Weichenselbstbau

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Schachtelbahner
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Re: Weichenselbstbau

#176

Beitrag von Schachtelbahner » Sa 9. Apr 2016, 19:47

Da musst Du aber verdammt präzise die Schwellen verlegen sonst passt das nicht.
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Re: Weichenselbstbau

#177

Beitrag von garti62 » Sa 9. Apr 2016, 20:01

Hallo Kurt,

stimmt. Da ich auch diese Kleineisen ja genau wie die Weichenroste im Computer vorher zeichnen muß, fällt genau wie bei den Weichen ein Schwellenplan mit ab, der genau zu den geätzten Rippenplatten passt.

Schönen Abend noch
Ulli
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Re: Weichenselbstbau

#178

Beitrag von garti62 » Do 23. Jun 2016, 22:23

Hallo Stummis,

heute will ich mal schnell zeigen, wie man ein einfaches Werkzeug zum Feilen der Herzstückspitzen selbst herstellen kann. Die Grundidee ist nicht von mir, sondern hier abgekupfert.
Da ich nur einen kleinen Proxxon-Minibohrschleifer mit Kreuztisch habe, ist das Ganze aus 20x20mm PVC gefräst. Metallbearbeitung geht damit leider nicht.
Und hier das Prinzip:

Bild

Es werden passend zum verwendeten Gleisprofil und im gewünschten Winkel Nuten eingefräst. Dahinein legt man das zu bearbeitende Gleis:

Bild

Dann wird es mit einem zweiten PVC-Klotz in den Schraubstock gespannt:

Bild

Nach einigen Feilstrichen ist die Spitze fertig:

Bild

Bild

Wenn man die Feile gerade führt, ist die Abnutzung der Kunststoffoberfläche gering, so daß das Teil für einige Weichen halten dürfte. Alternativ kann man es ja auch aus Metall fertigen.
Das Feilen der Herzstückspitzen geht damit blitzschnell und eine ist wie die andere.

Schönen Abend noch
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Re: Weichenselbstbau

#179

Beitrag von Ralf Franke » So 26. Jun 2016, 08:42

Hallo Ulli,
so ein paar Lehren zum schleifen der Herzstücke sind sicher sehr nützlich. Wenn nur sehr wenige gebraucht werden mag dein Kunststoffmaterial auch ausreichen, bei mehreren wäre vielleicht Alu sinnvoller.
Wenn du mit wenig Zustellung (Frästiefe) arbeitest müste das auch mit deinen Mitteln möglich sein.

MfG
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Re: Weichenselbstbau

#180

Beitrag von Schachtelbahner » So 26. Jun 2016, 11:24

Wenn man Alu nimmt kann man auch Kunststoff verwenden, was leichter zu bearbeiten ist. Als Lehre sollte man, wenn man diese ständig benötigt, Stahl nehmen. Für 3 - 4 Weichen genügt die Kunststoff Lehre vollkommen. Danach hat man dann auch die Fertigkeit die Spitzen und Zungen am Schleifstein frei Hand zu schleifen, sofern einer vorhanden ist.

Solche Schleiflehren gibt es bei Amis für die verschiedenen Gleisprofile fertig zu kaufen, die sind auch gleichzeitig als Lötlehre zu benutzen. Wo es die gibt habe ich leider vergessen.
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Re: Weichenselbstbau

#181

Beitrag von garti62 » So 26. Jun 2016, 14:50

Hallo Stummis,

@ Ralf und Kurt: Da immer noch ein ganz Teil Leute diesen Thread lesen, die offensichtlich Interesse am Selbstbau haben, wollte ich auch nur ein einfaches Hilfsmittel zeigen, das es auch dem Unerfahrenen erlaubt, mit minimalem Aufwand ein exaktes Herzstück zu feilen. Für die Weichenzungen kann man mit entsprechend kleinerem Winkel analog verfahren. Für große Stückzahlen ist es in dieser Form sicher nicht geeignet, aber etwas länger als 3-4mal hält es schon :) . Und für den Preis der Originale aus Übersee (link siehe mein letzter Beitrag) muß man schon eine Menge Weichen bauen, das es lohnt.
Kurt, Du hast völlig recht, wer erst mal einige Sachen gebaut hat, wird sowieso irgendwann seine eigene Methode finden. Ich habe mit der Zeit auch einiges probiert und mache heute alles ganz einfach mit diesem Hightech-Tellerschleifer:

Bild

Hat aber eine Weile gedauert, bis ich darauf gekommen bin, die ersten Weichen hab ich auch noch gefeilt, später gefräst (viel zu umständlich, wenn auch sehr genau).

Schönen Sonntag noch
Ulli
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Re: Weichenselbstbau

#182

Beitrag von Schachtelbahner » So 26. Jun 2016, 19:34

Hallo Ulli und alle.

Den Link hatte ich mir nicht angesehen, das sind die Teile die auch eine schöne Stange Euronen kosten, es funktioniert aber sehr gut. Für den Preis kann ich aber 10 Weichen auch versauen und dann immer ist noch Luft nach oben.

Die ersten Weichen sollte aber der Selbermacher schon 100 % per Hand bauen, dann weiß er auch auf was es ankommt. Hier ist unbedingt Erfahrung durch Üben angesagt.
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Re: Weichenselbstbau

#183

Beitrag von garti62 » Do 7. Jul 2016, 22:56

Hallo Stummis,

ich muß mal eine kleine Erfolgsmeldung loswerden. Heute Abend habe ich in einem Anflug von Größenwahn versucht, Kleineisen nicht aus 0,3mm Messing, sondern mal aus 0,5mm Messing zu ätzen. Es sollten halbe Kleineisen zum nachträglichen seitlichen Ansetzen werden, die ein bißchen mehr "Kontur" haben, nicht so flach sind. Und was soll ich sagen, es hat funktioniert. Ich hatte eigentlich mit einer recht starken Unterätzung der Ränder gerechnet, die das Herstellen so kleiner Teile unmöglich macht, aber seht selbst:

Bild

Von Weitem nicht sehr spektakulär anzuschauen, aber wenn man mal näher rangeht:

Bild

Bild

Hätte ich nicht gedacht, daß man das in der Stärke so hinkriegt.

Zufriedene Grüße und eine schöne Restwoche noch
Ulli
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Re: Weichenselbstbau

#184

Beitrag von Ralf Franke » Fr 8. Jul 2016, 08:34

Hallo Ulli,
eine sehr schöne Arbeit, deine geätzten Messing-Kleineisen.
Auch wenn der Umgang mit solch Chemikalien Brühen nichts für mich ist, "beneide" ich dich dafür. Man kann doch so manch tolle Sachen auf die Art herstellen. Wie man Länge und Breite beim ätzen beeinflusst ist mir klar, aber das mit der Tiefe erschließt mich nicht so ganz. Gehe ich recht in der Annahme das dieses durch probieren der Einwirkzeit ermittelt werden muss?

Wenn ich das Recht zu Kenntnis genommen habe, schleifst du jetzt die Schienenprofile mit der Maschiene, zwichschenzeitlich hast du sie auch einmal gefräst?
Wo liegen den die Vor- bzw. Nachteile bei den beiden Techniken?

MfG
Ralf
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Re: Weichenselbstbau

#185

Beitrag von garti62 » Fr 8. Jul 2016, 09:45

Danke Ralf,

zu Deiner Frage: Mit der Einwirkzeit hat das nichts zu tun. Man muß immer so lange ätzen, bis alle Konturen komplett durchgeätzt sind. Deshalb wird es ja mit zunehmender Blechdicke schwieriger, da man den Prozeß ja nicht punktuell stoppen oder beschleunigen kann. Die Kunst liegt eigentlich darin, den Ätzprozeß über die gesamte Fläche des Bleches so gleichmäßig wie möglich zu gestalten.
Ich hab das weiter oben schon mal geschrieben, es wird von beiden Seiten geätzt, dadurch ergibt sich immer eine Höhe von ca. halber Blechdicke. Hier mal zwei Bilder der "Belichtungstasche":

Bild

das ist die "Unterseite"

Bild

das ist die "Oberseite"

Unten ist dann die komplette Fläche mit Resist abgedeckt, oben nur die Rippen und die Schrauben.
Zu Deiner zweiten Frage: Schleifen geht um ein vielfaches schneller. Mit einer passenden Lehre sind auch die Winkel exakt. Was nicht ganz so perfekt aussieht wie beim fräsen sind die Bereiche, in denen der Schienenfuß abgeschliffen wird. Die sieht man an der fertigen Weiche allerdings so gut wie nicht. Im Übrigen ist meine "Frästechnik" nur von sehr einfacher Natur :D , siehe Seite 1 dieses Threads unten.

Schöne Grüße
Ulli
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Re: Weichenselbstbau

#186

Beitrag von Ralf Franke » Fr 8. Jul 2016, 17:08

Danke Ulli,
für deine prompte Antwort.

MfG
Ralf
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Re: Weichenselbstbau

#187

Beitrag von michl080 » Sa 9. Jul 2016, 09:41

garti62 hat geschrieben:Und was soll ich sagen, es hat funktioniert. Ich hatte eigentlich mit einer recht starken Unterätzung der Ränder gerechnet, die das Herstellen so kleiner Teile unmöglich macht, aber seht selbst:
Bild
Hallo Ulli,
ich kann leider nicht so recht abschätzen, wie groß die Teile sind. Deine Angabe von 0,5mm dicke hilft zwar ein wenig, aber vielleicht könntest Du noch ein Bild mit Millimeterpapier o.ö. einstellen. Die Plastizität der Teile ist jedenfalls erstaunlich.
Michael

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Re: Weichenselbstbau

#188

Beitrag von Schachtelbahner » Sa 9. Jul 2016, 11:21

Hallo Michael.

Schau dir mal an einem deiner Gleise mit einer Lupe die Rippenplatten auf der Schwelle an, das ist die Größe der geätzten Platten von Ulli

@ Ulli, saubere Arbeit.
Grüße von Kurt
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Re: Weichenselbstbau

#189

Beitrag von garti62 » Sa 9. Jul 2016, 13:19

Hallo Leute,

@Kurt, Danke!
@Micha: Die Teile sind 2mm breit und 1,8mm lang. Heute Abend werde ich mal noch ein paar Zentimeter Testgleis damit bestücken, um zu sehen, wie es denn nun wirkt. Den Nachmittag muß ich jetzt aber erstmal der Verschönerung des Grundstücks widmen. Heute ist schönes Wetter, das muß genutzt werden. Aber vorher werde ich noch einen Blick in den RH-Thread werfen, da kriegt man im Moment ja Unterhaltung geboten wie schon lange nicht mehr :D

Bis heute Abend
Ulli
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Re: Weichenselbstbau

#190

Beitrag von garti62 » So 10. Jul 2016, 19:41

Hallo Stummis,

schnell noch die versprochenen Fotos, wenn auch mit einem Tag Verspätung. Leider bin ich erst heute Nachmittag zum Basteln gekommen, entsprechend ist der Rost auch nicht fertig. Aber es geht ja hier um die Wirkung der Kleineisen:

Bild

Bild

Und jetzt fragt bitte nicht: warum macht der das, es gibt doch mittlerweile wirklich schöne Fertiggleise und -weichen. Mir macht das einfach viel Spaß.

Schönen Abend noch
Ulli
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Re: Weichenselbstbau

#191

Beitrag von michl080 » Mo 11. Jul 2016, 08:36

garti62 hat geschrieben:Und jetzt fragt bitte nicht: warum macht der das, es gibt doch mittlerweile wirklich schöne Fertiggleise und -weichen. Mir macht das einfach viel Spaß.
COOL!

Keine Sorge, das fragt hier keiner. Hier sind die Modellbauer am Werk, da ist der Wahnsinn normal :fool:

Sehe ich das richtig, dass Du zwei einzelne Platten rechts und links des Schienenprofils anbringst? Oder kannst Du den kompletten Ätzbaum unter das Schienenprofil legen?
Wäre es nicht einfacher, die Platten durchgehend zu ätzen? Im Original liegt das Schienenprofil ja auch auf einer durchgehenden Befestigungsplatte.

Michael

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Re: Weichenselbstbau

#192

Beitrag von garti62 » Mo 11. Jul 2016, 10:15

Hallo Michael,

klar kann man die Rippenplatten auch komplett machen und dann unter die Schiene setzen. Habe ich ja sonst auch so gemacht. Die halben Platten sind jetzt eigentlich eine "Sonderanfertigung" für eine Doppelweiche. Da ich beim Konstruieren des "Kleineisenrostes" (siehe weiter vorne im Thread oder auch hier) bald verzweifelt bin, habe ich beschlossen wieder die klassische Methode mit Pertinaxschwellen + Holzschwellen anzuwenden. Mit den halben Kleineisen werden dann die Pertinaxschwellen komplettiert. Daß ich diesmal statt 0,3mm-Blech 0,5mm-Blech genommen habe, war eigentlich nur eine Schnapsidee. Umso mehr hat es mich gefreut, daß es funktioniert hat.

Schöne Grüße
Ulli

P.S. Wenn Du genau hinschaust, siehst Du, welche Schwelle aus Pertinax ist und welche aus Holz.
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Re: Weichenselbstbau

#193

Beitrag von Ralf Franke » Di 12. Jul 2016, 03:45

Hallo Ulli,
du Gleisbaumeister - dein fertiges Gleis sieht einfach spitzenmäßig aus :gfm:

MfG
Ralf
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Re: Weichenselbstbau

#194

Beitrag von garti62 » So 24. Jul 2016, 13:08

Hallo Stummis,

erstmal Danke an Ralf, freut mich, wenn es Dir gefällt!

Heute will ich mal kurz noch was zum Thema Ätzvorlagen loswerden. Es gibt ja mehrere Möglichkeiten, eine Ätzvorlage zu erstellen. Die sicherste ist, sich einen Reprofilm von einem Dienstleister erstellen zu lassen. Dieser Film ist dann absolut lichtdicht und die Belichtung relativ unkritisch, gelingt eigentlich immer. Kostet aber etwas Geld und vor allem einige Zeit.
Variante 2 ist, die Ätzvorlage mit einem Laserdrucker auf z.B. Pergament zu drucken. Wenn man den Ausdruck dann anschließend mit Tonerverdichter behandelt, ist die Schwärzung auch sehr gut, so daß auch hier der Belichtungsvorgang recht unkritisch ist. Ich habe bei dieser Methode allerdings das Problem, daß mein Laserdrucker nicht 100%ig maßgenau reproduzierbar druckt. Bedingt sicher durch die Erwärmung beim Drucken. Für einseitige Leiterplatten ist das recht egal. Bei kleineren Ätzblechen auch noch. Beim beidseitigen Ätzen von größeren Blechen aber nicht. Abweichungen im Zehntelmillimeterbereich reichen völlig aus, um keine genau deckungsgleiche Ätztasche hinzubekommen.
Kommen wir zu Variante 3: Tintenstrahldrucker auf Overheadfolie. Bei entsprechend hoher Auflösung gibt das gestochen scharfe, absolut maßhaltige Ausdrucke. Die Reproduzierbarkeit ist auch so gut, daß man ein zweites Mal drüberdrucken kann und damit eine ausreichende Schwärzung erreicht. Aber auch hier gibt es dann ganz geringe Ungenauigkeiten, die mit bloßem Auge so gut wie nicht zu erkennen sind. Aber am fertig geätzten Blech gibt es leicht unsaubere Ätzkanten, die je kleiner das Ätzteil ist, entsprechend immer gravierender werden.

Und jetzt habe ich eine Lösung dafür gefunden. Ich habe ja auf der vorherige Seite über dieses Negativ-Ätzresist berichtet, mit dem man seine Bleche oder Platinen recht einfach selbst beschichten kann. Die normale Belichtungsdauer für dieses Material beträgt ca. 30 sec. mit 4x15W UV. Nach einigem Probieren bin ich zu dem Ergebnis gekommen, wenn man die Belichtungszeit auf je 10 sec. reduziert, reicht ein einfacher Ausdruck mit dem Tintenstrahldrucker auf Overheadfolie aus. An diesem Punkt ist noch nicht zu viel UV-Licht durch die Schwärzung gedrungen, so daß der Entwickler das Resist sauber auflöst. Andererseits haben sich die belichteten Flächen schon leicht verfärbt und halten dem Entwickler stand. Nach erfolgreicher Entwicklung wird das Blech noch mal für 2 min. pro Seite unter den Belichter gelegt und nachbelichtet. Anschließend hat das verbliebene Resist die typische blaue Farbe und Beständigkeit gegen das Ätzmittel.

Ich habe das jetzt mehrmals praktiziert und es hat jedesmal funktioniert. Das Ergebnis ist genauso exakt wie bei Verwendung eines Reprofilms.

Viel Spaß beim Nachmachen
wünscht Ulli
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Re: Weichenselbstbau

#195

Beitrag von garti62 » Do 11. Aug 2016, 17:24

Hallo Stummis,

kurzer Nachtrag zum Thema Sprühätzgerät selber bauen (#155 auf Seite 7):

Bild

Erste Korrosionsspuren. Irgendwie hat das Ätzmittel doch einen Weg nach oben gefunden :D . Das tut der Funktion aber jetzt erstmal weiter keinen Abbruch. Irgendwann in ferner(?) Zukunft werde ich aber ein Paar neue Motoren einplanen müssen. Da sie aber nur ein paar Euros gekostet haben, ist das nicht weiter schlimm.

Schönen Abend noch
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Re: Weichenselbstbau

#196

Beitrag von Schachtelbahner » Do 11. Aug 2016, 18:20

Hallo Ulli,

rundum den Motor mit Epoxy einpinseln und das Problem dürfte Vergangenheit sein. Hier muss kein direkter Kontakt von der Ätzflüssigkeit sein, alleine das Ausgasen genügt schon. Ich hatte das bei mir mit Salzsäure gemerkt, direkt neben Eisen und alles Rostet obwohl die Flasche gut verschlossen ist.
Grüße von Kurt
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Re: Weichenselbstbau

#197

Beitrag von haradigi » Mi 19. Okt 2016, 18:23

Hi Ulli,

Zufallig hier hin gekommen.
Sehr interessant ich bleibe hier lesen.

grusse
Harald
Niederlande

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Re: Weichenselbstbau

#198

Beitrag von garti62 » Do 20. Okt 2016, 11:11

Hallo Harald,


:welcome:

Leider habe ich zur Zeit hier nichts Neues zu zeigen :cry:

Groeten aan Nederland
Ulli
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Re: Weichenselbstbau

#199

Beitrag von garti62 » So 28. Mai 2017, 22:33

Hallo Stummis,

durch den Einsatz meiner kleinen Selbstbau-CNC-Fräse haben sich auch für den Gleis- und Weichenbau ganz neue Möglichkeiten ergeben.
Hier mal zwei Beispiele:

Zum ersten eine EW49-190-9:1 in Spur N, gebaut aus einem gefrästen Lötschwellenrost aus Leiterplattenmaterial und Code 40-Profilen. Damit das auch ein Grobmotoriker wie ich mit nachlassender Sehkraft hinbekommt, habe ich noch eine Schleiflehre für Herzstüch und Zungen sowie eine Lötlehre für den Zusammenbau aus 6mm Pertinax gefräst.

Bild

Bild

Bild

Die Lötlehre macht den Zusammenbau zu einem Kinderspiel, man muß die Profile nur einlegen und verlöten. Macht richtig Spaß.

Zum zweiten habe ich mal was für die Spur H0 ausprobiert. Mit einem 0,6mm-Fräser (einen kleineren habe ich im Moment leider nicht) gelingt es schon recht gut, Kleineisen auf der Schwelle auszufräsen. Als Material habe ich einfach Leiterplattenmaterial genommen, Kupfer nach unten, die Rippen passend für Tillig-Code 83.

Bild

Bild

Bild

Die Schraubenköpfe haben einen Durchmesser von 0,4mm, die Gesamthöhe der Kleineisen ist ebenfalls 0,4mm. Ich muß beim nächsten Mal auf die Fräsrichtungen achten, dann sollten auch die unschönen Querstreifen auf der Schwelle weg sein. Ansonsten gefällt mir das Ergebnis schon recht gut, ist auf jeden Fall ausbaufähig. Schon erstaunlich, was mit einer eigentlich recht simplen Fräse, die nur aus Sperrholz besteht, so möglich ist.
Jetzt werde ich wohl mal ein Fräsprogramm für einen Weichenrost zeichnen, ich fürchte aber, das wird einige Tage dauern :? .

Für heute schönen Abend noch
Ulli
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Re: Weichenselbstbau

#200

Beitrag von hubedi » So 28. Mai 2017, 22:47

Hallo Ulli,

Respekt ... das ist ein exzellentes Ergebnis. Sobald ich Zeit finde, geht's bei mir beim Bau meiner Fräse auch weiter. Ich hoffe, meine Schwellenroste erreichen dann annähernd diese Qualität. Deine Bilder sind auf alle Fälle ein gewaltiger Ansporn ...

LG
Hubert
Hier geht's zu den Bauberichten der "Mark Michingen"
Und hier stelle ich mich kurz vor ...

Wer immer tut, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist. (Henry Ford)

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