Testbericht A.C.M.E. 70201 Frecciarossa 1000 (ETR 400)

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persus
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Testbericht A.C.M.E. 70201 Frecciarossa 1000 (ETR 400)

#1

Beitrag von persus »

Hallo zusammen.

Auch wenn sich der Zug nicht ganz oben sondern eher mitte-unten auf meiner Anschaffungsliste befand, entschloss ich mich, bei einem sehr günstigen Angebot zuzuschlagen. A.C.M.E. stellt meiner Kenntnis nach einige Varianten dieses formschönen Zuges her.
  • 70200: DC digital, achtteilig, mit Sound und Innenraumbleuchtung.
  • 79200: AC digital, achtteilig, mit Sound und Innenraumbleuchtung.
  • 70201: DC analog, viertilig, mit Innenraumbleuchtung.
  • 70204: DC analog, vierteilig, Edizione Speciale "10 Anni Frecciarossa", mit Innenraumbleuchtung.
Außerdem gibt es noch zwei Erweiterungssets mit je zwei Wagen.
  • 70202: DC digital, zweiteilig, mit Innenraumbleuchtung.
  • 79203: AC digital, zweiteilig, mit Innenraumbleuchtung.
Hier wird der 70201 mitsamt den beiden Erweiterungssets 70202 und 70203 vorgestellt.
Gruß
Pero

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persus
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Re: Testbericht A.C.M.E. 70201 Frecciarossa 1000 (ETR 400)

#2

Beitrag von persus »

A.C.M.E. 70201, 70202, 70203: FS Trenitalia 4400 803-3

Nachdem 2006 die italienische Eisenbahngesellschaft FS das Monopol auf den Personenverkehr verlor und die Konkurrenz daraufhin anfing, Hochgeschwindigkeitszüge zu bestellen, musste auch die FS mit ihrer Tochtergesellschaft Trenitalia was tun. Ihre Pendolini waren nicht schnell genug und der in die Jahre gekommene ETR 500 war technisch schlichtweg überholt. So kam es in 2010 dazu, dass ein Vertrag über den Bau von 50 ETR 400 zwischen Trenitalia, Bombardier und AnsaldoBreda abgeschlossen wurde. 2015 nahmen die achtteiligen Frecciarossa 1000, wie sie von Trenitalia genannt werden, mit einer Gesamtlänge von 202m und einer gemessenen Höchstgeschwindigkeit von über 390km/h ihren Dienst nach Fahrplan auf. Heute dauert eine Fahrt auf der 566km langen Strecke zwischen Mailand und Rom 2:15h.

Der Frecciarossa 1000 kennt die Wagenklassen Standard, Business, Premium und Executive.
- Wagen 1: Executive. Dominierende Farbe ist Braun.
- Wagen 2: Business. Dominierende Farbe ist Blau.
- Wagen 3: Business + Bistro
- Wagen 4: Premium. Entspricht der üblichen Klasse 1. Dominierende Farbe ist Rot.
- Wagen 5-6-7-8: Standard. Entspricht der üblichen Klasse 2. Dominierende Farbe ist Orange.
Während die Business-Klasse eine etwas noblere Ausstattung, ein Getränk und eine Tageszeitung im Preis inbegriffen bietet, als die 1. Klasse (Premium), erhebt die Executive-Klasse den Anspruch eines Superlativs. Ein ganzer Wagen für nur zehn Passagiere empfinde ich persönlich nicht als Superlativ sondern schlichtweg als dekadent und nicht mehr zeitgemäß.

Allgemeine Daten

Bahnverwaltung: FS - Ferrovie dello Stato Italiane
Epoche: 6
Spur: H0

Anzahl angetriebener Achsen: 4
Anzahl Achsen mit Haftreifen: 2
Anzahl Haftreifen insgesamt: 2
Kupplung: NEM-652 mit KK-Kinematik
Fünfpoliger Motor mit Schwungmassen
Schnittstelle: 21mtc
LüP: 2314mm (1170mm + 2x 572mm)
Mindestradius: 450mm
Eigengewicht: ca. 1800g
- Steuerwagen: 173g
- Mittelwagen: 182g
- Angetriebener Wagen: 359g

EAN: 8020200702018, 8020200702025, 8020200702032

Verpackung und Lieferumfang

A.C.M.E. liefert den Zug in einer Schachtelverpackung. Das Rollmaterial liegt in Schaumstoff eingebettet und jeweils umhüllt mit einer Kunststofffolie. Alles in allem eine saubere Verpackung. Sie schützt ihren Inhalt sehr gut und mach keinerlei Probleme beim Aus- oder beim Einpacken des Rollmaterials. Ganz so, wie es sein sollte. Zudem liegen Zurüstteile in kleinen Kunststofftütchen und ein Blatt in Hochglanzdruck als Betriebsanleitung bei.

Bei den Zurüstteilen handelt es sich um Blenden und Applikationen für die Fahrwerke/Drehgestelle. In Vitrinen oder bei großen Radien kann der Zug vorbildgerecht dargestellt werden. Ansonsten muss man Abstriche machen und darf sich entscheiden, ob auf Blende oder Drehgestelldetails verzichtet werden möchte. Weiter unten ist ein Foto des vorderen Drehgestells eines Steuerwagens, auf dem man die Blende und das Drehgestell ohne Detailapplikation sieht.

Die Betriebsanleitung ist mit viel Text versehen. Neben Öffnen, Decodertausch und Schmieren steht darin auch beschrieben, wie man die Funktionen des Zuges im Analog- und im Digitalbetrieb zu konfigurieren hat. Es wird auch darauf hingewiesen, dass auch Sound-Decoder eingesetzt werden können. Wie man den Lautsprecher einbaut, geht da nicht hervor. Dazu unten mehr. Die Ersatzteilliste ist sehr grob gehalten. Einige Posten mit Kompletteilen, wie z.b. Drehgestelle, Gehäuse, usw. Klein- und Einzelteile kann man nicht bestellen. Die Anleitung ist durchgehend auf Italiensch und auf Englisch geschrieben. Insgesamt finde ich die Betriebsanleitung ausreichend.

Konstruktion, Optik und Verarbeitung

Rücklicht:
Bild
Bild in hoher Auflösung

Bei der Konstruktion selbst gibt es keine großen Überraschungen. Es ist eine typische Konstruktion, wie wir sie von anderen Zügen und Herstellern kennen: Mittelmotor mit über Kardanwellen und Schneckengetriebe realisiertem Antrieb. Hervorhebenswert allerdings finde ich, dass die Kardanwellen aus Metall sind.

Das Erste, was man macht ist, den Decoder einbauen. Da ich jeweils einen LoPi 4 in 21mtc und PluX22 über habe, konnte ich gleich loslegen. Also: Gehäuse aufmachen. In der Bedienungsanleitung steht extra geschrieben, dass, wegen hohen Detailansprüchen und möglichst vorbildgerechter Wiedergabe des Modells eine spezielle Einrastvorrichtung einwickelt wurde. Darin wird empfohlen, ein sehr dünnes Kunststoffteil (darauf wird nicht näher eingegangen) zwischen Gehäuse und Boden zu schieben. Anschließend steht gleich geschrieben, dass bei Beschädigungen mechanischer oder elektrischer Natur die Garantie verfällt. Danke auch, sage ich dazu nur.

Inneneinrichtung:
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Bild in hoher Auflösung

Nun, ich kann euch sagen, der Zug ist sehr schwer zu öffnen. So dünne, unspezifische Kunststoffteile habe ich nicht. Aber mit einer Armee an Zahnstochern und sehr viel Fingerspitzen- und Feingefühl geht es dann doch. Das Bild, das sich einem dann bietet ist für mich schon recht ungewöhnlich. Während ich den Antrieb oben mit dem Prädikat Typisch versah, möchte ich die Inneneinrichtung hingegen nicht als Typisch bezeichnen. Sie ist eher überdurchschnittlich. A.C.M.E. gibt sich bei der Inneneinrichtung außerordentlich große Mühe. Selbst die Sitze sind mehrfarbig gestaltet und sollen das Vorbild bestmöglich wiedergeben.

Stirnbeleuchtung:
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Bild in hoher Auflösung

Innenraumbeleuchtung:
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Bild in hoher Auflösung

Was mir auffiel, als ich das Spitzenlicht einschaltete war, dass das Gehäuse in der Region der Scheinwerfer leicht durchscheint. Ist zwar nur ein leichtes Durchscheinen, aber na ja, auf sowas achte ich. Bei eingeschalteter Innenraumbeleuchtung fällt auch auf, dass der Bereich der Kupplung unten offen ist und da das Licht ungehindert das Gleisbett beleuchtet. Dennoch, so ist es mir allemal lieber, als wenn der Türbereich an den Enden der Wagen garnicht beleuchtet ist.

Nun, gegen beide Symptome gibt es einfache Mittel. Muss ich eben Hand anlegen und korrigieren. Ist auch nicht das erste Modell, bei dem ich ein wenig nachhelfen muss, um vollauf zufrieden damit zu sein. Passt schon. Insgesamt finde ich die Stirnbeleuchtung als auch die Innenraumbeleuchtung ein wenig zu hell. Nicht viel, ein ganz klein wenig zu hell. Aber lieber zu hell, als zu schwach. Denn zu hell kann man per Decoder runter regeln, was ich auch tun werde.

Ansonsten finde ich die Gehäuse insgesamt außerordentlich gut gelungen. Die Optik ist schlichtweg makellos, die Detaillierung sehr gut. Ebenso finde ich die Konstruktion sehr gut. Besonders positiv ist der konsequent geringe Abstand zwischen den Wagen. Die schwarzen Blenden liegen fast aneinander an. In der Kurve schlägt der Zug zwar aus - das ist nun mal im Modellbereich so - aber die beiden Blenden bleiben auch da erstaunlich nah beieinander und auch erstaunlich parallel zueinander. Interessant gelöst.

Dachgarten:
Bild
Bild in hoher Auflösung

Die Detaillierung der Drehgestelle ist bemerkenswert gut. Der Pantograph ist sehr filigran. Einzig der Dachgarten mutet ein wenig zu sehr nach Kunststoff an. Da ich ansonsten nicht der absolute Bahnexperte bin, werde ich wohl Abweichungen zum Vorbild nicht zuverlässig erkennen können. Aber das, was ich sehe, ist echt sehr, sehr detailliert und filigran ausgeführt.

Das Kuppeln der Wagen geht vielleicht ein Tick schwieriger von der Hand, als das bei den ICE-3 von MäTrix und von Piko der Fall ist. Es ist in etwa so, wie beim Velaro D von GFM/Roco. Auf jeden Fall nichts, was einen überfordert. (Sollte man meinen ;))

Bedruckung Seitenansicht 1:
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Bild in hoher Auflösung

Bedruckung Seitenansicht 2:
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Bild in hoher Auflösung

Bedruckung Front:
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Bild in hoher Auflösung

Draufsicht 1:
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Bild in hoher Auflösung

Draufsicht 2:
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Bild in hoher Auflösung

Bei der Bedruckung macht es A.C.M.E. einem einfach. Diese ist über jeden Zweifel erhaben. Sie ist super sauber ausgeführt und die Ränder sind durchgehend scharf umrissen.

Elektronik

Der Zug hat eine sechspolige Kupplung. Man kann also drei separate Signale durch den Zug führen. Von Werk aus sind es das fahrtrichtungsabhängige Spitzensignal mitsamt Rücklicht (die sind nicht voneinander getrennt), die Innenraumbeleuchtung und das obere Licht des Spitzensignals. Sprich, man kann sich entscheiden, ob man das Scheinwerferlicht mit den unteren zwei oder mit allen drei Scheinwerfern haben möchte. Schade: der Zug hätte noch so viel mehr vertragen. Allein schon das Fernlicht. Von der Konstruktion her - das sieht man auf dem Foto mit eingeschaltetem Frontlicht sehr gut - kann man das Fernlicht an richtiger Stelle über dem normalen Scheinwerfer anbringen.

Viel eher erwähnenswert finde ich die Tatsache, dass die Bordelektronik erkennt, ob man den Zug analog oder digital betreibt und dadurch entscheidet, die Schleiferumschaltung aktiv ist, oder nicht. Technisch sicherlich cool, in der Praxis aber weiß ich nicht, was ich davon halten soll. Zumal es mit der MS2 nicht funktioniert, mit der z21 aber schon. Stelle ich den Zug auf mein Programmiergleis in meinem Arbeitszimmer, welches an einer MS2 hängt, dann klackert das Relais unregelmäßig. Auf der Anlage mit einer z21 und einer MultiMaus funktioniert alles super. Und zumal die Elektronik dann nicht in der Lage ist, auch die Lichter entsprechend zu steuern. Für die Lichter sind da zwei Jumper drauf, dim man im Digitalbetrieb entfernen, im Analogbetrieb ja nach gewünschter Funktionalität setzen muss. Hm. Seltsam. Auf diese "intelligente" Bordelektronik hätte ich gut verzichten können. Ein paar Lichtapplikationen mehr wären mir lieber gewesen.

Platine Draufsicht
Bild
Bild in hoher Auflösung

Auch seltsam ist die Befestigung der Platine. Keine Schraube, auch kein Einrastmechanisums. Nein, die Platinen sind aufgesteckt und dann wurden die Plastiknippel geschmolzen. Eine Einwegbefestigung also. Die Platine kriegt man nicht ab, ohne die geschmolzenen Plastiknippel abzureißen. Danach ist keine feste Befestigung mehr möglich. Das gestaltet sich insofern schwierig, als dass der Decoder von unten angebracht wird und auch als dass die zwei Jumper von unten angebracht sind und so nah an einer Wand der Inneneinrichtung angebracht sind, dass man sie nur sehr, sehr schwer ab bekommt. Hinzu kommt, dass die Kabel zu den Kupplungen als Stecker ausgeführt sind, die man in auf der Hauptplatine dafür vorgesehene Buchsen stecken kann. Wozu der Aufwand, wenn es nicht vorgesehen ist, die Hauptplatine zu demontieren?

Alles irgendwie seltsam. Irgendwie nicht Fisch und nicht Fleisch die ganze Elektronik. Ich kann mir keinen Reim auf alles das machen.

Platine Seitenansicht
Bild
Bild in hoher Auflösung

Ach ja, und da ist kein Platz für einen Sound-Decoder. Eine durchsichtige Wand der Inneneinrichtung stört. Ist der Decoder etwas länger, als ein LoPi, muss man diese Innenwand entfernen, damit der Decoder Platz hat. Der Anschluss für den Sound ist mit einer Buchse ausgeführt. Wo zum Henker soll ich den passenden Stecker dafür bekommen? Ich meine klar, werde ich sicherlich finden, aber wer kauft nur einen einzelnen Stecker? Wenn ich beim Mükra nicht fündig werde, dann werde ich die Buchse ablöten und den Lautsprecher dran Löten. Einen Platz für den Lautsprecher habe ich nicht ausmachen können. Den Löchern am Boden nach zu urteilen, wir er wohl unter die Inneneinrichtung angebracht werden müssen. Doch so weit habe ich den angetriebenen Wagen noch nicht demontiert. Kommt später, wenn ich einen Sound-Decoder gekauft habe.

Nachfolgend noch die Belegung der Funktionsausgänge.

Code: Alles auswählen

AUX0f Stirnbeleuchtung vorne, Rücklicht hinten
AUX0r Stirnbeleuchtung hinten, Rücklicht vorne
AUX1  Innenraumbeleuchtung
AUX2  Oberes Licht der Dreilicht-Stirnbeleuchtung
AUX3  werksseitig nicht belegt
AUX4  werksseitig nicht belegt
AUX5  werksseitig nicht belegt
AUX6  werksseitig nicht belegt
Und nebenbei: Kein SUSI-Anschluss. :)

Fahreigenschaften

Die Fahreigenschaften der Lok sind einfach hervorragend. Extrem gute Langsamfahreigenschaften und ein sauberes Beschleunigen und Verzögern. Super leiser und super geschmeidiger Lauf. Sauberes Ausrollen. Sauberes und langsames Anfahren. Den Motor hört man nicht. Die Fahreigenschaften lassen keine Wünsche offen. So stellt man es sich vor.

Der Zug ist sehr, sehr schnell. Messen kann ich es nicht, aber schon bei etwas mehr als der halben Stellung am Geschwindigkeitsregler ist der Zug schon so schnell, dass ich langsam Angst kriege, dass er mir nicht aus einer Weiche fliegt.

Die Motor-Parameter für einen ESU LokPilot V4 M4 lauten wie folgt.

Code: Alles auswählen

CV02 =   2 - Minimalgeschwindigkeit
CV03 = 200 - Meine Maximalgeschwindigkeit (so nach Bauchgefühl eingestellt).
CV51 =   0 - Regelparameter I slow
CV52 =   0 - Regelparameter K slow
CV53 = 110 - Regelungsfrequenz
CV54 =  30 - Regelparameter K
CV55 =  50 - Regelparameter I
Fazit

Das ist mein erster Zug von A.C.M.E. Ich muss zugeben, meine Erwartungshaltung war sehr hoch. In Sachen Optik und Mechanik wurde meine Erwartung durchaus erfüllt. Es ist ein unglaublich gut verarbeiteter und bedruckter Zug. Alles sehr, sehr solide und überzeugend. Kaum bis kein Platz für Kritik an dieser Stelle. Vielleicht, aber auch nur vielleicht, hätte ich von einem Hersteller wie A.C.M.E, der bekannt für einen hohe Detaillierungsgrad ist, so Dinge wie Lüftungsgitter mit Ätzteilen und dergleichen erwartet. Aber ohne ist auch Okay.

Das Platinendesign überzeugt mich hingegen garnicht. Wenige Gimicks sind das Eine. Die Einwegbefestigung und die Elektronik, die unter der MS2 das Relais für die Schleiferumschaltung häufig aber unregelmäßig zum Klackern bring, das völlig Andere. Da macht man sich die Mühe, eine schlaue Elektronik zu bauen, welche zwischen Analog- und Digitalbetrieb erkennen kann und kommt dann dennoch nicht ohne Jumper aus. Und die klackert dann auch noch mit einer MS2. Da hätte man das auch lieber ganz gelassen. Ach ich weiß nicht. Der Weisheit letzter Schluss ist diese Elektronik ganz sicher nicht.

Nun gut. Mein erster Zug von A.C.M.E. Ich finde ihn Okay. Zwar kein Rundum-Sorglos-Paket aber mit Sicherheit ein sehr ernst zu nehmendes Modell eines ETR 400. Dass er im übrigen sehr formschön ist steht in meinen Augen zumindest außer Frage. Eine echte Augenweide.

Es handelt sich insgesamt um einen guten Zug. Meine Note: 2.
Zuletzt geändert von persus am Fr 3. Apr 2020, 20:47, insgesamt 3-mal geändert.
Gruß
Pero

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persus
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Re: Testbericht A.C.M.E. 70201 Frecciarossa 1000 (ETR 400)

#3

Beitrag von persus »

Gruß
Pero

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Re: Testbericht A.C.M.E. 70201 Frecciarossa 1000 (ETR 400)

#4

Beitrag von 11652 »

Hallo Pero

Besten Dank für den super umfangreichen Bericht, toll gemacht!

Wünsche dir viel Freude mit dem Zug! Bei mir steht der eigentlich auch auf der "haben will" Liste... doch ich werde trotzdem widerstehen (müssen).

Grundsätzlich finde ich den Zug schon sehr beeindruckend - durfte ihn von aussen in Milano Centrale und neben unserem Zug im Grossraum Milano erleben...

Hier eine Impression vom Bahnhof:

BildFrecciarossa 1000 by Christian Müller, auf Flickr
Gruss Christian

Meine Fotos (Bahnen und Vierwaldstättersee-Dampfschiffe) auf Flickr: https://www.flickr.com/photos/134896793@N03/

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trashmaster
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Re: Testbericht A.C.M.E. 70201 Frecciarossa 1000 (ETR 400)

#5

Beitrag von trashmaster »

Top Testbericht (wie mans von dir gewohnt ist ;) ), Dankeschön!
Die italienischen Hochgeschwindigkeitszüge würden mich auch interessieren, aber Preislich liegen die alle außerhalb meiner Möglichkeiten...
Grüße Georg


supermoee
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Re: Testbericht A.C.M.E. 70201 Frecciarossa 1000 (ETR 400)

#6

Beitrag von supermoee »

Hallo

Besten Dank für den super Test. Toller Zug.

Die Logik der Elektronik erschliesst sich mir nicht. Ich bin Digitalfahrer und bin trotzdem auf die Schleiferumschaltung angewiesen. Der Zug wäre nichts für meine Anlage.

Gruss

Stephan
MM freie Zone, während DCC sich bei der Steuerung von Loks immer breiter macht. Sonst mfx.


Vorreiter
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Re: Testbericht A.C.M.E. 70201 Frecciarossa 1000 (ETR 400)

#7

Beitrag von Vorreiter »

Hallo!
Pero
Die Qualität deines Berichtes entspricht ja einer Doktorarbeit.
Ganz toll!
Eine Frage hätte ich aber dennoch, gibt es in diesem Modell mit dem futuristischen Dessin
irgendwo einen Kondensator versteckt verbaut?
Danke schon mal für die Antwort.
MfG

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persus
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Re: Testbericht A.C.M.E. 70201 Frecciarossa 1000 (ETR 400)

#8

Beitrag von persus »

Guten Morgen zusammen.

Vielen Dank für euer Lob. Es freut mich sehr, dass der Bericht gefällt.
Vorreiter hat geschrieben:
Fr 3. Apr 2020, 23:51
Eine Frage hätte ich aber dennoch, gibt es in diesem Modell mit dem futuristischen Dessin irgendwo einen Kondensator versteckt verbaut?
Ja, in der Tat, da ist auch ein Kondensator auf der Hauptplatine. Der ragt nach unten in die Küche hinein und ist von allen Seiten von Wänden umgeben, sodass er nicht zu sehen ist. Die Kapazität kann ich nicht ablesen: ich habe die Platine (noch) nicht demontiert. Es handelt ich um einen handelsüblichen, radialen SMD-Kondensator. Von der Größe her würde ich auf 220µF bei 25V tippen.
Gruß
Pero


Emilcollection
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Re: Testbericht A.C.M.E. 70201 Frecciarossa 1000 (ETR 400)

#9

Beitrag von Emilcollection »

Hallo,

der Test übersichtlich, ja, aber zur Doktorarbeit fehlt noch das Wesentlichste! :lol:

Wie verhält sich der Zug im Einsatz?? Bei 5 geschobenenen Wagen mit 300km/? Bei welchen Radien funktioniert das?

Liebe Grüße

Wolfgang

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persus
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Re: Testbericht A.C.M.E. 70201 Frecciarossa 1000 (ETR 400)

#10

Beitrag von persus »

Emilcollection hat geschrieben:
So 5. Apr 2020, 09:56
[...] ja, aber zur Doktorarbeit fehlt noch das Wesentlichste! [...]
Die Note ist mir egal, solange ich von Plagiatsvorwürfen verschont bleibe. :fool:
Emilcollection hat geschrieben:
So 5. Apr 2020, 09:56
[...] Wie verhält sich der Zug im Einsatz?? Bei 5 geschobenenen Wagen mit 300km/? Bei welchen Radien funktioniert das? [...]
Aber ja, du hast im Prinzip Recht. Leider kann ich das weder messen noch diese Geschwindigkeiten erreichen. Dazu ist bei mir nich genug Platz auf der Anlage.
Zuletzt geändert von persus am Mo 6. Apr 2020, 18:43, insgesamt 1-mal geändert.
Gruß
Pero


Vorreiter
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Re: Testbericht A.C.M.E. 70201 Frecciarossa 1000 (ETR 400)

#11

Beitrag von Vorreiter »

Hallo!
Pero
Möchte mich für die prompte Antwort betreffs des Kondensators bedanken. Dankeschön.
MfG

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markus90
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Re: Testbericht A.C.M.E. 70201 Frecciarossa 1000 (ETR 400)

#12

Beitrag von markus90 »

Gut verfasster Testbericht von einem genialen Modell!
Endlich ein Hochgeschwindigkeitszug mit Liebe zum Detail. :D
Sobald einer gebraucht bei eBay und Co. auftauchen wird werde ich gerne mitbieten...

Viel Spass mit dem ETR 1000!

Grüsse, Markus


dariod
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Re: Testbericht A.C.M.E. 70201 Frecciarossa 1000 (ETR 400)

#13

Beitrag von dariod »

Vorsicht auf die Lichter: Sie brennen leicht!
Die Lösung besteht darin, die Intensität der Lichter zu verringern:
CV31=16
CV32=0
CV262=16
CV270 a 16


Thomas I
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Re: Testbericht A.C.M.E. 70201 Frecciarossa 1000 (ETR 400)

#14

Beitrag von Thomas I »

Emilcollection hat geschrieben:
So 5. Apr 2020, 09:56
Hallo,

der Test übersichtlich, ja, aber zur Doktorarbeit fehlt noch das Wesentlichste! :lol:

Wie verhält sich der Zug im Einsatz?? Bei 5 geschobenenen Wagen mit 300km/? Bei welchen Radien funktioniert das?

Liebe Grüße

Wolfgang
Hallo Wolfgang!
Ob der überhaupt 300km/h:87 erreicht?

Ich habe ja selber einen, aber da die Kupplungen wie von Pero schon beschrieben nicht gerade darauf ausgelegt sind dass man den Zug andauernd auf die Gleise stellt und aneinander koppelt und dann wieder einpackt, ruht der noch in der OVP und wird dort wohl auch leider so lange bleiben bis ich zumindestens einen Schattenbahnhof auf meine Anlage soweit fertig habe das da Züge dauerhaft parken können.

Von daher bin ich gespannt was der kann, weil wenn die Anlage fertig ist hätte ich eine Schnellfahrstrecke...

Mit freundlichen Grüßen
Thomas
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oligluck
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Re: Testbericht A.C.M.E. 70201 Frecciarossa 1000 (ETR 400)

#15

Beitrag von oligluck »

Moin Pero,
ganz gewiss nicht meine Epoche, aber ein eindrucksvoller Zug!

Ich versuche gerade, den Raumbedarf zu errechnen, mit dem ich die Vorbildgeschwindigkeit umsetzen könnte: ich könnte heimlich den Keller vergrößern, indem ich unterirdisch buddele, bis zum Nachbarn gegenüber unter der Straße hindurch. Reicht das?

Viele Grüße,
Oliver
Bleibt alle gesund!


Thomas I
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Re: Testbericht A.C.M.E. 70201 Frecciarossa 1000 (ETR 400)

#16

Beitrag von Thomas I »

oligluck hat geschrieben:
Mo 6. Apr 2020, 04:36
Moin Pero,
ganz gewiss nicht meine Epoche, aber ein eindrucksvoller Zug!

Ich versuche gerade, den Raumbedarf zu errechnen, mit dem ich die Vorbildgeschwindigkeit umsetzen könnte: ich könnte heimlich den Keller vergrößern, indem ich unterirdisch buddele, bis zum Nachbarn gegenüber unter der Straße hindurch. Reicht das?

Viele Grüße,
Oliver

Hallo Oliver!

Es reicht doch Tunnel-Brücke-Tunnel um ein Stück Schnellfahrstrecke nachzubilden.
Okay im unsichtbaren Bereich sollte dann nicht gleich R1 kommen, aber nach meiner Erfahrung gehen die meisten Hochgeschwindigkeitszüge mit Vmax schon durch Radien von 730 bis 790mm.

Mit bestem Gruß
Thomas
http://www.oogardenrailway.co.uk/


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Re: Testbericht A.C.M.E. 70201 Frecciarossa 1000 (ETR 400)

#17

Beitrag von Zeely »

Hallo Pero,

Danke für den tollen und umfangreichen Bericht.
Ich habe mir den Luxus jetzt auch gegönnt, einen Frecciarossa 1000 mein Eigen nennen zu dürfen.
Habe die 8teilige Soundvariante mit der "10 Jahre"-Bedruckung in Italien bestellt...
Kannst Du eventuell noch was zum Zurüsten des Zuges sagen? Habe eben nur mal kurz in den Karton geschaut.
Ein paar Zurüstteile liegen ja bei, aber eine Anleitung dazu habe ich auf den ersten Blick nicht gefunden...
Vielleicht kannst Du mir da schon einen Tipp geben oder Dir ist irgendwas beim Zurüsten positive/negativ aufgefallen?!

Viele Grüße,
Zeely


blackbaracuda
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Re: Testbericht A.C.M.E. 70201 Frecciarossa 1000 (ETR 400)

#18

Beitrag von blackbaracuda »

Kannst du etwas zu den Mindestradius von dem Zug sagen? Es sind 450 mm angegeben. Kann der Zug auch engere Radien fahren?


Zeely
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Stromart: DC
Steuerung: TC Gold, ECoS II
Gleise: Tillig Elite + FLM

Re: Testbericht A.C.M.E. 70201 Frecciarossa 1000 (ETR 400)

#19

Beitrag von Zeely »

blackbaracuda hat geschrieben:
Mo 22. Jun 2020, 16:37
Kannst du etwas zu den Mindestradius von dem Zug sagen? Es sind 450 mm angegeben. Kann der Zug auch engere Radien fahren?
Bei mir gibt es nur eine einzige Stelle auf der Anlage, die knapp unter 400mm Radius liegt. Hier entgleist der Zug leider regelmäßig.
Habe mich aber noch nicht näher damit beschäftigt, ob ich irgendwas machen kann, damit das nicht passiert...

LG


lokdoc
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Österreich

Re: Testbericht A.C.M.E. 70201 Frecciarossa 1000 (ETR 400)

#20

Beitrag von lokdoc »

Guten Abend!
Ganz toller Bericht, fast eine Masterarbeit o.ä.
Besitze einen Frecciarossa 4-teilig, ETR500; allerdings ist die Anleitung in Italienisch, Deutsch bruchstückhaft. Bis jetzt habe ich ihn nicht zum Fahren gebracht. Sounddecoder ESU 5.0 eingebaut, dazu musste mehr Platz geschaffen werden. Der Dummy braucht einen Funktionsdecoder, oder nicht? Nur für ein zusätzliches Licht, oder zum Fahren?
Was ist also die Mindestvariante, dass der Zug fährt, welcher Decoder, geht ESU 5.0 nicht? Reicht ein Decoder im Triebfahrzeug? Wie programmieren? Ganzen Zug aufs Programmiergleis? Gibt Fehlermeldung: Error 2 bei Lenz. Innenlicht leuchtet nicht,fährt auch nicht, ein paar Geräusche undefiniert.
Vielleicht kann mir jemand weiterhelfen, bei A.C.M.E kommt meine Mail nicht an.
Vielen herzlichen Dank!
Herbert

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