep 2020, 23:14 Hallo, Enrico,

gute Umsetzung einer Idee, die auf der Hand (ääh: auf dem Werktisch) liegt.
Versuch doch bitte, zwischen Tendergrundplatte (Chassis) und Tendergehäuse einen halben bis einen Millimeter "Futter" unterzubringen, damit der Tender etwas an Höhe gewinnt.

Grüße,
Achim
Wird erledigt!
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Hamsterrad
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Re: Reines Blech...

#703

Beitrag von Hamsterrad »

bahngarfield hat geschrieben: So 30. Aug 2020, 22:45 Satanas, weiche von mir...


Bild
Originalaufnahme mit freundlicher Genehmigung von Fabian und Marius Rauch/ Modellbahn-Rhein-Main Team GbR


Grüße!


Christian

Morgen Christian,
was steht da? T 39 1001?

LG
Enrico
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Re: Reines Blech...

#704

Beitrag von bahngarfield »

Hamsterrad hat geschrieben: Sa 12. Sep 2020, 07:15 Morgen Christian,
was steht da? T 39 1001?
Nein, T09 001.


Grüße!


Christian
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Hamsterrad
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Re: Reines Blech...

#705

Beitrag von Hamsterrad »

Ah alles klar, gut zu wissen :redzwinker:

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Bild


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Bild

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Hab heute die 01 226 lackiert und beschriftet, paar Sachen an der Steuerung müssen noch gemacht werden, Drähte und den Tender habe ich wie besprochen höher gesetzt.

Ist doch ganz hübsch geworden bis jetzt.

Schönes Wochenende euch allen. 🙋‍♂️

Enrico
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Re: Reines Blech...

#706

Beitrag von bahngarfield »

bahngarfield hat geschrieben: Sa 12. Sep 2020, 10:01
Hamsterrad hat geschrieben: Sa 12. Sep 2020, 07:15 Morgen Christian,
was steht da? T 39 1001?
Nein, T09 001.
Ah alles klar, gut zu wissen :redzwinker:
Warum nur macht es mich nervös, dass Du das fragst...? :shock:


Grüße!


Christian
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Brumfda
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Re: Reines Blech...

#707

Beitrag von Brumfda »

bahngarfield hat geschrieben: Sa 12. Sep 2020, 18:09Warum nur macht es mich nervös, dass Du das fragst...? :shock:
:lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol:
Hamsterrad hat geschrieben: Sa 12. Sep 2020, 17:23Ist doch ganz hübsch geworden bis jetzt.
Moin Enrico!


:hammer: :hammer: :hammer: :hammer: genial!


Fluffigen Abend noch, Fe :fool: lix
Loks und Züge, die es niemals gab, aber teils geplant waren: :redzwinker:
https://stummiforum.de/viewtopic.php?f= ... 5#p1844365

Mein Modul mit Naturmaterialien: :mrgreen:
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bahngarfield
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Re: Reines Blech...

#708

Beitrag von bahngarfield »

Der nächste Boden in der Vitrine des Märklin, das nie war, ist bestückt. Ich darf vorstellen - die Stars der Stromlinie!


Bild


Mit solchen Stücken in den Händen wird das Dekorieren schon fast zum quasireligiösen Akt. Man kann nur ahnen wieviel Zeit es bedurfte, diese drei Schönheiten zusammenführen zu können - vom Herzblut nicht, und vom Geld schon gar nicht zu reden. Was soll's: Jagen ist bekanntlich immer schöner als gejagt zu haben.

Doch der Reihe nach: Beginnen wir hinten mit der ungekrönten Königin, der 06 aus dem Hause Schnabel. Seit meiner ersten "Begegnung" mit ihr - welche in präpubertärem Alter in Form der erstmaligen Lektüre des "Obermayers" stattfand - war mir klar, dass ein Modell dieser "Über-Lok" (deren Vorbild sich als eher unterirdisch entpuppt hatte) mein Eigen werden musste. Die SK800 als "06-Rudiment" hat weder meinen Vater noch mich jemals ernsthaft interessiert. Nachdem ich im Märklin-Magazin 1/ 76 die kongeniale Umbauanleitung von Kurt Geßner gelesen und wenig später durch Zufall - vergessen wir nicht: es war die präinternetale Ära - erfahren hatte, dass es in Form der Schnabel-Maschine tatsächlich ein "richtiges" Modell der 06 gab, war es um mich geschehen. Die musste einfach her.

Damit begann eine jahrelange Jagd, die zwar erfolgreich, jedoch mir einem tiefen Griff in den Geldbeutel endete. Wer sich in den 70ern in Wiesau eine 06 bauen lassen wollte, durfte erst einmal zwei SK800 bzw. später zwei Gehäuse plus zwei 3085-Fahrgestelle anliefern, und für den Umbau allein hätte man mehrere Schweizer Krokodile erstehen können. Allein, es gab für denjenigen, der des Bastelns nicht mächtig war, keine Alternative. Wer etwas begehrte, was die "großen Drei" Märklin, Fleischmann oder Trix nicht im Programm führten, dem blieb nur dieser Weg - oder die unerfüllte Sehnsucht.

So ähnlich stellte sich auch der Sachverhalt der Maschine rechts vor der 06 dar. Wieder waren es die Wiesauer denen es oblag, aus einer vorbildfreien roten und flügelräderbedruckten 3089 ein Abbild einer 01.10 im Lieferzustand zu erschaffen - mit Vollverkleidung, korrekten Zierleisten, vorbildgemäßer Lackierung und Bedruckung sowie fünfachsigem Tender. Bei Schnabel baute man - gegen entsprechende Vergütung - alles, und verglichen mit der 06 war die Schnabel-01.10, deren Umbaukosten sich auf etwa ein Drittel der ihrer großen Schwester beliefen, ein regelrechtes Schnäppchen.

Und doch ist dieser Blick in die Vitrine nicht nur ein Treffen dreier Lokomotivbaureihen, sondern auch das zweier Manufakturen: Während die 06 und die 01.10 aus der berühmten Oberpfälzer Modellbahnschmiede Schnabel stammen, gesellt sich die teilentstromte 03.10 aus dem Hause Adler gleichrangig dazu. Sie verdankt Ihre Existenz User "Hamsterrad", und Enrico hat uns dankenswerterweise an ihrer Genese hier teilnehmen lassen. 3+2 = 1, könnte man sagen: Drei Prachtstücke aus zwei Manufakturen ergibt eine große Freude.

Wobei, eine Einschränkung gilt es zu machen: Während die beiden "Pacifics" auf "echten Hannigs" stehen, existiert wohl ein solcher auch für die 06, doch von dessen Anbringung habe ich abgesehen. Einen Original-Schnabelkarton zu überkleben bringe ich dann doch nicht fertig...


Grüße!


Christian
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Eisenbahner 2
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Re: Reines Blech...

#709

Beitrag von Eisenbahner 2 »

Hallo Christian,
eine ganz tolle Sache !!! :gfm:


Gruß
Hans-Gerd :D
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Re: Reines Blech...

#710

Beitrag von Eisenbahner 2 »

Hallo Christian,
den folgenden Karton hast Du vielleicht noch nicht gesehen.


Bild


Bild


Bild


Bild


Bild



Es handelt sich um einen Karton für ein separates 3025 Mittelteil. Diesen Karton mit Mittelteil
hatte ich vor Jahren in der Bucht befunden. Das Mittelteil habe ich natürlich mit einigen
weiteren Mittelteilen zu vier- und fünfteiligen 3025 zusammen gebaut.


Gruß und
bleib gesund!

Hans-Gerd :)

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Re: Reines Blech...

#711

Beitrag von bahngarfield »

In der Tat - der ist mir neu! Hat was!
:gfm:

Allerdings bin ich weiterhin aus subversiven Gründen auf der Suche nach dem 3025er-Hannig in geeigneter Auflösung. Wenn also jemand netterweise aushelfen könnte... :wink:


Grüße!


Christian
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Hamsterrad
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Re: Reines Blech...

#712

Beitrag von Hamsterrad »

Dölerich Hirnfiedler hat geschrieben: Do 20. Aug 2020, 19:28
bahngarfield hat geschrieben: Do 20. Aug 2020, 18:43
Mir ist bekannt, dass es auch Prototypen für 24cm-Kunststoff-TEE-Wagen gab - aber das scheinen mir diese nicht zu sein, oder?


Hallo Christian,

Doch, das sind Muster für Kunststoffwagen. Man erkennt klar den gravierten Zuglaufschild-Kasten. Für Blechwagen überflüssig.

Zwei Bilder die ich auf die schnelle wiedergefunden habe:

Bild

Bild
Ob die wirklich 24 cm oder länger sind , weiß ich nicht. Durch auszählen der Schwellen habe ich mal ~25,5cm ermittelt. Das ist aber sehr fehleranfällig.

mfg

D.

Moin,
ich hab mir das mal länger angeschaut mit den Blechwagen. Warum macht man es nicht einfach wie folgt:

1. Wagenkasten in Neusilberblech ätzen
2. Dach aus Weissmetallguss - Formen gibt es hier doch bereits
3. Lackierung von Bart

Wenn an den Wagen wirklich Bedarf besteht liesse sich das als kleine Serie relativ "leicht" umsetzen. Konstruktionszeichungen für Ätzbleche kann ich machen im richtigen Maßstab, Kontakt zu dem richtigen Anbieter um die Teile zu ätzen besteht auch. Als Material würde ich Neusilber vorschlagen, dann ist es noch ein wenig mehr glaubhaft ala Märklin. In Ermangelung komplexer Teile wie Nieten etc. an den Blechwagen, wäre das sogar ein relativ einfach umsetzbares Projekt.

Ich sehe hier nicht wirklich ein Problem, wenn ein paar Leute die haben möchten macht das durchaus Sinn. Man müsste nur einmal schauen, wer die alles haben möchte und es dann kalkulieren. Ab 50 Wagen wäre das sicher machbar, kommt natürlich auch noch darauf an, was Bart für die Lackierung möchte.

Ganz billig werden Sie nicht, aber dann wären wirklich schöne Wagen in der Welt.

Was denkt ihr dazu?

LG
Enrico
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Re: Reines Blech...

#713

Beitrag von Hamsterrad »

bahngarfield hat geschrieben: Fr 11. Sep 2020, 20:33
Hamsterrad hat geschrieben: Fr 11. Sep 2020, 16:31 Wäre toll wenn es dafür eine OVP von Märklin geben würde. :oops: :wink:
Bild
Mit freundlicher Genehmigung der Fa. Gebr. Märklin & Cie. GmbH

:redzwinker:

Und dann war da noch...

Bild
Mit freundlicher Genehmigung der Fa. Gebr. Märklin & Cie. GmbH

Bild
Mit freundlicher Genehmigung der Fa. Gebr. Märklin & Cie. GmbH


Grüße!


Christian
DANKE :) !
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Re: Reines Blech...

#714

Beitrag von Hamsterrad »

bahngarfield hat geschrieben: Sa 12. Sep 2020, 20:37 Der nächste Boden in der Vitrine des Märklin, das nie war, ist bestückt. Ich darf vorstellen - die Stars der Stromlinie!


Bild


Mit solchen Stücken in den Händen wird das Dekorieren schon fast zum quasireligiösen Akt. Man kann nur ahnen wieviel Zeit es bedurfte, diese drei Schönheiten zusammenführen zu können - vom Herzblut nicht, und vom Geld schon gar nicht zu reden. Was soll's: Jagen ist bekanntlich immer schöner als gejagt zu haben.

Doch der Reihe nach: Beginnen wir hinten mit der ungekrönten Königin, der 06 aus dem Hause Schnabel. Seit meiner ersten "Begegnung" mit ihr - welche in präpubertärem Alter in Form der erstmaligen Lektüre des "Obermayers" stattfand - war mir klar, dass ein Modell dieser "Über-Lok" (deren Vorbild sich als eher unterirdisch entpuppt hatte) mein Eigen werden musste. Die SK800 als "06-Rudiment" hat weder meinen Vater noch mich jemals ernsthaft interessiert. Nachdem ich im Märklin-Magazin 1/ 76 die kongeniale Umbauanleitung von Kurt Geßner gelesen und wenig später durch Zufall - vergessen wir nicht: es war die präinternetale Ära - erfahren hatte, dass es in Form der Schnabel-Maschine tatsächlich ein "richtiges" Modell der 06 gab, war es um mich geschehen. Die musste einfach her.

Damit begann eine jahrelange Jagd, die zwar erfolgreich, jedoch mir einem tiefen Griff in den Geldbeutel endete. Wer sich in den 70ern in Wiesau eine 06 bauen lassen wollte, durfte erst einmal zwei SK800 bzw. später zwei Gehäuse plus zwei 3085-Fahrgestelle anliefern, und für den Umbau allein hätte man mehrere Schweizer Krokodile erstehen können. Allein, es gab für denjenigen, der des Bastelns nicht mächtig war, keine Alternative. Wer etwas begehrte, was die "großen Drei" Märklin, Fleischmann oder Trix nicht im Programm führten, dem blieb nur dieser Weg - oder die unerfüllte Sehnsucht.

So ähnlich stellte sich auch der Sachverhalt der Maschine rechts vor der 06 dar. Wieder waren es die Wiesauer denen es oblag, aus einer vorbildfreien roten und flügelräderbedruckten 3089 ein Abbild einer 01.10 im Lieferzustand zu erschaffen - mit Vollverkleidung, korrekten Zierleisten, vorbildgemäßer Lackierung und Bedruckung sowie fünfachsigem Tender. Bei Schnabel baute man - gegen entsprechende Vergütung - alles, und verglichen mit der 06 war die Schnabel-01.10, deren Umbaukosten sich auf etwa ein Drittel der ihrer großen Schwester beliefen, ein regelrechtes Schnäppchen.

Und doch ist dieser Blick in die Vitrine nicht nur ein Treffen dreier Lokomotivbaureihen, sondern auch das zweier Manufakturen: Während die 06 und die 01.10 aus der berühmten Oberpfälzer Modellbahnschmiede Schnabel stammen, gesellt sich die teilentstromte 03.10 aus dem Hause Adler gleichrangig dazu. Sie verdankt Ihre Existenz User "Hamsterrad", und Enrico hat uns dankenswerterweise an ihrer Genese hier teilnehmen lassen. 3+2 = 1, könnte man sagen: Drei Prachtstücke aus zwei Manufakturen ergibt eine große Freude.

Wobei, eine Einschränkung gilt es zu machen: Während die beiden "Pacifics" auf "echten Hannigs" stehen, existiert wohl ein solcher auch für die 06, doch von dessen Anbringung habe ich abgesehen. Einen Original-Schnabelkarton zu überkleben bringe ich dann doch nicht fertig...


Grüße!


Christian
Hallo Christian,
ich bin hin und weg. Es liest sich in jeder Zeile, wie sehr Du diese Loks liebst und dich an Ihnen erfreust.

Es freut mich sehr meinen Teil dazu beigetragen zu haben, die 03.10 sieht fantastisch aus zwischen den Schnabelloks, wobei ich mich nicht mit Schnabel messen möchte, Schnabel ist sicher eine Liga für sich.

Herzlichen Dank für den Beitrag und die tollen Grafiken und Inspirationen von Dir.

Herzliche Grüße
Enrico
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LH 1001
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Re: Reines Blech...

#715

Beitrag von LH 1001 »

Bau eines Mitteleinstiegswagen AByl / ABym


Hallo zusammen,


nachdem in diesem Bericht

https://stummiforum.de/viewtopic.php?f= ... 0#p2093425

der Bau des Blech Byl beschrieben war kommt nun der AByl zum Zug, bzw. zum Bau.

Während beim Byl lediglich 2 Fenstersegmente ausgesägt wurde, um ein Paßstück mit den Türen einzusetzen, ist die Projektierung des AByl deutlich anspruchsvoller. Der Wagen besteht bekanntlich aus einem Wagenteil der 1. Klasse und einem Wagenteil der 2. Klasse. Auch das Dach muß aus den entsprechenden Wagenteilen zusammengesetzt werden. Und dies alles unter Beachtung der Wagenlänge.

Benötigt wird ein Wagen 1. Klasse, Märklin 4032 oder 4051 und ein Wagen 2. Klasse 4052 und der Fenstersatz für die Türen. Dieser wird aus einem Blech - Silberling ( z.B. 4043 ) gewonnen. Wichtig bei allen Spenderwagen ist, dass die die "eingesetzten Fenster mit plastischen Rahmen " haben. Zusätzlich werden noch 2 Inneneinrichtungen von den 3 achsigen Umbauwagen benötigt.
Dazu wird noch Messingblech 0,1 mm und 0,3 mm und Kreppband benötigt.
An Werkzeug werden ein Stahllineal, ein Cuttermesser, eine Lötstation, eine Reißnadel, eine Puksäge mit Sägelade, ein Meßschieber, diverse Feilen, die Biegemaschine von Trumpeter, Stiftklöbchen, diverse Bohrer und ein Gewindeschneidersatz M2 benötigt.

Zunächst geht es um die Ermittlung der Anzahl der Fenster im 1. uns 2. Klasse teil. Da der originalwagen asymmetrisch ist, habe ich 3 Fenster 1. Klasse und 5 Fenster 2. Klasse als einen guten Kompromiss durch Anlegen der Wagenkästen herausgefunden.
Mit einem abgesägten Wagenteil 2. Klasse mit 5 Fenstern wurden dann Stellproben auf dem kompletten 1. Klasse Wagen gemacht. Hier hilft wieder die bereits beim Byl benutzte Papierschablone des Türbereichs. Somit können die Sägelinien festgelegt und angezeichnet werden. Diese Arbeit benötigt eine hohe Präzision. Die Lage der Sägelinie rechts oder links der gezeichneten Linie ist hier von großer Wichtigkeit, um die Gesamtlänge des Wagen einzuhalten. Die vorherige Vermessung des Wagens ist nötig.

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Ich hatte mehrere Wagenkastenteile zur Ermittlung der Sägeschnitte zur Verfügung.

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Nachdem nun die Sägeschnitte angezeichnet waren und die breite der zu erstellenden Blechteile für den Türbereich konnten die Bleche gemäß der Papierschablone erstellt werden. Ich habe mit Blaupapier die Maße auf das Blech übertragen und die Bleche mit dem Cuttermesser und dem Stahllineal ausgeschnitten. Bei den Fensterausschnitten wurden die Ecken rund gefeilt.

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Hier sind die Fenstereinsätze zu sehen.


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Der erste Klassewagen wurde gemäß der ermittelnden Länge abgesägt. Das Bodenblech bleibt zur Stabilität beim Sägevorgang in der Sägelade eingebaut, wird aber nicht mit durchgesägt.
Im oberen Teil des Bildes sind die bereits vorbereiteten Teile der 2. Klasse zu sehen.

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Alle Wagenkästen werden von den Bodenblechen gelöst und zum Zusammenlöten vorbereitet. Dazu sind innen die Lötkanten komplett lackfrei zu machen und zu entgraten. Dabei hilft eine Schlüsselfeile.

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Die angefertigten Türteile werden nach anhalten am Wagenkasten an der oberen Kante leicht nach innen gebogen. Der von Märklin bekannte Doppelknick unter der Dachkante lässt sich mit meinem Werkzeugfundus leider nicht nachbilden. Mir hilft die Biegemaschine von Trumpeter.

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Die beiden Wagenteile werden zur weiteren Verarbeitung vorbereitet. Im Dachbereich ist das Verstärkungsblech ebenfalls durchtrennt. Dies wird später mit einem MS Blech 0,3 mm rekonstruiert und eingebaut.

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Zur Verlötung werden alle 3 Wagenteile auf einer planen Keramikfliese an einer aufgezeichneten Linie ausgerichtet und mit Kreppband festgeklebt. Bitte kein Paketband benutzen, dies schmilzt durch die Hitze beim Lötvorgang.

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Die Innenseiten des Wagenkastens zeigen eine massive und feste Lötverbindung. Die Entsteht bei 400 °C mit der Lötstation und einer meißelförmigen Lötspitze.

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Von außen macht sich das eingesetzte Teil ebenfalls gut. Durch die plane Auflage ist lediglich ein kleiner Spalt, der später verspachtelt wird. Probeweise kann schon jetzt ein originales Dach zur Längenüberprüfung aufgesetzt werden.

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Im Dachbereich wird ein Stabilisierungsblech eingelötet. Damit erhält der Wagen seine ursprüngliche Stabilität wieder.

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Die ersten Spachtelarbeiten beginnen. Ich benutze dazu Nitrofeinspachtel aus dem KFZ Zubehörhandel. Und jetzt heißt es immer wieder nachspachteln, schleifen, fühlen, usw....
P.S. eine Arbeit, die ich ganz und gar nicht schätze und beherrsche :-(

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Nach langem Schleifen, nun wieder einmal ein paar Blecharbeiten :-) , das kann ich besser :-)
Das Dach wird ebenfalls an die Situation der ersten und zweiten Klasse angepasst. Dazu werden die Dächer, die Puksäge und die Sägelade bereitgelegt. Ich habe mit verschiedenen Dächern zunächst experimentiert, da die Biegung der Dachwölbung leicht differiert. Für unseren Wagen benötigen wir in jedem Fall ein Dach 2. Klasse ( 10 Dachlüfter ) und ein Dach 1. Klasse ( 8 Dachlüfter )

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Vor dem Sägen habe ich die Dachform komplett mit Bleistift auf eine Pappe übertragen. Damit kann ich später die ungefähre Länge grob überprüfen. Dazu natürlich das Messen und Notieren der originalen Dachlänge.

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Es wird gesägt...

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Hier wird nochmals die Biegung überprüft. An der markierten Stelle habe ich nochmals durch Biegen nachjustiert. Dies ist nur im kleinen Bereich möglich und, wegen der Materialstärke auch schwierig.

Nach Überprüfung der Länge wurden die beiden Dachteile auf der Keramikfliese fixiert und verlötet. Diesmal erfolgt die Verlötung von außen. Ein Versuch von innen zu verlöten führte leider zu einer nicht planen Auflage des Daches auf dem Wagenkasten. Das überschüssige Lötzinn wird außen abgefeilt und dann das Dach verspachtelt.

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Nach dem Lackieren ist von dieser "Operation" fast nichts mehr zu sehen.
Es folgt eine Zusammenstellung aller Bauteile, d.h. die Überprüfung, ob der Wagenkasten auf das Fahrgestell passt, und auch das Dach auf den Wagenkasten. Ist dies alles positiv kann das Lackieren begonnen werden.

Nun zum Lackieren:

Vor dem Lackieren habe ich mit einem originalem Märklin Blech die Verträglichkeit der Grundierung und Folgelacke mit dem originalem Lack getestet. Das Ergebnis ist positiv verlaufen und hier zu sehen:

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Alle Teile werden zunächst grundiert. Vorher wird mit 1200er Sandpapier die Oberfläche aufgeraut und mittels Benzin fettfrei gemacht.

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Hier ist der bereits grundierte Wagenkasten zu sehen. Ich verwende Elita Metallgrund.

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Das grundierte Dach:

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Der Wagenkasten wird mit der Airbrush mit einer 0,8er Nadel in Chromoxidgrün RAL 6020 matt von Elita lackiert. Die Spraydosen im Hintergrund haben mit der Lackierung nichts zu tun. Sie dienen der Beschwerung der Zeitung beim Lackieren im Freien.

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Die zweite Seite wird in grün lackiert. Wichtig sind alle Ecken und Kanten und natürlich der gleichmäßige Auftrag der Farben.

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Hier wird der schwarze Längsträger lackiert. Abgeklebt wurde mit Tamiya Abklebeband. Das Schwarz ist RAL9005
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Dazu kommt der gelbe 1. Klassestreifen im Bereich der 1. Klasse. Das Gelb trägt die RAL Nummer 1037 Sonnengelb.

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Im Anschluß wird mit glänzendem Klarlack das gesamte Wagengehäuse zur Vorbereitung der Beschriftung lackiert. Die komplette Beschriftung ist bei Andreas Nothaft unter der Bestellnummer 7854 erhältlich und läßt sich gut verarbeiten.

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Nach der erfolgreichen Beschriftung und dem Aufzeichnen der Türklinken mit silbernen Lackstift, wird der gesamte Wagenkasten nochmals mit glänzendem Klarlack lackiert. Dies schützt den Lack und auch die Beschriftung.

Vor dem Zusammenbau des Wagens gibt es noch ein weiteres Detail zum Anfertigen. Es handelt sich um den Trittkaten im Bereich des Mitteleinsieges. Er verhindert die Beschädigung des recht anfälligem Messingbleches vor Verbiegung und verhindert den Durchblick an den Trittstufen. Das benötigte Blech wird angerissen, mit der Biegeschiene gebogen und mittels eines M2 Gewindes im Wagenboden nach erfolgter schwarzer Lackierung befestigt.

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Hier ist schon einmal die probeweise Befestigung zur Überprüfung der Maßhaltigkeit zu sehen. Die Trennwand im Wagen wurde sicherheitshalber angelötet. :-) Sie dient der Stabilität des Wagens.

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Der Wagenkasten wird mit Fenstereinsätzen und Griffstangen montiert. Bei den Türfenstern habe ich den durchsichtigen Rand mit chromoxidgrün beilackiert. Dies verdeckt später Ungenauigkeiten an den Fensterausschnitten im Blech.

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Die Fenster im Türbereich werden mit Pattex Kontaktkleber eingeklebt.

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Die Griffstangen werden aus 0,8 mm Silberdraht selbst hergestellt und eingebaut.

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Der fertig zugerüstete Wagenkasten vor der Montage der Übergänge:

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Einbau der Wagenübergänge

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Es fehlt jetzt noch die Inneneinrichtung. Diese wird aus den Inneneinrichtungen der 3 achser Umbauwagen und werden passend zugesägt. Auch hier gibt es wieder eine Differenzierung nach 1. und 2. Klasse. Diese werden von unten mittels M2 Gewinden und den passenden Schrauben befestigt.

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Der Trittkasten wird montiert

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Hier sind nochmals alle Teile vor der Endmontage zu sehen. Das Dach wurde inzwischen mit Weißaluminium lackiert und mit Klarlack versiegelt. Leider habe ich davon keine Bilder.

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Mittels passender Holzleisten werden die Tritte an den Wagenenden von unten fixiert und im Inneren des Wagens umgebogen.

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Die Drehgestelle werden überholt und liegen für die Montage mit ihren Sprengringen bereit.

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Es fehlt lediglich das Dach, dann ist die Montage fertig.

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Und hier der Wagen komplett. Sehr schade ist, dass die Griffstange aufgrund einer ungenauen Bohrung nicht ganz gerade ist. Dafür ist es Handarbeit und schließt ein Lücke, die Märklin nicht gefüllt hat.

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Es fehlt noch die passende Retroverpackung. Diese entsteht aus dünner Graupappe. Die Maße werden von einer originalen Märklin Schachtel abgenommen und auf die Graupappe mit der Abwicklung der Schachtel übertragen. Danach mit dem Cuttermesser ausgeschnitten.
Die Decorseiten werden auf satiniertem Papier im Copyshop ausgedruckt und auf die Graupappe geklebt.
Fertig ist die Schachtel.

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Bild



So präsentiert sich der Wagen mit seiner "Retro" Verpackung. Das Motiv ist vom 2. Klasse Wagen, stört mich aber nicht.

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Fazit:
Ein aufwändiger Umbau, der viel Spaß gemacht hat. Der Wagen ergänzt den Byl und den BD4üm zu einer vorbildgerechten Garnitur, die Märklin nie gebracht hat. Besonderen Dank an Christian ( Bahngarfield ) für die Unterstützung bei der Erstellung der Verpackung und die Idee.
Zuletzt geändert von LH 1001 am Do 17. Sep 2020, 18:36, insgesamt 1-mal geändert.
LG Markus
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3L H0 Anlage mit unterschiedlichen Fahrzeugherstellern, K-Gleis, Steuerung ECoS 2 mit Modellstellwerk. Digitalformate MM, DCC, MFX

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Re: Reines Blech...

#716

Beitrag von bahngarfield »

Abgesehen davon, dass ich mich über jedes Wirklichkeit gewordene Fahrzeug aus "Märkronomicon" freue wie ein Schnitzel - einmal mehr ein dickes Dankeschön für die wunderbare Baudokumentation, und herzliche Glückwünsche zu diesem mit einem gewissen Neidfaktor behafteten Neuzugang in Deinem Fuhrpark! :wink:

:gfm: :gfm: :gfm:


Grüße!


Christian
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Re: Reines Blech...

#717

Beitrag von Brumfda »

LH 1001 hat geschrieben: Do 17. Sep 2020, 15:44Bild...Ein aufwändiger Umbau, der viel Spaß gemacht hat. Der Wagen ergänzt den Byl und den BD4üm zu einer vorbildgerechten Garnitur, die Märklin nie gebracht hat. Besonderen Dank an Christian ( Bahngarfield ) für die Unterstützung bei der Erstellung der Verpackung und die Idee.
Moin Markus!


:bigeek: :bigeek: :bigeek: :bigeek: :bigeek: :bigeek: :bigeek:
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Re: Reines Blech...

#718

Beitrag von bahngarfield »

Und hier kommt die nächste meiner digitalen Fieber-Phantasien. Angesichts dieses recht spektakulären Modells habe ich mich gefragt, ob man aus einer SK800 auch die 03 193 hätte "ableiten" können:

Bild
Originalaufnahme mit freundlicher Genehmigung von Fabian und Marius Rauch/ Modellbahn-Rhein-Main Team GbR


Sicherlich kompromissbehaftet, und doch eine Vorstellung davon gebend, wie diese Einzelgängerin als Modell aus dem Göppinger Haus vor einem halben Jahrhundert hätte aussehen können. Was sich die Märklin-Konstrukteure allerdings angesichts des Phantasietenders - aus dem sich weder ein 2'3T37 (03 193, 05) noch ein 2'3T38 (06) mit halbwegs vertretbarem Aufwand machen lässt - gedacht haben, wird wohl deren ewiges Geheimnis bleiben...


Grüße!


Christian
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Re: Reines Blech...

#719

Beitrag von Eisenbahner 2 »

Hallo Christian,
ein ähnliches Modell als BR 05, sicherlich auch kompromissbehaftet, aber es gefällt mir.
Kam vor Jahren als geschundenes schwarzes Modell mit klappernden Seitenverkleidungen
bei mir an.


Bild

Bild

Bild


Gruß und
bleib gesund!

Hans-Gerd :)
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Re: Reines Blech...

#720

Beitrag von Eisenbahner 2 »

doppelt geschrieben
Zuletzt geändert von Eisenbahner 2 am Fr 25. Sep 2020, 20:08, insgesamt 3-mal geändert.

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Re: Reines Blech...

#721

Beitrag von bahngarfield »

Ich hab' die 03 193 auf SK-Basis nochmal überarbeitet:

Bild
Originalaufnahme mit freundlicher Genehmigung von Fabian und Marius Rauch/ Modellbahn-Rhein-Main Team GbR

Verpasste man dem Phantasietender im hinteren Drittel einen selbstgedengelten "Aufbau", dann stimmte zumindest die Silhouette - und das verbessert den Gesamteindruck der Maschine erheblich.


Grüße!


Christian

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Re: Reines Blech...

#722

Beitrag von bahngarfield »

"Wenn es von Märklin auch eine V200.1 gegeben hätte in den 60er/70er Jahren, das wäre eine Wucht (gewesen)..." ist ein Zitat, das ich mir frecherweise aus einem Nachbarforum ausgeliehen habe. Nun, stellen wir uns vor, Märklin hätte unmittelbar nach dem Erscheinen der V200.1 1962 diese als Modell - bösartigerweise sei unterstellt aus Kostengründen auf dem Fahrgestell der 3021 - herausgebracht, wie hätte sie aussehen können?

Nehmen wir an, ein kruder Bastler käme 57 Jahre später auf die Idee, just jene Lok zu realisieren - es wäre theoretisch verblüffend einfach. Denn um Kosten zu sparen verwandte man beim Vorbild bei der Beblechung der Rundungen exakt jene für die Vorbauten der V200 gefertigten Holzschablonen; sie wurden lediglich durch einen negativeren Neigungswinkel zum Lokrahmen steiler gestellt (nachzulesen in Matthias Maiers wunderbarem Baureihenbuch über die V200). Soll heißen: V200 und V200.1 haben - von der Neigung abgesehen - exakt die gleichen Vorbauten.

Nun, dann müsste man doch "nur" (nur! :shock: ) einer 3021 die Vorbauten absägen und steiler gestellt wieder anpappen. Als Seitenwandpartie wird kurzerhand die Dachschräge einer weiteren 3021 eingesetzt, und fertig ist die Laube:

Bild
Originalaufnahme mit freundlicher Genehmigung von Fabian und Marius Rauch/ Modellbahn-Rhein-Main Team GbR


Nun ja, ein Wahnsinnsbastelaufwand mit zweifelhaftem Ergebnis, liegt doch - von Details abgesehen - das Manko bereits in der Grundkonstruktion. Die optische Wuchtigkeit bezieht die V200 - und noch mehr die V200.1 - aus der Proportionierung Dachschrägen-/ Führerstandsfensterpartie zu rotem Lokkörper (exzessiv ausgeführt beispielsweise bei der Grötsch-Blech-V200). Bei der 3021 ist der Oberbau mit den "tränenden" Fenstern gegenüber der roten Partie einfach zu groß ausgefallen, weswegen sie, Klassiker hin oder her, die Wuchtigkeit des Vorbilds nicht erreicht - und unser fiktiver Umbau schon gar nicht.

Bleibt die Frage, warum sich diesen Umbau ohnehin hätte jemand antun sollen. Entweder man ließ sich, nachdem die Fleischmann-221 1968 erschienen war, eine solche auf Dreileiter-Wechselstrom umbauen bzw. bewerkstelligte dies selbst, wenn man das konnte. Oder aber - ein Umbau, der offensichtlich so selten nicht war und ab und zu auch in ebay zu finden ist - man setzte schlicht und ergreifend das Fleischmann-Gehäuse auf's Märklin-Fahrgestell. Womit man eine hervorragend detaillierte V200.1 mit den höchst formidablen Fahreigenschaften der Märklin-3021 bekam.

Wobei mir einfällt, dass die Ingredienzien für just jenen Umbau irgendwo in meinem Keller schlummern. Muss mal suchen gehen. Am passenden "Hannig" soll's dann auch nicht scheitern...


Grüße!


Christian

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Re: Reines Blech...

#723

Beitrag von bahngarfield »

Auf mehrfachen Wunsch einer einzelnen Person hin :wink: habe ich die T09 ins Rot der 3089 getaucht:


Bild
Originalaufnahme mit freundlicher Genehmigung von Fabian und Marius Rauch/ Modellbahn-Rhein-Main Team GbR


Gelegenheit, zu meiner kleinen "artist impression" noch ein paar Gedanken zu äußern.

Zunächst: Sie stützt sich nicht auf den Vorentwurf, wie er beispielsweise am Beginn dieses Videos zu sehen ist. Meine Interpretation der T09, diese hier wie die beiden Illustration in "Märkronomicon" auch, fußen auf der praktisch durchgezeichneten Maschine, wie wir sie im "Stoffels" auf Seite 181 finden; eine Darstellung, die in ihrer Detailliertheit eigentlich kaum noch Fragen offen lässt.

Dennoch: Würde ein Bastler - nun, nennen wir ihn vorsichtig "verrückt mit masochistisch-ferrophiler Neigung" - ernsthaft den Versuch unternehmen wollen, ein Modell der nie Gebauten auf Basis der Märklin 3089/ 3094 auf die Beine (vulgo:Räder) stellen zu wollen, so wäre das wohl - theoretisch und unter Inkaufnahme einiger Kompromisse - nicht einmal ganz unmöglich.

Beginnen wir - im doppelten Wortsinne - von vorn: Die Krupp-Zeichnung zeigt eine Lokomotive, deren Bugform im Unterschied zu der des im Video sichtbaren Entwurfs in aufsteigender Blickrichtung bis zur oberen Zierleiste identisch ist mit der der 03.10/ 01.10; sprich, diesen, den unteren Gehäuseteil könnte man von der 3089/ 3094 übernehmen. Der Umstand, dass Märklin beim Erscheinen der 03.10 diese mit den zu kleinen Treibrädern der 3093 ausgestattet hat, kommt uns hier entgegen: Die Differenz von 1870mm (Treibraddurchmesser der S3/6-Märklin-Vorbildtype) zu 1750mm (geplanter Treibraddurchmesser der T09) beträgt in 1:87 gerade einmal einen guten Millimeter und ist damit optisch verkraftbar - "unsere" T09 kommt schließlich mit dicken, nagelneuen Radreifen aus der Fertigungshalle. :redzwinker: Der Vorläufer ist viel zu klein; erheblich besser passte der der 3049. Der aber dürfte - mit dem berühmten "360er" dürfte es ohnehin in Sachen Bogenlauf etwas kritisch werden - möglicherweise mit der Stromlinienverkleidung ins Gehege kommen. Diese wiederum - genauer gesagt: die Gestaltung des Ausschnitts - ist der einzige Punkt, bei dem ich von der Krupp-Vorlage abgewichen bin: Während die Aussparung in der Stromlinienverkleidung - vom Führerstand aus gesehen - vor der Vorlaufachse endet müsste exakt dort beim Modell der Ausschnitt hin, der dieser genügend Platz zum seitlichen Spiel bei Bogenfahrt gibt. Deswegen habe ich mich entschlossen, die Aussparung - in ihrer Form dynamisch an die darüberliegende Zierleiste angelehnt - bis über den Vorläufer hinaus zu verlängern. Positiver Nebeneffekt: Dadurch kommt auch die Blindwelle besser zur Geltung, die uns eine Schrott-3001 "spendiert". Den unvergleichlichen Eindruck, den eine fahrende T09 hinterlassen muss, kann man nur erahnen.

Das Nachlaufgestell hat einen kürzeren Achsstand als das Vorlaufgestell der 03.10 (2000mm gegenüber 2200mm im Original), weswegen dieses nicht zur Verwendung kommen kann; ohnehin käme eine Achsstandsverkürzung dem Bogenlauf zugute und verhinderte eine den zu großen Treibrädern geschuldete Lokgesamtlänge.

Das größte Problem dürfte wohl die Gestaltung der Rauchkammerfront darstellen. Doch auch diese ist vergleichbar der der 3089/ 94 geformt - nur eben erheblich steiler geneigt. Aber spätestens jetzt dilettiere ich nur noch. Wie man bei einer neu modellierten Rauchkammerpartie die Türen gestalten will - keine Ahnung. :(

Der Rest ist fröhliches 3089/94er-Gehäusepuzzeln, wie auch beim Tender, quasi einem verlängerten 2'2'T34St. In den gestreckten Abschnitt müsste eigentlich die Dachlüfterpartie einer NOHAB (als Abguss?) hervorragend hineinpassen. Dann noch irgendetwas lüftergitterartiges in die Seitenwand eingebracht, und "schon" ist die T09 fertig. Fehlt nur noch ein bisschen Farbe. Sollte sie rot werden empfiehlte es sich, es den Göppingern gleich zu tun und den identischen Farbton für das Fahrgestell wie das Gehäuse der Lok - das dunklere RAL 3005 - zu verwenden. Zwei sich beissende Rottöne an einer Lok sehen - wie man bis heute bei der 05 001 im Nürnberger Verkehrsmuseum "bewundern" kann - einfach unmöglich aus.

Die Genese der nie Gewesenen ist abgeschlossen. Ich unterstelle mal, dass unser gedachter, eingangs erwähnter fiktiver Modellbauer mittlerweile die Scheidung hinter sich, sämtliche Haustiere verjagt, im Beruf gekündigt und mit seinem Vermögensberater gebrochen hat.

Aber was dann auf seiner Anlage steht, ist ein Sahnestück. Und zwar ein absolut einmaliges. :mrgreen:


Grüße!


Christian
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Re: Reines Blech...

#724

Beitrag von Eisenbahner 2 »

Hallo zusammen,
im Juli 2015 habe ich ein Bild gemacht, auf dem zu sehen ist, was bis dahin
von meinem "Basteltisch" gerollt ist.

Das bezieht sich auf die Wagen und einige wenige Maschinen.

Die Wagen sind alle im Märklin Blech Stil der 1930/40er Jahre, die Guss Wagen
im Märklin Stil der ersten Hälfte der 1950er Jahre gebaut, neu lackiert und mit
den entsprechenden selbst hergestellten Decals komplettiert worden.

Für die Herstellung der Wagen wurden größtenteils defekte Teile, Ersatzteilspender,
nicht nur von Märklin, sondern auch von anderen Herstellern verwand.


Bild


Gruß und
bleibt gesund!

Hans-Gerd :)

UKR
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Re: Reines Blech...

#725

Beitrag von UKR »

Moin Hans Gerd,

Bei dem Bild bleibt mir echt die Spucke weg, und dann ist das auch schon 5 Jahre alt :bigeek: riesenrespekt und völlige Begeisterung.

Harzliche Grüße

Ulrich
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