realer Betrieb in den 60er Jahren

Bereich für alle Themen der vorlbildgerechten Modellbahn, wie Zugbildungsvorschläge, Vorbildinformationen oder Betriebsabläufe im Vorbild und Ihre Umsetzung bei der Modellbahn.

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geri
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Re: realer Betrieb in den 60er Jahren

#26

Beitrag von geri »

Hallo Joachim !

Röll hab ich leider nur Auszugweise gefunden (mit Drehscheiben und Drehgestellen was)

Zu den Puffern: Für mich gibts 3 Arten

1 Stangenpuffer - danke für die genaue Benennung - hab ich von M 46362 u. 46361 (Rungenwagen R02) mit genau solchen
da gehts mir um - Ende 60 noch unterwegs ?

2 Hülsenpuffer - das haben dann fast alle anderen - damit also alles klar ...

3 sog. Hochleistungspuffer - Beispiel Tante M 4659 - Containertransport - angeblich schon im Katalog 1970 !
Die Puffer schauen folgendermaßen aus : Sie sind auf so einer Art Crashbox montiert und die hat eine Gefahrenschraffur - schwarz gelb
das ganze gabs auch für Lokomotiven (hab da Bilder mit einer "echten" E-Lok im Kopf)
also kann das Märklin doch nicht frei erfunden haben ?

In natura hab das ich noch nie gesehen - bin aber Ö - vielleicht gibts bei uns so feine Sachen nicht ...


Apropos Bilder - hab leider Schwierigkeiten mit einfügen, sonst würd ich ...

lg aus Wien

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Sgns 691
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Re: realer Betrieb in den 60er Jahren

#27

Beitrag von Sgns 691 »

Hallo Geri,

zum Märklin-Modell 4659:

- das Modell ist im Katalog 1969 als Neuheit
- die Puffer des Modells sind ganz normale Standard-Hülsenpuffer
- beim Vorbild gab es diese Wagen sowohl mit Hülsenpuffern als auch mit Hochleistungspuffern
- das Märklin-Modell ist verkürzt, kann also nicht gemeinsam mit anderen Containern oder Containertragwagen eingesetzt werden
- das Vorbild war mit Langhubstoßdämpfern ausgerüstet
- d.h. der Pufferträger konnte sich in den Wagen hineinschieben
- die Warnschraffur sollte vor dieser Beweglichkeit warnen

Viele Grüße
Peter


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geri
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Re: realer Betrieb in den 60er Jahren

#28

Beitrag von geri »

Danke Peter !

Langsam klärt sich das Ganze auf !
Ja das mit den Container ist so eine Sache - es gibt zwar meines Wissens nach eine (Modell)Norm dafür,
aber das ist offenbar allen ziemlich Wurst. Es passt sogut wie gar nix zusammen - Wiking - märklin - Kibri, usw.
Kann mich da aber relativ gut aus der Affäre ziehen - Containertransport gabs Ende 60 sowieso noch wenig,
und verlief meistens mit Rungenwagen auf denen dann die Container kamen. Da hab ich 2 von märklin " mit Sealand und APL 40 Fuss.
Die Wikings mit Hamburg SÜD stehen da nur in der Nähe (Binnenhafen) . Fällt dann nicht so auf.
Ob ich mir den 4659 zulege muss ich noch überlegen - hab den noch nicht in "natura" gesehen. Leider sind die "frühen" von M
meist sehr "einfach" ausgeführt - und die "neuen" passen mir nicht vom Thema ... sind alle nach 70 ...

lg geri

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Sgns 691
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Re: realer Betrieb in den 60er Jahren

#29

Beitrag von Sgns 691 »

Hallo Geri,

den 4659 musst Du nicht kaufen. Es gibt von Märklin eine neuere Ausführung unter diversen Nummern, siehe hier der untere Block:
http://www.hfkern.de/Maerklin_Wagen/Gue ... er_s2.html

Deine Container passen leider alle 3 nicht für Ende der 60er Jahre:

- der Sealand ist ein Phantasiemodell ohne Vorbild. Ein 40'-Container mit der Bedruckung eines 35'-Containers.
- APL hatte zu der Zeit schon viele Container, war aber noch nicht im Europaverkehr tätig.
- Hamburg Süd hat unter dem Namen seiner Tochtergesellschaft Columbus Line im Mai 1971 seinen ersten Containerliniendienst zwischen der US-Ostküste und Australien sowie Neuseeland begonnen. Die kamen nicht nach Deutschland.

Zur Veranschaulichung dessen was es damals hauptsächlich gab, hier die Quotenaufteilung des Nordatlantikverkehrs, gültig ab Juni 1971:

Atlantic Container Line (GB) 20,25 %
United States Lines (US) 18,00 %
Sea-Land Service (US) 17,00 %
Hapag-Lloyd Containerlinie (DE) 14,17 %
Seatrain Lines (US) 11,25 %
DART Container Line (GB) 10,58 %
Container Marine Lines (US) 8,75 %
(Quelle: Hans van Ham, Development of Containerization, Amsterdam 2012, Seite 60)

Im Jahr davor war Moore-McCormack noch mit dabei.

Wenn Du eh schon alte Wiking-Container hast, dann bietet sich für dich die Wiking "Zubehörpackung - Container" 0018 09 an.
https://www.bahnlaedchen.de/Zubehoerpackung-Container
Diese Container passen alle für Ende der 60er Jahre. Die American Export Isbrandtsen Lines waren die Muttergesellschaft von Container Marine Lines. Die stecken in deren Quote mit drin.


Viele Grüße
Peter


JoWild
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Re: realer Betrieb in den 60er Jahren

#30

Beitrag von JoWild »

geri hat geschrieben:
Do 30. Jul 2020, 16:36

3 sog. Hochleistungspuffer - Beispiel Tante M 4659 - Containertransport - angeblich schon im Katalog 1970 !
Die Puffer schauen folgendermaßen aus : Sie sind auf so einer Art Crashbox montiert und die hat eine Gefahrenschraffur - schwarz gelb
das ganze gabs auch für Lokomotiven (hab da Bilder mit einer "echten" E-Lok im Kopf)
also kann das Märklin doch nicht frei erfunden haben ?

In natura hab das ich noch nie gesehen - bin aber Ö - vielleicht gibts bei uns so feine Sachen nicht ...


Apropos Bilder - hab leider Schwierigkeiten mit einfügen, sonst würd ich ...

lg aus Wien
Hallo Geri,
der Hochleistungspuffer ist nichts anderes als die Weiterentwicklung des Hülsenpuffers mit verbessertem Dämpfungsverhalten. Dass er zusätzlich größere Pufferteller hat, ist den länger gewordenen Eisenbahnwagons geschuldet. Auch dass jetzt der bewegliche Hülsenteil den größeren Durchmesser hat, ändert nichts am Hülsenpufferkonzept.

Deine sog. "Crash Box" hat nicht direkt mit den Hochleistungspuffern zu tun.
Ich wünsche allen Freude an ihrer Modellbahn
Joachim


Railwolf
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Re: realer Betrieb in den 60er Jahren

#31

Beitrag von Railwolf »

Hallo Geri,
geri hat geschrieben:
Do 30. Jul 2020, 16:36
Apropos Bilder - hab leider Schwierigkeiten mit einfügen, sonst würd ich ...
Oben links neben "Schnellzugriff" steht ein (blaues) :?: mit der Beschriftung FAQ.
Wenn du da drauf klickst, findest du unter anderem diesen Thread: viewtopic.php?f=30&t=30285
Damit sollte alles klappen.
Mit vielen Grüßen

Wolf 🐺


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geri
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Re: realer Betrieb in den 60er Jahren

#32

Beitrag von geri »

Hallo Peter !

Danke für die ganzen Containertipps.

Nach dem Motto "Jugend forscht" habe ich aber meine Forschungen weitergetrieben.

Hamburg SÜD ist klar - trotzdem gibts da etliche Fotos mit Containern aus den 60ern in orange aber mit verschiedenen
Reedereiflaggen und Schriftzügen drauf (Historie ?) da komm ich nicht weiter ...
Ich besitz noch einen Volvo (Orig. wurde schon 1969 ausgeliefert) mit einem Volvo Container in schönem blau -
Ich nehm mal an das Volvo nicht ins Containergeschäft (also Eigenbedarf) eingestiegen ist - aber wie real ist das bis 1970 ?

soweit zu meinen Wikings

zu SEALAND - habe da mit jemanden wieder Kontakt, der für die Canadian Pacific gearbeitet hat - mittlerweile ein "älterer" Herr
der folgendes erzählt: Noch vor 1970 gabs viele Container die schon ISOstandard waren - SEALAND hatten - da schon Pioniere -
die 35er in Massen (geschuldet der Restriktion lt. Strassenverkehrsordnung - Anm. von mir)
aber in Nordamerika war es auf manchen Strecken üblich im stacking (Huckepack - dh. da standen 2 aufeinander) zu fahren, da war das dann problematisch - Befestigung usw.
Dh. die SEALAND waren schwer in Zugzwang, da auch die Container nicht mehr ausschließlich auf den eigenen Schiffen fuhren ...
Da kamen ziemlich schnell (er meint noch vor 70) 40er - mit teilweise mit 35ern zusammenpassenden Befestigungspunkten - teilw. aber auch ohne
Er meint sich zu erinnern, dass man die schon an den Nummern der Ladelisten erkennen konnte - vermutlich 35er mit 5 Stellen -
die anderen hatten 6 Stellen
Wo er nichts dazu sagen kann - ob die auch dann schon einen Weg nach good old europe fanden
und zur amerikanischen STVO - das wär auch eine Möglichkeit das zeitlich einzugrenzen - bin ich auch noch
nicht weiter ...

Noch zu den Wiking Containertipp - Moore McCormack - ich hab da ein Bild mit einem Walther Cont. (nicht mehr erhältlich)
der ein anderes Logo zeigt - ein grünes Quadrat mit einem roten M drin - find leider auch hier zur Historie nix Gscheites ... ?
und der American Isbrandsen ist ein open TOP - kamen die im Seehandel wirklich zum Zug ?
Leider kostet auch das Senden bei dem empfohlenen Händler nach Ö 17,- Euro ... und in Ö gibts kein Anbot ...

lg geri

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Sgns 691
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Re: realer Betrieb in den 60er Jahren

#33

Beitrag von Sgns 691 »

Hallo Geri,

wo gibt es denn die Hamburg Süd-Bilder? Könntest Du da eventuell mal einige Links nennen. Würde mich schon interessieren.

Volvo hatte tatsächlich schon früh Container für den innerschwedischen Teiletourismus zwischen den vier Volvo-Werken. Hier drei Bilder von 1966:
https://digitaltmuseum.se/021018072041/jvmkbdb13436
https://digitaltmuseum.se/021018072045/jvmkbdb13436-03
https://digitaltmuseum.se/021018164400/ ... -omgivning
Durch Deutschland kamen diese Container erst ab Herbst 1975 als Volvo begann im niederländischen Born (ex DAF-Werk) die Fahrzeuge der Serie 300 zu fertigen.

Zur amerikanischen StVO zwei Anmerkungen:
1. Es gibt gar keine. Die StVO ist in den USA Sache der Bundesstaaten. Jeder Bundesstaat hat eine eigene.
2. Die Längenbeschränkungen waren in den einzelnen Staaten unterschiedlich.

Aber bereits im April 1961 hat die American Standards Association (ASA) die Containergrößen auf 10', 20', 30' und 40' Länge, jeweils mit 8' Breite und Höhe, festgelegt. SeaLand war natürlich dagegen, hat sich aber nicht durchsetzen können.

Ende 1972 hatte SeaLand insgesamt 53559 Container. Davon waren nur 2093 40'-Container und der ganze Rest 35'-Container. Eine ältere Zahl habe ich leider nicht. Ich bezweifele, daß die 40'-Container zu der Zeit überhaupt auf Sealand-Schiffe gekommen sind. In die Slots unter Deck passten sie nicht hinein und an Deck brauchten sie 2-3 Stellplätze, denn sie ließen sich ja nur symmetrisch zu den 35'-Containern stauen. Hier Bilder von zwei unterschiedlich 35/40'-Containern:
https://digitaltmuseum.se/011015423079/fo207402dia Kühlcontainer in Göteborg 1983
https://digitaltmuseum.se/021018189410/ ... erlastning Standardcontainer ca. 1980

Von Moore-McCormack gab es beide Gestaltungsvarianten der Container parallel. Hier ein Bild von 1968 in Göteburg auf dem sowohl die beiden Gestaltungen der Mormac-Container zu sehen sind als auch diverse Gestaltungen von ACL-Containern:
https://digitaltmuseum.se/021018075063/ ... ndiahamnen

Opentops sind sehr wohl im Überseeverkehr im Einsatz. Hapag-Lloyd z.B. hatte schon ab 1967 fünfzig Stück davon im Einsatz. Hier ein Bild von SeaLand-Opentops 1970 in Schweden:
https://digitaltmuseum.se/021018179972/ ... t-fran-usa

Allerdings habe ich festgestellt, daß Container Marine/American Export Lines gar keine Opentops hatte. Die hatten nur Gondolas (Flatracks).

Bei den Containern sollte man die Verleiher nicht vergessen. Insbesondere CTI, die hatten Ende 1972 mehr Container als SeaLand. Aber auch ICS, Interpool, SSI, sea containers, Uni-Flex, XTRA und natürlich in Deutschland Contrans. Gerade die Verleiher hatten darüberhinaus auch noch eine Menge ungenormter Kleincontainer am laufen. Das wäre vielleicht mal eine Idee für einen Eigenbau.

Beispiele:
cti, verschiedene Größen
http://www.deutschefotothek.de/document ... 001017_001 Deutschland 1966
https://digitaltmuseum.se/021018074879/ ... n-goteborg Göteborg 1969

sea containers, 9 cbm-Container
http://www.deutschefotothek.de/document ... -b_0000071
https://digitaltmuseum.se/021018074120/ ... n-sundsval


Viele Grüße
Peter

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