Einfahrsignal

Bereich für alle Themen der vorlbildgerechten Modellbahn, wie Zugbildungsvorschläge, Vorbildinformationen oder Betriebsabläufe im Vorbild und Ihre Umsetzung bei der Modellbahn.
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Silok
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Einfahrsignal

#1

Beitrag von Silok » Di 11. Sep 2018, 18:56

Hallo,
ich habe bei einer (Haupt-)Bahn in der Nähe gesehen, dass der Abstand dort ca 300m zwischen Einfahrsignal und dem "Ende für Rangierfahrten"-Signal beträgt. Welchen Spielraum gibt es da? Sind 300m Standard oder eine Ausnahme?
Vielen Dank für eure Antworten
Silok


WiTo
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Re: Einfahrsignal

#2

Beitrag von WiTo » Di 11. Sep 2018, 19:15

Silok hat geschrieben:
Di 11. Sep 2018, 18:56
Hallo,
ich habe bei einer (Haupt-)Bahn in der Nähe gesehen, dass der Abstand dort ca 300m zwischen Einfahrsignal und dem "Ende für Rangierfahrten"-Signal beträgt. Welchen Spielraum gibt es da? Sind 300m Standard oder eine Ausnahme?
Vielen Dank für eure Antworten
Silok
Hallo Silok,

deine Frage lässt sich, wie fast immer bei der Bahn nicht einfach mit ja oder nein beantworten. Wenn du 300m zwischen Ra10 (Halt für Rangierfahrten) und dem ESig beobahtet hast, dann ist das eher eine Ausnahme. Allerdings in Form einer Verschärfung, denn üblich sind 200m. Das ist aber eine Soll-Bestimmung. Liegt die Einfahrt in einem Gefälle, dann werden die 200 m verlängert (vielleicht wie in deinem Fall) und wenn es in einer Steigung liegt, dann kann (muss aber nicht) der Abstand sogar verkürzt werden (50m sind aber Minimum).

Schau mal hier: http://www.uni-stuttgart.de/iev/sites/d ... kap_23.htm

Da wird im Beispiel für Einfahrsignale das Ganze nochmal anschaulich erläutert.

Ich hoffe, ich konnte dir damit deine Frage ausreichend beantworten.

Liebe Grüße

Thomas (WiTo)
Meine Anlage:
http://www.stummiforum.de/viewtopic.php?f=64&t=121964

Computer hat man, um Probleme zu lösen, die man ohne Computer nicht hätte (für Modellbahnanlagen gilt sinngemäß das Gleiche).


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Re: Einfahrsignal

#3

Beitrag von Epsuedgro44 » Fr 14. Sep 2018, 13:22

Hallo Silok,

das hängt davon auf welche Epoche sich das ganze bezieht.

Heutzutage gilt auf Hauptbahnen mindestens 200 Meter bis zum Gefahrpunkt.

Bis zum 1. Wk waren 50 Meter üblich, da der Abstand Vorsignal zum Hauptsignal 400 Meter betrug.

Ab dem 1. Wk wurde dann aufgrund der steigenden Geschwindigkeiten der Abstand auf 100 Meter vergrößert.

Und zu Bundesbahnzeiten wurde dann der noch heutige gültige Wert von 200 Metern einegführt.

Wobei das immer die Standardwerte sind,der genaue Standort muß bei jedem Einfahrsignal anhand der Streckentopographie genau berechnet werden und kann vom Minimum (Steigung ) 100 Meter bis zum Maximum (Gefälle) 400 Meter reichen.


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Re: Einfahrsignal

#4

Beitrag von Silok » Fr 14. Sep 2018, 15:19

Hallo Epsuedgro44,
vielen Dank für deine Antwort.
Meine Anlage spielt in Epoche VI (s. hier).
Silok


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Re: Einfahrsignal

#5

Beitrag von Atlan » Fr 14. Sep 2018, 19:35

Hallo Silok,

auch die Geschwindigkeit, die auf diesem Streckenabschnitt gefahren werden kann, spielt eine Rolle; Ein Zug, der mit 160 km/h auf ein haltzeigendes Signal zufährt benötigt
einen längeren Durchrutschweg als ein Zug, der mit 100 km/h fährt.

Gruß
Manni


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Re: Einfahrsignal

#6

Beitrag von Epsuedgro44 » Sa 15. Sep 2018, 07:26

Hallo Manni,

die Standorte werden aber immer nach der Streckenhöchstgeschwindigkeit bestimmt :-)

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Re: Einfahrsignal

#7

Beitrag von Remo Suriani » Sa 15. Sep 2018, 09:36

Hallo,
uch die Geschwindigkeit, die auf diesem Streckenabschnitt gefahren werden kann, spielt eine Rolle; Ein Zug, der mit 160 km/h auf ein haltzeigendes Signal zufährt benötigt
einen längeren Durchrutschweg als ein Zug, der mit 100 km/h fährt.
Ja, aber nicht in dem GEschwindigkeitsbereich:
Bis eiscnhlielich 40km/h 50m, bis einschließlich 60km/h 100m, darüber grundsätzlich 200m (jeweils noch mit zu oder ABschlag für Steigungen).
Wobei man bei Einahsrignalen von "Gefahrpunktabstand" spricht und nicht Durchrutschweg. Als Gefahrpunkt gilt dafür entweder die Ra10-(Rangierhalt-)Tafel oder die erste stumpf befahrene Weiche

Bei höheren Geschwindigkeiten gibt es nochmal eine Abstufung im Vorsignalabstand 700m oder 1000m, da liegt die Grenze bei 100km/h oder 120km/h, das habe ich gerade nicht im Kopf.

Auf der Modellbahn kann man das natürlich nur selten in der Größenordnung ausleben. Hier sollte man zumindest überlegen, was die maximale Rangierfahrt-Länge ist, die über die EInfahrweiche übersteht. Dort kommt dann die Ra10 Tafel hin und dann sollte man dan zumindest noch einen sichtbaren Platz zum Einfahrsignal haben, da würde ich mal so 80-100cm in H0 sagen. Wenn nicht planmäßig rangiert wrd, wäre schön, wenn man zumindest mal eine Lok umsetzten kann bis zur Position der Ra 10 Tafel. Wenn das nicht geht, sollte man das Esig eher weglassen als es direkt vor die Einfahrweiche zu stellen.
Viele Grüße
Dirk

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Re: Einfahrsignal

#8

Beitrag von Epsuedgro44 » Sa 15. Sep 2018, 14:00

Hallo Dirk,

da muß ich widersprechen.
Bis eiscnhlielich 40km/h 50m, bis einschließlich 60km/h 100m, darüber grundsätzlich 200m
Die Abstände Vorsignal zum Hauptsignal wurden immer von der Geschwindigkeit und der Bremsauasrüstung der Züge beeinflußt.
Und damit einhergehend auch der Durchrutschweg , so nannte man den Abstand nämlich über Hundert Jahre bei den deutschen Eisenbahnen.

Grundsätzlich ist bei der DB der D-Weg hinter dem ESig

-200 Meter wenn die Streckenhöchstgeschwindigkeit mehr als 100 Km/h beträgt

-100 Meter wenn die Streckenhöchstgeschwindigkeit 60 bis 100 Km/h beträgt

- 50 Meter in allen übrigen Fällen.

Im Gefälle wird der D-Weg um 10 % pro Promille der Streckenneigung verlängert.

In Steigungen wird der D-WEg um 5 % je Promille gekürzt, wobei auf elektrifizierten Strecken immer mindestens 100 Meter vorhanden sein müssen.

"Gefahrpunkte" sind übrigens nicht nur Weichen oder die Ra 10 Tafel, sondern auch im Gleis planmäßig haltende Züge ,Sperrsignale usw.


Örtliche Besodnerheiten lasse ich jetzt mal außen vor.

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Re: Einfahrsignal

#9

Beitrag von Remo Suriani » Sa 15. Sep 2018, 16:43

Tut mir Leid, da muss ich wiedersprechen.

Ich gebe Dir recht, dass die Abgrenzung zwischen D-Weg und Gefahrpunktabstand nicht ganz leicht ist.

Den Begriff Gefahrpunktabstand gibt es auf jeden Fall bei der DB schon ewig.

Der D-Weg ist zum einen der Bereich, der hinter dem Signal freizuhalten ist und er muss vor dem Maßgebenden Gefahrpunkt enden. Damit ist der Gefahrpunktabstand und der D-Weg nach dieser Begrifflichkeit quasi deckungsgleich.
Auf der anderen Seite beschreibt der D-Weg aber auch ein Teil der Fahrstraße (neben dem Fahrweg als solchem und den Flankeschutzeinrichtungen). Da es auf der freien Strecke keine Fahrstraßen sondern den Streckenblock gibt, gibt es dort das Fahrstraßenelement "D-Weg" nicht. Es ist eben im allgemeinen das Einfahrsignal im Gefahrpunktabstand vor dem maßgebenden Gefahrpunkt aufzustellen. Natürlich entspricht das dem Durchrutshchweg, ist aber nicht das, was man stellwerkstechnisch als Durchrutschweg versteht. Darum wird der Begriff dort üblicherweise vermieden.
Grundsätzlich ist bei der DB der D-Weg hinter dem ESig

-200 Meter wenn die Streckenhöchstgeschwindigkeit mehr als 100 Km/h beträgt

-100 Meter wenn die Streckenhöchstgeschwindigkeit 60 bis 100 Km/h beträgt

- 50 Meter in allen übrigen Fällen.
Wie bereits erwähnt, dass ist nicht korrekt. Die Grenze sind kleiner/gleich 40km/h: 50m, kleiner gleich 60km/h: 100m, darüber 200m. Bei 100km/h gibt es keine Unterscheidung. Was ich aber gerade selber sehe: das gilt nur für Ausfahrsignale. Bei Einfahrsignalen gilt es nur eine Erleichterung wenn spitz befahrene Weichen im Fahrweg liegen. Sobald aber eine Ra10 Tafel da steht, ist man eh bei 200m, für die gilt nämlich keine Ausnahme (sie ist Absatz 2d und hier nicht aufgeführt).

Bild

Das gilt erst einmal für alle Signale. Da man nun hinter Ausfahr- und Zwischensignale ggf. im Gefahrpunktabstand liegende Weichen mit dem D-Weg in den Verschluss nehmen kann, und somit gefährdende Fahrten ausschließen kann, kann man dort den Gefahrpunktabstand quasi aushebeln und Signale Näher an die entsprechenden Fahrwegelemente Stellen. Der Durchrutschweg hebelt quasi damit die Gefahrpunkte aus. Da das am Esig nicht geht, muss er eben komplett freigehalten werden

Das sind die Werte für horizontale Strecken. Die Abweichungen bei Steigungen sind korrekt.
Viele Grüße
Dirk

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Re: Einfahrsignal

#10

Beitrag von Remo Suriani » Sa 15. Sep 2018, 17:44

ERGÄNZUNG: Das die Ra10-Tafel von der Verkürzung ausgenommen sein soll, ist aber durchaus nochmal zu hinterfragen. Auf Nebenbahnen findet man durchaus auch 100m. Könnte aber auch ein Bestandsschutzthema sein...
Viele Grüße
Dirk

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