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Re: Eigenbauten eines alten Neulings

Verfasst: So 3. Feb 2019, 21:59
von md95129
Es geht an meiner Zahnradlok weiter. Der Kessel ist am Chassis befestigt und die Feuerung bestehend aus Rohrbrenner/Gasduese/Regulierventil und Gastank ist fertig. Abgesehen vom (Ronson-)Einfuellventil sind alle Teile selbstgebaut:

Bild

Da die Lok recht klein ist, sind alle Teile auf engstem Raum zusammengedraengt. Als Naechstes nehme ich die Kesselarmaturen - Dampfentnahme/Manometer/Regler/Oeler/Frischdampfzuleitung in Angriff.
Regards

Re: Eigenbauten eines alten Neulings

Verfasst: Di 5. Feb 2019, 13:57
von Bertyk
Moin Henner,

ich bin fasziniert! :mad:

Re: Eigenbauten eines alten Neulings

Verfasst: Di 26. Feb 2019, 09:40
von franz_H0m
Hallo Henner,

das ist toll! Ich habe mich lange nicht mehr hier sehen lassen, aber ich hoffe, die Lok mal in echt sehen zu könne. Vielleicht im Juni. Vielen Dank, dass Du so ausführlich berichtest, dabei kann man echt was lernen!

Re: Eigenbauten eines alten Neulings

Verfasst: Di 5. Mär 2019, 00:59
von md95129
Inzwischen habe ich die Kesselarmaturen fertiggestellt: Verteiler, Regler, Wasserstand, Sicherheitsventil und (Dead-Leg-)Oeler. Der Manometer ist aus England. Der Reglerhandgriff ist aus schwarzem Rosenholz.

Bild

Als Naechstes kommt die Verrohrung zwischen Regler und Zylindern an die Reihe. Ich habe aber schon mal einen provisorischen Anschluss gemacht, um die Funktion der Kesselarmaturen zu testen. Besonders die Anbringung des Wasserstands am Verteiler ist problematisch. Wenn das nicht richtig klappt, wird noch eine gesonderte Buchse in den Kessel eingeloetet.
@Franz: Falls Du im Juni kommst, wird die Lok sicher schon fahren!

Re: Eigenbauten eines alten Neulings

Verfasst: Sa 30. Mär 2019, 18:38
von md95129
Die Verrohrung des Frischdampfs ist geschafft. Am Dom wird der Dampf in einem Ringkanal um das Wassereinfuellventil herumgeleitet. Alle Verbindungen sind hartgeloetet, aus Temperatur und Stabilitaetsgruenden. Es war nicht ganz einfach, das Lot an die richtigen Stellen zu bringen, aber davon abzuhalten, Gewinde oder Rohre zu verstopfen. Ausserdem ist die Schmelztemperatur des Lotes relativ knapp unterhalb der Schmelztemperatur von Messing. Aber Alles hat geklappt, siehe:

Bild

Als naechstes kommen die Rohre fuer den Abdampf zwischen den Zylindern dran und dann kann ich mit Dampftests beginnen. Ausserdem habe ich beschlossen, die Lok mit Fernsteuerung auszuruesten, da sie kurze Wege mit haeufigem Umsteuern zuruecklegen muss.
Regards

Re: Eigenbauten eines alten Neulings

Verfasst: Sa 30. Mär 2019, 21:49
von GMWE
md95129 hat geschrieben:
Sa 30. Mär 2019, 18:38
Ausserdem ist die Schmelztemperatur des Lotes relativ knapp unterhalb der Schmelztemperatur von Messing.
Ich habe bei dieser Gelegenheit feststellen müssen, das meine Messingteile beim Hartlöten
die Fasson und vor allem ihre Festigkeit verloren haben. Das Messing wurde einfach butterweich.
Wie hast Du es geschafft, trotzdem verwendbare Bauteile zu behalten?

Gruß, Peter

Re: Eigenbauten eines alten Neulings

Verfasst: So 31. Mär 2019, 00:36
von md95129
Peter,
hier in den USA bekomme ich noch cadmiumhaltiges Silberlot mit einem Schmelzpunkt von 610°C. Cadmiumfreies Lot schmilzt bei 630°C. Sollte also auch noch gehen. Meine Messingteile verziehen sich nicht bis kaum. Ich loete in einem abgedunkelten Raum und beobachte das Flussmittel. Wenn dieses anfaengt "waesserig" auszusehen, faengt das Lot an zu fliessen. Normalerweise lege ich etwas Lot auf die abgewandte Seite und halte die Flamme auf die Gegenseite. Sofort, wenn das Lot fliesst (es fliesst zur heisseren Stelle), nehme ich die Flamme zurueck. Ich loete inzwischen lieber mit Hartlot als mit Weichlot, da
1. Die Loetstellen ungleich fester sind.
2. Das Lot duennfluessig wie Wasser wird und hervorragend in kleine Spalte fliesst.
3. Einmal geschmolzenes Lot mit dem Grundmaterial legiert und damit einen hoeheren Schmelzpunkt bekommt, d.h. fruehere Loetstellen gehen nicht mehr so leicht auf.

Achtung: Silberhaltiges Weichlot nicht mit Silber-Hartlot verwechseln!
Regards

Re: Eigenbauten eines alten Neulings

Verfasst: So 31. Mär 2019, 09:39
von GMWE
Danke, Henner!

Ich habe mir jetzt nochmal deinen Bau-Thread im Buntbahnforum reingezogen.
Ist schon beeindruckend, deine Arbeitsweise und das bisherige Ergebnis.

Gruß, Peter

Re: Eigenbauten eines alten Neulings

Verfasst: Sa 15. Jun 2019, 23:08
von md95129
Lange habe ich nicht mehr vom Bau der Zahnradlok berichtet. Aber jetzt ist sie im "Rohbau" fertig und hat die ersten Tests recht gut ueberstanden. Die Zahnradstrecke in meinem Garten umgeht eine Adhaesionsstrecke mit Spitzkehren, die wegen Termitenbefalls einer Holzbruecke stillgelegt werden musste. Die Erbauer der Neubaustrecke haben einfach die Schienen ueber die alten gelegt. Zur Zeit ist die Lok noch mit einem Tender gekuppelt, der die Fernsteuerung enthaelt. Diese wandert natuerlich spaeter ins Fuehrerhaus. Die Tests ergaben, dass Alles dicht ist, der Kessel kraeftig Dampf macht, die Gooch-Steuerung funktioniert und die Servos "kalt" bleiben. Hier ein Video der ersten Kletterversuche:



Im Hintergrund die stillgelegte Stecke.
Regards

Re: Eigenbauten eines alten Neulings

Verfasst: Mi 19. Jun 2019, 10:19
von Feldbahn-Freak
Hallo Henner,

schon jetzt ein Hingucker! Die recht komplizierte Steuerung in Aktion ist wirklich schön anzusehen. Wie bekommt man es hin, dass die Fahreigenschaften im Langsamfahrbereich trotz des Echtdampfantriebes schon recht gut sind ?

Ich bleibe dran, an Deinen Baubericht.

Joachim

Re: Eigenbauten eines alten Neulings

Verfasst: Mo 29. Jul 2019, 04:49
von md95129
Joachim,
die Untersetzung (wie beim Original) von etwa 1:2 sowie die richtig eingestellte Steuerung hilft beim Langsamfahren.

Inzwischen habe ich mit der Detaillierung angefangen. Die Rauchkammer/Tuer ist fast fertig; ich warte jetzt nur auf Schrauben und Nieten aus Deutschland. Das Fuehrerhaus haben wir provisorisch aus MDF gelasert, um den Einbau der Fernsteuerung in dieser doch sehr kleinen Lok zu testen. So sieht das jetzt aus:

Bild

Der Schornsteinsattel ist aus einem Stueck gedreht, ausgeglueht und an den Kessel angepasst, der eigentliche Schornstein ist ein konisches Drehteil.
Regards

Re: Eigenbauten eines alten Neulings

Verfasst: Mo 9. Sep 2019, 04:15
von md95129
Ich habe in letzter Zeit am "Gesicht"der Lok gearbeitet, d.h. Frontschuerze, Pufferbohle, Rauchkammertuer:

Bild

Die Pufferbohle dieser Lok ist tatsaechlich nach vorne gebogen, keine Ahnung warum. Noch ein paar Detailierungen und es geht ans Zusammenloeten des Fuehrerhauses. Vorher muss noch die Unterseite der Rueckwand gebogen werden, eine knifflige Angelegenheit...
Regards

Re: Eigenbauten eines alten Neulings

Verfasst: Mo 9. Sep 2019, 06:11
von lernkern
Moin Henner.

Sach mal, die Lok sieht ja klasse aus! Aber sitzt da vorn auf der Pufferbohle etwa schon der erste Schwarzfahrer? Auf der Bohle vor der Kohle sitzt ne kleine Wa...!

Schickes Lökchen zimmerst du da!

Gruß

Jörg

Re: Eigenbauten eines alten Neulings

Verfasst: Mi 11. Sep 2019, 00:18
von md95129
Jörg,
danke fuer die Blumen! Die Wanze ist ein Mikro-Hobo, der eigentlich in den sonnigen Sueden reisen wollte, aber leider eine Lok erwischt hat, die gerade mal ein paar Meter den Berg rauf und runter faehrt :cry: .
Regards

Re: Eigenbauten eines alten Neulings

Verfasst: Mi 18. Sep 2019, 07:38
von Deutzfahrer
Moin Henner,

habe die Bilder staunend betrachtet ! :bigeek:

Modellbau vom feinsten !!

:gfm:

Re: Eigenbauten eines alten Neulings

Verfasst: Mi 25. Sep 2019, 19:38
von md95129
Juergen,
Danke!
Inzwischen haben wir das Fuehrerhaus zusammengeloetet. Wir verwenden "Stay-Brite"https://www.harrisproductsgroup.com/en/ ... ite-8.aspx ein Weichlot, das wesentlich fester ist als normales Lot:

Bild

Naechster Schritt: Detaillierung des Fuehrerhauses.
Regards

Re: Eigenbauten eines alten Neulings

Verfasst: Do 26. Sep 2019, 13:42
von Hombre
Einfach wahnsinnig schöner Modellbau den Du da machst - großes Kino.
Macht wirklich Freude.

Bitte weiter berichten.
Danke

LG
Bernhard

Re: Eigenbauten eines alten Neulings

Verfasst: Fr 27. Sep 2019, 08:51
von GMWE
Hallo Henner,
im Foto kann man erkennen, daß die Nietreihen gedrückt sind.
Hast Du dafür extra eine Art Maschine konstruiert, oder mit was
oder wem bekommst Du so schöne gerade Nietreihen hin ?

Gruß, Peter

Re: Eigenbauten eines alten Neulings

Verfasst: Fr 27. Sep 2019, 19:26
von md95129
@Bernhard: Werde natuerlich weiterberichten
@Peter: Da die Gehaeuseteile mit der CNC-Fraese ausgeschnitten sind, habe ich bei der Konstruktion gleich die Nietreihen mit beruecksichtigt. Sie werden in einem Bohr-File abgelegt und mit einem Zentrierbohrer ganz leicht von hinten angebohrt, siehe:

Bild

Damit ergibt sich eine gute Zentrierung der nachfolgenden Praegung.
Gedrueckt wurden die Nieten dann in der Staenderbohrmaschine (natuerlich im Stillstand :wink: ) mit Stempel/Matritze von NWSL http://www.nwsl.com/nwsl-online-catalog.html. Die Stempel gibt es bis herunter zu HO. Wenn die Nietnachbildungen nur am Rand und gerade sind, arbeite ich mit Anschlaegen.
Regards

Re: Eigenbauten eines alten Neulings

Verfasst: Fr 4. Okt 2019, 20:45
von Waldbart
Hallo Henner!

Die Lok macht ja super Fortschritte. Sehr erfreulich, dass alles so klappt, wie Du es geplant hast. Interesante Nietenmethode.
:gfm:
Ich wünsche Dir Viel Erfolg und bin weiterhin gespannt auf die weitere Entwicklung.

Viele Grüße
Tobias.

p.s.: Ein "Mikro-Hobo"... :lol: :lol: :D :clap:
Jawoll!!