Die Mark Michingen in N - Bauberichte

Bereich für alle Themen rund um den Bau von Anlagen und Dioramen (Bauberichte bzw. Bautagebücher, handwerkliche Fragen, Techniken, etc.)

inet_surfer88
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Re: Die Mark Michingen in N - Bauberichte

#2226

Beitrag von inet_surfer88 » So 14. Jul 2019, 10:26

derOlli hat geschrieben:
Di 9. Jul 2019, 20:34
http://trumpdonald.org/
:clap: :clap: :clap: :gfm:

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Brumfda
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Re: Die Mark Michingen in N - Bauberichte

#2227

Beitrag von Brumfda » So 14. Jul 2019, 11:23

derOlli hat geschrieben:
Di 9. Jul 2019, 20:34

http://trumpdonald.org/
:bigeek:

:lol: :lol: :lol:
:gfm:
:lol: :lol: :lol:
:gfm:
:lol: :lol: :lol:

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hubedi
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Re: Die Mark Michingen in N - Bauberichte

#2228

Beitrag von hubedi » Do 18. Jul 2019, 13:43

Hallo ins Stummiversum,

Ärger in der Mark Michingen ... Krisensitzung vor dem Zauberspiegel ... selbst Bahndirektor Jahnke als Leiter der Direktion Klustal erschien samt Planungsteam höchstselbst im Spiegel. Das Regierungspräsidium Klustal entsandte den zuständigen Abteilungsleiter für Ordnung, Gefahrenabwehr und Verkehr, Herrn Dr. Blatero. Die Sitzung einberufen hatte der Markgraf nach seiner letzten Besichtigung der Strecke nach Rhodenhausen bzw. der Weichenstraße in der Bahnhofseinfahrt. Wieder Rost an den Schienen ... :bigeek:

Bevor die Sitzung überhaupt Fahrt aufnehmen konnte, ergriff Dr. Blatero das Wort: "Das Regierungspräsidium begrüßt jeden Fortschritt beim Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs und ich möchte in aller Deutlichkeit herausstellen, als Mitglied der Fortschrittspartei glaube ich unverbrüchlich an das Fortschreiten in welche Richtung auch immer. Nicht, dass dies jetzt als Flucht ausgelegt wird, aber die letzten Beschlüsse des Regierungspräsidiums zwingen uns zur Haushaltskonsolidierung. Die Auflagen des Bundes und die durch den Gesetzgeber festgelegten Aufgaben der kommunalen Verwaltungen setzen uns äußerst enge finanzielle Spielräume, die ... blablabluberblub ..."

Den Redefluss unterbrach Bahndirektor Jahnke: "Das hättest Du auch kürzer sagen können ... Ihr seid dafür, wenn es Euch nix kostet ... nicht wahr?"

Jetzt musste ich den sich anbahnenden Tumult im Spiegel erst einmal eindämmen: "Meine Herren, können wir vlt. erst einmal zum Problem kommen!"

Vorher aber die Post ... :D
derOlli hat geschrieben:
Mo 8. Jul 2019, 16:23
... Das neue Ergebnis sieht schon deutlich besser aus als die Belaubung von damals ...
@Olli
Ja, das finde ich auch ... danke für's Lob. Mir ging es aber auch um das Ausprobieren diverser Techniken vor der Anwendung auf der Anlage. Ich denke, dieses Übungsdiorama hat seinen Zweck erfüllt ...
Darius hat geschrieben:
Mo 8. Jul 2019, 18:30
... Mit dem Licht ist das ein toller Waldweg geworden ...
@Daniel
Danke für Deine Anerkennung. Das richtige Licht beim Fotografieren macht eine Menge aus. Tageslicht ist in dieser Hinsicht nicht zu toppen ...
wulfmanjack hat geschrieben:
Mo 8. Jul 2019, 19:03
... So etwas geht nicht von jetzt auf gleich, nein es erfordert viel Tüfteln und Ausdauer ...
@Wolfgang
Dem kann ich voll und ganz zustimmen. Das ganze Herumtüfteln macht sicher auch Spaß, kostet allerdings jede Menge Zeit. Ich bin kein Naturwunder und muss mir die Techniken erarbeiten. Ich hoffe nur, irgendwann zahlt sich die ganze Mühe aus ...
Ralf Franke hat geschrieben:
Mo 8. Jul 2019, 19:13
... ein sehr humorvoller Bericht ...
@Ralf
Es steht ja nirgendwo, dass die Modellbahnerei eine ernste Angelegenheit zu sein hat ... und wenn es doch irgendwo steht ... dann ... ja dann ... ist es mir schnuppe ... :fool:
Freut mich, wenn es Dir gefällt.
Brumfda hat geschrieben:
Mo 8. Jul 2019, 21:33
... Also Nagel :hammer: auf den :arrow: :| getroffen ...
@Felix
Es freut mich besonders, wenn jemand etwas mit meinem Gebastel anfangen kann und zu eigenen Taten angeregt wird. :D
trillano hat geschrieben:
Mo 8. Jul 2019, 21:33
... Und auch zur gelungenen Baumrestaurierung mit der netten und humorvollen Geschichte dazu! ...
@Alexander
So ganz ohne Geschichten erscheint mir ein Baubericht einfach etwas zu trocken. Davon abgesehen, für mich sind diese Ausschmückungen wichtig, da sie meine Phantasie in Schwung bringen. Und wer kann schon ohne Phantasie eine Modellbahn bauen ...
Brumfda hat geschrieben:
Di 9. Jul 2019, 08:47
Jürgen hat geschrieben:
Di 9. Jul 2019, 06:06
... Bäume am Hang so schräg wachsen, liegt die Vermutung nahe, dass der Hang sich bewegt hat. Bekanntlich wachsen Bäume nach oben. Wenn der Hang langsam rutscht, neigt sich der Stamm...
Moin Jürgen. Bin ich voll bei Dir. Nur einzeln mal umgewehte sind schräge Typen. Es sei denn, man hätte das extreme Thema "an der Nordseeküste..."
Miraculus hat geschrieben:
Mi 10. Jul 2019, 09:33
... Ich gebe den Vorrednern bedingt recht. Bäume wachsen nach oben. Schräg am Hang eventuell mal gebogen, aber letztendlich immer nach oben ...
@Jürgen, Felix und Peter
Diese Szene beruht tatsächlich auf einem Vorbild, was ich vor Jahren einmal abgelichtet habe. Leider finde ich das Foto nicht mehr auf der Festplatte. Was immer auch die Bäume zum schiefen Wachstum bewegt hat, sie sind schief. Prinzipiell habt Ihr mit Eurem Einwand natürlich recht ... mir fällt schon was ein, um die Sache glaubhaft zu machen. :D
GSB hat geschrieben:
Di 9. Jul 2019, 08:06
... Mußte da gleich an die Wald Exkursion hier am letzten Samstag denken ...
@Matthias
Freut mich ... es gibt doch nix Vorbildlicheres als das Vorbild ...
wolferl65 hat geschrieben:
Di 9. Jul 2019, 09:33
... Waldboden ist aktuell -zumindest theoretisch- genau mein Thema, studiere dazu gerade Brandls 2. Geländebauband. Der macht das genauso wie Du :D ! ... freu mich beim Betrachten schon wieder auf die nächste Mobabausaison! ...
@Wolfgang
Hm ... gleiches Problem ... ähnliche Lösung ... die Baubände des Großmeisters scheinen interessant zu sein. Muss ich mir doch mal ansehen.
GMWE hat geschrieben:
Di 9. Jul 2019, 10:27
... Du solltest aufpassen, daß Du nicht 2020 mit deinen inzwischen stolzen 89 Seiten Kurzprosa auf
der Shortlist für den Ingeborg Bachmann Preis erscheinst und damit zusätzlichen Streß bekommst! ...
@Peter
Du meinst die Nominierung zur Wahl des Forumsdummschwätzers mit Urkunde, Kasperlmütze und Schellen. Ja, da würde ich mich freuen, denn den Rindviehorden mit Kordel und Tutehorn hab ich schon von einem ehemaligen Lehrer verliehen bekommen. Das wäre doch die passende Ergänzung. :D
Jürgen hat geschrieben:
Di 9. Jul 2019, 10:27
Brumfda hat geschrieben:
Di 9. Jul 2019, 08:47
Da haben einige Bäume die Frisur von Trump, weil keiner das Fenster schließt :bigeek: .
@Felix: Du meinst wohl, Trump hat die Form der Bäume plagiert ...
@Jürgen, Felix, Olli, Rüdiger
Nee jetzt ... meine Bäume ... und Trump ... nee jetzt ... aber wirklich ... :fool:

Flott wieder zurück zum Anlagenbau ...
semisweet hat geschrieben:
Di 9. Jul 2019, 17:05
... Da ich mich langsam selber an den Landschaftsbau und die Bahnarchitektur ran wage, werde ich hier auf jeden Fall am Ball bleiben ...
@Klaus-Peter
Nee, was für ein Lob ... :oops: ... vielen Dank.
Es freut mich, wenn ich etwas von dem zurück geben kann, was ich hier gelernt habe. Und wo Du gerade Bahnarchitektur schreibst ... das wird Thema des heutigen Beitrags ... oh je, das wird für mich ziemlich aufwändig.
N Bahnwurfn hat geschrieben:
Mi 10. Jul 2019, 15:16
... Nun waren ja zwischendrin plötzlich wieder Bäume zu sehen. Na ja so wirds wenigstens nie langweilig bei dir. :) ...
@Peter
Mir soll es ja schließlich auch nicht langweilig werden ... :D Zum Lokbau bin ich noch nicht wieder gekommen, da wir ein paar Tage verreist waren. Ich will es mit dem Einbau nicht übertreiben, aber so ein paar Verfeinerungen stehen noch auf dem Plan ...

Vielen Dank nochmal für Eure guten Gedanken zu meinen gesundheitlichen Problemen. Ja, es geht mir inzwischen viel besser und diese Schwindelgeschichten sind verschwunden. Das hat keinen Spaß gemacht ... aber jetzt wird wieder gebaut.

@All
Ich schilderte den Konferenzteilnehmern meine Beobachtungen ... die Arnold-Schienen rosten wieder trotz vorheriger sorgsamer Behandlung. Um mir die Arbeit zu erleichtern und voran zu kommen, hatte ich mir ernsthaft überlegt, die alten C80-Gleise liegen zu lassen. Schließlich steckt schon einiges an Arbeit im damaligen Selbstbau der Weichen. Aber, das kann ich unter diesen Umständen vergessen.

Große Betroffenheit unter den Konferenzteilnehmern. Was jetzt???

"Na ja, wir können es doch so machen wie in Bad Dachstein und C55er Profile einziehen", meinte das Planungsteam.

Leider hatte ich in diesen Abschnitt seinerzeit meinen Vorrat an Stückgleisen eingebaut und hier lässt sich das Profil nicht ziehen. Ich müsste diese Stückgleise abbauen, durch Flexgleise ersetzten - die ich nicht habe - und erst dann könnte ich den Austausch der Schienen vornehmen. Das käme fast einem Neunbau gleich ... :( ... Ein neuer Plan musste her.

Der innovative Bahndirektor Jahnke legte seine Stirn in Falten aber dann leuchteten plötzlich seine Augen listig auf.

"Hm ... wenn wir wohl so oder so neu bauen müssen, warum dann nicht gleich richtig", ihm schien seine Idee immer mehr Vergnügen zu bereiten. "Wie wär's, wenn wir konsequent in C40 bauen."

Großer Tumult in der Runde: "Nee ... das haben wir ja noch nie gemacht ... wer soll das bezahlen ... was für eine irre Arbeit ... nee, das geht nicht!"

Der Markgraf ahnte, was der Bahndirektor vorschlagen wollte. Aber es musste eine Idee her, wie das Neuverlegen der Gleise rationell erledigt werden könnte. Und der Blick in die Kasse zeigte zwar nicht gerade ein schwarzes Loch, aber zum Kauf eines der schönen Kleinseriengleise reichte es definitiv nicht. Vor allem das Aufkleben einzelner Schwellen wie bei den Weichen ... Nee ... das ging trotz der nun erheblich größeren zeitlichen Möglichkeiten als Pensionär gar nicht.

Wieder rettete der der Bahndirektor: "Und wenn wir die Schwellen aufstempeln ..." Häh, wie sollte das gehen?

Die Stimmung besserte sich gleich, als der Chef der Bahndirektion seine Idee erläuterte. Ja, so könnte es gehen. Ein Probestück musste her.

"Ich möchte doch noch mal herausstellen und in aller Deutlichkeit darauf hinweisen, die Kosten ...", wer das war muss ich wohl nicht näher erläutern.

Auf meine Frage hin, was denn der Bau eines Probestücks kosten würde, steckten die Planer kurz die Köpfe zusammen ... ca 3 € ... der Rest wäre im Bestand. Der Redefluss des politischen Beamten geriet etwas ins Stocken ...

"Genehmigt, ich übernehme die Kosten", der Markgraf beendete damit die Diskussion. "An die Arbeit ..."

Ein kleiner Kasten aus Sperrholz wurde als erstes gebaut und wie auf der Anlage mit Korkstreifen beklebt. Um das Vorher dokumentieren zu können, legte ich ein Stück Arnold Gleis auf den Kork-Bahndamm:

Bild

Meine noch unveränderte BR 86 hatte die Ehre, den Darsteller des Eisenbahnverkehrs zu geben. Die Schienen sind schon ziemliche Klopper und sicher etwas desillusionierend. Nee, das wäre sowieso nicht mehr nach meinen Vorstellungen ...

Aber wie sollen nun die Schwellen "aufgedruckt" werden? Der Bahndirektor plante eine Art Stempel oder Formstück aus Silikon in der die Schwellen im richtigen Abstand aufgenommen werden. Auf den Kork wollte er ein Doppelklebeband zur provisorischen Befestigung der Schwellen einsetzen. Die Silikonform mit den Schwellen sollte auf das Klebeband aufgedrückt werden und da die Form flexibel gebogen werden konnte, müssten die Schwellen sozusagen abgerollt werden können. Außerdem sollte es keine größere Sache sein, auf diese Weise Schwellen für beliebige Radien zu verlegen. Dann sollte das Schotterbett die endgültige Fixierung des Schwellenbandes übernehmen. Erst zum Schluss sollten die Schienen befestigt werden.

Also musst erst einmal eine Mutterform gebaut werden. Sie entstand aus PS-Resten:

Bild

Hier sind bereits die Vorbereitungen für das erste Abformen mit Silikon getroffen worden. Die Form wurde mit Trennwachs versehen, um einen allzu innigen Kontakt mit dem Silikon zu verhindern.

Silikon ... hatte ich noch was im Keller herumliegen ... nee ... nix gefunden. Also ab zum Baumarkt und siehe da, passend für 1,eppes Euro gab es eine Kartusche im Sonderangebot.

Ich füllte eine Plastikschüssel mit Wasser und einer gehörigen Gabe Spülmittel und nun hinein mit dem Silikon ins Wasserbad. Die Würste ließen sich mit den bloßen Fingern aus dem Bad fischen, kneten und in die Form drücken:

Bild

Wer nun befürchtet hat, der Hubert kriegt die Finger vor lauter Silikon nicht mehr auseinander ... nee, nix da ... die minimalen Reste ließen sich mit Seife problemlos entfernen. Das ging richtig prima und viel besser als erwartet. So langsam machte das Experiment richtig Spaß.

Um das Reißen der Form zu verhindern arbeitete ich sozusagen als Armierung Streifen aus einer alten Gardine ein. Ob das wirklich erforderlich ist, kann ich nicht sagen. Geschadet hat diese Maßnahme aber jedenfalls nicht:

Bild

Nun wurde meine Geduld auf die Folter gespannt ... ich ließ die Form 24 Stunden in Ruhe. Aber dann ... heraus mit dem Ding.

Bild

Da isses ... und stinkt erbärmlich nach Essig. Boh ... nee ... nochmal 24 Stunden warten.

Aber dann, nachdem sich der Duft verzogen hatte, gab's kein Halten. Die Stribbelguillotine zerlegte mit meiner Tischkreissäge zurechtgeschnittene Kieferleisten in Schwellen. Und siehe da, das Magazin ließ sich wie erwartet laden ... freu! Die zukünftigen Bahnschwellen steckten mit der Schokoladenseite nach oben in der Form.

Bild

Naja, superperfekt ist die Form nicht geworden. Aber es ist auch nicht ihre Aufgabe als Model aufzutreten. Parallel zum erstmaligen Verlegen der Schwellen auf das Doppelklebeband füllte ich die Form nochmal mit Silikon ...

Bild

Hier geht's zur Sache ... Schwellen ausgerichtet ... aufgedrückt ... Form abgezogen ... und ... sie halten ... jubilier ... es geht!

Keine Sorge, ein gewisser Rückschlag sollte sich auch noch einstellen. Das wäre ja auch zu einfach gewesen. Aber bis hierher, alles perfekt!

Bild

Meine Mutter pflegte bei solchen Gelegenheiten in westmünsterländer Sandplatt festzustellen: "Dat schlött noch met 'n Statt", aber auch: "We sick nich te helpen wät, isss et nich wert, in Verlägenheit te kommen." (Das schlägt noch mit dem Schwanz ... und ... Wer sich nicht zu helfen weiß, ist es nicht wert, in Verlegenheit zu kommen.)

Zunächst ging es erfolgreich weiter. Die Schwellen wurden mit einer Mischung aus moorbrauner und schwarzer Beize eingefärbt. Beize ist natürlich nicht wasserfest und beim anschließenden Aufkleben des Schotters mit Kleber auf Wasserbasis würde ein nicht unerheblicher Teil der Beize heraus gewaschen ... reine Erfahrungssache. Um das zu verhindern pinselte ich anschließend Tiefengrund über die Schwellen, um das Holz dagegen zu schützen. Tiefengrund ist aber kein Lack und etwas Beize gelangt trotzdem zwischen die Schottersteine. Das aber ist durchaus erwünscht und lässt das Schotterbett realistischer erscheinen, so als wäre Rost und Bremsstaub eingedrungen.

Nun streute ich Schottersteine über das Korkbett und formte mit einem Pinsel den Bahndamm. Mit diesen Steinchen bin ich allerdings nicht so ganz zufrieden. In der Großaufnahme zeigte sich, die Steinchen wirken mehr wie abgerundete Kiesel ... hm.

Wenn wir schon beim Experimentieren sind, könnte man ja auch neuen Kleber testen. Das Wasser-Leim-Gemisch färbt Basaltschotter bekanntlich dunkel, Latexbindemittel ist zwar eine gute Alternative, wird aber nicht so hart und braucht recht lange zum Trocknen. Ich besann mich auf eine volle Flasche Fototransfer-Potch von HobbyLine, die noch auf ihren Einsatz wartete. Mit Wasser verdünnt und mit Fließmittel verfeinert goss ich diese Soße über den aufgeschichteten Bahndamm.

Und dann ... ich wollte noch ein paar Steinchen korrigieren und hatte plötzlich eine Schwelle verschoben. Die wässrige Lösung hatte offensichtlich die Haftung des Doppelklebbandes aufgehoben. Nee, das ganze Projekt könnte sich bei der kleinsten Erschütterung zerlegen. Extrem vorsichtig drapierte ich die Schwelle wieder an ihren Platz und drückte zur Fixierung ein paar Steinchen an die Seite. Dann fasste ich nix mehr an und wartete das Abbinden des Potch-Klebers ab. Puh ... gerade noch mal gut gegangen. Nach einiger Zeit wurde der Bahndamm hart und fest. Für die Montage an der Anlage muss ich mir noch einen Zwischenschritt einfallen lassen, um die Schwellen wasserfest zu fixieren. Ich habe bereits eine Idee ... :idea:

Bild

Das Bild zeigt das Ergebnis nach dem Trocknen und mit lose aufgelegten C40-Schienen. Das sah schon mal sehr erfolgversprechend aus und die einen Millimeter hohen Profile wirken einfach phantastisch ... ja fast schon unwiderstehlich. :D

Auch die Nahaufnahme bestätigte das Experiment:

Bild

Wie erwartet liefen die NEM-Radsätze ohne Abdrehen der Spurkränze ratterfrei über die Schienen. Der letzte Akt - die Befestigung der Profile auf den Schwellen - konnte starten.

Bild

Obwohl es so aussieht, es sind keine goldenen Schienennägel. In jede sechste Schwelle bohrte ich ein entspr. Loch, um dann einen 0,8 mm Messingnagel mit Flachkopf im Holz zu versenken. Auf diese Köpfe sollte dann das Profil aufgelötet werden. Nur, was sollte ich mit den dazwischen liegenden Schwellen machen. Schienennägel wie beim C55er Profil waren nicht möglich aber wenigstens ein paar Rippenplatten wollte ich nachbilden. Dazu schnitt ich entspr. Papierstreifen und färbte sie mit der moorbraunen Beize zu rostigen Blechen ... ohne Rippen. Naja, jedenfalls besser als nix, dachte ich.

Dann beauftragte ich einen Arbeiter mit dem Verlegen der Papierschnippel:

Bild

Da hatte ich offenbar den richtigen Faulpelz ausgesucht. Nee, ich erwischte den Kerl mit der Kamera gerade noch aufrecht stehend. Unmittelbar nach der Aufnahme neigte sich mein Held immer mehr zur Seite und in ca. 45° Schräglage muss er in einen komatösen Schlaf gefallen sein. In der Waagerechten angekommen regte er sich mitten im Schritt nicht mehr. Was blieb mir anders übrig, als den Kerl abzulesen und in seine Schachtel zu legen. Das Verkleben der "Rippenplatten" musste ich wohl selbst erledigen.
Nach einer kurzen, steilen Lernkurve ging das erstaunlich schnell. Zwischen einem "Ich koche jetzt einen Kaffee ..." durch meine Frau und dem "Kaffee ist fertig!" lagen alle Platten auf ihrem Platz.

Bild

So sah die Sache nach dem Auflöten der Profile aus. Die Gleisklammern konnten allerdings die schmalen Schienenköpfe des C40er Profils nicht richtig fixieren. Sie sind auf das Standardgleis mit C80er Profil ausgelegt und kommen hier an ihre Grenze. Da muss ich mir noch etwas einfallen lassen. Übrigens ist hier am Schotterbett der Effekt der leicht ausgewaschenen Holzbeize ganz gut zu sehen.

Die blanken Lötstellen übertupfte ich mit rostbrauner Farbe und ich granierte die Schwellen abschließend mit hellgrauer Farbe. In der Bastelkiste fand sich noch etwas Probe-Grünzeug von Mininatur, was ich bei einer Ausstellung als Muster geschenkt bekommen hatte. Genau das richtige Material, um die Ränder des Schotterbetts etwas auszuschmücken.

Und wieder durfte die BR 86 das Ergebnis bei verschiedenen Beleuchtungen präsentieren:

Bild

Bild

Bild

Bild

Dann hatte die Lok keine Lust mehr und sie dampfte in der Abendsonne davon:

Bild

Es gibt noch Optimierungsbedarf, aber die Richtung stimmt m. E.. Das Gleisbild sieht für Spur N einfach ... saumäßig verlockend aus. Das toppt m.E. auch das bislang umgebaute C55er Gleis. Ich denke, von den Abmessungen her kommt man dem Vorbild kaum noch näher. Die Schwellen könnten noch einen Tick schlanker geschnitten werden, aber das ist ja keine Sache.

Was meint Ihr ... bin ich bekloppt ... oder wie oder was. Ich freue mich auf Eure ehrliche Einschätzung ... nee, meinen Geisteszustand kenne ich ... ich meine das Gleis. Was kann ich besser machen, bevor es in Serie geht?

LG
Hubert
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Re: Die Mark Michingen in N - Bauberichte

#2229

Beitrag von MarschbahNer Plus » Do 18. Jul 2019, 14:44

Moin Hubert,

ein wirklich sehr schönes Stückgleis hast du da hingezaubert. Da mag ich mein Peco C55 ja kaum noch anschauen. Gerade die Holzschwellen gefallen mir wahnsinnig gut.
Nur mit deinen Rippenplatten werde ich nicht ganz warm. Nachdem ich mir ein paar Bilder angeschaut habe würde ich mich erdreisten zu sagen, dass du sie weglassen könntest. Zum Einen sind sie flächenmäßig zu groß und andererseits müsste die Farbe dem des Gleises entsprechen was sie schon sehr unauffällig macht.
Während des Schreibens regte sich Widerstand einfach etwas wegzulassen. Aber Widerstände haben eine 3. Dimension. Wenn jetzt so ein kleiner Widerstand direkt neben dem Gleis liegt, sollte es dem Eindruck doch recht gut tun. Ich war mal so frei das für dich auszuprobieren. Ich Frevler hatte aber nur Code 55 zur Hand oder ein schönes, rostfreies Arnoldgleis :P
Der Widerstand entspricht der Baugröße 0402, es würde also noch kleiner gehen. In deinem Sinne hoffe ich aber, dass du noch bessere Vorschläge bekommst. Ansonsten viel Spaß :fool:
Bild

LEDs kamen mir auch in den Sinn, die Bauform wäre ja passender, aber da sind die 0201er noch deutlich zu groß.

Ansonsten bau das genaus so. Das sieht schon ziemlich genial aus.

Gruß Moritz

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Re: Die Mark Michingen in N - Bauberichte

#2230

Beitrag von dampflok-Fan » Do 18. Jul 2019, 14:56

Hallo Hubert,
Zitat:
Was meint Ihr ... bin ich bekloppt ... oder wie oder was. Ich freue mich auf Eure ehrliche Einschätzung
also mal ganz ehrlich: eine endgültige Aussage dazu traue ich mir nicht :fool: :fool:
Aber ich kann mit Bestimmtheit sagen, dass die Ansicht des Gleises hervorragend ist. Und geradezu bewundernswert sind Deine Ideeen und Lösungswege, wie du zum Ziel kommst!! :gfm: :gfm:
Kurz gesagt: ich bin begeistert und wünsche Dir weiter solche tolle Basteleien!
Gruß Bernd

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Re: Die Mark Michingen in N - Bauberichte

#2231

Beitrag von hubedi » Do 18. Jul 2019, 15:40

Hallo Moritz,
MarschbahNer Plus hat geschrieben:
Do 18. Jul 2019, 14:44
... Nur mit deinen Rippenplatten werde ich nicht ganz warm. Nachdem ich mir ein paar Bilder angeschaut habe würde ich mich erdreisten zu sagen, dass du sie weglassen könntest. Zum Einen sind sie flächenmäßig zu groß und andererseits müsste die Farbe dem des Gleises entsprechen was sie schon sehr unauffällig macht. ...
@Moritz
Ich gebe Dir recht ... die Rippenplatten sind noch nicht optimal. Weglassen ... hm ... dann würden die Schienennägel zum Auflöten bei jeder sechsten Schwelle ziemlich heraus leuchten. Die ungleichmäßigen, zu großen Platten fallen bei direkter Betrachtung gar nicht so sehr ins Gewicht. Das Weglassen allerdings schon. Es ist ein Kreuz mit diesen Makroaufnahmen. :evil:

Aber wenn man schon in Form von Nahaufnahmen gackert, solle auch ein ordentliches Ei gelegt werden. Deine Idee mit den SMD-Widerständen werde ich mir mal näher ansehen. Innen darf eine Nachbildung nicht über den Schienenfuß hinausragen, da sonst die Spurkränze auflaufen. Auch wenn ich die Kränze abdrehen könnte, so soll doch auch mal ein Kollege seine Fahrzeuge ohne Probleme bewegen können.

Papier oder Pappe gefällt unserem Herrn Dr. Blatero wegen der Kosten und so. :D Nur, ich muss ich mir eine präzise, gleichmäßige und flott zu handhabende Schnittmethode überlegen.

Holzschwellen sind zur Nachbildung von Holz immer noch unübertroffen. selbst das beste Schwellenband aus Kunststoff kann m.E. nicht mithalten. Wenn ich aber seinerzeit mit den Peco-Gleisen angefangen hätte. wäre ich nicht mehr auf die Idee eines Selbstbaus gekommen. Es ist m.E. im Augenblick das beste Industriegleis. Ich denke, Du kannst mit aller Berechtigung die Augen wieder öffnen und einen Blick auf Deine Gleise wagen. So schlecht sind die nicht.
dampflok-Fan hat geschrieben:
Do 18. Jul 2019, 14:56
... Aber ich kann mit Bestimmtheit sagen, dass die Ansicht des Gleises hervorragend ist. Und geradezu bewundernswert sind Deine Ideeen und Lösungswege, wie du zum Ziel kommst!! ...
@Bernd
Rot werd ... :oops: ... danke für das Lob und Deine Einschätzung. Das ganze Probieren macht mir ziemlich Spaß und es ist für mich das Salz in der Suppe. Aber es kostet eine Menge Zeit. So langsam habe ich aber die Ideen und Techniken beieinander, um den Anlagenbau richtig zu forcieren ... hoffe ich jedenfalls ... immer wieder ... bis mir wieder was Neues einfällt ... :fool:

LG
Hubert
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MarschbahNer Plus
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Re: Die Mark Michingen in N - Bauberichte

#2232

Beitrag von MarschbahNer Plus » Do 18. Jul 2019, 16:03

Moin Hubert,

ja weglassen ist doof.
hubedi hat geschrieben:
Do 18. Jul 2019, 15:40
Papier oder Pappe gefällt unserem Herrn Dr. Blatero wegen der Kosten und so.
Ein Blick auf eBay sagt mir, dass du 10.000 Widerstände für 7,50€ inkl. Versand bekommen kannst. Das scheint mir ok. mit etwa 1/3mm (sehr grob gemessen) sind sie für Innen vermutlich zu dick.
Für die Außenansicht stelle ich sir mir ganz reizvoll vor.

Vielleicht kriegt man mit einem kleinen Tropfen UV Kleber noch was passendes geformt. Aber da will ich dann echt nicht mit dir tauschen...

Gruß Moritz


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Re: Die Mark Michingen in N - Bauberichte

#2233

Beitrag von NFlo » Do 18. Jul 2019, 16:56

Hallo Hubert,
Bisher habe ich das Geschehen in der Mark Michingen nur als stummer Mitleser verfolgt. Sicher sind die rostenden Gleise ein großes Ärgernis -
Beim Betrachten deiner letzten Versuche in punkto Gleisbau bleibt mir aber einfach die Spucke weg. :bigeek:

Schaut sehr realistisch aus, grade mit dem bisschen Grün Drumherum.

LG Flo

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Re: Die Mark Michingen in N - Bauberichte

#2234

Beitrag von hubedi » Do 18. Jul 2019, 16:58

Hallo Moritz,
MarschbahNer Plus hat geschrieben:
Do 18. Jul 2019, 16:03
... Das scheint mir ok. mit etwa 1/3mm (sehr grob gemessen) sind sie für Innen vermutlich zu dick.
Für die Außenansicht stelle ich sir mir ganz reizvoll vor. ...
das hat mir keine Ruhe gelassen und ich habe mir gleich so einen Pickel an die Innenseite gelegt. Die Dicke stimmt ... ich habe 0,35 mm gemessen. Der Nagelkopf hat so gaaaanz zufällig auch eine Dicke von 0,35 mm. Ich hatte mir zwar schon überlegt, ihn im Holz zu versenken, aber es bislang gelassen. Ich wollte mir die winzigen Schwellen nicht versauen. Das Risiko des Ausfransens der Holzoberfläche schien mir zu hoch. Hier mal eine Lupen-Extrem-Makroaufnahme der Situation ... so sieht's ein Spur N Gleisarbeiter:

Bild

Diese Schwelle lag zwar etwas tiefer als der Rest, aber Deine Idee könnte funktionieren. Jetzt brauche ich nur noch eine Maschine zum Verlegen ... nee, was für ein Wahnsinn ... :fool:

Vielen Dank für's Mitdenken!

Huch, ich sehe gerade noch ein Beitrag ...
NFlo hat geschrieben:
Do 18. Jul 2019, 16:56
... Bisher habe ich das Geschehen in der Mark Michingen nur als stummer Mitleser verfolgt. Sicher sind die rostenden Gleise ein großes Ärgernis ...
@Flo
Herzlich Willkommen im Club der schreibenden Leser ... freut mich! Danke für Dein Lob.
Es ist mehr als ein Ärgernis. Die Loks fahren nur noch sehr ruckelnd über die Weichen. Das geht gar nicht und ich fürchte, ich kriege die Korrosion nicht in den Griff. Möglicherweise habe ich das Problem selbst verursacht, denn beim Verlöten der Weichen musste ich den Stahlprofilen mit Fittinglot zu Leibe rücken. Das Flussmittel ist aggressiver und säurehaltiger als bei normalem Elektroniklötzinn. Ich habe die Stellen hernach zwar sorgfältig gereinigt, aber auf die Dauer fressen sich kleinste Reste des Zeugs offenbar dennoch in die Schiene.

LG
Hubert
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Darius
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Re: Die Mark Michingen in N - Bauberichte

#2235

Beitrag von Darius » Do 18. Jul 2019, 18:03

Hallo Hubert,

ich finde es toll, wie Du das Problem angehst und löst.
:gfm:
Baust Du jetzt die komplette Anlage auf Code 40 um? 8) :redzwinker:

Wenn die SMD passen, würde ich die auch besser finden als die ursprüngliche Lösung.

Viele Grüße,
Daniel
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viewtopic.php?f=15&t=158655 "Opa´s MoBa reloaded"

Sollte ich mal im Eifer des Gefechts vergessen, wer ich bin: Mein "echter" Name ist Daniel.

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Re: Die Mark Michingen in N - Bauberichte

#2236

Beitrag von hubedi » Do 18. Jul 2019, 18:32

Hallo Daniel,
Darius hat geschrieben:
Do 18. Jul 2019, 18:03
... Baust Du jetzt die komplette Anlage auf Code 40 um? ...
Nein, auf keinen Fall. Die bisherigen Umbauten auf C55 gefallen mir schon ganz gut so wie sie sind. Es geht nur um die zweite Anlagenhälfte mit dem Bahnhof Rhodenhausen und der Zufahrt.

Was die SMD-Widerstände betrifft, ist mir vorhin noch eine Alternative eingefallen. Aber das muss ich erst einmal testen. Wenn es klappt, wäre es einfacher zu kleben, als Widerstände auf beiden Seiten der Schienen. Das wären vier Klebungen je Schwelle. Da wäre ich nach dem Verlegen reif für die Klapsmühle.

LG
Hubert
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Re: Die Mark Michingen in N - Bauberichte

#2237

Beitrag von garti62 » Do 18. Jul 2019, 21:51

Hallo Hubert,

Na, da hast Du Dir ja was vorgenommen. Respekt. Ich möchte mal kurz meinen Senf dazugeben.
Wie weit bist Du denn mit Deiner Fräse? Die könnte Dir die Arbeit nämlich erheblich erleichtern. Ich hab mal ein Bild rausgesucht, aus Zeiten, als ich auch mt Spur N rumprobiert habe.

Bild

Der Spur-N-Schwellenrost im Vordergrund ist mit 0,5mm und 2mm-Fräser hergestellt. In die Vertiefungen kannst Du statt Halbzeugplättchen (wie eigentlich gedacht) die SMD's einlegen. Wenn es kein starres Gleis sein soll, kann man den Schwellenrost auch nur mit einem Mittelsteg herstellen, wie das obere Exemplar zeigt (ist allerdings H0). Das ist dann wie Flexgleis, je nach Biegeradius muß der Mittelsteg evtl. ein wenig eingeschnitten werden. Material ist Sperrholz.

Nur mal so als Denkanstoß :D

Schönen Abend noch
Ulli

Nachtrag zum Thema Beize: etwas schwarze Schuhcreme in Spiritus auflösen. Das gibt den typischen schmutzig-grauen Farbton von älteren Holzschwellen.
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Jürgen
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Re: Die Mark Michingen in N - Bauberichte

#2238

Beitrag von Jürgen » Fr 19. Jul 2019, 06:22

Hallo Hubert,

was die Bäume betrifft, noch ein kurzer Nachtrag. Meine Ausführungen waren nur als Hinweis zu verstehen, warum Bäume schief stehen können, nicht als Kritik. Mir scheint das ein exemplarisches Beispiel dafür zu sein. Die Bäume am Abhang stehen schief, wei der Boden sich bewegt. Die Bäume, die weiter innen stehen, machen das weniger. Das Licht hat mMn einen Einfluss auf das Wachstum der Äste, die sich verstärkt in Richtung des Lichtes auswirkt. Dein Modell nimmt das gut auf.

Was die Schwellen betrifft, Du schreibst:
Holzschwellen sind zur Nachbildung von Holz immer noch unübertroffen. selbst das beste Schwellenband aus Kunststoff kann m.E. nicht mithalten.
Ich habe bisher auch so gedacht, bin aber bei den Bildern der Dioramen von Emmanuel Nouaillier (google mal die Bilder) doch ins Grübeln gekommen. Er schreibt in seinem Buch "Perfekt bis ins Detail" sinngemäß, dass er Kunststoff für die Nachbildung von Holz bevorzugt. Und die Ergebnisse seiner Arbeit spricht Bände ... Kunststoff eröffnet Dir auch andere Möglichkeiten bei der Verarbeitung. Sie gibt es ja auch in allen möglichen Größen und Formen. Vor allem bei kleinen Dimensionen hat Kunststoff die Nase vorn. Ich denke, einen Versuch ist es wert. Ich werde es bei Gelegenheit angehen und greife gerne auf Deine Erfahrungen zurück ... ;-)

Das genannte Buch hat bei mir jedenfalls eine tiefe Schaffenskrise ob der begrnzten Fähigkeiten meiner Finger ausgelöst. :fool: Es ist mMn empfehlenswert für jeden, der sich mit Akuratesse dem Mobabau widmet. Der Autor ist m.E. vor allem ein Meister der Farben.

Viele Grüße
Jürgen
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Re: Die Mark Michingen in N - Bauberichte

#2239

Beitrag von hubedi » Fr 19. Jul 2019, 07:21

Hallo Ulli,

Denkanstöße sind immer gut und in der Tat ist diese Möglichkeit noch nicht vom Tisch. Die Fräse ist zwar nocht nicht ganz fertig, aber es fehlt nicht mehr viel.

Ich bin mir nicht sicher, ob sie mir bei den Streckengleise so viel Arbeit abnehmen könnte. Ihre Stärken sähe ich beim Erstellen der Weichen mit ihren relativ komplexen Geometrien. Ich denke, mit meiner "Stempelmethode" bin ich schneller beim Verlegen der Schwellen.

Interessanter wäre da schon die Möglichkeit, die Vertiefungen in die Schweller zu fräsen, um dort die Schienauflage bzw. die Rippenplatte zu verankern. Die SMD-Widerstände würde ich dann allerdings durch passende Messingklötzchrn ersetzen ... z.B. Abschnitte von Messingprofilen. Dann könnte ich die Schienen direkt auflöten. Irgendwelche Nägel oder Klammern, die den Fuß umgreifen, scheiden beim C40-Profil aus. Dafür sind die NEM-Spurkränze zu hoch und es würde rattern. Mit C40-Profil bewegt man sich am technisch gerade noch realisierbaren Limit.

Die Schienenstühlchen sind für mich im Augenblick der Dreh- und Angelpunkt. Da geistern so einige Ansätze in meinem Kopf herum. Die aus dem Handgelenk entwickelte Idee der eingefärbten Papierstreifen beim Probeaufbau kann mich tatsächlich noch nicht überzeugen.

Theoretisch gibt es noch die Möglichkeit, die sonst gern verwendeten Platinenstreifen als Schwellen einzusetzen. Aber optisch können Sie den Echtholzschwellen nicht das Wasser reichen.

Am WE ist Zeit zum Nachdenken und Testen. Es wird vorraussichtlich sowieso zu warm, um auf dem Dachboden zu arbeiten. Manchmal muss man ein Vorhaben etwas reifen lassen, bevor es an die Anlage geht. :D

LG
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Re: Die Mark Michingen in N - Bauberichte

#2240

Beitrag von hubedi » Fr 19. Jul 2019, 07:41

Hallo Jürgen,

ich sehe, Du hast Dich unbemerkt dazwischen geschoben. :D

Hm ... was Nouaillier macht ist zweifellos allererste Sahne. Klar kann man Kunststoff optisch in Holz verwandeln ... wenn man es kann. Ich bin ja froh, dass ich mit dem Gepinsel inzwischen nicht mehr ganz so auf Kriegsfuß stehe.

Neben der Optik sehe ich allerdings bei Kunststoffschwellen ein entscheidendes Problem ... das Auflöten der Schienen. Ob die Plastikstreifen anschließend auch noch alle nach Holz aussehen ... hm ... :D Das Aufkleben ohne jegliche Klammerung ist wohl kaum hinzukriegen. Daran haben sich schon die Profis die Zähne ausgebissen. Bei den Arnoldgleisen geht es nur deshalb, weil ich mich auf die (eigendlich zu grobe) Kleineisennachbildung verlassen kann.

Und was die krummen Bäume betrifft ... ich habe nichts gegen eine Kritik ... im Gegenteil. Ich müsste doch mit dem Klammernbeutel gepudert sein, wenn ich sinnvolle Vorschläge nicht aufgreife und statt dessen lieber alle Schusseligkeiten und Fehler persönlich durchdeklinieren möchte. Neee, alles gut ... :!:

Schade, dass der Blick zu den Meistern der Zunft bei Dir eine Schaffenskrise auslösen kann. Mir fällt bei solchen Gelegenheiten immer ein Buch ein, dass ich meinen Kindern seinerzeit oft vorgelesen habe ... "Das kleine ich bin ich". Ich schau mir solche Sachen gerne an und versuche natürlich auch, für mich brauchbare Ideen herauszubrechen. Aber dann .. ich bin ich und baue so, wie es mir Spaß macht und wie ich es kann ... und gut iss. :D

LG
Hubert
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Re: Die Mark Michingen in N - Bauberichte

#2241

Beitrag von Jürgen » Fr 19. Jul 2019, 13:32

bei Dir eine Schaffenskrise auslösen kann
Lieber Hubert,

das ist nie von großer Dauer und Du darfst gerne davon ausgehen, dass ich so etwas in eine motivierende Herausforderung umwandeln kann ... :sabber:

Ich bin auch nicht kritiklos gegenüber solchen Meistern. Es gibt auch Dinge, die ich bei Nouaillier (wie viele Vokale passen noch in einen Namen ?), ohne seine Fähigkeiten in Frage zu stellen, als nicht optimal ansehe. Es ist mir zu morbid.

Viele Grüße
Jürgen
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Re: Die Mark Michingen in N - Bauberichte

#2242

Beitrag von LaNgsambahNer » Fr 19. Jul 2019, 14:45

Moin,
Es ist mir zu morbid.
Ich würde schon fast sagen "Extrem".
In diesem Fall schaue ich bei Schokolade.... ääh... ich meine Chocholaty rein. :fool:
Der holt mich wieder etwas runter. :redzwinker:
(so langsam muss ich auch mal nen Fred aufmachen. :oops: )

Gröt ut Hamborg
Kai
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Re: Die Mark Michingen in N - Bauberichte

#2243

Beitrag von Ralf Franke » Fr 19. Jul 2019, 16:40

Hallo Hubert,
hast Du einmal einen Luftfeuchtemesser in deinem Modellbahnraum eingesetzt, wenn die Arnold Gleise rosten, können eventuell auch andere Sachen (Loks, Wagen u.s.w.) Rost ansetzen, ggf. müsstest Du einen Raumentfeuchter einsetzen.

MfG
Ralf
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Re: Die Mark Michingen in N - Bauberichte

#2244

Beitrag von Frank K » Fr 19. Jul 2019, 23:07

Servus, Hubert,

das Selbstbaugleis schaut schon hammermäßig aus, man mag nicht mehr glauben, dass es sich hier um Spur N handelt. Nur die Schottertönung ist nicht ganz so meins, da mag ich dann doch noch mehr Patina haben. Noch schaut das Schotterbett zumindest auf den Fotos für mich etwas zu "neu" aus. Aber unsere Geschmäcker sind genauso so verschieden, wie die Anlagen, die wir bauen ... :redzwinker:

Da Du viel freie Strecke und auch verschiedene Strecken hast, mag ich Dir vorschlagen, auch mit verschiedenen Graden von Patina zu arbeiten. Abschnittsweise wurde der Schotter mal getauscht, dann ist es heller, anderswo steht der Austausch kurz bevor, dann ist der Schotter sehr dunkel.

Was das Selbstbaugleis betrifft, bitte prüfe es mal, ob es auch den Belastungen einer mechanischen Gleisreinigung standhält. Du weißt, die berühmte Mischung aus Staub, Öl und Haftreifenabrieb, die für die Elektronen auf dem Weg von der Schiene in die Spurkränze zu einer unüberwindbaren Barriere heranwachsen kann. Gut, Reinigungszwerge und Gleisstaubsauger können eine Zeitlang für schonende Abhilfe sorgen. Aber irgendwann muss auch mal eine mechanische "Grundreinigung" sein und da sind die Kräfte etwas größer und die Gleise sollten dennoch nicht auseinanderfallen. :fool: Kritisch mögen hierbei insbesondere Kurven sein.

Ich weiß, das mag trivial klingen, aber Du baust ja eigentlich kein Diorama ...

Ansonsten, weiter so! :gfm: - sowohl für`s Bauen als auch für's Schreiben!

Ciao, Frank
Erste Anlage:
Grainitz - kleiner Nebenstrecken-Endbahnhof in TT auf 2,35 m x 1,12 m:
http://www.stummiforum.de/viewtopic.php?f=15&t=146822

Neubau Grainitz II - Der Bautrööt:
https://stummiforum.de/viewtopic.php?f= ... 3#p1834173

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Re: Die Mark Michingen in N - Bauberichte

#2245

Beitrag von N Bahnwurfn » Sa 20. Jul 2019, 11:31

Hallo Hubert,

erst mal danke für deinen Vortrag mit der Silkonform. Das ist ja mal ein toller Vorschlag für alle möglichen Dinge, die man gern vervielfältigen möchte und ist somit gleich in meiner Kopierichkiste gelandet. :mrgreen:

Was das Modellgleis betrifft, optisch sicher ein Leckerli, besonders auch der freie Durchblick zwischen Schienenprofil und Schotterbett.
Die gesamten Anlagengleise allerdings so herzustellen ? Mano man, da haste dir ja wieder was vorgenommen. :shock:
Verbesserungsvorschläge scheinen hier ja glücklicher Weise, genügend einzugehen. Sicher lassen sich da noch einige Verbesserungen in der Herstellung zaubern und zaubern kannst du ja. :wink:

MfG Peter

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Re: Die Mark Michingen in N - Bauberichte

#2246

Beitrag von GSB » Sa 20. Jul 2019, 12:40

hubedi hat geschrieben:
Do 18. Jul 2019, 13:43
Ärger in der Mark Michingen ... [...] Wieder Rost an den Schienen ... :bigeek:
Hallo Hubert,

zunächst dachte ich "Was ist denn nun das Problem, wir rosten doch alle unsere Schienen?" :roll: - aber dann wurde mir klar daß Du echten Rost meinst! :oops: Okay, mit korrodierten Schienen dürfte der Fahrspaß doch sehr eingeschränkt sein... :pflaster:

Aber was Du dann gleich wieder entwickelst mit Echtholzschwellen und Miniprofil ist schon wieder zum Staunen! :o

Das mit Echtholzschwellen (allerdings vorgefertigten von Hobbyecke Schuhmacher :wink: ) hab ich neulich bei nem anderen H0e-Bahner bewundert - vielleicht wird das in nem späteren Bauabschnitt auch noch was für mich. :mrgreen:

Dein Schotter überzeugt mich aber nicht, der ist (wie ja auch von Dir geschrieben) zu rund... :? Probier doch mal welchen von Spurenwelten, damit bin ich sehr zufrieden. :D

Gruß Matthias
GSB - eine schmalspurige Privatbahn 《Bild anklicken》

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Re: Die Mark Michingen in N - Bauberichte

#2247

Beitrag von derOlli » So 21. Jul 2019, 10:26

Hallo Hubert, :D
GSB hat geschrieben:
Sa 20. Jul 2019, 12:40
Probier doch mal welchen von Spurenwelten, damit bin ich sehr zufrieden.
Dort habe ich auch gekauft und bin sehr zufrieden. bisher habe ich allerdings nur den Tunnel an der Paradestrecke geschottert, weil ich da jetzt nicht mehr ran komme. Die Optik und die Verarbeitung was bisher das beste was ich finden konnte. Mein Vorteil war aber das ich da hin fahren konnte und den Schotter vor den Kauf anschauen konnte.

http://spurenwelten.de/index.html

Bei einigen Schottersorten werden sogar die Epochen angegeben wo dieser verwendet wurde. Ich habe mir den Schotter Porphyr gekauft.
Du findest sicherlich dort auch was passendes. :D
Gruß von Olli


Über einen Besuch in meinem Kellerland würde ich mich freuen:
http://www.stummiforum.de/viewtopic.php?f=64&t=110273

Neu: Hier geht es zu meinem Video vom FiddleYard. Einfach auf das Bild klicken. :D

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Re: Die Mark Michingen in N - Bauberichte

#2248

Beitrag von hubedi » Mo 19. Aug 2019, 23:03

Hallo werte Besucher der Mark Michingen,

tatsächlich ... es sind seit meinem letzten Bericht vier Wochen ins Land gegangen. In dieser Zeit ist einiges passiert ... trauriges und erfreuliches ... vor allem einiges, was mich davon abgehalten hat, hier zu schreiben. Wie auch immer, hier geht es ja im Wesentlichen um den Bau meiner Anlage und da gibt es so einiges zu erzählen. Alles hier zu zeigen, würde tatsächlich für eine mehrteilige Serienstaffel reichen. Ich werde mich auf die wichtigsten Neuigkeiten beschränken. Wem die gleich hereinbrechende Bilderflut zu lang erscheint, der möge es selbst in passende Teile zerlegen. :fool: Für die Eiligen habe ich auch eine fett gedruckte Zusammenfassung:

Wer es kompakt liebt ... C40 ersetzt C80 ... fertig. :fool:

Ich aber versuche jetzt mal wieder an den Stand der Dinge heranzukommen.

Bild

Bild

Aber erst die Post ...
Jürgen hat geschrieben:
Fr 19. Jul 2019, 13:32
... Ich bin auch nicht kritiklos gegenüber solchen Meistern. Es gibt auch Dinge, die ich bei Nouaillier (wie viele Vokale passen noch in einen Namen ?), ohne seine Fähigkeiten in Frage zu stellen, als nicht optimal ansehe. Es ist mir zu morbid. ...
LaNgsambahNer hat geschrieben:
Fr 19. Jul 2019, 14:45
... Ich würde schon fast sagen "Extrem".
In diesem Fall schaue ich bei Schokolade.... ääh... ich meine Chocholaty rein. :fool:
Der holt mich wieder etwas runter. :redzwinker: ...
@Jürgen und Kai
Alles ein Frage des Geschmacks. Die relativ kleinen, kompakten Dioramen erfordern m.E. eine ganz andere Art der Darstellung als eine meterlange Anlage. Die hohe Kompression ist auch nicht so meine Sache. Ich zumindest bin wohl zu weitschweifig und brauche eine gewisse Fläche, um meine Ideen auszubreiten.
Ralf Franke hat geschrieben:
Fr 19. Jul 2019, 16:40
... hast Du einmal einen Luftfeuchtemesser in deinem Modellbahnraum eingesetzt, wenn die Arnold Gleise rosten, können eventuell auch andere Sachen (Loks, Wagen u.s.w.) Rost ansetzen, ggf. müsstest Du einen Raumentfeuchter einsetzen. ...
@Ralf
Hm ... ich glaube nicht, dass auf meinem Dachboden eine zu hohe Luftfeuchtigkeit zu messen wäre. Ich denke, das Problem habe ich selbst verursacht. Um die Stahlschienen löten zu können, musste ich seinerzeit zu etwas härteren Flussmitteln greifen. Die anschließende Reinigung war offensichtlich nicht ausreichend, denn genau an diesen Stellen ist der Rost zu entdecken. Ich hatte nach dem ersten Auftreten nochmal gereinigt und Kontaktspray mit Schutzölen darüber verteilt. Aber dieser Rettungsversuch brachte offensichtlich keinen Erfolg:

Hier ist die Korrosion deutlich zu sehen ...
Bild

... und wenn man hier nach der Reinigung genau hinsieht, ist sogar eine angefressene Lauffläche hinter der Herzstückspitze zu entdecken. Damit ist die sichere Stromversorgung gefährdet und das hat schweren Herzens den Ausschlag zum Umbau gegeben. Schließlich steckt in diesen Weichen bereits eine Menge Arbeit.

Bild

Außer an den Lötstellen habe ich keinen weiteren Rost entdecken können. Aner davon gibt es reichlich. Fahrzeuge sind definitiv nicht betroffen.
Frank K hat geschrieben:
Fr 19. Jul 2019, 23:07
... Nur die Schottertönung ist nicht ganz so meins, da mag ich dann doch noch mehr Patina haben. Noch schaut das Schotterbett zumindest auf den Fotos für mich etwas zu "neu" aus. ... Da Du viel freie Strecke und auch verschiedene Strecken hast, mag ich Dir vorschlagen, auch mit verschiedenen Graden von Patina zu arbeiten. Abschnittsweise wurde der Schotter mal getauscht, dann ist es heller, anderswo steht der Austausch kurz bevor, dann ist der Schotter sehr dunkel. ... Was das Selbstbaugleis betrifft, bitte prüfe es mal, ob es auch den Belastungen einer mechanischen Gleisreinigung standhält. ...
@Frank
Vielen Dank für Deine Einschätzung und Deine Tipps. Bei meinem Testdiorama habe ich ganz bewusst hellen Schotter eingesetzt. Ich wollte die Wirkung eines neu geschotterten Abschnitts einschätzen und mit dem bislang eingesetzten, wesentlich dunkleren Schotter vergleichen. Wie Du gleich sehen wirst, habe ich für die Anlage dunklere Varianten ausgewählt.
Deine Idee der unterschiedlichen Farben habe ich gleich aufgegriffen und probehalber im Bahnhofsbereich andere Steinchen eingesetzt. Die Annahme ist, der Bahnhof Rhodenhausen wurde mit der Elektrifizierung der Strecke nach Klustal teilweise umgebaut, da zu diesem Zeitpunkt die alten mechanischen Stellwerke sowie die Formsignale abgebaut und durch modernere elektrische Antriebe und Lichtsignale ersetzt wurden. Dabei wurde auch der Gleisschotter ausgetauscht.

Die mechanische Belastbarkeit des Selbstbaugleises ist m.E. mehr als ausreichend. Die Schienen werden wie bei meinem Test auf Messingnägel gelötet. Ich habe probehalber mit einer Zange an den Schienen gerüttelt ... bombenfest. Von einem normalen Staubsaugereinsatz ist keine Gefahr zu zu befürchten. Die größte Gefahr dürfte wohl von Temperaturschwankungen ausgehen. Die Ausdehnung des Gleises ist mit Dehnungsfugen kaum abzufangen, da die Schienen ja nicht verschiebbar in irgendwelchen Gleisklammern sitzen. Der Streckenverlauf ist allerdings sehr kurvig, so dass die Gleisanlage insgesamt flexibel sein dürfte. Das wird die Zukunft zeigen ... aber ich bin in dieser Hinsicht einigermaßen gelassen.
N Bahnwurfn hat geschrieben:
Sa 20. Jul 2019, 11:31
... Die gesamten Anlagengleise allerdings so herzustellen ? Mano man, da haste dir ja wieder was vorgenommen. ...
@Peter
Tja, mein lieber Modellbaufreund ... es war auch für mich ein respekteinflößendes Projekt. Aber es geht tatsächlich schneller voran als erwartet. Ein nicht unerheblicher Teil der Umbauarbeit ist geleistet. Frage mich aber bitte nicht nach der Anzahl der Arbeitsstunden ... Ääh ... ich meine natürlich dem Bastelspaß. :mrgreen:
Nach so einigen Metern Gleisbau kann ich sagen, die Silikonformen haben sich beim Verlegen der Holzschwellen perfekt bewährt. Und das bislang fertiggestellte Gleis gefällt mir richtig gut obwohl es noch nicht seine endgültige Farbe besitzt. Das alte C80-Gleis sieht im direkten Vergleich ziemlich grobschlächtig aus ...
GSB hat geschrieben:
Sa 20. Jul 2019, 12:40
... Okay, mit korrodierten Schienen dürfte der Fahrspaß doch sehr eingeschränkt sein ... Das mit Echtholzschwellen (allerdings vorgefertigten von Hobbyecke Schuhmacher :wink: ) hab ich neulich bei nem anderen H0e-Bahner bewundert - vielleicht wird das in nem späteren Bauabschnitt auch noch was für mich. ... Dein Schotter überzeugt mich aber nicht, der ist (wie ja auch von Dir geschrieben) zu rund... :? ...
@Matthias
Zu Rost und Schotter hatte ich mich ja schon geäußert. Die abgerundeten Steinchen sind sicher auf der Anlage weniger auffällig als bei den extremen Makroaufnahmen, aber sie werden den Weg nicht auf die Anlage finden. Weiter unten habe ich noch was zum Schotter berichtet ...
Die Gleise der Hobbyecke Schuhmacher waren für mich seinerzeit Anlass, mich mit dem Selbstbau zu beschäftigen. Spätestens als ich diese Gleise vor Jahren auf einer Ausstellung bewundern konnte, war ich mit den Industrieinterpretationen nicht mehr zufrieden.
derOlli hat geschrieben:
So 21. Jul 2019, 10:26
... Dort habe ich auch gekauft und bin sehr zufrieden. bisher habe ich allerdings nur den Tunnel an der Paradestrecke geschottert, weil ich da jetzt nicht mehr ran komme. Die Optik und die Verarbeitung was bisher das beste was ich finden konnte. Mein Vorteil war aber das ich da hin fahren konnte und den Schotter vor den Kauf anschauen konnte. ... Bei einigen Schottersorten werden sogar die Epochen angegeben wo dieser verwendet wurde. Ich habe mir den Schotter Porphyr gekauft. ...
@Olli
Das Angebot der "Spurenwelten" sieht tatsächlich beeindruckend aus. Porphyr-Schotter habe ich mir auch besorgt ... ihn aber nochmal spezialbehandelt.

Womit wir dann bei meinen Berichten angekommen wären ... bloß, womit fange ich an ... hm ... am besten da, wo wir aufgehört haben ... beim Schotter.

@All
Wie ich an anderer Stelle schon geschrieben hatte, verwendete ich bislang selbst gesammelten und gesiebten Schotter von diversen Wegen. Die Form und Größe der Steinchen finde ich immer noch sehr passend. Aber es ist Basalt und damit fängt der Salat an. Nach dem Kleben finden die Steinchen zu ihrer ursprünglichen anthraziten bis schwarzen Farbe zurück. Hm ... eine spannende Herausforderung ... und so schnell gebe ich nicht klein bei. Jedenfalls nicht, bis ich die Ursache des Problems erfasst habe um einschätzen zu können, wie hoch der Aufwand zum Abstellen sein könnte. Warum ist Basalt also auf den Wegen grau und im nassen bzw. aufgeklebten Zustand dunkel?

Die beste Antwort, die mir über den Weg lief, lautete, die helle Farbe ist das Ergebnis des anhaftenden Staubes und der damit verbundenen rauen Oberfläche. Wasser spült diese Anhaftungen weg und die ursprüngliche Farbe des Vulkangesteins kommt hervor. Von einigen Ausnahmen abgesehen bettet der Kleber die Oberflächen dauerhaft ein und wirkt somit ähnlich wie Feuchtigkeit.

Hm ... was tun ...? Wenn die feinen Partikel abgespült und die Oberflächen quasi geglättet werden, wäre es doch naheliegend, die Partikel bzw. Pigmente sozusagen wasserfest anzukleben. Gesagt, getan ... ich rührte mir eine Suppe aus Tiefengrund und Dispersionsfarben an ...

Bild

und lud die Steinchen zu einem Vollbad ein.

Bild

Das Trocknen überließ ich dem bekannten natürlichen Fussionsreaktor über unseren Köpfen. Zu diesem Zeitpunkt gab der sich alle Mühe, die Außentemperaturen in meinen persönlichen Schmelzbereich zu verschieben. Jedenfalls verdampfte die Feuchtigkeit wie nix. Tiefengrund klebt nicht allzu sehr, ist aber naturgemäß nach dem Trocknen wasserfest. Die Klebekraft war gerade groß genug, die Pigmente zu fixieren, reichte aber nicht, die Steinchen in einem massiven Block zu verwandeln. Zwischen den Fingern ließen sich die Klumpen problemlos wieder zu Schotter zerreiben. Das war das Ergebnis ...

Bild

Na, ich finde ... schon recht nahe am Original. Das rostige Braun kommt später noch hinzu.

Tatsächlich haben die Steinchen den diabolisch-schwarzen Teil ihrer Existenz abgelegt, der ihnen in den höllisch-heißen Tiefen der Erde mit in die Wiege gelegt wurde. Ganz gleich ob trocken, feucht oder angeklebt, sie bleiben einfach grau ... also ein Haken auf der Liste ... erledigt. :D

Verteilt wurde der Schotter mit einem uralten Werkzeug. Natürlich hatten die Modellbauspezialisten der Bahndirektion Klustal so einige Verteilexperimente und Berechnungen angestellt. Die Ingenieure schrieben schlaue Differentialgleichungen auf, um der Verteilungstheorie der Steinchen mit diversen Pinseln auf die Spur zu kommen. Speziell versuchte man die Federkraft unterschiedlicher Pinselhaare zu den ballistischen Flugkurven des davon stiebenden Schotters bei kleinen Fehlbewegungen des Werkzeugs in Beziehung zu setzen. Ziel war, die optimale Dämpfung des Feder-Masse-Systems in Form optimierter Pinselhaare zu finden.

Bahndirektor Jahnke beendete das ganze Zaubern der Theoretiker als er mit einem uralten aber bewährten Werkzeug aus dem Technikmuseum erschien. Hinten in der Ecke links entdeckte er bei seinem Besuch einen wetware-gesteuerten Finger an einem langen Gelenkarm. Der Museumswart wusste zu berichten, mit diesem Werkzeug seinen schon gewaltige Steinbauten errichtet worden, aber es sei aus der Mode gekommen. Dabei verfüge es über eine unschlagbare Sensorik und eine nahezu perfekte Außenhaut, die jedes Davonkatapultieren der Steinchen nahezu ausschließen würde. Ausgestattet mit einer Unzahl von Wetware-Rückkopplungen würde sich das Werkzeug sogar zum feinsinnigen Verdichten des Schotters durch Klopfen eignen.

Als der Bahndirektor seinen Finger aus dem Museum den Schotterspezialisten vorstellte, staunte man nicht schlecht. Alle schauten recht skeptisch drein, aber man wollte dem Bahndirektor die Bitte nicht abschlagen, es einmal mit diesem antiken Werkzeug zu versuchen. Die Begeisterung war groß, wie sensibel der Finger fehlgeleitete Steinchen erfasste und auf den Weg der Tugend zurückzuführen wusste. Die Arbeit gelang durch die Reaktivierung des Fingers in verblüffend kurzer Zeit. Nur hier und da musste ein schmaler Feinspachtel aufgesteckt werden, um die Kanten zu glätten. So sieht das Wunder der Technik im Einsatz aus ... :fool:

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Und hier ist vorab ein gewisser Eindruck des Ergebnisses zu erahnen ...

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Nach diesem kleinen Ausflug in die Kasperei wieder zurück zu den Fakten. Im Schweinsgalopp eilen wir jetzt durch die Bilderflut:

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Dieses Gerät leistete eine gute Unterstützung beim Kühlen der Wetware. Die beiden Lüfter bliesen in die mit Kühlakkus oder Flaschen mit gefrorenem Wasser befüllte Kiste hinein und pusteten die kühle Brise auf den schwitzenden Gleisbauer. Der musste zunächst das noch mit Nägelchen angeheftete Flexgleis abheben:

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Der untergelegte Kupferdraht sorgte übrigens für eine leichte Kurvenüberhöhung.
Das freigelegte Korkfundament erhielt alsbald neue Schwellen. Auf das Doppelklebeband verzichtete ich auf Grund der Erfahrungen mit meinem Probestück gleich und setzte die Holzschwellen direkt in ein Leimbett. Die Silikomform leistete perfekte Hilfe und selbst anhaftender Leim beeindruckte die Schablone nicht im geringsten. Der Kleber vermochte das Silikon nicht zu binden und Reste ließen sich vor jedem Arbeitsgang einfach abrubbeln. Bei ca 7-8 Metern Strecke ließe sich jetzt ausrechnen, wie oft das ca 15 cm lange geladene Schwellenmagazin angesetzt werden musste ... eine Fleißarbeit, die aber zwischen anderen Basteleien bequem zu erledigen war. Schließlich musste ich das Abtrocknen des Leims nicht persönlich begleiten oder überwachen.

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Meter auf Meter versammelten sich die Schwellen in Reih und Glied auf dem Trassenbrett. Eine Nacht gönnte ich ihnen jeweils zum Abbinden, dann erhielten sie eine Rasur mit dem Schleifklotz bzw. einer Feile. Dabei egalisierte ich die kleinen Höhen- und Längenunterschiede.

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In den Kurven hatte ich zuvor mit HIlfe von Streifen aus fester Graupappe dafür gesorgt, dass sich die Zuggarnituren später elegant in die Kurve legen:

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Vor dem Einsetzen der Schienennägel erhielten die Schwellen einen braun-schwarzen Anstrich mit Holzbeize. Die Beize fixierte ich anschließend mit Tiefengrund. Die Feuchtigkeit ließ leider einige Schwellen etwas aufquellen, so das nochmal der Schleifklotz aktiv werden musste.

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Aber dann konnte mein Mikro-Bohrmaschinchen zeigen, was ein 0,8 mm Bohrer für schöne Löcher machen kann:

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Wie bei meinem Probestück schlug ich Flachkopf-Messingnägel in die vorgebohrten Löcher und lötete die vorverzinnten Neusilberschienen auf diese Basis. Die geraden Abschnitte ließen sich mit Hilfe eines Stahllineals ausrichten:

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Schwieriger wurde es in den Kurven mit wechselndem Übergangsradien. Hier half nur der kritische Blick flach über die Gleise, um irgendwelche unschönen Knicke auszumachen. Meistens reichte ein kurzes Ansetzen des Lötkolbens und ein Verschieben um den Bruchteil eines Millimeters mit einer Pinzette, um für einen eleganten Schwung zu sorgen.

War die erste Schiene ausgerichtet, war das Auflegen des parallelen Zwillings Liebhaberei. Die Löcher ließen sich nun mit einer Abstandsschablone im richtigen Abstand setzen:

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Einmal aufgelötet wurden die Schienen gleich elektrisch verbunden. Natürlich klingelte ich zur Kontrolle alle Kontakte durch ... "Hubert, was piepst da eigentlich andauernd so, bist Du das?", hörte ich bald meine Frau irritiert nach oben fragen. :D

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Und dann ... ja dann fuhr die BR 86 aus eigener Kraft bis nach Rhodenhausen:

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Freu ... jubilier ... :D

Nach der Ouvertüre der eigentliche Hauptakt ... der Umbau des Bahnhofs mit all seinen Spezialweichen und seinem Hosenträger im Bogen ... Puh. Die südliche Bahnhofseinfahrt ist tatsächlich fast fertig geworden. Den meisten Respekt flößte mir die Neukonstruktion der im leichten Bogen liegende Kreuzung mit ihren vier unterschiedlichen Herzstücken ein. Seinerzeit hatte ich beim Bau ganz schön geschwitzt. Aber inzwischen ist die Erfahrung beim Weichenbau merklich gewachsen und diesmal gelang der Bau erheblich besser und schneller als beim ersten Mal.

Das fummelige C40er Profil ist eine andere Hausnummer als das grobe Arnold-Material. Ich durfte mir keine Toleranzen erlauben denn die kleinsten Unachtsamkeiten im Submillimeterbereich führten gleich zu einem wackeligen Lauf des Testdrehgestells bzw. der Wagen. Liegt so ein Profil flach auf dem Tisch, kann ich es mit meinen knubbeligen Wurstfingern nicht aufnehmen und ich muss eine Pinzette um Unterstützung bitten. Das Gleismaterial bewegt sich für Spur N gerade so an der Grenze des Möglichen. Das wurde beim Bau ziemlich schnell deutlich.

Exemplarisch ein paar Bilder vom Umbau. Es beginnt mit dem Vorher ... der besagten Kreuzung mit Arnold-Profilen:

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Auf dem nächsten Bild ist das alte Profil bereits abgebaut und die Herzstücke sind fertig vorbereitet:

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Die Herzstücke fanden ihren Platz wie beim Streckengleis auf Messingnägel. Das sorgfältige Ausrichten der vorbereiteten Teile mit Hilfe eines Stahllineals bzw. durch genaues Peilen über die Gleisanlage hinweg erwies sich als der aufwändigste Part des Baus:

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Ich war nicht eher zufrieden, bis mein Testdrehgestell ohne Ruckeln und Wackeln über die Kreuzung eilte:

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Ich hoffe, diese Mühe zahlt sich im späteren Betrieb aus. Schließlich wird der Hosenträger von allen Fahrzeugen in der südlichen Bahnhofsausfahrt benutzt.

Nach diesem Dreh- und Angelpunkt war der Weichenbau die reinste Erholung. Die Vorbereitung fand im kühlen Keller statt und dann marschierte ich zum wiederholten Male mit meiner Bauteil- und Werkzeugkiste zur Anlage;

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Stück für Stück entstanden so die unterschiedlichen Weichentypen:

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Meine selbstgebauten Alu-Klammern erweisen sich in mehrerer Hinsicht als nützlich. Einmal dienten sie natürlich zum Fixieren der Schienen beim Auflöten. Dann aber ließen sie sich auch als Kühlblech für bereits fertige Lötstellen einsetzen, wenn in der Nähe eine weitere Lötung vorzunehmen war, ohne fertige Fixierungen aufzuschmelzen.

Zwischendurch galt es immer wieder zu testen und evtl. Wackeleien meines Problemwagens auf den Grund zu gehen bzw. auszumerzen:

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Langsam fügten sich die Teile zu einer Bahnhofseinfahrt mit Streckenaufteilung zusammen:

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Puh, Glückwunsch an alle, die bis hierher durchgehalten haben. Wem mein Bericht zu lang erschien, dem empfehle ich, wieder nach oben zu gehen und dort die Kurzfassung zu lesen und den Rest zu vergessen. :mrgreen: Ach was bin ich wieder gemein heute ...

Demnächst mehr ...

LG
Hubert
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Und hier stelle ich mich kurz vor ...

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Re: Die Mark Michingen in N - Bauberichte

#2249

Beitrag von Sachse74 » Di 20. Aug 2019, 02:09

Hallo Hubert,

Genialer Gleisbau und das in Spur N :bigeek: :bigeek: :bigeek: :gfm: :gfm: :gfm:
Der Grund für den Neubau ist zwar nicht schön aber das Ergebnis ist echt Klasse. :gfm: :gfm:

Grüße Michael
Meine Anlage: http://www.stummiforum.de/viewtopic.php?f=15&t=140104

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Re: Die Mark Michingen in N - Bauberichte

#2250

Beitrag von Darius » Di 20. Aug 2019, 05:15

Guten Morgen Hubert,

das ist eine tolle Arbeit und sieht Spitze aus :gfm:
Kommst Du überall an die Strecke ran oder musst Du hier noch was vom Überbau abnehmen?

Viele Grüße,
Daniel
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Sollte ich mal im Eifer des Gefechts vergessen, wer ich bin: Mein "echter" Name ist Daniel.

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