Erfahrungen CNC Portalfräse

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Threadersteller
frabraigel
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Erfahrungen CNC Portalfräse

#1

Beitrag von frabraigel »

Hallo, ich bin auf der Suche nach einer kleinen CNC Portalfräse.
Ich möchte gerne Gebäude selbst bauen.
Hat hierzu jemand Erfahrung in Bezug auf einen bestimmten Hersteller, Werkstoffe für die Wände usw.

Danke im Vorhinein


volkerS
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Re: Erfahrungen CNC Portalfräse

#2

Beitrag von volkerS »

Hallo,
die Fräse solltest du nach der Größe der Teile, dem Material usw. auswählen das du bearbeiten willst. Ideal wäre auch ein Staubsaugeranschluß. Auch die Frässpindel ist ein Thema. Es gibt die Frässpindel von Proxon mit 20er Hals die kann aber nur Fräser mit maximal 3,15mm Schaft. Große Fräsen haben eine Eurohalsaufnahme 43mm (z.B. Kress). Nach Möglichkeit sollte ein Werkzeugtaster vorhanden sein, andernfalls musst du nach jedem Wechsel erst mal den Nullpunkt ankratzen. Chinaspindeln sind meist bzgl. der elektrischen Sicherheit fragwürdig. Die Krönung der Spindelmotoren sind welche mit ATC/WZW(Werkzeugwechsler).
Volker


El Lobo
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Re: Erfahrungen CNC Portalfräse

#3

Beitrag von El Lobo »

frabraigel hat geschrieben:
So 5. Apr 2020, 09:16
Hallo, ich bin auf der Suche nach einer kleinen CNC Portalfräse.
Ich möchte gerne Gebäude selbst bauen.
Hat hierzu jemand Erfahrung in Bezug auf einen bestimmten Hersteller, Werkstoffe für die Wände usw.

Danke im Vorhinein
Hallo!

Wie Volker im vorigen Beitrag schon schrieb, ist eine entscheidente Auswahl die zu bearbeitende Größe. Es ist sicherlich ein Unterschied, ob ein Gebäude in Spur G oder z.B. in Spur Z gebaut werden soll. Daneben ist meiner Meining auch der Funktionsumfang der (mitgelieferten) Frässoftware zu betrachten. Viele Zeichenprogramme etwa bieten den Output etwa als .dxf (teilweise HPGL oder co.) Datei an, was wiederum auch durch diverse CNC Steuerungsprogramme (z.B. wenn nur in einer oder 2 Ebene gefräst werden muss, was in der Verarbeitung eine Vereinfachung bringt und etwa bei der Herstellung von einer einfachen Ziegelwand denkbar wäre) direkt lesbar ist. Viele CNC Programme wiederum benötigen den sogenannten G-Code zur Befehlseingabe, was wiederum ein "Zwischenprogramm" benötigt, um die gezeichneten Daten für die CNC Maschine verstehbar zu machen.

Hast du dir schon diverse Angebote etwa für den Modellbaubereich angeschaut?

LG

Wolfgang
Meine RC Modelle RC Tuk Tuk


volkerS
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Re: Erfahrungen CNC Portalfräse

#4

Beitrag von volkerS »

Hallo,
Portalfräsen die HP-GL verstehen (Hewlett Packard Graphics Language) können zwar, wenn man beim Zeichnen verschiedene Farben verwendet werden, diese auseinanderhalten und jeder Farbe einen eigenen Fräser zuordnen. Mich störte aber immer, dass die Linienzüge (Fräsbahn) in der Reihenfolge abgearbeitet werden wie man sie gezeichnet hat. Sofern ein PC mit Druckerschnittstelle (Parallelport) verfügbar ist, wäre Mach3 ein sehr gutes Programm. Bis 1000 Programmschritte G-Code Freeware. Außer der Mechanik benötigt man nur die Schrittmotortreiber.
Volker


ajo
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Re: Erfahrungen CNC Portalfräse

#5

Beitrag von ajo »

Keine leichte Entscheidung - wie hoch ist dein Budeget wie groß werden deine geplanten Teile maximal? Brauchst du eine Fräse fertig zusammengestellt oder kommst du auch mit einem Bausatz klar? Fräst du nur Umrisse oder auch in Richtung 2,5d? Auf der Sorotec Seite findest du jedenfalls Anfängermodelle und reichlich Zubehör. Ich als absoluter Laie hatte mir eine Fräse mit etwa DIN A4 Größe des Arbeitstisches zugelegt, eine Frässoftware für Umrisse (plt Format) war enthalten. Mir war wichtig ein solider massiver Arbeitstisch da sich hier ein Verzug bei instabilen Ausführungen besonders negativ bemerkbar macht. Fäser für ca. 5 EUR sind "günstig" nicht unbedingt präzise aber für den Anfang geeignet. Ich habe keinen automatischen Werkzeugwechsel, keinen automatischen Längensensor und auch "nur" einen Proxox Motor als Spindel. Kosten ca. 2.500 EUR unter dem wird das wohl nichts! Den Hersteller gibt es aber leider nicht mehr. Mittlerweile nutze ich FUSION 360 als CAD und CAM und WIN PC-NC USB als Frässoftware.
Fast schon ein Hobby im Hobby daher den Zeitaufwand nicht unterschätzen!

Gruß Andreas


Rolf
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Re: Erfahrungen CNC Portalfräse

#6

Beitrag von Rolf »

Ich besitze eine Fräse von MechaPlus, mit der ich sehr zufrieden bin.

Allerdings muss ich auch sagen, dass ich (vom 3D-Drucker her kommend) die Sache deutlich unterschätzt hatte. Es war eine ganz schöne Einarbeitung nötig, bevor zuverlässig und meist auch auf Anhieb die Teile fertig werden, die ich haben möchte. Modern ausgedrückt: Die Lernkurve ist anfangs recht steil. Zum Glück gibt es in Baumärkten sehr billiges 4mm-Laubsägensperrholz - damit kann man viel ausprobieren. Und ich bin immer noch ein Lernender und sammle stetig neue Erfahrungen.
Werkzeugwechsler und Werkzeuglängentaster habe ich nicht und habe diese auch noch nicht vermisst. Allerdings habe ich mir irgendwann einen dauerlauffähigen Staubsauger extra für die Fräse zugelegt, weil manche Teile doch länger dauern.

Ich habe mit der Maschine bisher nur Holz gefräst. Laut Hersteller sind auch Nichteisenmetalle (Alu, Messing) möglich. Kunststoff soll natürlich auch gehen, habe ich aber ebenfalls noch nicht gemacht.

Zum konstruieren und Fräsdatei erstellen (CAD und CAM) verwende ich FreeCAD, und wie Andreas WIN PC-NC als Frässoftware.

Noch ein Hinweis am Rande: Ein Teil mit der CNC-Fräse herzustellen geht zwar viel schneller, als das gleiche Teil 3D zu drucken. Aber bei der Fräse muss ich daneben stehen, der 3D-Drucker läuft nach einer kurzen Kontrolle beim Start oft stundenlang, ohne dass ich dauernd danach schauen muss.

Viele Grüße
Rolf


Claus60
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Re: Erfahrungen CNC Portalfräse

#7

Beitrag von Claus60 »

Hallo.
ich habe mir 2018 eine billige CNC Fräse selbst gebaut. Kostete ca 200€. Inzwischen gibt es diese Bausätze deutlich günstiger. Für Gebäude bis zu meinem Maßstab 1:45 reicht das Maschinchen aus. Zur Not macht man eben mehrteilige Wände... Metall ist aber eher nicht so ihr Ding.
2019 habe ich die Fräse dann mit einem 15 Watt LED- Laser Modul aufgerüstet und verwende fast nur noch den Laser. Die Fräse kommt nur noch zum Einsatz, wenn ich Teile benötige, die zwingend aus Kunststoff sein müssen. Wie z.B. Fenster- Verglasungen. Kunststoff lasern kann extrem toxisch sein. Deswegen probiere ich das erst gar nicht...

Auf meinem Blog gibt es dazu einen umfangreichen, bebilderten Erfahrungsbericht.

Eigentlich benötigt mal sowohl eine CNC Fräse als auch einen Lasercutter und einen 3D Drucker, am besten als Resin Drucker. letzterer ist dann 2020 zu meinem Maschinenpark hinzugefügt worden... Mit der Ausstattung kann man dann fast alles selbst fertigen. Der schnelle, unkomplizierte und sehr präzise Laser für größere, flache Teile, die kompliziertere Fräse für alles aus Kunststoff und der sehr komplizierte, langsame und auch vom Verbrauchsmaterial her eher teure 3D Drucker für Kleinteile und z.B. Fahrzeugdächer, eben für alles, was sich nur schlecht aus flachem Material herstellen lässt. Ich habe zwar auch schon ganze Lokomotiven in 3D gedruckt, aber vorrangig, weil ich da fertige 3D Druck- Dateien bekommen habe.
Danke fürs Lesen, Claus

(M)ein Modellbahn- Blog

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