Nachbau des Werks für Bewehrungsstahl in Dinkelscherben

Bereich für alle Themen rund um den Bau von Anlagen und Dioramen (Bauberichte bzw. Bautagebücher, handwerkliche Fragen, Techniken, etc.)
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SpaceRambler
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Nachbau des Werks für Bewehrungsstahl in Dinkelscherben

#1

Beitrag von SpaceRambler » Fr 4. Sep 2009, 13:41

Hallo Stummianer,

bei einer Bahnfahrt von München nach Stuttgart bin ich quasi im Vorbeifahren auf ein Thema aufmerksam geworden, welches einen hochmodernen, vor allem aber modellbahnfreundlich kompakt darstellbaren Bezug zum Thema "Werksanschließer" in der Epoche 5 / 6 darstellt: In Dinkelscherben schnappte ich im Vorbeihuschen ein paar Blicke auf ein Stahlcoils und -drähte verarbeitendes Werk auf, welches auch über einen Gleisanschluß verfügt. Ein wenig Recherche im Internet förderte dies zutage:

BBS Bayerische Bewehrungsstahl GmbH
Siefenwanger Str. 35
86424 Dinkelscherben

Google-Maps (maps.google.com) lieferte schließlich noch ein Satellitenfoto, welches in maximaler Vergrößerung einen guten Überblick über die Anlage gibt.

Interessant ist, daß die "Bayerische Bewehrungsstahl" viel Material auch an die Deutsche Bahn AG für Bahn-Hochbauten liefert. Der Bezug zum Thema Bahn ist also in mehrerer Hinsicht gegeben. Obwohl ich Epoche-2-Bahner bin, juckt mich seitdem das Thema in den Fingern, weil es ein schönes Beispiel ist, daß Warentransporte mit der Bahn auch in Ep5 keineswegs langweilig sein müssen. Dies insbesondere deshalb, weil man dann einmal einen konkreten Grund für den Einsatz von mit Coils etc. beladenen Schwerlastwagen hat, anstatt diese als Dg von "irgendwo" nach "nirgendwo" fahren zu lassen.

Eine Umsetzung ins Modell könnte mit dem Demag-"Containerkran" von Kibri, mehreren Bausätzen des Portalkrans vo Piko und evtl. einem Kitbash auf Basis mehrerer Vollmer-Ellokschuppen für die Werkshalle gelingen. Was mir leider gänzlich fehlt, sind Fotos, die zeigen, was genau auf dem Werksgelände alles zwischengelagert wird und per Kran von bzw. auf Waggons verladen wird.

Also, Mobafreunde aus Dinkelscherben und Umgebung: hat jemand von Euch Info oder Fotos zu diesem Thema (Güterwagen, Ladegüter, Schwerlast-Verkehr mit Lastwagen, ...)?

Grüße

Randolf
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#2

Beitrag von KonradL » Fr 1. Jan 2010, 21:25

Hallo Randolf,

bin beim Stöbern hier im Forum auf diesen Beitrag gestossen.
Wenn das Thema noch interessant ist, dann kann ich mit meiner Kamera ja mal einen kleinen Spaziergang unternehmen.
Mal sehen, vielleicht bekomme ich auch noch weitere Informationen.

Gruß Konrad

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pepinster
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#3

Beitrag von pepinster » Fr 1. Jan 2010, 23:45

Hallo zusammen,

den (überschaubaren) Gleisplan von Dinkelscherben und der abzweigenden Nebenbahn nach Thannhausen (kein Scherz, auch wenn's klingt wie aus 'nem alten Faller-Katalog) gibts bei www.sporenplan.nl, Fotos vom Dampf (-Museums-) betrieb auf der Nebenbahn bei

http://www.trainpics.de/gallery/d-germa ... _main.html

also ein echter Nachbautipp!

Gruss von
Axel
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#4

Beitrag von SpaceRambler » So 3. Jan 2010, 02:26

Hallo Konrad, hallo Axel,

herzlichen Dank für Eure Info - klasse, daß doch noch jemand auf das Thema einsteigt!

@Konrad: das Angebot nehme ich natürlich sehr gerne an. Würde mich sehr freuen, wenn Du als jemand, der offensichtlich dort zu Hause ist, mir hier weiterhelfen kannst. Dort Fotos zu machen wäre derzeit für mich (aus Oberbayern) ein zeitlich zu aufwendiges Unterfangen.

Jedenfalls werde ich das Thema schon mal planerisch angehen und schauen, wie ich einen solchen Modul als Austausch-Teil für Epoche-V-Sessions integrieren kann. Meine Mädels wird's freuen, die kriegen dann wieder so richtig was zum Bauen - incl. Anschauungs-Unterricht für "Natur und Technik"!

Grüße

Randolf
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Re: Nachbau des Werks für Bewehrungsstahl in Dinkelscherben

#5

Beitrag von SpaceRambler » Do 1. Mär 2012, 01:31

Da mich das Thema "Bewehrungsstahl" wegen des intensiven Bezugs zur Moba nicht mehr in Ruhe gelassen hat, habe ich inzwischen mal das Internet bemüht - und dadurch, so glaube ich, eine relativ klare Vorstellung bekommen, was die in Dinkelscherben so treiben ...

Ein wenig Suche per google liefert eine Menge an Information zum Thema, einerseits zur Produktion in Dinkelscherben, andererseits zur Procuktion von Bewehrungsstahl-Komponenten an sich.

Einen guten Überblick über die Anlage in Dinkelscherben samt Gleisanschluss erhält man, wenn man in Google-Maps den Suchbegriff "Bayerische Bewehrungsstahl Dinkelscherben" eingibt. Wenn man dann das Satellitenfoto anwählt, sieht man ziemlich gut, was auf dem Werksgelände herumliegt bzw. gestapelt ist oder aber von Güterwagen angeliefert wird.

Wie das Gelände strukturiert ist, sieht man hier:

http://www.itf-gbr.de/bilder/datenblaet ... t-1-18.pdf

Geliefert werden Stahlcoils (EDIT 2012-04-14: genau: Stahl-Drahtcoils, kein Bandstahl) wie diese:
http://www.b4bschwaben.de/cms_media/mod ... BSB_4_.jpg

Das Bild stammt übrigens von o.g. Firma. Aus diesen Stahlcoils, die massenweise auf dem Firmengelände sowie auf den bei Google-Maps sichtbaren Bildern aufgestapelt sind, werden hergestellt:

- Stahlmatten: z.B. http://www.eisenbiegerei-schmitt.de/produkte.html - diese werden auf dem Aussengelände gestapelt

- Stahlstäbe: z.B. hier: http://german.alibaba.com/product-free/ ... 04239.html

Diese werden als Bündel zusammengefasst und so auch aufgestapelt. Bisweilen liegen sie auch schon einmal im Verbund.
- Kleinteile (Haken, Kran-Halter etc.) - z.B. bei http://www.progress-m.com unter dem Stichwort "Bügelbiegeautomaten". Diese werden in Gitterboxen bzw. stabilen Holzkisten gelagert.

Typische Fertigungsmmaschinen sind z.B. hier zu finden:

- http://www.progress-m.com/de/produkte/b ... r/?navid=9

Die Lagerung geschieht zumindest in Dinkelscherben außen. Wie genau, das kann man aus dem Bebauungsplan entnehmen.

Als Wagen kommen in der Epoche 2 Rungenwagen, evtl. auch offene und gedeckte Wagen (letztere evtl. für Kleinteile - nicht zwingend!).

Jedenfalls ist das ein Thema, welches vom Ende der Zwanziger Jahre bis heute Stoff zum Basteln abwirft!!!

Die Gebäude werde ich aus den neuen Auhagen-Fabrikgebäuden aufbauen. Die Kräne werde ich (gemäß Epoche 2) aus zwei Portalkränen von Piko zusammenbauen. Bilder hierzu gibt es in den nächten Tagen, allerdings finden die sich in meinem Thread "Mühlfeld". Mich juckt es schon ziemlich in den Fingern ;-)

Grüße, Randolf

P.S.: ich habe zwar tonnenweise schöne Fotos aus dem Internet, allerdings traue ich mich wegen der Rechte an den Bildern nicht, diese hier zu posten. Deshalb sind hier nur die Links zu finden.
Zuletzt geändert von SpaceRambler am Mo 3. Aug 2015, 22:31, insgesamt 3-mal geändert.
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Re: Nachbau des Werks für Bewehrungsstahl in Dinkelscherben

#6

Beitrag von echoo » Fr 2. Mär 2012, 16:03

Hallo,

bin durch das erneute "Hochholen" des Beitrages auf diesen gestossen (und habe gleich den Mühlfeld-Baum mit gelesen).
Ist das Kranthema noch aktuell?
Wenn man bei maps.google schaut, gibt es ja mehrere Kräne/Typen.
Als Verlängerung der Halle (oder natürlich auch in einem anderen Aufbau) könnte man
aus früheren Epochen her soetwas als Vorlage nutzen (bei Google als Suche eingeben: Kranbahn Ferropolis).
Unter Nutzung der Piko-Lauftraverse (das Grundgerüst erscheint mir etwas fipselig, auch wenn man zwei davon nimmt) sieht mein Nachempfinden im Rohbau in etwa so aus:

Bild



VG
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Re: Nachbau des Werks für Bewehrungsstahl in Dinkelscherben

#7

Beitrag von SpaceRambler » Mo 5. Mär 2012, 11:55

Hallo "Echoo",

schau noch mal in meinen Mühlfeld-thread, da gibt es zum Thema Kran inzwischen Neues!

Den Piko-Kran werde ich auch einsetzen, und da gehen meine Überlegungen genau in die Richtung, die Du in Deinem Bild dargestellt hast. Eine Kranbahn wie die in Ferropolis stand lange Zeit (ohne Kran) in unserem Nachbarort. Allerdings werde ich die Auhagen-Tragwerkselemente 48104 hernehmen, zusammen mit einem H-Profil 4x4 mm. Eventuell wird der Übergang zwischen 48104 und dem H-Profil noch mit 48101 gestaltet - das werde ich mir noch durch den Kopf gehen lassen bzw. noch eine Suche im Internet durchführen.

Grüße,
Randolf
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Re: Nachbau des Werks für Bewehrungsstahl in Dinkelscherben

#8

Beitrag von SpaceRambler » Fr 16. Mär 2012, 00:00

Inzwischen habe ich meine Recherchen zum Thema Bewehrungsstahl fortgesetzt. Zusammentragen der relevanten Daten aus Prospekten diverser Hersteller sowie eigener Berechnungen habe ich die folgenden Tabellen erstellt, zu denen ich im Einzelnen noch Erläuterungen geben werde.

Die erste Tabelle berechnet die Masse eines einzelnen Stabes aus Bewehrungsstahl aus dessen Abmessungen (Durchmesser, Länge) sowie der Dichte. Diese ist zu Rho = 8300 kg/m³ angesetzt worden.
 Masse [kg] eines einzelnen Stabes: 
 Gesamtlänge [m]  6  7  10  12  13  14  15 
 Stabdurchmesser [mm] 
 6  1,408  1,643  2,347  2,816  3,051  3,285  3,520 
 8  2,503  2,920  4,172  5,006  5,423  5,841  6,258 
 10  3,911  4,563  6,519  7,822  8,474  9,126  9,778 
 12  5,632  6,571  9,387  11,264  12,203  13,142  14,080 
 14  7,666  8,944  12,776  15,332  16,609  17,887  19,165 
 16  10,013  11,681  16,688  20,025  21,694  23,363  25,031 
 20  15,645  18,252  26,074  31,289  33,897  36,504  39,112 
 25  24,445  28,519  40,741  48,890  52,964  57,038  61,112 
 28  30,664  35,774  51,106  61,327  66,438  71,548  76,659 
 32  40,050  46,725  66,751  80,101  86,776  93,451  100,126 
 40  62,579  73,008  104,298  125,157  135,587  146,017  156,447 
Die zweite Tabelle berechnet aus der Masse eines einzelnen Stabes gemäß Tabelle 1 die Zahl der Stäbe, die in einem Bündel der Masse m = 2500 kg enthalten sind.
 Anzahl Stäbe in einem 2500-kg-Bund               
 Gesamtlänge [m]  6  7  10  12  13  14  15 
 Stabdurchmesser [mm]               
 6  1775  1521  1065  887  819  760  710 
 8  998  856  599  499  460  428  399 
 10  639  547  383  319  295  273  255 
 12  443  380  266  221  204  190  177 
 14  326  279  195  163  150  139  130 
 16  249  214  149  124  115  107  99 
 20  159  136  95  79  73  68  63 
 25  102  87  61  51  47  43  40 
 28  81  69  48  40  37  34  32 
 32  62  53  37  31  28  26  24 
 40  39  34  23  19  18  17  15 
Da mir keine Angaben zur Dicke eines Bündels aus Stäben vorlagen, habe ich diese aus den Angaben für einen Coil, bei dem mir Innen- und Aussendurchmesser sowie Höhe bekannt waren, umgerechnet. Beispielhafte Ergebnisse findet man hier:

Bündel-Durchmesser bei m = 2500 kg:

20 cm (10 m Stablänge) - HO: 2,3 mm / 115 mm
22 cm (8 m Stablänge) - HO: 2,5 mm / 92 mm

Abmessungen von Stahlmatten:

5,95 x 2,35 m² (HO: ca. 6,8 x 2,7 cm)


Coil-Abmessungen:

Innendurchmesser: 55 - 60 cm (HO: ca. 6 ... 8 mm)
Aussendurchmesser: 100 - 130 cm (HO: ca. 11,5 ...15 mm)
Breite: 68 - 90 cm (HO: ca. 8 ... 10 mm)
Gewicht: 2000 kg (6 mm Draht),2500, 3000, 3500, 4000 oder 5000 kg nach Kundenwunsch

Diese Daten liefern im Wesentlichen die Info, die man benötigt, um

- Bewehrungsstahl-Ladungen selbst herzustellen
- Waggons so zu beladen, dass die Ladung das angenommene Ladegewicht des Wagens nicht überschreitet

Viel Spaß beim Basteln!
Randolf
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Re: Nachbau des Werks für Bewehrungsstahl in Dinkelscherben

#9

Beitrag von Stefan 737 » Fr 16. Mär 2012, 06:53

Servus,

es gibt auch noch so Dinge wie vorgefertigte Körbe für Bohrpfähle. War gestern auf einer Baustelle mit 150 Bohrpfählen jeder 15m tief ;).

Gruß Stefan

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Re: Nachbau des Werks für Bewehrungsstahl in Dinkelscherben

#10

Beitrag von SpaceRambler » Fr 16. Mär 2012, 07:55

Hallo Stefan,

das ist korrekt, und wer mag, kann das auch alles nachbilden. Wenn man mit dem Stichwort "Bewehrungsstahl" im Internet sucht, kommt eine derartige Fülle von Information, dass es einen fast erschlägt. Das Schöne daran ist: im Unterschied zu vielen anderen Transport-Themen erhält man hier auf einfache Weise Einblick in die Fertigungsmethoden, andererseits spielt wegen der riesigen Lasten die Eisenbahn als Transportmittel immer noch eine wichtige Rolle.

Dinkelscherben ist als Thema deshalb interessant, weil ich diese in HO eher knifflig anzufertigenden Teile nicht produzieren muss, sondern nur Coils, Stäbe und Matten, eventuell halt noch Kleineisen (z.B. Kranösen, die einbetoniert werden). Zumindest ist dies das Produktionsspektrum der Bayerischen Bewehrungsstahl Dinkelscherben, soweit ich das ausfindig machen konnte.

Ausserdem habe ich für mich das Thema in die späten 1920er Jahre verlegt, und ich stecke die Annahme hinein, dass man damals nur die einfachen Teile vorgefertigt hat, alles andere aber auf der Baustelle per Handarbeit zurechtgeschnitten und -gebogen hat.

Es gibt noch einen weiteren Aspekt, der mir erst vor Kurzem so richtig aufgegangen ist, und der das Thema noch interessanter macht. Dinkelscherben ist ein "Markt" mit 6700 Einwohnern, der sich auf mehrere Ortschaften verteilt. Dort sagen sich Fuchs und Hase gute Nacht, und das Dorf hat ausser mittelständischen Betrieben keine wirklich großen Industrie-Ansiedlungen zu bieten. Und genau hier, wo man es überhaupt nicht vermuten würde, steht ein großes Werk für Bewehrungsstahl! Und dazu noch mit einem Gleisanschluss in der Epoche 6! Da schreie ich als Modellbahner laut hurra, weil ich damit eine solche Industrieansiedlung in einer komplett landwirtschaftlich geprägten Umgebung zwanglos motivieren kann - völlig abseits der großen Stahlzentren. Der entscheidende Grund dürfte sein: Dinkelscherben hat Anschluss an eine der wichtigsten Hauptbahn-Strecken Deutschlands.

Wenn das nicht eine Steilvorlage zum Nachbau ist!

Grüße, Randolf
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Re: Nachbau des Werks für Bewehrungsstahl in Dinkelscherben

#11

Beitrag von ThomasausBerlin » Fr 16. Mär 2012, 08:33

Moin. moin,

genauso wie der klassische "Schrotthandel" ist das ein Epoche übergreifendes Thema.... Bewehrungen gab's schon in der EP 1 und wird's wohl auch noch in der EP 10 geben - falls es dann noch sowas zu bewehren gibt....

Gruss
Thomas

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#12

Beitrag von SpaceRambler » Fr 16. Mär 2012, 12:23

Hallo Thomas,
ich bin da eher optimistisch :)
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Re: Nachbau des Werks für Bewehrungsstahl in Dinkelscherben

#13

Beitrag von SpaceRambler » Do 5. Apr 2012, 10:53

Hallo Stummianer mit Interesse am Thema Bewehrungsstahl,

heute habe ich ein ausgesprochen instruktives Foto zum Thema gefunden:
http://www.bbw-weissenfels.de/images/rimg0894.jpg

Nebem dem ganzen Ambiente incl. Fertigungshalle aus Fertigbetonteilen etc. sowie dem Portalkran kann man perfekt erkennen

- wie die Stäbe gelagert sind
- wie viele ggf. übereinander gestapelt sind
- wie die Gestelle aufgebaut sind, die den Bündeln seitlichen Halt geben

Grüße, Randolf
Zuletzt geändert von SpaceRambler am Mo 3. Aug 2015, 22:33, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Nachbau des Werks für Bewehrungsstahl in Dinkelscherben

#14

Beitrag von Eggimann » Di 31. Jul 2012, 21:27

Hallo,

hier ein Link mit Geräteliste:http://www.neubrandenburger-stahlhandel ... index.html

ich kann mal versuchen Bilder vom werk zu machen
Meine Anlage !!! --> http://www.stummiforum.de/viewtopic.php?f=64&t=79165 <-- Meine Anlage !!!

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#15

Beitrag von SpaceRambler » Do 2. Aug 2012, 15:16

Hallo "Eggimann",

das wäre natürlich klasse, wenn Du von dem Werk in Neubrandenburg Fotos machen könntest - das würde die Info, die ich habe, noch komplettieren.

Gruß, Randolf
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Re: Nachbau des Werks für Bewehrungsstahl in Dinkelscherben

#16

Beitrag von SpaceRambler » Mo 10. Sep 2012, 23:50

Hallo "Eggiman",

bist Du hinsichtlich Fotos inzwischen weitergekommen? Würde mich freuen, wenn noch Info zum Thema hinzukäme ... :)

Gruß, Randolf
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Re: Nachbau des Werks für Bewehrungsstahl in Dinkelscherben

#17

Beitrag von notbremse » So 4. Mai 2014, 10:03

Super Thema! Freue mich schon auf weitere Berichte!

Liebe Grüße

Karl
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Re: Nachbau des Werks für Bewehrungsstahl in Dinkelscherben

#18

Beitrag von SpaceRambler » Do 8. Mai 2014, 11:12

Servus Karl,

schön, dass Du das Thema noch einmal hochgeholt hast. Hier steht noch an, die vielen Bilder, die ich vom Werk Dinkelscherben von außen fotografiert habe, einzustellen. Die sind nämlich allesamt sehr instruktiv.

Ich träume ja immer noch davon, zu gegebener Zeit dem Werk einen vorweg geplanten, offiziellen Besuch abzustatten. Meine Hoffung ist, dabei detaillierte Info über die eingehenden Materialien, die Produkte sowie vor allem das detaillierte Produktspektrum des Werks zu erhalten. Ich bin mir nämlich immer noch nicht sicher, ob Dinkelscherben NUR Matten und Stäbe herstellt - vielleicht expedieren die ja auch spezielle Formteile aus - ähem - Draht ... Das ergäbe noch mehr Varianten hinsichtlich der eingesetzten Waggons sowie der Ladeszenen.

Gruß, Randolf
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Re: Nachbau des Werks für Bewehrungsstahl in Dinkelscherben

#19

Beitrag von Bernd der Baumeister » Do 22. Mai 2014, 20:46

Hallo Randolf,

vielleicht ist das für dich noch hilfreich?

http://de.wikipedia.org/wiki/Bewehrungsstahl

Am Ende steht etwas zur Geschichte des Betonstahls.

Wenn du in Google Maps Marktbreit suchst und vom Bahnhof aus den Gleisen in Richtung Würzburg folgst, findest du am Main entlang ein Anschlussgleis, welches zur Firma Ruhl führt. Die Firma Ruhl gehört meines Wissens nach mit zu den größten Biegebetrieben in Deutschland und liefert u.a. auch in größeren Mengen nach Frankreich.

Und hier sieht man wie die Bewehrungsstähle heute gebogen werden:

http://www.youtube.com/watch?v=vW2Ay4yL7m4


Gruß
Bernd

Meine Anlage Neustadt a.d. Sand, schaut doch mal in den 70ern vorbei (Bild klicken):

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Re: Nachbau des Werks für Bewehrungsstahl in Dinkelscherben

#20

Beitrag von becker301687 » Do 22. Mai 2014, 22:31

Hallo Randolf,
ich "oute" mich mal, als jmd, der einige Jahre einen Betonstahlbiegebetrieb geleitet hat.
Du hast schon sehr gute Detailvorarbeit geleistet,
Betonstahl ist ein Massenprodukt.
D.h. ein Produktionsbtrieb kann elativ schnell mehrere tausend Tonnen Bewehrunsstahl (BST 500) im Monat bewegen.
Einsatzmaterial ist Betonstahl von Durchmesser 6 weniger und 8 mm bis zu 28mm
10 - 28 mm wird in Lagerlängen von 12 - 18 /20 mtr eingekauft. Ein Bund hat ein Gewicht von 2,5 to.
Selbstverständlich gibt es auch BST Coils, hier werden Abmessungen zwischen 6 und12 mm "aufgewickelt" angeliefert. Jedes Coil hat ein Gewicht von 2,5 to
Die Coils werden maschinell gerichtet auf Länge abgelängt, kommissioniert und / oder zu sogn. Bügeln verformt.
Die Lagerlängen werden abgelängt und oder abgelängt und dann verformt.
Teilweise werden die Stäbe auch zu Betonstahlkörben verschweißt
.
Neben dem Betonstahl gibt es auch die Betonstahlmatten, üblicherweise werden standartisierte Mattengrößen eingelagert. ca. 10 -15 verschiedene Standartmatten werden bevorratet. Die Matten werden unbearbeitet oder auf dem Werksgelände zu Mattenkörben gebogen und ausgeliefert.

--> Ich kenne keinen Betonstahlbiegebetrieb, der seine Ware mit Gleisanschluss ausliefert. Der Warenbezug erfolgt entweder über LKW und oder Waggon und der Warenausgang erfolgt über LKW. (die Ware wird ja direkt zu den Baustellen geliefert).
.
da Betonstahl und die Matten rosten dürfen, wird die Ware oft unter freiem Himmel gelagert und die Verarbeitung ( bzw. die Maschinen)erfolgt in Hütten oder in Hallen.

Abendliche Grüße aus Hamburg
Matthias

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Re: Nachbau des Werks für Bewehrungsstahl in Dinkelscherben

#21

Beitrag von SpaceRambler » Fr 23. Mai 2014, 07:49

Hallo Bernd, hallo Matthias,

@Bernd der Baumeister: danke für den Hinweis, allerdings kenne ich den Wikipedia-Eintrag schon, denn das ist ja das Naheliegende, dass man erst mal dort schaut, ob man etwas Verwertbares findet.

Die Anlage der Firma Ruhl bei Marktbreit klingt interessant, ich werde mir hierzu mal Info beschaffen. Und das Youtube-Video einer Drahtbiegemaschine ist klasse. Macht Spaß zu sehen, wie so eine Kiste solche Teile im Handumdrehen zurechtbiegt :)

@becker301687: klasse, dass sich mit Dir ein echter Fachmann zum Thema hier eingefunden hat!!! Dass Bewehrungsstahl ein Massengut ist, habe ich bei meinem Besuch in Dinkelscherben eindrücklich erfahren können. Dort stehen auf dem zweigleisigen Anschluss die Res oft in zwei Reihen, beladen mit Drahtcoils. Wenn man sieht, mit welcher Geschwindigkeit der Kran mittels einer passenden Traverse die Coils vom Waggon hievt und im Außenbereich stapelt - das ist schon eindrucksvoll, und man bekommt einen Eindruck, welche Mengen da durchgeschleust werden.

Der Transport der fertigen Ware erfolgt in Dinkelscherben natürlich auch mit Lkw. Da ich all das ja in die Epoche 2 zurückversetzt habe, nehme ich aber an, dass das Material per Bahn auch wieder abtransportiert wird - in Ermangelung geeigneter Lkw-Fuhrwerke und der damaligen Dominanz des Verkehrsträgers Bahn.

Anhand der PDF-Produktkataloge der Betonstahl-Hersteller, deren ich einige heruntergeladen habe, lässt sich einfach nachvollziehen, welche Produkte dort ab Lager angeboten werden. Ich habe mich erst einmal auf Stäbe und Matten beschränkt, es ist aber denkbar, dass später noch Drahtbiege-Teile hinzukommen. Ob Ende der 1920er Jahre vorgebogene Drahtkörbe bereits ein Thema waren, darüber habe ich leider keine Info.

Was mich brennend interessiert: gibt es irgendwelche für die Produktion notwendige Betriebsstoffe (klar: Schweiß-Elektroden), die in größeren Mengen antransportiert werden? Zwar kann man den Draht einfach passend ablängen, aber gibt es auch Abfälle, die abtransportiert werden (i.e. Drahtreste, sonstiges)? Hierüber habe ich bislang noch keine Infos.

Es könnte sein, dass ich Dich in nächster Zeit noch mit ein paar Fragen zum Thema löchere, denn ich will ja nicht nur einen optischen Hingucker auf meiner Anlage haben, sondern auch die Transportkette möglichst lückenlos darstellen.

Grüße, Randolf
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Re: Nachbau des Werks für Bewehrungsstahl in Dinkelscherben

#22

Beitrag von becker301687 » Mo 26. Mai 2014, 10:41

Hallo Randolf,
" ...Was mich brennend interessiert: gibt es irgendwelche für die Produktion notwendige Betriebsstoffe (klar: Schweiß-Elektroden), die in größeren Mengen antransportiert werden? Zwar kann man den Draht einfach passend ablängen, aber gibt es auch Abfälle, die abtransportiert werden (i.e. Drahtreste, sonstiges)? Hierüber habe ich bislang noch keine Infos..."

--> ein "ordentlicher Betonstahlbetrieb" bringt es schon auf größere Mengen (3000 to pro Monat keine Seltenheit) d.h jede Tonne die Produziert wird muss auch als Nachschub rein. Soll heißen Monatsbewegung ca. 6000 to bei 20 Arbeitstagen ( 300 to pro Tag / 12 LKW´pro Tag Be - und Entladen) :

-> Betonstahl wird nur sehr selten verschweißt. Der Stahl wird im Betrieb nur "kleingemacht" und gebogen. Auf der Baustelle werden die Armierungsstähle mit Draht miteinander "verrödelt". oder teilweise vor Ort Baustelle (selten)verweißt. Bei Bohrpfahlproduktion (evtl. in deinem Betrieb angegliedert sieht das anders aus: Hier wird verschweißt.)

--> Die Drahtreste (vom Coil / Lagerlängen oder Mattenreste) werden üblicherweise in Container gesammelt und an den Schrotthändler verkauft, der das weiter an ein Stahlwerk verkauft. (3- 5 % Verschnitt sind keine Seltenheit bei 3000 to sind das im Monat auch 100- 150 to )

An Zubehör werden
-> sogennante Betonabstandhalter (aus Faserzement / Kunststoff / Draht) in größeren Mengen benötigt. (Betondeckung Wikipedia).


-> Auslieferung: die Ware wurde auch früher mit LKW oder Fuhrwerk ausgeliefert. Vielleicht hat aber auch der verantwortliche Leiter deines Betriebs schon früher global gedacht und die Ware über Landesgrenzen hinaus verkauft und mit der Bahn verfrachtet. MORA C war damals noch nicht bekannt und somit hatte jeder größere Betrieb auch einen Bahnanschluss

Viel Vergnügen bei deinem Projekt.


Matthias

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Re: Nachbau des Werks für Bewehrungsstahl in Dinkelscherben

#23

Beitrag von SpaceRambler » Mo 26. Mai 2014, 12:46

Hallo Matthias,

vielen Dank für die ausführlichen Infos. Die Abstandshalter sowie den Rödeldraht kenne ich noch aus meiner Studentenzeit, in der ich Jahr für Jahr in den Semesterferien in einem Baustoffhandel gearbeitet habe. Abstandshalter für "Moniereisen" sowie Rödeldraht waren immer gut nachgefragt ...

Klar: Stäbe etc. werden einfach abgelängt, da braucht man keine Schweißgeräte. Wie geht das aber bei Stahlmatten? Hier werden nach meinem Verständnis doch Drahtstücke vom Coil passend abgelängt, gestreckt und dann entsprechend der Mattengröße und Lochweite angeordnet. An den Verbindungsstellen denke ich doch, dass die Drähte da geschweißt werden. Per Elektroschweißen mit Elektrode oder mit Widerstandsschweißen?

Wie wird eigentlich der anfallende Schrott bis zum Verladen gesammelt? Das wäre für die Gestaltung des Werks eine interessante Sache, weil man einen solchen Lagerplatz schön herrichten könnte.

Grüße, Randolf
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Re: Nachbau des Werks für Bewehrungsstahl in Dinkelscherben

#24

Beitrag von becker301687 » Mo 26. Mai 2014, 13:48

Hallo Randolf,

vielleicht habe ich Dich falsch verstanden, aber die Betonstahlmatten werden in einem Werk produziert und nicht in einem Betonstahlbiegebetrieb hier wird nur kommssioniert (große Mengen rein / kleine Mengen raus) oder auf Mattenscheren geschnitten und dann zu Mattenkörben gebogen.
Die Fertigung der Matten erfolgt maschinell u.a. hier im Werk Salzgitter
--> http://www.wdi.de/produkte/baustahl/lieferprogramm.html

-> vom Coil wird der Draht erst gestreckt und dann abgelängt :) . In einem Biegebetrieb werden daraus keine Matten gefertigt, sondern man nutzt, u.a. das Coil um den Verschnitt zu optimieren bzw. vom Coil maschinell "Bügel" zu fertigen.

-> Schrott wird meistens sortenrein und schön kurz in einem Container gesammelt (gibt mehr Geld) und regelmäßig vom Schrothändler abgeholt. Der liefert leere Container und holt volle ab.
http://www.interseroh.de/stahl-und-meta ... lschrotte/

Idealerweise lagert man die Schrottcontainer so nah wie möglich an dem Platz, wo der Schrott bei der Produktion anfällt. Meistens sind das wie oben geschrieben nur Schrottmulden.


Stichwort " ..schön herrichten..."
Im Zuge des sozialen Arbeitsalltages brauchen die "Kollegen" natürlich einen Raum / Hütte, wo sie Pause machen können. Ggf auch um sich umzuziehen. (Ist nämllich ein sehr schweres und durch den Rost auf den Betonstahl vor allen Dingen schmutziges Geschäft )
Es wird mind. eine Hütte benötigt, wo die ankommenden Fahrzeuge sich melden müssen und natürlich braucht auch der "Schieber/ Vorarbeiter" einen Platz, um die Arbeit an den Maschinen zu planen und einzuteilen.
Für die Ersatzteile und verschleissteile wird eine Lagerhäuschen benötigt, denn bei den Belastungen ist der Verschleiss recht hoch und die Anlagengegenstände müssen regelmäßig gewartet werden. Die Lagerung unter freiem Himmel ist nicht hilfreich.

Bei weiteren Fragen versuche ich wieder zu unterstützen.
Sonnige Grüße
Matthias

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Re: Nachbau des Werks für Bewehrungsstahl in Dinkelscherben

#25

Beitrag von SpaceRambler » Mo 26. Mai 2014, 14:11

Hallo Matthias,

na, das sind doch hilfreiche Inputs! Sozialräume - das ist doch eine willkommene Ergänzung! Und eine Bude zum Anmelden (und evtl. eine Waage?) sind weitere Elemente, die die Szene noch interessanter machen.

Von Dinkelscherben (Bayerische Bewehrungsstahl) weiß ich halt soviel, dass die per Bahn Drahtcoils 'reinbekommen und daraus einerseits Stäbe, andererseits Matten produzieren. Die längen also nicht nur ab. Ob die auch noch Kleinteile biegen, konnte ich nicht herausfinden, ich hoffe ja immer noch darauf, das Werk mal besuchen und die Akteure vor Ort mit Fragen löchern zu können.

Ich werde überlegen, welchen Ersatz für die heute verwendeten Container ich in der Epoche 2 hernehmen kann, um vorsortiertes Material bis zum Abtransport lagern zu können. Jedenfalls bedeutet das schon mal eine Waggontype mehr im Einsatz.

Grüße, Randolf
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